Vogelbeere, Eberesche, Drosselbeere, Quitsche, Krametsbeere und….

Von umgangssprachlich bis hin zu trivial, Namen hat man ihr schon viele gegeben, der Vogelbeere. Eigentlich gehört sie ja zur Familie der Rosengwächse, so wie auch Äpfel. Und bei genauem Betrachten der knallig roten Früchte sehen diese auch wie winzig kleine Äpfel aus. Die Vogelbeere ist nicht giftig, auch wenn diese Meinung bis zum heutigen Tage nicht selten verbreitet erscheint. Die Vogelbeere schmeckt herb, ja sogar bis hin zu bitter, und nur solang bis sie den ersten Frost abbekommen hat. Danach entfaltet sie ihren vollen Geschmack, wird leicht mehlig und süss.

Für mich ist die Vogelbeere eine tolle regionale Alternative zur Preiselbeere, oder auch Canberry. Somit ist die Kombinationsmöglichkeit eigentlich schon vorgezeichnet: heimisches Wild, regionale Käse, all dies sind Produkte die recht gut mit der Vogelbeere funktionieren, nebst hochprozentigem wie dem Montafoner Gergütsch Schnaps. Ich habe aus satten 4Kg Vogelbeeren, gesammelt in Zürs am Arlberg in Vorarlberg ein Chutney gekocht, mit Ingwer und und reichlich Knoblauch. Sollten eure Vogelbeeren noch keinen Frost bekommen haben, so friert sie nach dem Pflücken einfach mal ein bevor ihr sie weiterverarbeitet.

Vogelbeeren Chutney

  • 4Kg Vogelbeeren
  • 250g frischer Ingwer
  • 5 Zwiebeln
  • Öl
  • Sambal Oelek
  • 10 Knoblauchzehen
  • 6El brauner Rohrzucker
  • 1 Rosmarinzweig

1.Zunächst die Vogelbeeren von den Zweigen zupfen. Das nimmt je nach Menge eine gewisse Zeit in Anspruch. Die Beeren unter fließend kaltem Wasser gut waschen, trocken tupfen und auf ein Blech mit Backpapier belegt lose für ein paar Stunden einfrieren. Die Beeren können gefroren gleich weiterverarbeitet werde.

Frische Vogelbeere

2.Knoblauch, Zwiebeln und Ingwer schälen, halbieren und in ganz feine Würfel schneiden. Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer darin glasig angehen lassen. Vogelbeeren zu gegeben, mit mindestens 6 Esslöffel braunem Zucker bestreuen, kräftig umrühren. Nach Bedarf und Geschmack noch etwas Zucker zugeben. Der Zucker sorgt dafür, das die Vogelbeeren langsam ihren Saft abgeben und gleichzeitig für Harmonie.

3.Die Vogelbeeren bei geschlossenem Deckel für mindestens 1/2 Stunde auf mittlerer Flamme kochen lassen. Einen Teil vom Chutney entnehmen und in einen Standmixer fein pürieren. Wieder zurück in den Topf geben, kräftig durchrühren, vom Herd nehmen und 1 großen Rosmarinzweig zur Aromatisierung ins Chutney geben. In sterile Einweckgläser abfüllen, mit hochprozentigem Alkohol begießen, abflammen und sofort luftdicht verschließen.

Kalbsherz, Curry, Joghurt und Palatschinken

Wohl wahr, nicht selten rümpf manch einer allein schon beim Gedanken an Innereien die Nase. Aber in Zeiten von „Nose To Tail“ erleben Lunge, Herz, Milz, Leber, in der Vergangenheit oft nur zu Futtermittel verarbeitete Rohstoffe, ein echtes Revival. Im Sinne von Nachhaltigkeit begrüße ich diesen Trend natürlich sehr, hoffe aber auch, das es nicht bei einer reinen Modeerscheinung bleibt. Erfahrene Köche eignen sich im Laufe ihres Berufslebens ein umfassendes Allgemeinwissen an, wissen um die Produkte und deren Verwendung und auch um spannende Kombinationsmöglichkeiten.

Der Grundgedanke zu diesem Gericht war ein österreichischer Klassiker, das Kalbsbeuscherl. Zugegeben, ausser dem Herz vom Kalb, dem kochen des selbigen und der weiteren Verwendung des Kochfonds ist von diesem Gedanken nicht mehr viel übrig geblieben. Aber genau das ist doch, was eben diese Produkte am Leben erhält, das man sie immer wieder in neuem Gewand erscheinen lässt. Und so prallen bei diesem Gericht zwei völlig unterschiedliche Kulturen genussvoll aufeinander, Herz und Palatschinken auf Curry und Joghurt.

Kalbsherz

Curry vom Kalbsherz in der Palatschinke mit Joghurt, Pilzen und Knoblauch

Zutaten für 4 Personen

  • 1Kg Kalbsherz
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 3 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 10 schwarze Pfefferkörner

Für das Curry

  • 500ml Kalbsfond
  • 300g buntes Gemüse (Paprika, Sellerie, Lauchzwiebel, Karotte, etc.)
  • 100g frischer Ingwer
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2El rote Curry Paste
  • 1El Tomatenmark
  • Meersalz aus der Mühle
  • 2El Bio Apfelessig
  • 1/2 Tl Garam Masala

Für die Palatschinke

  • 400ml Milch
  • 100g Vollei
  • 40g Eidotter
  • 3g Meersalz
  • 175g Mehl
  • 40g flüssige Butter
  • 1Tl Curry Madrocas
  • 1Bd Schnittlauch

Weiters benötigt ihr

  • 250g braune Champignons
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Rosmarinzweig
  • 1Bd Blattpetersilie
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum anbraten und frittieren
  • Naturjoghurt 3,5%

1.Kalbsherz unter fließend kaltem Wasser gut abschwächen. Ausreichend Wasser in einem Topf aufkochen, Kalbsherz mit den Gewürzen und halbierten Zwiebeln zugeben, einmal aufkochen, Hitze reduzieren und auf kleinster Flamme für circa 2 1/2 bis 3 Stunden langsam köcheln lassen. Kein Salz dazugeben, da das Herz sonst trocken wird. Nach dem Garen überschüssiges Fett entfernen, das Herz in dünne Scheiben und dann in feine Streifen schneiden. im Kühlschrank abgedeckt bereit stellen. Den Kalbsfond durch ein Sieb passieren und bereit stellen.

Frische Palatschinken

2.Für die Palatschinke Mehl in eine Schüssel geben, Mulde in der Mitte formen. Vollei und Eidotter in die Mitte geben, Butter mit dem Curry Madrocas in der Mikrowelle erhitzen und schmelzen. Mit einem Schneebesen unter ständigem rühren die kalte Milch langsam in das Eigemisch laufen lassen, das Mehl einarbeiten, zu einem leicht flüssigen Teig verarbeiten. Schnittlauch waschen, trocken tupfen und in feine Ringe schneiden, mit der Curry Butter zusammen unter den Teig heben. Teig für mindestens 20 Minuten ruhen lassen. Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Teig mit einem Schöpflöffel unter drehen der heißen Pfanne gleichmässig in der Pfanne laufen lassen. Von beiden Seiten her goldbraun garen und auf ein Gitter zum abkühlen geben.

Reichlich frisches Gemüse….

3.Gemüse, Knoblauch und Ingwer je nach Bedarf waschen, schälen und in Streifen oder Stücke scheiden. Öl in einer Pfanne erhitzen, alles zusammen darin anbraten. Rote Curry Paste zugeben, mit dem Gemüse zusammen leicht angehen lassen und mit dem Kalbsfond ablöschen. Zu einer cremigen Sauce einköcheln lassen, Apfelessig zugeben und mit Meersalz und Garam Masala abschmecken. Kalbsherz zugeben und warm halten.

4.Drei Knoblauchzehen schälen, in feine Scheiben schneiden. Reichlich Öl in einer Pfanne erhitzen, die Knoblauchscheiben darin goldbraun und knusprig backen. Aufpassen, das der Knoblauch nicht zu dunkel wird. Sonst schmeckt er bitter! Knoblauchscheiben aus dem Öl nehmen, auf ein Küchenkrepp abtropfen lassen. Braune Champignons waschen, vierteln und in der selben Pfanne unter Zugabe von etwas Knoblauchöl und Rosmarin scharf anbraten. Blattpetersilie waschen, trocken tupfen, grob schneiden, zu den Pilzen geben und mit Meersalz und Pfeffer würzen.

Flusskrebs, Tomate, Fenchel und Ziegenkäse

Es war einmal eine Zeit, da unsere Flüsse und Seen voll mit heimischen Edelkrebsen waren… Klingt wie ein Märchen, ist aber traurige Wahrheit. Mittlerweile sind unsere Flusskrebsbestände so stark durch Krebspest, naturfernen Gewässerbau und Schadstoffbelastung dezimiert, das der Flusskrebs in einigen Regionen bereits auf die rote Liste gesetzt wurde.

Der Edelkrebs gilt hier in Österreich als so bedeutend, das er 2019 zum „Fisch des Jahres“ gekürt wurde. Ein wunderbarer Anlass für mich dieses äusserst geschmackvolle Gustostückle hier mit Tomate, Fenchel und einem Ziegenkäse gebührend in Szene zu setzen. Ich wünsche euch viel Freude und gutes Gelingen mit meinem neuen Rezept.

Paradeisersuppe mit Ziegenfrischkäse Soufflé und Flusskrebsen

Zutaten für 4 Personen:

Für die Paradeisersuppe

  • 1Kg reife Tomaten, alternativ Pelati Tomaten, 2 Dosen
  • 1 Zwiebel
  • 50g Karotten
  • 1 Sellerie Stange
  • 1El Tomatenmark
  • 5g getrockneter Basilikum
  • 100ml Weißwein
  • etwas Wasser
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 100g frische Flusskrebseschwänze
  • natives Olivenöl

Für die Fenchelcreme

  • 1 Fenchel
  • 2 mehlige Erdäpfel
  • 1 Zwiebel
  • 1El Sauerrahm
  • 4cl Pernod
  • 250ml Gemüsebrühe
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl

Für das Ziegenkäsesoufflé

  • 4 Mini Paprika
  • 150g Ziegenfrischkäse
  • 250ml Milch
  • 150g Mehlbutter (Mehl und weiche Butter zu gleichen Teilen vermischen)
  • 1 Eiklar extra
  • 4 Eidotter
  • 4 Eiklar

1.Karotten und Stangensellerie waschen, schälen und klein schneiden. Tomaten Grün herausschneiden und die Tomaten in kleine Stücke schneiden. Zwiebel schälen halbieren und in kleine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel farblos angehen lassen. Sellerie, Karotten, Tomaten und Basilikum zugeben, mit einem Esslöffel Tomatenmark karamellisieren. Mit Weißwein und etwas Wasser ablöschen und auf kleiner Flamme langsam garen. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Alles zusammen in den Mixer geben, fein pürieren und durch ein Sieb passieren. Flußkrebsschwänze putzen und bereit stellen.

Aromatische Flusskrebse

2.Fenchel und Erdäpfel waschen, halbieren, viertel und klein schneiden. Zwiebel schälen, halbieren, in kleine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Fenchel farblos darin anschwitzen. Erdäpfel zugeben und leicht angehen lassen. Mit Pernod ablöschen, aufkochen, Gemüsebrühe zugeben. Gemüse auf kleiner Flamme ganz weich garen, mit Salz und Pfeffer abschmecken, über ein Sieb abgießen und sehr gut ausdrücken. Das weich gegarte Gemüse muss so trocken wie möglich sein. Mit einem Stabiler pürieren und mit Sauerrahm nochmals abschmecken.

3.Minipaprika waschen, oben gerade den Deckel und ein wenig vom Boden abschneiden, Deckel bereit stellen. Paprika sollten unten angeschnitten werden. Sonst bleiben sie nicht in der Suppe stehen. Paprika im Ganzen von allen Kernen befreien. In gesalzenem Wasser Paprika mit den Deckeln kurz blanchieren, in Eiswasser abschrecken und auf Küchenkrepp gut trocknen.

4.Backofen auf 200Grad vorheizen. Milch in einem Topf erhitzen, Ziegenfrischkäse darin auflösen und mit kalter Mehlbutter abbinden. Vom Herd nehmen und in die noch warme Masse 1 Eiklar mit dem Schneebesen mit kräftigen Schlägen unterziehen. Eidotter nach und unter die Masse mit dem Schneebesen ziehen, mit Meersalz aus der Mühle abschmecken. Eiklar in der Küchenmaschine zu Schnee schlagen und vorsichtig unter die Masse heben. Die Käsemasse in die getrockneten Mini Paprika füllen und im Ofen für circa 15 Minuten backen. Ofentüre während des Backens nicht öffnen. Die Soufflés fallen sonst in sich zusammen.

Fruchtige Tomatensuppe mit Fenchelcreme, Ziegenkäsesoufflé und Flusskrebsen

Eingelegter Kürbis, mit Sternanis, Zimt und Nelken

Konservieren ist wohl eine der ältesten Möglichkeiten Lebensmittel über einen längeren Zeitraum haltbar zu machen. Diese Verarbeitung bietet uns Genuss auch zu Zeiten, in denen diese Lebensmittel saisonal nicht angeboten werden. So sind Mixed Pickels aus Kürbis, Perlzwiebeln, Karotten oder Karfiol beispielsweise eine typische Beilage zum klassischen Fondue mit edlem Rinderfilet. Sind sie denn hausgemacht, so ist der Genuss und die Freude darüber nochmal so groß. Und sie erinnern uns an eine Zeit, in der Globalisierung uns allen noch ein Fremdwort war.

In meinem ersten Beitrag über eingelegtes Gemüse habe ich mich bewusst für den Kürbis entschieden, einfach weil er genau in den Herbst passt. Mit Gewürzen wie Sternanis, Zimt und Nelken aromatisiert, passt er wunderbar in die angehende kühlere Jahreszeit und beschenkt uns mit wohliger Wärme, aber auch erfrischender Säure. Die Marinade ist grundsätzlich ein Grundfond. Nur mit Wasser, Essig, Zucker und Salz vorbereitet, lässt er sich beliebig mit Gewürzen oder Kräutern aromatisieren und ist für zahlreiche Grundprodukte zur Konservierung geeignet.

Eingelegter Kürbis mit Sternanis, Zimt und Nelken

  • 5Kg Muskatkürbis
  • 8 Sternanis
  • 4 Zimtstangen, halbiert
  • 14 Nelken
  • 4 Lorbeerblätter
  • 1Lt Wasser
  • 1Lt Kräuteressig
  • 300g Zucker
  • 80g Salz

1.Kürbis mit einem grossen Messer halbieren, Kerne bis zum Fruchtfleisch mit einem Suppenlöffel vollständig entfernen. Den Muskatkürbis an den Naben entlang in kleinere Tranchen zerteilen. Schale vollständig entfernen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Würfel schneiden. Ausreichend Wasser in einem Topfen erhitzen, salzen, von jedem Gewürz jeweils die Hälfte zugeben, die Kürbiswürfel darin kurz für 5 Minuten bissfest blanchieren. Sofort über ein Sieb abgießen und in Eiswasser abkühlen.

2.Abgekühlte Kürbiswürfel gut abtropfen lassen und in Einweckgläser füllen und bereit stellen. 1 Liter Wasser in einem Topf aufkochen, Zucker, Salz und restliche Gewürze zugeben. Solang mit dem Schneebesen verühren, bis sich Zucker und Salz vollständig aufgelöst haben, Essig zugeben. Die noch kochend heisse Marinade sofort über den Kürbis geben und ihn bis oben hin damit bedecken, noch heiss verschließen und die Gläser bis zum vollständigen Abkühlen auf den Kopf stellen. Die Kürbiswürfel müssen unbedeckt mit der Marinade vollständig bedeckt sein. Im Kühlschrank aufbewahrt hält sich dieser marinierte Kürbis über Monate hinweg.

Eingelegter Kürbis

Deftiger Bohnen Eintopf mit Rindfleisch… wenn es kälter wird…

Es wird kälter. Draußen herrscht Schmuddelwetter und der erste Wintereinbruch zieht von Norden heran mit beachtlich sinkender Schneefallgrenze bis in die Niederungen auf 800 Meter. Mein kulinarisches Gefühl sagt mir, es wird Zeit, Zeit für einen wohlig wärmenden, deftigen Eintopf. So ein Pot au feu, wie ihn die Franzosen bezeichnen, ist klassische, einfache Landküche. Kein Schnickschnack, kein Schischi, sondern einfach nur ehrlich, sättigend und gehaltvoll. Ich nenne das echte „Wohlfühlküche“.

Auch wenn der Winter mit großen Schritten unaufhaltsam naht, Bohnen haben gerade jetzt im Herbst Saison: Brechbohnen, Stangenbohnen, breite Bohnen, dicke Bohnen, was auch immer das Herz begehrt. Ich habe mich in meinem Eintopf für Stangen- und weiße Bohnen entschieden, mit geräuchertem Speck, Rindfleisch und einer ordentlichen Portion Bohnenkraut. Ob ihr den Franzosen gleich dieses Gericht in zwei Gängen, zum einen die Suppe, zum anderen getrennt das Rindfleisch mit Senf oder Vinaigrette, serviert, bleibt allein euren Vorlieben vorbehalten. Ich serviere diese Suppe als Eintopf, schneide das Fleisch vor dem Servieren in mundgerechte Stücke, und dazu ofenfrisches, hausgebackenes Baguette.

Deftiger Bohneneintopf mit Rindfleisch und Speck

  • 800 durchwachsene Rinderbrust
  • 400g weiße Bohnen, Dose
  • 400g grüne Stangenbohnen
  • 200g Karotten
  • 200g Erdäpfel, festkochend
  • 200g Sellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1El Bohnenkraut
  • 1 Bund Petersilie
  • etwas Liebstöckel
  • Schnittlauch
  • 200ml Weißwein
  • Meersalz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Butterschmalz

1.Rinderbrust unter fliessend kaltem Wasser gut abwaschen. Mit einem Küchenkrepp trocken tupfen. Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren, würfelig schneiden. Butterschmalz in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig anschwitzen, Mit Weißwein ablöschen, einmal kräftig aufkochen, Bohnenkraut und Lorbeerblätter zugeben. Die Rinderbrust einlegen und mit vollständig mit Wasser aufgefüllt bedecken. Einmal aufkochen, Hitze reduzieren und auf kleinster Flamme das Rindfleisch langsam garziehen.

Stilvoll und doch deftig: Bohnen Eintopf

2.Karotten, Sellerie, grüne Bohnen und Erdäpfel waschen. Bohnenenden abschneiden und in mundgerechte Stücke schneiden. Karotten, Sellerie und Erdäpfel schälen und würfelig schneiden. Die fertig gegarte Rinderbrust aus dem Topf nehmen und im vorgeheizten Backofen abgedeckt bei 80 Grad warm halten. Mit einem Schöpfer das auf der Fleischbrühe schwimmende Fett abschöpfen. Die Brühe aufkochen, mit Meersalz und Pfeffer würzen, Petersilienbund und fein gehackten Liebstöckel zugeben. Gemüse den Garstufen entsprechend nach und nach in der Brühe weich kochen. Als letztes die weißen Bohnen zugeben.

3.Petersilienbund entfernen, die Rinderbrust aus dem Ofen nehmen, überschüssiges Fett entfernen und in kleine, mundgerechte Stücke oder Streifen schneiden. Rindfleisch zur heißen Suppe geben und sofort servieren, mit fein geschnittenem Schnittlauch bestreuen. Ich genieße meinen Eintopf am liebsten mit frischem Brot. Das Rezept zu meinem hausgebackenem Baguette findet in meinem Blog an anderer Stelle.

Ofenfrisches, hausgebackenes Baguette zum deftigen Eintopf

Vegetarisches Fenchel Sugo mit Gorgonzola und Pasta

Eine Sugo wird meistens sofort mit Bolognese verknüpft. Nur, das eine Sugo eigentlich nur eine Sauce ist, wörtlich übersetzt. Und eine Sugo muss nicht zwangsläufig mit Fleisch sein. Aber was eine Sugo immer vermittelt, ist dieses mediterrane Lebensgefühl: Pasta, Wein und Käse. Und so einfach diese Küche auch immer sein mag, sie kommt mit ihrer ganzen Kraft und Wucht, ausdrucksstark und komprimiert in all ihrer Fülle. Für mich stand fest, wenn ich eine vegetarische Sugo mache, dann setze ich nicht eine fleischlose Sauce eins zu eins um. Und so kam der Fenchel in’s Spiel…

Den Impuls für diese Sauce setzte schon vor geraumer Zeit ein guter Freund von mir. Er produziert im Bregenzer Wald selbstgemachte Pasta, in unzähligen Variationen, bietet auch seine eigenen Saucen an und bat mich mir mal Gedanken zu einer vegetarischen Sugo zu machen. Nichts ist langweiliger als bei einer Bolognese einfach das Fleisch wegzulassen. Mein „Fleischersatz“ ist Fenchel, von vielen geliebt, von genau so vielen gehasst, er polarisiert. Und Polarisieren war schon immer ein Erfolgsgarant! Um den Fenchelgeschmack noch zu verstärken verwende ich in meinem Rezept Pernod.

Hausgemachte Fenchel Sugo mit Gorgonzola

Zutaten für 4 Personen

  • 2 Fenchel
  • 1 große Melanzani
  • 2 Dosen Pelati Tomaten
  • 6cl Pernod
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 3El Tomatenmark
  • 100ml Weißwein
  • 200ml Gemüsebrühe
  • 10g Basilikum
  • 5g Thymian
  • 1El Rohrzucker
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl
  • 300g Gorgonzola
  • frischer Basilikum
  • 240g Hartweizen Pasta nach Wahl

1.Fenchel und Melanzani waschen. Fenchel halbieren, Strunk entfernen und den Fenchel in feine Würfel schneiden. Melanzani vom Grün befreien und ebenfalls in feine Würfel schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren, fein würfelig schneiden.

2.Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch mit etwas Meersalz darin glasig anschwitzen. Melanzani, Fenchel und getrockneten Basilikum und Thymian zugeben und ebenfalls leicht angehen lassen. Tomatenmark zugeben und mit Pernod und Weißwein ablöschen. Gemüsebrühe zugeben und leicht einköcheln lassen. Zum Schluss die würfeligen Pelati Tomaten zugeben und alles zusammen auf kleiner Flamme langsam bis zur gewünschten Konsistenz einköcheln lassen. Mit Rohrzucker, Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

3.Pasta nach Wahl, ich habe in meinem Rezept Gnocchi sardi verwendet. Die Pasta in ausreichend gesalzenem Wasser gar kochen, abgießen. Die Gnocchi mit etwas Olivenöl beträufeln und sofort mit der Sugo anrichten. Den Gorgonzola gleichmässig über heiße Pasta und Sugo verteilen, damit er schmelzen kann. Mit frischen Basilikumblättern ausgarnieren.

Fenchel Sugo mit Gorgonzola und Gnocchi sardi Pasta

Brot, hausgebacken, natürlich, echt!

Unser täglich Brot gib uns heute, so steht es schon im Bestseller aller Zeiten geschrieben. Aber es gibt wohl kaum ein industrielles Produkt, das heute so sehr in der Kritik steht wie Brot! Zu viele nicht deklarierte Zusatzstoffe, minderwertige Rohstoffe, zu kurze Gärzeit, zu wenig Transparenz. Das Vertrauen des Konsumenten ist gesunken und die Nachfrage nach handwerklich perfektem und gesundem Broten entsprechend gestiegen. Kleine, individuelle Backstuben stehen hoch im Kurs.

Und der nächste, konsequente Schritt, nebst gekauftem Brot vom heimischen Bäcker wäre, es einfach selber zu backen. Zugegeben, ein paar Versuche braucht es schon, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt. Aber es lohnt sich allemal. Keine verstecken Inhaltsstoffe, lange Gärzeit und ein individueller Geschmack. Das Gefühl, sein erstes, selbst gemachtes Brot verkosten zu können, ist unbeschreiblich. Gerne stelle ich euch in meinem heutigen Beitrag, übrigens rein vegan, mein Dinkelbrot Rezept zur Verfügung und wünsche euch gutes Gelingen!

Hausgebackenes Dinkelbrot

  • 400g helles Dinkelmehl
  • 100g Semmelbrösel (kann auch aus älterem Brot hergestellt werden)
  • 300ml lauwarmes Wasser
  • 10g Zucker
  • 1Tl Salz
  • 3Tl natürliches Backmalz
  • 1 Päckchen Bäckerhefe
  • Koriander
  • Fenchel
  • Kümmel

1.Aus Koriander, Fenchelsamen und Kümmel nach eigenem Gusto ein Brotgewürz zusammenstellen und jeweils vor Gebrauch in einem Mörser frisch grob zerstossen. Danach Hefe mit 10g Zucker in lauwarmem Wasser wirken lassen, bis die Hefe zu schäumen beginnt. Mehl, Salz, Backmalz und Gewürze in der Rührschüssel gut mit einander vermengen. Die aufgelöste Hefe zugeben. Mit dem Knethaken den Teig in der Rührmaschine zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.

Ofenfrisches Dinkelbrot

2.Den Teig abgedeckt für mindestens 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Nach dem Gären den Teig kräftig durchkneten. In einen bemehlten Gärkorb geben und nochmals gehen lassen. Im Gärkorb erhält der Teig seine charakteristische Form. Backofen zwischenzeitlich auf 230 Grad vorheizen.

3.Den Brotteig aus dem Gärkorb auf ein mit Backpapier oder Fleximatte ausgelegtes Backblech stürzen. Im Backofen zunächst für 15 Minuten auf 230 Grad backen, danach die Hitze auf 200 Grad reduzieren und für circa eine Stunde fertig backen. Nach dem Backen das Brot mit einem Pinsel mit etwas Wasser bestreichen und abkühlen lassen.

Jause, Brotzeit, einfach lecker mit hausgemachtem Brot!
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