Vegetarisches Fenchel Sugo mit Gorgonzola und Pasta

Eine Sugo wird meistens sofort mit Bolognese verknüpft. Nur, das eine Sugo eigentlich nur eine Sauce ist, wörtlich übersetzt. Und eine Sugo muss nicht zwangsläufig mit Fleisch sein. Aber was eine Sugo immer vermittelt, ist dieses mediterrane Lebensgefühl: Pasta, Wein und Käse. Und so einfach diese Küche auch immer sein mag, sie kommt mit ihrer ganzen Kraft und Wucht, ausdrucksstark und komprimiert in all ihrer Fülle. Für mich stand fest, wenn ich eine vegetarische Sugo mache, dann setze ich nicht eine fleischlose Sauce eins zu eins um. Und so kam der Fenchel in’s Spiel…

Den Impuls für diese Sauce setzte schon vor geraumer Zeit ein guter Freund von mir. Er produziert im Bregenzer Wald selbstgemachte Pasta, in unzähligen Variationen, bietet auch seine eigenen Saucen an und bat mich mir mal Gedanken zu einer vegetarischen Sugo zu machen. Nichts ist langweiliger als bei einer Bolognese einfach das Fleisch wegzulassen. Mein „Fleischersatz“ ist Fenchel, von vielen geliebt, von genau so vielen gehasst, er polarisiert. Und Polarisieren war schon immer ein Erfolgsgarant! Um den Fenchelgeschmack noch zu verstärken verwende ich in meinem Rezept Pernod.

Hausgemachte Fenchel Sugo mit Gorgonzola

Zutaten für 4 Personen

  • 2 Fenchel
  • 1 große Melanzani
  • 2 Dosen Pelati Tomaten
  • 6cl Pernod
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 3El Tomatenmark
  • 100ml Weißwein
  • 200ml Gemüsebrühe
  • 10g Basilikum
  • 5g Thymian
  • 1El Rohrzucker
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl
  • 300g Gorgonzola
  • frischer Basilikum
  • 240g Hartweizen Pasta nach Wahl

1.Fenchel und Melanzani waschen. Fenchel halbieren, Strunk entfernen und den Fenchel in feine Würfel schneiden. Melanzani vom Grün befreien und ebenfalls in feine Würfel schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren, fein würfelig schneiden.

2.Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch mit etwas Meersalz darin glasig anschwitzen. Melanzani, Fenchel und getrockneten Basilikum und Thymian zugeben und ebenfalls leicht angehen lassen. Tomatenmark zugeben und mit Pernod und Weißwein ablöschen. Gemüsebrühe zugeben und leicht einköcheln lassen. Zum Schluss die würfeligen Pelati Tomaten zugeben und alles zusammen auf kleiner Flamme langsam bis zur gewünschten Konsistenz einköcheln lassen. Mit Rohrzucker, Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

3.Pasta nach Wahl, ich habe in meinem Rezept Gnocchi sardi verwendet. Die Pasta in ausreichend gesalzenem Wasser gar kochen, abgießen. Die Gnocchi mit etwas Olivenöl beträufeln und sofort mit der Sugo anrichten. Den Gorgonzola gleichmässig über heiße Pasta und Sugo verteilen, damit er schmelzen kann. Mit frischen Basilikumblättern ausgarnieren.

Fenchel Sugo mit Gorgonzola und Gnocchi sardi Pasta

Spaghetti Bolognese, so schön können einfache Gerichte sein…

Bei meinen wöchentlichen Einkäufen erschreckt es mich manchmal regelrecht, wie selbstverständlich zu Fertigprodukten gegriffen wird, ganz gleich ob es sich dabei um eine Tütensuppe, ein komplettes Fertiggericht, oder ein Glas italienische Hackfleischsoße handelt. Nein, es wird sich leider nicht einmal die Mühe gemacht zu schauen, ob just an diesem Tag vielleicht ein herrlich durchwachsener Tafelspitz, gemischtes Faschiertes oder ein saftiges Stück Schweineschopf nebst passendem Gemüse in Aktion ist.

Bolognese
Spaghetti Bolognese

Sollte es aber doch mal geschehen sollte, das man eine ernährungsbewusste und verantwortungsvolle, bessere Hälfte sein Eigen nennen darf, dann kann es durchaus vorkommen, das sie, von der Idee begeistert einen Chinakohl doch mal als Beilage zu verwenden, ihren Göttergatten für eben diesen zu gewinnen versucht, er aber missmutig entgegnet, das könne man gerne machen, doch der würde doch immer so lange brauchen, bis er endlich gar wäre.. Woraufhin sie ihn schon beinah mit ironischem Unterton entgegnet, ob man besagten Chinakohl tatsächlich noch kochen müsse???

Spaghetti Bolognese
Ein klein wenig schneiden muss man schon… für die Bolognese

Unser beider Lächeln traf sich in diesem Moment, und bevor ich hier auch nur ansatzweise Gefahr lief das offensichtlich junge Glück zu stören ging ich meiner Wege. Und ich hatte bereits meine Idee für diesen Abend: Spaghetti Bolognese mit frisch gehobelten Parmesan! Erstens, weil es dies schon über eine geraume Zeit bei mir nicht mehr gab, und zweitens war besagtes Faschiertes in Aktion. Und glaubt mir, man muss keine Unmengen von Fleisch abnehmen. Oft kauft man schlicht und ergreifend nur zu viel ein, und fragt sich dann hinterher, was man damit machen soll. Beim Fleisch reichen ohne weiteres 250 bis 300 Gramm für 2 Personen! Und sollte dann immer noch zu viel Bolognese übrig bleiben, so kann man sie ohne weiteres einfach einfrieren.

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Eine Bolognese lebt nicht von der Tomate alleine. Es braucht frisches Gemüse: Stangensellerie, Zwiebel, Karotte, Lauch, alles würfelig geschnitten, in Öl glasig angehend lassen, das Fleisch dazugeben, garen bis es die rote Farbe gänzlich verloren hat, Tomatenmark dazu, nochmal angehen lassen, mit Brühe ablöschen und mit stückigen Tomaten, diese gerne aus der Dose, auffüllen. Ich würze meine Bolognese mit Oregano, Basilikum und grobem Meersalz. Wer noch Knoblauch hinzugeben möchte, kann dies gerne tun. Und ich verwende auch keinen Wein entgegen vieler meiner Berufskollegen. Ist die Bolognese erst einmal aufgefüllt, so kann sie 1 bis 2 Stunden auf kleiner Flamme vor sich hin köcheln. Aber bitte immer wieder kontrollieren und bei Bedarf mit etwas Flüssigkeit auffüllen. Vielleicht ist euch ja auch die Anrichtungsweise eine kleine Inspiration solch ein allseits beliebtes Gericht einmal selber zu kochen, anstatt wie gewohnt im Supermarkt auf ein Fertigprodukt zurück zugreifen.

Meine Zutatenliste ist übersichtlich und ich weiß was drin ist. Es geht nicht immer nur um Zeit, sondern auch um den Spaß, den man beim Kochen haben kann!

Rezept

  • 300g gemischtes Faschiertes
  • 1 Zwiebel
  • 2 kleine Karotten
  • 1 Stück Stangensellerie
  • 1/2 Lauch, gelb bis weiß
  • 0,75Lt Gemüsebrühe
  • 2El Tomatenmark
  • 1 Dose Tomaten, stückig
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühlealz
  • etwas Zucker
  • Basilikum, getrocknet, zwischen den Fingern zerrieben
  • eventuell 1 bis 2 Knoblauchzehen, sehr fein gehackt (Geschmackssache)

Spaghetti Bolognese
Spaghetti Bolognese, frisch gehobelter Parmesan… so einfach… und doch so gut!

 

 

 

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