Ernährung, Allergien und Genuss

Ernährung ist, neben Genuss und all meinen leckeren Rezepten, doch immer auch ein Hauptbestandteil unseres Daseins. Ernährung ist mitverantwortlich wie es uns geht, wie motiviert oder leistungsfähig wir sind. Und „Wohlstandsernährung“ bedeutet in unserer Zeit nicht mehr zwangsläufig ein kleines Bäuchlein anzusetzen um der ganzen Welt zu zeigen wie gut es uns doch geht. Wohlstandsernährung heutzutage ist die bewusste Wahl und Auswahl unserer Lebensmittel. Wir entscheiden heute nach Herkunft, Nährwert, Bio, CO2 Abdruck, ja selbst zwischen tierisch und vegetarisch, wobei wir selbstverständlich keine der möglichen Allergien ausser acht lassen wollen.

Manchmal frage ich mich als professioneller Koch, ob meine Gäste zuhause in ihren privaten Küchen den selben Aufwand betreiben, wie Sie es von mir in einer Hotelküche erwarten oder gar verlangen. Ob Sie mit gleichem finanziellen Aufwand sich täglich einen ganzen Liter Mandelmilch gönnen, ausschließlich Bio-Produkte Ihre Einkaufskörbe füllen, und an der Fischtheke vom Fachverkäufer sich versichern lassen, dass der Wolfsbarsch tatsächlich Angel- und nicht Massenware aus dem Atlantik ist. Aber wer weiss schon, das 95% aller in unserer Region zum Verkauf angebotenen Jakobsmuscheln aus China stammt, gleich wie Dosentomaten oder das daraus produzierte Tomatenmark.

Vegetarisches Chili im glutenfreien Tortilla, Landfrischkäse und Guacamole

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 glutenfreie Tortilla (gibt es im Handel z.B. von der Fa. Schär)
  • 2 Dosen geschälte Tomaten, stückig
  • 1 Dose Kidney Bohnen
  • 1 Dose Zuckermais
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1/2 Tl gemahlener Kreuzkümmel
  • 2 Tl Oregano
  • 2 El Tomatenmark
  • 1 Tl getrocknete und geschrotete Chilischoten
  • Meersalz aus der Mühle
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 El Rohrzucker
  • 0,5Lt Gemüsefond
  • etwas natives Olivenöl zum anbraten

Für die Guacamole

  • 2 reife Bio Avocados
  • 1 Limette
  • 1 Knoblauchzehe
  • Meersalz aus der Mühle
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • etwas frisches Koriandergrün
  • 1 El Naturjoghurt
  • 1 Tomate

Weiters wird benötigt

  • 1 Becher Landfrischkäse
  • 1 Eisbergsalatkopf

1.Für das Chili sin carne Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin farblos angehen lassen. Oregano und Kreuzkümmel zugeben und kurz mit angehen lassen. Das Tomatenmark zufügen und leicht karamelliesieren. Mit dem Gemüsefond angießen und kurz eindicken lassen. Tomaten aus der Dose zugeben und alles zusammen auf kleiner Flamme langsam einkochen lassen, damit sich der Geschmack entwickeln kann. Zuckermais und Kidneybohnen über ein Sieb abgießen und zur Tomatensauce zugeben, mit Zucker, Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

Solch eine Ernährung macht nur Sinn, wenn wirklich eine schwere Erkrankung, wie Zöliakie, vorliegt.

2.Für die Guacamole die Avocados halbieren, den Kern entfernen. Mit einem Löffel das Fruchtfleisch herauslösen, mit einer Gabel zu sehr feinem Mus zerdrücken. Tomate vierteln, Kerngehäuse herausschneiden, und die Filets in feine Würfel schneiden. Knoblauchzehe schälen, halbieren, und in ganz feine Würfel hacken. Die Tomatenwürfel, den Limettensaft, Knoblauch und Joghurt zum Avocadosmus geben und alles kräftig miteinander verrühren. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Koriandergrün grob hacken und unter die Guacamole mischen.

3.Eisbergsalat halbieren, vierteln, Strunk herausschneiden und den Salat in feine Streifen schneiden. Die glutenfreie Tortilla nach und nach in der Mikrowelle kurz temperieren und mittig auf vorgewärmten Tellern anrichten. Eisbergsalat auf die eine Hälfte der Tortilla großzügig verteilen, das heisse Chili sin carne darauf geben, Landfrischkäse und Guacamole mit einem Löffel auf das Chili geben, zuklappen, ausgarnieren, sofort servieren. Übrige Guacamole in kleine Schälchen abfüllen und zum Chili reichen.

Lecker geht auch glutenfrei und vegetarisch: Chili sin carne im Tortilla mit selbstgerechter Guacamole

Ente, Quitte, Chili, Erdäpfel, Rotktaut, Aceto Balsamico, Trüffel

Heute ist der zweite Weihnachtsfeiertag, Weihnachten ist beinah vorbei. Tief winterlich weiß verschneit war es heuer wieder einmal nicht, eher verregnet, dafür aber richtig lecker. Wir alle lieben Weihnachten. Nicht nur der Geschenke wegen, wohl auch auf Grund des Genusses, und nicht selten auch des Glauben. Ich habe mir gestern, am 1.Weihnachtstag, eine Ente zubereitet, eine Barbarie Entenbrust, um genau zu sein, mit Quitten Chutney, Aceto Balsamico Rotkraut, Macaire Erdäpfel und Trüffelkaviar.

Quitte ist wohl eine der schönsten Winter Obstsorten, und nicht selten muss sie auf Grund ihres hohen Pektin Gehaltes einfach nur als Gelee herhalten. Aber die Quitte kann weit mehr. Und weil ich Tradition, besonders in der Küche liebe, habe ich einen Klassiker der französischen Küche mit in mein Gericht einfließen lassen: die Macaire Kartoffel. Und natürlich darf auch ein Highlight der winterlichen Küche hierbei nicht zu kurz kommen: das Rotkraut. Ich habe mein Rotkraut mit einem 12 jährigen Aceto Balsamico von Leonardi veredelt, was aber zum nachkochen kein unbedingtes „muss“ sein soll.

Für die Entenbrust

  • 2 Barbarie Entenbrüste, männliche
  • 12 Stück Nelken
  • 2 Rosmarinzweige

Für das Aceto Balsamico Rotkraut

  • 500g Rotkraut
  • 2 Orangen
  • 100ml Aceto Balsamico, 12 Jähriger
  • 100ml Portwein
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2El Rohrzucker
  • 2 Zwiebeln
  • 1/2 Zimtstange
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Meersalz aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für das Quitten Chutney

  • 1 Quitte
  • 2 Schalotten
  • 100g frischer Ingwer
  • 1Tl getrocknete Chilischoten, geschrotet
  • 3El brauner Rohrzucker
  • Meersalz aus der Mühle
  • 1 Zitrone
  • natives Olivenöl

Für die Macaire Erdäpfel

  • 800g mehlig kochende Erdäpfel
  • 2 Eigelb (Kl. M)
  • 20g weiche Butter
  • Muskatnuss frisch aus der Mühle
  • 80g Speckwürfel
  • 1 Schalotte
  • krauser Petersilie
  • 1 Tl Butter
  • Meersalz aus der Mühle
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 3 El Butterschmalz
  • Trüffelkaviar von Tartufi Jimmy S.r.l.

1.Für das Rotkraut die Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden. Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln darin glasig und farblos anschwitzen. Rohrzucker zugeben und leicht angehen lassen. Mit dem Saft von 2 Orangen ablöschen, die Zwiebeln weiter dünsten und den Orangensaft dabei um die Hälfte reduzieren. Portwein zugeben, nochmals Flüssigkeit um die Hälfte reduzieren, die Zwiebelwürfel sollen im Aromafond ganz weich gedünstet werden. Drei Lorbeerblätter, Zimtstange und Rotkraut zugeben und mit dem Essig angießen. Rotkraut auf kleiner Flamme weich köcheln und mit etwas Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

2.Für das Chutney Schalotten und frischen Ingwer schälen, fein würfelig schneiden. Olivenöl erhitzen, Schalotten und Ingwer darin farblos angehen lassen. Zwischenzeitlich Quitte schälen, halbieren, vierteln, achteln, Kerngehäuse herausschneiden und die Quitte in Würfel schneiden, zu Schalotten und Ingwer geben, leicht angehen lassen, Rohrzucker zugeben und karamellisieren. Saft einer Zitrone mit dem geschroteten Chili zugeben und abgedeckt 15-20 Minuten auf kleiner Flamme weich dünsten, mit etwas Meersalz aus der Mühle abschmecken. Die Hälfte vom Chutney zusammen mit dem Saft in einen Standmixer geben, fein pürieren, Püree und Quittenstücke wieder vermischen, Chutney kühl stellen.

Barbarie Entenbrust mit einem Klassiker der französischen Küche: Macaire Erdäpfel, hier mit Trüffelkaviar garniert

3.Für die Macaire Erdäpfel, Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden und in kochendem Salzwasser weich garen. Backofen auf 120 Grad vorheizen. Nach dem garen die Erdäpfel in ein Geschirr geben und im Backofen für 10-15 Minuten ausdampfen lassen. Zwischenzeitlich Schalotte schälen, fein würfelig schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen, Schalottenwürfel zugeben, glasig anschwitzen. Speckwürfel zugeben, Petersilie von den Stielen zupfen, ganz fein hacken, zum Speck zugeben, Pfanne vom Herd nehmen. Die Erdäpfel aus dem Ofen nehmen und mit einer Karoffelpresse durchlassen. Sofort 2 Eigelbe und das weiche Stück Butter zugeben, alles kräftig vermischen. Speck-Schalotten unterheben, mit Meersalz, Muskatnuss und Pfeffer aus der Mühle würzen und abschmecken. Aus der Masse eine gleichmässige ca. 6cm starke Rolle formen und diese in Alofolie einwickeln. die Rolle für etwa eine 1/2 Stunde kühl stellen. Nach dem Kühlen Alufolie entfernen, die Macaire in circa 1cm starke Scheiben schneiden und in Butterschmalz von beiden Seiten her goldbraun anbraten, im Ofen abgedeckt warm halten.

4.Entenbrust mit Küchenkrepp abtupfen, auf der Fleischseite Sehnen und Silberhaut mit einem scharfen Messer entfernen. Die Fettseite mit einem scharfen Messer gleichmässig einschneiden, beide Seiten mit Meersalz aus der Mühle würzen. Pfanne ohne Öl erhitzen, Entenbrust auf der Fettseite darin goldbraun anbraten. Entenbrust wenden, Rosmarin und Nelken zugeben, die Brust kurz auf der Fleischseite anbraten, sofort aus der Pfanne heben, mit Rosmarin, Nelken und etwas Entenfett in eine Form geben und im Ofen bei 120 grad für 20 Minuten garen. Entenbrüste aus dem Ofen nehmen, in Alufolie mit den Gewürzen einpacken und mindestens 5 Minuten ruhen lassen.

5.In der Zwischenzeit Rotkraut über ein Sieb abgießen und in gleichmässig geformte Stränge auf 4 vorgewärmte Teller mittig anrichten. Chutney aus dem Kühlschrank nehmen, anrichten, mit einem Tropfen Chilisauce garnieren. Die Macaire Erdäpfel aus dem Ofen nehmen, anrichten, mit Trüffelkaviar ausgarnieren. Entenbrüste aus der Alufolie nehmen, die Brüste jeweils an den Endseiten links und rechts anschneiden, dann die Entenbrüste halbieren, abtupfen und aufgestellt auf dem Rotkraut anrichten. Mit etwas Gewürzjus servieren.

Weinempfehlung: Blaufränkisch vom Lehm, 2017, Weingut Gesellmann, Burgenland

Barbarie Entenbrust, Quitten Chutney, Aceto balsamico Rotkraut, Macaire Erdäpfel, Trüffelkaviar

Rotkrautsalat mit Burrata und Nusskrokrokant

Weihnachten, das ist Glühwein, Kerzenschein, Lebkuchen, Geschenke, festlich geschmückte Tafeln, und nicht selten über alle Massen hinaus reichlich Essen. Weihnachtsessen muss aber nicht zwangsläufig immer nur deftig sein. Weihnachtliche Gaumenfreuden können auch erfrischend und gleichzeitig voller Aromatik und unterschiedlicher Texturen sein. Ich liebe Rotkraut. Und ich liebe auch Rotkraut zum Gansl oder zur Ente, mit Quitte oder Apfel, dazu luftige Knödel und eine leckere Portweinjus. Heute jedoch möchte ich Euch Rotkraut in Form von Salat präsentieren.

Rotkraut kommt meiner Meinung nach als Salat, besonders in roher Form, immer noch etwas zu kurz, wird nicht selten auf Salatbüffets gemieden, ganz gleich in welcher Form präsentiert. Das Rotkrautsalat in Rohkostform aber auch als Vorspeise durchaus seine Berechtigung in einer abwechslungsreichen, spannenden Küche haben kann, dass möchte ich mit diesem Beitrag heute gerne unter Beweis stellen. Bei. mir gibt es heute Rotkrausalat mit Orangen, Zimt, Nusskrokant, Garam Masala und cremig schmelzendem Burrata.

Rotkrautsalat mit Burrata und Nusskrokant

Zutaten für 4 Personen

  • 1 großer Rotkrautkopf
  • 2 unbehandelte Bio Orangen
  • 1 Zimtstange
  • Rohrzucker
  • Garam Masala
  • schwarzer Pfeffer frisch aus der Mühle
  • Meersalz frisch aus der Mühle
  • weißer Balsamico Essig
  • natives Olivenöl
  • etwas Wildkräutersalat
  • 4 ganze Burrata

Für den Nusskrokant

  • 75 g Rohrzucker
  • 1 TL Butter
  • 75 g gehackte Nüsse (z.B. Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse, Mandeln, Sonnenblumenkerne oder steirische Kürbiskerne
  • Packpapier

Für die Marinade weissen Balsamico mit Rohrzucker, Salz, Pfeffer, Zimtstange, Olivenöl und Garam Masala nach Gusto verrühren. Die Bio Orangen mit dem Spärschäler vorsichtig schälen, Schale in ganz, ganz feine Streifen (Julienne) schneiden und zur Marinade zugeben. Rotkraut halbieren, Vierteln und Strunk herausschneiden. In feine Streifen schneiden und zur Marinade zugeben. Immer wieder umrühren und für mindestens eine Stunde durchziehen lassen.

Die geschälten Bio Orangen nur vollständig mit einem scharfen Messer schälen. Aus den einzelnen Kammer der Orange vorsichtig möglichst grosse Filets herausschneiden und bereitstellen. Den Orangensaft hierbei zum Salat zugeben, Salat nochmal kräftig durchmischen.

Für den Krokant Butter in einer beschichteten Pfanne schmelzen, Rohrzucker zugeben, und solang verrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Die gehackten Nüsse und Kerne zugeben und gut verrühren. Nussmasse auf ein Backpapier geben und gleichmässig mit einem Kochlöffel oder einer Palette ausstreichen, solang die Masse noch warm ist, abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen kann der Krokant in gleich große Stücke gebrochen werden.

Zum Anrichten Kräutersalat unter den Rotkrautsalat mischen. Salat zu gleichen Teilen auf 4 bereitgestellte Teller mittig anrichten. Burrata in der Mitte platzieren, Nusskrokant anlegen, abgebrochene Korkantstücke und Orangenzesten über die Burrata streuen, mit den Orangenfilets garnieren.

Baba Ghanoush: Willkommen in der Welt von Mezze und 1001 Nacht

Es ist schon äusserst spannend, das eines der berühmtesten Mezze der arabischen Küche seinen kulinarischen Siegeszug unter der Bezeichnung „der „beleidigte“ beziehungsweise „verwöhnte Papa“ angetreten hat. Für manch einen mag dieses äusserst wohlschmeckende Melanzanipüree als Brotaufstrich oder klassischer Dip zu Falaffel reichen. Mir jedoch war Baba Ghanoush ein vollwertiges Gericht wert!

Die Historie besagt, das Baba Ganoush von einer der Ehefrauen aus dem Harem eines Sultans erfunden worden sein könnte. Aber welchem leidenschaftlichen Koch auch immer wir diese Köstlichkeit verdanken, sie entführt uns auf wundersame Weise in ein orientalisch kulinarisches Märchen wie aus 1001 Nacht. Einfach die Augen schließen und geniessen. Ich serviere euch heute Baba Ghanoush in meinem neuen Rezept mit Dorade Royal, Harissa Couscous und knusprigen Strudelteigblättern. Und wie immer wünsche ich euch viel Freude und gute Gelingen.

Dorado Royal mit Melanzanipüree, Harissa Couscous, Strudelteig und Petersilienöl

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Filets Dorade Royal, grätenfrei
  • 2 Knoblauchzehen
  • Butter
  • Meersalz aus der Mühle

Für das Melanzanipüree

  • 600g Melanzani
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Bund Blattpetersilie
  • 2El Tahin (Sesampaste)
  • 3El Limettensaft
  • 2El natives Olivenöl
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl zum einstreichen der Melanzani

Für den Couscous

  • 200g Couscous
  • 200ml Gemüsebrühe
  • 1Tl Harissa Gewürzmischung
  • 1/2Tl Paprikapulver
  • etwas Kreuzkümmel gemahlen
  • natives Olivenöl

Für das Petersilienöl

  • 1/2 Bund Blattpetersile
  • 50ml natives Olivenöl

Für die knusprigen Blätter

  • 1 Strudelteig Blatt
  • etwas flüssige Butter
  • Meersalz aus der Mühle

1.Backofen auf 120 Grad vorheizen, Melanzani abwaschen, mit einer Gabel mehrfach einstechen und mit Olivenöl einstreichen. In eine feuerfeste Form geben und im Backofen für circa 1 1/2 – 2  Stunden ganz weich garen. Melanzani abkühlen lassen, aufschneiden und das Fruchtfleisch mit einem Löffel herauskratzen. Püree in eine Schüssel geben und mit dem Stabmixer ganz fein pürieren. Petersilie gründlich waschen, Blätter von den Stilen abzupfen, Knoblauch schälen, halbieren und mit der Petersilie ganz fein hacken. Zum Püree geben. Tahin, Limettensaft zugeben und mit Meersalz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken und bereit stellen.

2.Für das Öl die Blätter vom Petersilie abzupfen und grob hacken. Blattpetersilie mit Olivenöl in einen Mixbecher geben und mit dem Stabmixer ganz fein pürieren. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Butter in der Mikrowelle flüssig erhitzen. Strudelteigblatt mit einem Pinsel mit der flüssigen Butter einstreichen, halbieren, die Hälften über einander legen. Nochmals mit Butter einstreichen und leicht salzen. Strudelteig noch einmal halbieren und aus beiden Hälften 4 gleichmässig grosse Dreiecke schneiden. Strudelteig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im Backofen für 5 bis 6 Minuten goldbraun ausbacken.

3.Für den Couscous ein wenig Olivenöl in einem Topf erhitzen, Harissa- und Paprikapulver zugeben und kurz angehen lassen. Mit Gemüsebrühe ablöschen, einmal aufkochen und heiß über den Couscous geben. Ziehen lassen und mit Meersalz aus der Mühle abschmecken. Harissa ist ein recht scharfes Gewürz. Deswegen habe ich für die Rotfärbung des Couscous noch etwas Paprikapulver hinzu gegeben. Wer es allerdings gerne richtig scharf mag, kann die Rötung auch nur über das Harissa erzielen.

4.Doradenfilets unter fließend kaltem Wasser abwaschen und in 8 gleich grosse Stücke portionieren. Knoblauch schälen und halbieren. Butter in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen, Filets von beiden Seiten her mit Meersalz würzen, mit den Knoblauchzehen für circa 4 Minuten auf der Hautseite anbraten. Pfanne vom Herd nehmen, Filets umdrehen und circa 1 Minute von der Unterseite her Hitze ziehen lassen. Sofort aus der Pfanne nehmen und anrichten.

Heimisches Rinderfilet, im Ganzen gegart mit Schwarzwurzeln und Erdäpfelkrapferl

Ich habe in einer Zeit kochen gelernt, als sich noch niemand für Nachhaltigkeit, Niedertemperatur oder gar „Nose To Tail“ interessierte. Zu einer Zeit und in einem Restaurant, in der man noch auf offener Flamme gekocht hat. In der Rinderfilet, und das möglichst vom Charolais höher im Kurs lagen als geschmorte Kalbsbäckchen oder gedünsteter Rostbraten. Richtig war, was teuer, selten und edel war, ganz gleich aus welchem fernen Winkel unser Erde diese Produkte stammten.

Heute jedoch setze ich völlig andere Prioritäten. Umso ungewohnter erscheint es mir tatsächlich mal wieder zu einem Kurzbratfleisch zu greifen und euch Rinderfilet mit cremigen Schwarzwurzeln und Erdäpfelkraferl zu servieren. Aber ich weiss, das mein Rinderfilet aus Österreich stammt, das die verwendeten Erdäpfel von einem Bauern aus Tirol sind und meine Milchprodukte ausschliesslich in Vorarlberg produziert werden. Und mit diesem guten Gefühl genau das Richtige zu tun wünsche ich euch nun recht viel Freude und gutes gelingen mit meinem Rezept.

Rindefilet im Ganzen gegart mit cremigen Schwarzwurzeln und gebackenen Erdäpfelkrapferl

Zutaten für 4 Personen:

  • 1,2Kg Rinderfilet, zugeputzt
  • 2 Rosmarinzweige
  • 1 Knoblauchknolle
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für die Eräpfelkrapferl

  • 500g mehlige Erdäpfel
  • 1/8Lt. Milch
  • 60g Butter
  • 100g Mehl
  • 2 Eier
  • Meersalz aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • Öl zum Ausbacken

Für die Schwarzwurzeln

  • 600g Schwarzwurzeln
  • 1Lt Schlagobers
  • Meersalz aus der Mühle
  • etwas Trüffelöl
  • Mehl und Essig zum putzen der Schwarzwurzeln

1.Backofen auf 120 Grad vorheizen. Rinderfilet mit Küchenkrepp gut abtupfen und mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Knoblauchknolle quer halbieren, öl in einer Pfanne erhitzen und von allen Seiten her scharf anbraten. Knoblauch zugeben und auf der Schnittfläche kurz mit anrösten. Fleisch und Knoblauch aus der Pfanne nehmen und in eine feuerfeste Form geben, Rosmarin unter das Filet legen. Alles zusammen in den Backofen geben und bei einer Kerntemperatur von 56 Grad langsam garen.

2.Für den Brandteig die Erdäpfel in der Schale in ausreichend kaltem, leicht gesalzenem Wasser ansetzen und weich garen. Die Erdäpfel abgiessen, schälen und ausdämpfen lassen und noch warm durch eine Erdäpfelpresse in eine Schüssel drücken. Milch und Butter in einem Topf aufkochen, Mehl auf einmal zugeben und mit einem Schneebesen die Masse ständig kräftig durchrühren. Der Brandteig ist fertig, wenn sich am Topfboden ein Film beginnt zu bilden. Masse in die Küchenmaschine geben und die Eier nach und nach unterrühren. Gepresste Erdäpfel zugeben, mit Muskatnuss und Meersalz abschmecken. Ausreichend Öl in einem Topf erhitzen, die Erdäpfelmasse mit 2 Esslöffel zu Nockerl abdrehen und im Öl goldbraun ausbacken. Nach dem Ausbacken auf Küchenkrepp zum Abtropfen geben. Im Backofen warm halten.

3.Waschbecken gut mit Wasser auffüllen und die Schwarzwurzeln darin einweichen, etwas Mehl einstreuen und Essig zugeben. Die Schwarzwurzeln mit einer Fingernagelbürste im Wasser sauber bürsten und mir einem Sparschäler gut schälen. Schlagobers in einem Topf erhitzen und leicht salzen. Die Schwarzwurzel in 4 bis 5 cm grosse Stücke schneiden und sofort zum Schlagobers zugeben. Schwarzwurzel verfärben sich an der Luft sofort bräunlich, deswegen recht zügig arbeiten. Schlagobers leicht köcheln lassen und immer wieder umrühren. Beim Garen der Schwarzwurzeln reduziert sich auch der Schlagobers und nimmt eine cremige Konsistenz an. Nochmals mit Meersalz abschmecken und mit ein paar Tropfen Trüffelöl verfeinern.

Im Ganzen gegartes Rinderfilet mit Schwarzwurzeln und gebackenen Erdäpfelkrapferl

Hausgemachter Zwiebelkuchen frisch aus dem Ofen mit Creme fraîche

2015 wurde die Zwiebel auf Grund ihrer Blutdruck, Blutfette und Blutzucker senkenden Wirkung zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Die uns heute allgemein als Küchenzwiebel bekannte Frucht ist eine der ältesten uns bekannten Kulturpflanzen und wird schon seit tausenden von Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultiviert. Selbst im Grab von Tutanchamun fand man Zwiebelreste.

Ihre Herkunft jedoch lies sich bis heute nie genau bestimmen. Und es waren wohl römische Legionäre, die die Zwiebel unter dem Namen „cepula“ in ganz Mitteleuropa verbreiteten.Wie gesund oder gar bekömmlich mein hausgemachter Zwiebelkuchen ist, vermag ich leider nicht zu beurteilen. Wohl aber, das dieser Gaumenschmaus besonders zu jungem Wein ein idealer Begleiter ist. In Süddeutschland, dem Elsass und der Schweiz gilt dieser Kuchen als eine regionale Spezialität. Ich wünsch euch nun viel Freude und gutes Gelingen mit meinem neuen Rezept.

Hausgemachter Zwiebelkuchen mit Crème fraîche

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 Rolle handelsüblichen Blätterteig, circa 700g
  • 10 Zwiebeln
  • 5 Eier
  • 250ml Crème fraîche
  • Meersalz aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • Linsen zum Blindbacken
  • 200g Crème fraîche
  • 1 Bund Schnittlauch
  • Butter

1.Die Zwiebeln schälen, halbieren und fein würfelig schneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen und die Zwiebeln darin farblos anschwitzen. Im Gegensatz zum Elsässer Flammkuchen müssen die Zwiebeln vorher erst gegart werden. Die Zwiebeln mit Meersalz würzen und bei mittlerer Hitze mit etwas Wasser angiessen und ganz weich dünsten. Nach dem Garen die Zwiebeln über ein Sieb geben und gut ausdrücken.

Die wohl wichtigste Zutat: Die Küchenzwiebel

2.Backofen auf 200 Grad vorheizen. Backblech zunächst mit Backpapier, danach mit dem Blätterteig auslegen. Der klassische Zwiebelkuchen wird mit einem salzigen Mürbeteig hergestellt. Ich habe mich in meinem Rezept für Blätterteig entschieden, weil mir dies als die feinere Variante erscheint. Den Blätterteig mit einer Gabel mehrfach einstechen. Hierdurch geht er beim Backen gleichmässiger auf. Ein weiteres Backpapier auf den Blätterteig legen, die Linsen zum Beschweren darauf und im Backofen für 15-20 Minuten Blindbacken. Danach die Linsen vom Blätterteig entfernen und den Teig für weitere 5 bis 6 Minuten Nachbacken.

3.Crème fraîche mit den Eiern verquirlen, mit Meersalz und Muskatnuss abschmecken. Eimasse mit den Zwiebeln vermengen und gleichmässig auf dem Blätterteig verteilen, mit der übrigen Flüssigkeit angiessen. Im Backofen bei 200 Grad für circa 20 bis 25 Minuten goldbraun backen. Zwischenzeitlich den Schnittlauch waschen und in ganz feine Ringe schneiden, mit 200g Crème fraîche vermengen und mit Meersalz aus der Mühle abschmecken.

Zu neuem Wein ein echter Gaumenschmaus: Hausgemachter Zwiebelkuchen mit Crème fraîche ©Michael Stricker

Ein süsser Rückblick: Bratapfel mit Cranberrys und hausgemachter Vanillesauce

„Kinder, kommt und ratet, was im Ofen bratet!“, mit diesen Zeilen beginnt das Gedicht „Der Bratapfel“ aus dem 19.Jahrundert eines unbekannten Verfassers, und endet mit den Worten „…den Kipfel, den Kapfel, den knusprigen Apfel.“ Ob klassisch gefüllt mit Rosinen, Nüssen und Zimt oder deftig mit Zwiebeln und Blutwurst, ein Bratapfel ist immer auch ein Klassiker, untrennbar verknüpft mit unseren winterlichen Kindheitserinnerungen.

Auch ich habe mich heuer wieder einmal dem Bratapfel angenommen, und ihn statt der üblichen Rosinen, mit getrockneten, in Rum getränkten Cranberrys, Marzipan und Mandeln gefüllt, auf Bourbon Vanillesauce serviert. Ich wünsche euch allen gutes Gelingen mit meinem Rezept und vielleicht auch ein klein wenig Verweilen in Erinnerungen aus der eigenen Kindheit.

Bratapfel mit Nüssen, Cranberrys und Bourbon Vanillesauce

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Äpfel
  • 50g Mandeln gehobelt
  • 100g Butter
  • 1/2Tl gemahlener Zimt
  • 100g Marzipanrohmasse
  • 100g Zucker
  • 100ml Wasser
  • 4cl Rum
  • 100g getrocknete Cranberrys
  • Staubzucker

Für die Bourbon Vanillesauce

  • 200ml Milch
  • 200ml Schlagobers
  • 1 Vanilleschote
  • 3 Eidotter
  • 60g Zucker

1.Die Äpfel gut waschen und mit dem Gehäuseausstecher das Kerngehäuse großzügig herausstechen. Wasser in einem Topf erhitzen, Zucker und Rum zugeben, einmal aufkochen und die Cranberrys darin für circa 15 Minuten lang einweichen und ziehen lassen. Gehobelte Mandeln in einer Pfanne ohne Öl kurz ein wenig goldbraun anrösten und in einer Schüssel abkühlen lassen. Marzipan in kleine Stücke reissen, die Cranberrys abgiessen, und zusammen mit Mandeln und Zimt zur Marzipanrohmasse geben und alles gut mit einander vermengen.

2.Backofen auf 160 Grad vorheizen. Die Äpfel mit der Marzipanmasse füllen, in eine feuerfeste Form geben und die Butter zu gleichen Teilen auf den Äpfeln verteilen und grosszügig mit Staubzucker bestreuen. Die Äpfel für circa 25-30 Minuten im Ofen garen.

3.Für die Vanillesauce die Vanilleschote aufschneiden, Mark mit einen Messer herauskratzen, mit Milch und Schlagobers einmal aufkochen. Eidotter und Zucker mit der Küchenmaschine schaumig rühren, mit dem Obers-Milchgemisch angiessen und im Wasserbad auf dem Herd unter gleichmässigem rühren zur Rose abziehen, bis die Vanillesauce eine cremige Konsistenz hat.

Bratapfel fein gefüllt mit Cranberrys auf Bourbon Vanillesauce

Maishendlbrust suprême auf Tomate Rebellion, Feigensenf und Bulgur

Ob im Gazpacho roh oder gekocht in Tomatensuppe oder Chili, die Rebellion Tomate ist ein wahrer Alleskönner, zeichnet sie sich doch besonders durch ihren Geschmack und ihre relativ zarte Haut aus. Ich serviere euch heute eine Maishendlbrust suprême. Als Maishendlbrust suprême bezeichnet man das einzeln ausgelöste Brustfilet mit Haut und Oberknochen des Flügels, welches zudem vorwiegend mit Mais gefüttert wurde.

Sie ist schon wahrlich ein imposanter Liebesapfel, diese Tomate Rebellion. Mit bis zu 700g Gewicht und einem Durchmesser von über 80mm findet sie ihren Weg auf unsere Speisekarten. Ursprünglich stammt sie aus Mittel- und Südamerika und wurde bereits von den Azteken kultiviert. Christoph Columbus was es, der sie nach Europa brachte. Zunächst als Zierpflanze genutzt fand sie erst gegen Mitte des 19.Jahrhunderts auch als Lebensmittel Verwendung in unseren Küchen. Ich wünsche euch viel Freude und gutes Gelingen mit meinem neuen Rezept.

Maishendlbrust suprême mit gegrillter Tomate Rebellion, Bulger und Birnensenf

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Maishendlbrust suprême
  • Meersalz aus der Mühle
  • 2 Rosmarinzweige
  • 2 Knoblauchzehen
  • natives Olivenöl
  • Birnensenf, z.B. von Furore Austria
  • 2 Tomaten Rebellion
  • Thymian, gerebelt
  • Oregano, gerebelt

Für den Bulgur

  • 150g Bulgur
  • 1Tl Raz el Hanout
  • 300ml Gemüsebrühe
  • Meersalz aus der Mühle
  • Butter

1.Bulgur in einem Sieb unter fliessend kaltem Wasser gut abwaschen. Etwas Butter in einem Topf erhitzen, einen gestrichenen Teelöffel Rat el Hanout in der Butter kurz angehen lassen, mit Gemüsebrühe ablöschen und kräftig aufkochen. Bulger zur Brühe zugeben, auf kleinster Flamme für circa 20 bis 30 Minuten quellen lassen und mit Meersalz aus der Mühle abschmecken, warm halten.

2.Backofen auf 160 Grad vorheizen. Maishendlbrust suprême waschen, mit Küchenkrepp gut abtupfen und mit Meersalz aus der Mühle würzen. Knoblauch schälen, halbieren. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Maishendl zuerst auf der Hautseite anbraten. Danach Knoblauch und Rosmarin zugeben, Hendlbrust wenden und noch kurz auf der Unterseite anbraten. Die Hemdbrüste in eine feuerfeste Form geben und für circa 8 Minuten im Ofen garen. Nach dem Garen die Haut der Maishendlbrüste grosszügig mit Birnensenf bestreichen.

3.Tomaten waschen, Grün herausschneiden, oben und unten ein klein wenig abschneiden, damit die Tomate einen guten Stand hat. Die Tomaten der Länge nach zu gleichen Teilen halbieren, mit Meersalz, Oregano und Thymian würzen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Tomatenhälften von beiden Seiten her scharf und kurz anbraten.

Maishendbrust suprême mit Feigensenf von Furore, Tomate Rebellion und Bulgur ©Michael Stricker

Sashimi… das Höchstmass an Frische!

Wer zu Silvester als Freund der absoluten Frische noch auf der Suche nach einer wirklich hochwertigen Speise ist, für den wäre ein Sashimi eine wahrhaft gute Inspiration. In Japan wird Sashimi teilweise so frisch zubereitet, das der Fisch, aus dem die Scheiben kunstvoll geschnitten werden, noch lebt. Zum Beweis wird der nach Luft schnappende Kopf des Fisches dem Gast als Garnitur präsentiert.

Diese Form der Präsentation möchte ich meinen Gästen nun doch nicht zumuten, verbürge mich aber bei meinem Sashimi von der Eismeerforelle für absolute Frische und Qualität. Mit einem Gewicht von bis zu 20Kg zählt die Eismeerforelle sicherlich zu den grössten Lachsarten der Welt. Die Meerforelle, als welche sie auch bezeichnet wird, gilt als die Stammform der uns bekannten Forelle.

Bei der Zubereitung schließe ich mich dem japanischen Credo von beinahe puristischer Einfachheit, klaren Linien und Ästhetik vorbehaltlos an. Ich wünsche euch nun viel Freude und wahrlich frischen Genuss mit meinem neuen Rezept.

Sashimi von der Eismeerforelle mit Sojasauce, Wasabi, Pickled Ginger und Wakame Algen

Zutaten für 4 Personen:

  • 900g Eismeerforellenfilet, Sashimi Qualität
  • 400g Pickled Ginger, eingelegter Ingwer, vorzugsweise rosa
  • 400ml Sojasauce
  • 500g Wakame Algen, frisch oder TK
  • ein paar Tropfen dunkles Sesamöl
  • Wasabi, Tube oder Pulver zum selber anrühren (Vorsicht beim Pulver: sehr scharf!!!)

1.Das Fischfilet zunächst auf Gräten überprüfen und eventuell mit einer Grätenzange vorsichtig aus dem Fleisch herauslösen. Bachlappen vollständig entfernen. Mit einem langen, scharfen Messer, vorzugsweise dünne Klinge, das Filet häuten. Das Fischfilet vorsichtig umdrehen und mit dem Messer vollständig vom braunen Tran (Fischfett) umsichtig befreien, bis nur mehr das blanke, rote Fleisch der Eismeerforelle sichtbar ist.

2.Messer und Arbeitsfläche gründlich reinigen. Filet in der Mitte mit einem leicht schräg angesetzten Schnitt halbieren. Im selben Winkel circa 2 bis 3mm starke Scheiben vom Filet herunterschneiden und diese vorsichtig der Länge nach auf einen kalten Teller anrichten. Die Struktur des Filets soll hierbei deutlich sichtbar sein.

3.Mehrere, leicht überlappende Scheiben anrichten und entsprechende Zutaten dazu reichen. Die Wakame Algen sind zwar schon mit Sesam aromatisiert, durch ein paar Tropfen vom dunklen Sesamöl (von geröstetem Sesamöl) jedoch lassen sie sich noch ein klein wenig verfeinern.

Heimische Lammschulter, auf Niedertemperatur gegart mit Sternanis und Honig

Der Genuss von Lammfleisch beginnt zum einen durch die Garmethode und zu anderen durch die verwendeten Komponenten. Zart und saftig, so sollte sie sein. Zumindest wenn man alles richtig gemacht hat bei der auf Niedertemperatur gegarten Lammschulter. Und für ihre Saftigkeit ist sie ohnehin schon bekannt.

Weniger bekannt hingegen ist ihr Reichtum an vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiss. Lebensmittelrechtlich dürfen Tiere bis zum Alter von einem Jahr als Lamm bezeichnet werden. Ich habe mich heute für Sternanis verstärkt durch Pernod, gerade in der Adventszeit in Verbindung mit Honig eine verlockend, harmonische Variante, entschieden und wünsche euch nun viel Freude und gutes Gelingen mit meinem neuen Rezept.

Auf Niedertemperatur gegarte Lammschulter mit Sternanis-Paprika, Honig und cremiger Polenta

Zutaten für 4 Personen:

  • 2,5Kg Lammschulter mit Knochen
  • 200g Karotten
  • 200g Sellerie
  • 1Lt Rotwein
  • 1 Knoblauchknolle
  • 400ml Honig
  • natives Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • Thymian
  • Meersalz aus der Mühe
  • Kalte Butter

Für das Paprika Gemüse

  • 2 rote Zwiebeln
  • 4 rote Paprika
  • 2 Knoblauchzehen
  • natives Olivenöl
  • 3 Sternanis
  • 4cl Pernod
  • Meersalz aus der Mühle
  • 2El Zucker

Für die Polenta

  • 150g Polenta
  • 600ml Gemüsebrühe
  • Muskatnuss
  • Meersalz aus der Mühle
  • 60g Butter
  • Schnittlauch

1.Lammschulter mit Küchenkrepp gut abtupfen. Backofen auf 80 Grad vorheizen. Karotten, Zwiebeln und Sellerie schälen, halbieren und in walnussgrosse Stücke schneiden, Knoblauchknolle einmal quer durchschneiden. Lammschulter gut salzen und mit Thymian würzen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Lammschulter von allen Seiten her anbraten. Schulter herausnehmen, Gemüse und Knoblauchknolle in die Pfanne geben und anrösten, mit Rotwein ablöschen. Gemüse und Rotwein in eine Kasserole geben, Lammschulter darauf geben, Schulter mit 200ml Honig übergiessen. Die Schulter in den Backofen geben und für 16 Stunden auf Niedertemperatur garen.

2.Paprika halbieren, Grün und Kerne sorgfältig entfernen, Paprika in feine Streifen schneiden. Rote Zwiebeln schälen, halbieren und ebenso in feine Streifen schneiden. Knoblauchzehen schälen, halbieren und fein würfelig schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln mit dem Knoblauch darin angehen lassen, Paprika zugeben, salzen und zuckern, mit Pernod ablöschen, Sternanis zugeben und bei zugedecktem Deckel circa 15 Minuten weich dünsten. Sternanis entfernen und nochmals abschmecken.

3.Für die Polenta Schnittlauch waschen und in ganz feine Ringe schneiden. Gemüsebrühe in einem Topf erhitzen, Polenta zugeben und bei geringer Hitze unter ständigem Umrühren garen. Mit Meersalz und Muskatnuss abschmecken und mit Butter legieren. Zum Schluss den Schnittlauch unterheben.

4.Lammschulter aus dem Ofen nehmen, Bratensaft durch ein feines Haarsieb in einen Topf passieren, aufkochen und auf die gewünschte Konsistenz einreduzieren. Topf vom Herd nehmen und mit einem Schneebesen die kalte, in kleine Würfel geschnittene Butter kräftig unterschlagen, bis die Sauce eine sämige Konsistenz hat. Nicht mehr aufkochen. Den restlichen Honig über die Lammschulter geben und gleichmässig verteilen. Lammfleisch vom Knochen ablösen und in Scheiben schneiden.

Auf Niedertemperatur gegarte Lammschulter mit Sternanis, Honig, Paprika und Polenta ©Michael Stricker

Hausgemachter Strudel, die Zweite: Topfenstrudel!

Er gilt in Österreich als eine der beliebtesten Mehlspeisen, der Strudel. Und der wohl bekannteste neben dem Apfelstrudel ist zweifelsohne der Topfenstrudel. Letzter erfreut sich nicht immer ungeteilter Beliebtheit, sind die doch sonst obligatorischen Rosinen  nicht jedermanns Geschmack. Um dem Vorzubeugen findet ihr in meinem Topfenstrudel Rezept auch keine Rosinen in der Warenanforderung. Ähnlich dem Apfelstrudel ist auch dieses Strudelteiggebäck auf dem Gebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie entstanden.

Sicherlich bleibt es jedem selbst überlassen, ob nun mit oder ohne Rosinen. Wer jedoch welche verwenden möchte, diese bitte vorher in warnem Leuterzucker mit etwas Zitrone oder Rum aromatisiert ziehen lassen. Hierdurch werden die Rosinen wesentlich weicher und angenehmer im Biss. Ich wünsche euch nun viel Freude und erlebnisreiches Backen mit meinem „Túrós rétes“, wie er auf original ungarisch heisst.

Hausgemachter Topfenstrudel

Zutaten für einen Topfenstrudel

  • 150g weiche Butter
  • 60g Staubzucker
  • 6 Eigelb
  • 6 Eiweiß
  • 100g Zucker
  • 600g Topfen
  • 30g Knödelbrot
  • 250g Sauerrahm
  • Abrieb einer unbehandelten Zitrone

Das Strudelteig Rezept findet ihr hier: Strudelteig Rezept

1.Weiche Butter und Eigelb mit dem Staubzucker schaumig rühren. Die 6 Eiweiß zu Eischnee schlagen und nach und nach den Zucker dazugeben, bis der Schnee eine feste Konsistenz hat. Topfen, Sauerrahm und Knödelbrot zur Butter-Eimasse dazugeben, Zitronenschale in die Masse reiben, den Eischnee vorsichtig zunächst zu einem Drittel unter die Masse heben, danach den restlichen Eischnee dazugeben. Zügig arbeiten, da sich der Eischnee wieder verflüssigen kann.

2.Backofen auf 200 Grad vorheizen. Drei Strudelteigblätter wie im Link beschrieben leicht überlappend auf einem großen Tuch auslegen und die Blätter mit flüssiger Butter bestreichen. Durch die Butter wird der Strudelteig beim Backen knusprig. Die Topfenmasse in einem gleichmäßigen Strang auf ein Viertel des Blattes verteilen, links und rechts jeweils 6-7 cm frei lassen. Mit dem Strudelteig die Topfenmasse einklappen, links und rechts den überschüssigen Strudelteig ebenfalls einklappen. Dann mit Hilfe des Tuches den Strudel fest einrollen und von aussen wieder mit flüssiger Butter bestreichen. Den fertigen Strudel auf ein Backblech mit Backpapier vom Tuch gleiten lassen. Bei 200 Grad ca. eine Stunde goldbraun und knusprig backen.

Da kann keiner Widerstehen: frischer Topfenstrudel, Vanille Eis und Schlagobers! Michael Stricker

Pizza: Im Hotel Arlberghaus in Zürs am Arlberg frisch aus dem Ofen!

Einen regelrechten Boom erlebte die Pizza nach dem zweiten Weltkrieg. Die erste Pizzeria in Deutschland wurde von Nicolino di Camillo im März 1952 in Würzburg eröffnet von wo aus auch ihr Siegeszug in Deutschland begann. Heutzutage gilt die Pizza neben Spaghetti zu den weltweit bekanntesten italienischen Nationalgerichten. In Rom gibt es sie vom Blech, leider meistens versalzen, was wohl dem Getränkeumsatz zu Gute kommt, ihren Ursprung hat sie allem Anschein nach in Neapel im 19.Jahrhundert, und Jamie Oliver hat die Pfannenpizza bekannt gemacht. Letztere ist übrigens eine gute Alternative zur klassischen Ofenpizza und durchaus lohnenswert auch mal nachzukochen. 

Im Hotel Arlberghaus in Zürs am Arlberg servieren wir unseren Gästen die klassische Ofenpizza. Entscheidend für den Belag des Hefeteiges sind im Grunde nur 2 Dinge: die Tomatensauce und der Käse. Aber selbst beim Käse  hat man die Wahl vom reinem Pizzakäse über Quattro formaggi bis hin zum edlen Büffelmozzarella. Erlaubt ist, was schmeckt! Auch gilt es zu beachten, den Teig eher auseinander zu ziehen, da die beim Aufgehen des Hefeteiges entstandenen Lufteinschlüsse durch den Teigausroller wieder zerstört würden. Also einfach der Fantasie freien Lauf lassen und ausprobieren. Ich wünsche euch viel Freude und gutes Gelingen.

Hausgemachte Pizza frisch aus dem Ofen

Zutaten für 4 Personen:

  • 400g Pizza Mehl
  • 20g Salz
  • 220ml Wasser
  • 30ml natives Olivenöl
  • 2 Päckchen Trockenhefe

Für die Pizza Tomatensauce

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1EL natives Olivenöl
  • 2 Dosen Pelati Tomaten à 450ml
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 1 TL getrockneter Basilikum
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Zucker

1.Für den Teig Mehl in eine Rührschüssel geben, Hefe und Salz und beim Rühren mit dem Kenthaken kaltes Wasser langsam einfließen lassen. Olivenöl erst zum Schluss zum Teig zugeben und noch eine weile weiterkneten, bis der Teig geschmeidig ist und Raumtemperatur angenommen hat. Mit einem sauberen Tuch abgedeckt an einem warmen Ort für eine halbe Stunde gehen lassen.

2.In der Zwischenzeit Zwiebel und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Pelati Tomaten in eine Schüssel geben, Zwiebeln, Knoblauch, Oregano und Basilikum dazu, mit dem Stabmixer unter Zugabe von Olivenöl pürieren und mit Meersalz, Zucker und Pfeffer abschmecken.

3.Backofen auf 250 Grad vorheizen. Den aufgegangen Hefeteig in 4 gleich grosse Stücke portionieren und zu Halbkugeln formen. Mit Mehl bestäuben und nochmal etwas ruhen lassen. Jede Portion Teig nach und nach beginnen mit dem Handrücken von innen nach aussen zu ziehen auf eine Strudelteig ähnliche Stärke. Den Teig auf ein Backblech geben, einen Schöpfer Tomatensauce darüber geben und mit der Schöpferunterseite gleichmässig verteilen. Nach eigenem Gusto belegen und abschliessend mit Käse bestreuen. Im Backofen für circa 6 Minuten backen bis der Teigrand knusprig, die Pizza selber aber noch saftig ist. Nach dem Backen noch ein wenig mit Oregano bestreuen. Im professionellen Backofen wird mit Temperaturen um die 350 Grad gebacken. Die Backzeit hierbei beträgt dann zwischen 3 und 4 Minuten.

Hausgemachte Pizza: Vom Teig bis zur fertigen Pizza ©Michael Stricker

Weisse Trüffel: Luxus pur, mit konfiertem Steinbutt und zweierlei Sellerie

Er ist einer der teuersten Lebensmittel der Welt. Besonders zur Weihnachtszeit und Jahreswende klettern die Preise für ein Kilo weisse Wintertrüffel (Tuber magnatum) nicht selten auf 5000.- Euro. Ein Preis, den nur der wahre Gourmet auch bereit ist für dieses Luxusprodukt zu bezahlen. Das man in früheren Zeiten Trüffel mit Hilfe von Schweinen gesucht hat, liegt übrigens am Duftstoff Androstenon, einem Sexuallockstoff des Ebers.

Seit 1982 ist die Trüffelsuche mit Schweinen in Italien jedoch verboten und wird nur noch für Touristen nachgestellt. Heutzutage sucht man Trüffel mit speziell abgrichteten Hunden. Auch weil diese im Unterholz wesentlich beweglicher als Schweine sind und nicht so grosse Schäden beim Ausgraben der Trüffel anrichten oder gar die schmackhaften Pilze am liebsten selber verspeisen. Ich geniesse den Luxus, das mir dieses Kostbarkeit geliefert wird, und wünsche euch nun viel Freude und vor allem gutes Gelingen mit meinem neuen festlichen Rezept zur Weihnachtszeit.

Konfierter Steinbutt an zweierlei Sellerie und weissem Trüffel

Rezept für 4 Personen:

  • 500g Steinbutt Filet
  • 20g weisser Trüffel
  • frischer Thymian
  • 500g Butter
  • Meersalz aus der Mühle

Für das Selleriepüree

  • 400g Knollensellerie
  • 400ml Schlagobers
  • 100g Butter
  • frischer Thymian
  • Meersalz aus der Mühle
  • 4 Stangensellerie
  • etwas extra Butter
  • 4cl weisser Portwein
  • Trüffel zum garnieren

1.Steinbuttfilet unter fliessend kaltem Wasser gut wässern und mit Küchenkrepp abtrocknen. Butter in einem Topf auf 80 Grad erhitzen und schmelzen, mit frischem Thymian aromatisieren. Backofen auf 120 grad vorheizen. Steinbutt in vier gleich grosse Stücke portionieren, mit Meersalz würzen und in die Butter geben. Der Fisch sollte vollständig mit der flüssigen Butter bedeckt sein. Die Filetstücke im Backofen für circa 12-15 Minuten glasig konfieren.

2.Knollensellerie waschen, schälen und in walnussgrosse Stücke schneiden. Schlagobers in einem Topf erhitzen, mit Meersalz würzen und den Sellerie darin bei kleiner Hitze weich garen. Wird der Sellerie nur in Brühe oder gar Wasser gegart, wird er grau. Durch Schlagobers behält er seine natürlich helle, weissliche Farbe. Nachdem Garen Sellerie über ein Sieb abgiessen, Schlagobers noch aufheben. Sellerie in einen Standmixer geben und ganz fein pürieren, durch ein feines Sieb streichen. Ein klein wenig vom Püree mit Schlagobers und 2cl weissem Portwein angiessen, mit Meersalz abschmecken und mit dem Stabmixer zum Saucenschaum aufmixen. Den Rest vom Selleriepüree abschliessend mit Butter verfeinern, nochmals abschmecken.

3.Stangensellerie waschen und schälen. In 10cm lange Stücke schneiden, Stücke nochmals der Länge nach halbieren. Gesalzenes Wasser in einem Topf aufkochen und den Stangensellerie darin garen. Aus dem Topf nehmen und sofort in Eiswasser abschrecken. Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen, restlichen Portwein und frischen Thymian hinzugeben, Selleriestangen darin kurz anschwitzen, mit Meersalz würzen, sofort anrichten.

Krenfleisch: Aber mal ein klein wenig anders

Kochfleisch hat in Österreich eine lange Tradition. Zu Hochzeiten zählte man bis zu 80 verschiedene Kochfleisch Spezialitäten auf unseren K. & K. Speisekarten. Die uns wohl heute noch am bekanntesten sind zweifelsohne der Tafelspitz, Krenfleisch oder das aus dem Krenfleisch hervorgegangene steirische Wurzelfleisch.

Wir alle kennen Krenfleisch. In der klassisch österreichischen Tradition angesiedeltes Kochfleisch frisch aus der Bouillon, meistens vom Rind, manchmal auch vom Schwein, aber stets mit feinem Wurzelgemüse.  Nur, es gibt auch ein anderes Krenfleisch, aus dem fränkischen. Nicht in Bouillon serviert, sondern in sämiger Krensauce. Ich stelle euch heute in meinem neuen Rezept eine Variante mit gebundener Krensauce vor und wünsche euch viel Freude damit.

Krenfleisch mit Wurzelgemüse und Preiselbeerobers

Zutaten für 4 Personen:

  • 800 g Tafelspitz oder Rinderbrust
  • 1 Bund krauser Petersilie, gewaschen
  • 1 Bund Liebstöckel
  • 50g Sellerie
  • 50g Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 50g Lauch
  • 50g Pastinake
  • 1 l Wasser
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 3 Pimentkörner
  • 10 Pfefferkörner
  • Meersalz aus der Mühle
  • 2 Lorbeerblätter

Für die Krensauce:

  • 3 El Kren (Meerrettich)
  • 100ml Schlagobers
  • 100ml Milch
  • Brühe vom Krenfleisch
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 100ml Weißwein
  • 500ml Brühe vom Rindfleisch
  • 30g Butter
  • 30g Mehl

Für das Wurzelgemüse:

  • 100g Karotten
  • 100g Lauch
  • 100g Sellerie
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Für die Preiselbeercreme:

  • 3 TL Preiselbeeren aus dem Glas
  • 2 TL Meerrettich
  • 150 g Frischkäse, natur

1.Wurzelgemüse waschen, schälen, grob würfeln und in einem großen Topf mit Wasser ansetzen. Gewürze und Kräuter zugeben und langsam aufkochen. Zwiebel halbieren und in einer Pfanne ohne Fett auf dem Herd schwärzen. Rindfleisch abwaschen, mit Küchenkrepp abtupfen und zum Wasser dazugeben. Alles zusammen einmal für 5 Minuten kräftig aufkochen und dann bei kleinster Flamme ungesalzen langsam für 2 bis 3 Stunden gar ziehen. Bei Bedarf Wasser nachgießen. Das Fleisch nach dem Garen quer zur Fleischfaser in Scheiben schneiden. Die Brühe passieren, mit Meersalz und Pfeffer abschmecken und warm halten.

2.Das Gemüse für das Wurzelgemüse waschen, schälen soweit nötig, alles in feine Streifen schneiden. In einem Topf mit kochendem Salzwasser das Gemüse den Garstufen entsprechend blanchieren, in kaltem Wasser abschrecken und bereit stellen.

3.Für die Preiselbeercreme alle Zutaten mit einander verrühren und kühl stellen. Für die Krensauce Butter in einem Topf erhitzen, gesiebtes Mehl hinzugeben und mit dem Schneebesen kräftig durchmischen. Mit Weißwein ablöschen und nach und nach die noch warme Rinderbrühe zugeben bis die Sauce eine cremige Konsistenz hat, mit Schlagobers verfeinern und mit Kren, Meersalz und Pfeffer abschmecken. Als Sättigungsbeilage passen Pariser Kartoffeln oder klassische Rösterdäpfel.

Mohr im Hemd: Ein Klassiker unter den österreichischen Mehlspeisen

Der Mohr im Hemd ist für mich eine der schönsten Traditionen der Wiener Küche. Und Traditionen gilt es zu wahren. Dies gilt insbesondere für das kulinarische Erbe wenn so eine schöne Geschichte dahinter steckt. Denn diese Mehlspeise, ein Schokoladen Koch, ist wahrscheinlich eine Hommage an die erfolgreiche Wiener Erstaufführung von Verdis „Otello“ in der Hofoper.

Ich würde mich in meiner Eigenschaft als Koch niemals daran wagen mit dieser Tradition zu brechen, oder sie gar zu verändern, auch den Namen nicht. Und genau so gehe ich auch beim Rezept keine Kompromisse ein. Ich verwende seit Jahren die Rezeptur von Dietmar Fercher, wohl einem der größten und bekanntesten Wiener Konditorenmeister, ausgezeichnet mit der „Goldene Kaffeebohne“. Ich wünsche euch nun viel Freude, vielleicht bei einer guten Tasse Kaffee passend zum zu diesem Schokoladen Koch, und gutes Gelingen mit seinem Rezept.

„Mohr im Hemd“

Zutaten für 6 Personen:

  • 50g Schokolade
  • 50g weiche Butter
  • 1 Tl Vanillezucker
  • Prise Salz
  • 3 Eier
  • 50g Haselnüsse, gerieben
  • 50g Feinkristallzucker
  • 1 El Semmelbrösel

Für die Schokoladensauce

  • 250ml Schlagobers
  • 80g Milchkuvertüre
  • 120g dunkle Kuvertüre

1.Schokolade über Dampf bei maximal 40 Grad schmelzen. Weiche Butter mit Vanillezucker und einer Prise Salz in der Küchenmaschine schaumig rühren. Eier trennen, Dotter nach und nach unter den Butterabtrieb rühren. Die flüssige Schokolade umziehen. Eiklar mit Feinkristallzucker zu schmierigem Schnee schlagen. Eischnee, Haselnüsse und Brösel mit einem Schneebesen in die Schokoladenmasse rühren.

2.Backofen auf 200 grad vorheizen. Sechs feuerfeste Formen mit Butter einstreichen und mit Kristallzucker ausstreuen. Masse zu 3/4 hoch in die Formen füllen. Die Formen in ein feuerfestes Geschirr geben und circa 1cm hoch mit heissem Wasser anfüllen. Im Backofen für circa 40 Minuten backen.

3.Schlagober einmal aufkochen. Beide Kuvertüren mit dem Messer grob hacken, in den Schlagobers einrühren und schmelzen lassen. Mit einem kleinen Schuss Rum verfeinern. Schokoladensauce mit dem Stabmixer einmal kurz aufmixen und warm stellen.

Unbeschreiblich süss und verführerisch, der Mohr im Hemd ©Michael Stricker

Dashi und Umami: Darin steckt der ganze Geschmack Japans

Dashi, das ist der Geschmack Japans! Was für uns die Rindsbouillon, ist für  Japaner Dashi. Im Grunde ist Dashi ein fettfreier Fischsud. Er wird aus Bonitoflocken und Kombu, einer Meeresalge hergestellt. Wer kein Kombu hat, kann ruhigen Gewissen auf das Instantprodukt  Dashi no moto zurückgreifen. Aber Vorsicht, der Geschmack ist etwas fischelig.

Als im Jahre 1909 es dem japanische Forscher Ikeda Kikunae erstmals gelang aus dem Seetang, der die Hauptzutat des Dashi darstellt, Glutaminsäure zu isolieren war der Umami-Geschmack, heute als eine der fünf Geschmacksrichtung anerkannt, entdeckt. Ich wünsche euch nun viel Freude mit meinem heutigen Soul Food Rezept!

Dashi mit Tofu, Garnelen, Gemüse und Omelette

Michael Stricker bloggt unter regional-ist-gut-com.

Zutaten für 4 Personen:

  • 20g Kombu
  • 30g Bonitoflocken
  • (alternativ zu Kombu und Bonito 30g Dashi no moto)
  • 1Lt Wasser
  • 10g getrocknete Mu-Err Pilze
  • 1 Seidentofu
  • 50g Mungobohnen
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 500g Garnelen
  • 200g Chinakohl
  • 200g Zuckerschoten
  • 4 rote Pfefferoni
  • 2 Zitronengrasstangen
  • 50g Ingwer
  • 5El helle Sojasauce
  • 3El Mirin
  • 100g Karotten
  • 1 Bund frischer Koriander

Für das Omelette:

  • 4 Eier
  • 20g Maisstärke
  • frischer Koriander
  • Petersilie
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • helles Sesamöl

1.Dashiblätter mit einem feuchten Tuch abreiben. In einem Liter kalten Wasser legen und auf kleiner Flamme langsam zum kochen bringen. Wenn die Blätter aufsteigen mit dem Fingernagel prüfen ob die Blätter weich sind. Blätter herausnehmen und den Fond mit 80ml kaltem Wasser etwas abkühlen.

2.Ingwer in grobe Stücke schneiden, Zitronengras halbieren und mit dem Messerrücken anklopfen. Bonitoflocken, Ingwer und Zitronengras zur Brühe hinzugeben und erneut aufkochen, Hitze reduzieren und 10 Minuten leicht köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen und Brühe durch ein Tuch passieren, mit Sojasauce und Mirin abschmecken und bereit stellen.

3.Für das Omelette Koriander und Petersilie fein hacken. Eier mit Salz, Pfeffer und Maisstärke gut verquirlen, Kräuter unterrühren. Helles Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und die Omeletts nach und nach ausbacken. Etwas abkühlen lassen, einmal zusammenklappen, von der kurzen Seite her fest aufrollen und in 2cm breite Scheiben schneiden. Die Omelettscheiben auf einen Holzspieß stecken und bereit stellen.

3.Zuckerschoten, Karotten, Frühlingszwiebel und Pfefferoni waschen und in feine Streifen schneiden. Chinakohlblätter getrennt von Stil und Grün in feine Streifen schneiden. In einem Topf gesalzenes Wasser aufkochen und die getrockneten Mu-Err Pilze garen. Gemüse bis auf das Grüne vom Chinakohl zugeben und mit noch leichtem Biss garen. Garnelen, Mungobohnen und Grün vom Chinakohl zugeben und kurz fertig garen.

4.Seidentofu vorsichtig in Würfel schneiden. Gemüse abgießen und in der Mitte der Schüsseln anrichten, mit Dashi angießen. Omelettspieße und Tofu gleichmässig auf die Schüsseln verteilen und mit reichlich grob gehackten Koriander bestreuen.

Zwiebelrostbraten zur Weihnachtszeit: mit Rosinen und Pfefferkuchen Jus

Zwiebelrostbraten zur Weihnachtszeit: mit Zwiebel Rosinen, gelbe Bete, Foccacia und Pfefferkuchen Jus

Heute serviere ich Zwiebelrostbraten. Und  Zwiebelrostbraten ist zweifelsohne eine Institution der klassischen Wiener Küche. Jedoch habe ich mich, wie vieler meiner Kollegen mittlerweile, beim Garen für die moderne Variante entschieden: weder plattiert noch gedünstet. Ich bin allerdings guter Dinge, das es mir mit meiner, auf die Jahreszeit bezogenen Neuinterpretation, erfolgreich gelingt euer Interesse zu wecken.

Es fällt mir dieser Tage nicht leicht in weihnachtliche Vorfreude zu verfallen. Bei strahlendem Sonnenschein und +15 Grad im Schatten bedarf es schon einiger Fantasie sich in die aktuelle Jahreszeit hinein zu träumen. Und so bemühe ich mich wenigstens auf kulinarischer Ebene mit meiner weihnachtlichen Interpretation eines Zwiebelrostbraten dem vorherrschenden Klima entgegen zu wirken und wünsche euch viel Freude und gutes Gelingen mit meinem Rezept.

Rostbraten mit Rosinen-Zwiebeln, gelbe Bete, Tramezzini und Pfefferkuchenjus

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Scheiben Rostbratenried zu je 250g
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl

Für die Pfefferkuchenjus

  • 2 Zwiebeln
  • 50g Pastinaken
  • 50g Sellerie
  • 100g Karotten
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 1 Sternanis
  • 3 Pimentkörner
  • 1El Tomatenmark
  • 200g Pfefferkuchen
  • 500ml Fleischbrühe
  • 250ml Blaufränkisch
  • Meersalz aus der Mühle
  • Butterschmalz

Für die Rosinen-Zwiebel

  • 2 rote Zwiebeln
  • 100g Rosinen
  • 2El Zucker
  • Meersalz aus der Mühle
  • Butterschmalz

Für die gelbe Bete

  • 500g gelbe Bete
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 1 Sternanis
  • 5 Wacholderbeeren
  • 1/2 Zimtstange
  • Meersalz

Weiters benötigt ihr

  • 4 Scheiben Tramezzini
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Thymianzweige
  • Butter

1. Für die gelbe Bete Wasser in einem Topf zum kochen bringen, salzen, und mit den Gewürzen aromatisieren. Gelbe Bete waschen und ungeschält in den Topf geben. Bei geschlossenem Deckel circa 1 Stunde kochen. Nach dem Garen die Bete schälen und in gleichmässige circa 0,5cm starke Scheiben schneiden, bereit stellen.

2.Rostbratenried mit einem Küchenkrepp trocknen und salzen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Ried von allen Seiten her scharf anbraten und mit Pfeffer würzen. Aus der Pfanne nehmen und in eine feuerfeste Form geben. .Zwiebeln und Wurzelgemüse nach Bedarf waschen und schälen, würfelig schneiden. Butterschmalz in der Pfanne erhitzen, Gemüse und Ziebeln zugeben und scharf anrösten. Tomatenmark zugeben und karamellisieren, mit Rotwein ablöschen, kräftig aufkochen und mit Fleischbrühe auffüllen. Hitze reduzieren, Gewürze leicht zerstossen zugeben und leicht köcheln und reduzieren. Mit Meersalz abschmecken, durch ein Sieb in einen Standmixer passieren, Pfefferkuchen zugeben und kräftig aufmixen. Noch einmal durch ein Sieb passieren, abschmecken und warm halten.

3.Rote Ziebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. Butterschmalz in einem Topf erhitzen, Zwiebel darin andünsten, Zucker, Salz und Rosinen zugeben. Die Zwiebeln bei geschlossenem Deckel auf kleiner Flamme langsam weich dünsten. Noch einmal mit Zucker und Salz abschmecken. Die Zwiebeln sollten leicht süßlich schmecken.

4.Knoblauch schälen und halbieren. Tramezzini Scheiben ebenfalls halbieren. Reichlich Butter auf mittlerer Flamme in einer Pfanne erhitzen, Knoblauchzehen und Thymian zugeben, Tramezzini und gelbe Bete nach und nach darin anbraten.

Weihnachtlicher Zwiebelrostbraten mit Rosinen-Zwiebeln, gelbe Bete und Pfefferkuchenjus ©Michael Stricker

Himmel und Erd neu interpretiert: Apfel, Blutwurst, Erdäpfel Foccacia

Himmel und Erd neu interpretiert, mit rote Bete, Apfel, Blutwurst und Erdäpfel Foccacia

Immer wieder werden Gerichte wie Himmel und Erd gepflegt, neu entdeckt oder kreativ weiterentwickelt. Nicht ohne Grund zeichnete im Jahr 2015 der Guide Michelin die deutsche Gastronomie mit 282 Restaurants mit einem oder mehreren Sternen aus, den weltweit drittmeisten nach Japan und Frankreich. Ich habe in meinem heutigen Rezept „Himmel & Erde“ neu interpretiert und wünsche euch viel Freude beim kochen!

Die deutsche Küche ist weit bekannt für ihre Derbheit. Viel muss es sein, und deftig. Und die deutsche Küche ist reich an traditionellen Speisen und Spezialitäten. Das jedoch hat sie mit der österreichischen Küche gemeinsam. „Himmel und Erde“ ist solche eine traditionelle Spezialität. Regional angesiedelt ist diese Speise eher Mittel- bis Norddeutschland. Wichtigste Komponenten sind Erdäpfel für die Erde, und Äpfel für den Himmel. All diese Komponenten findet ihr in meinem Rezept wieder, und noch mehr…

Rote Rüben-Apfelsuppe mit Erdäpfel-Focaccia, Blut- und Leberwurst

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g rote Rüben, gekocht und geschält
  • 1 säuerlicher Äpfel
  • 3 Erdäpfel, mehlig kochend
  • 2 Zwiebeln
  • 0,2Lt. trockener Weißwein
  • 2Lt. Gemüsebrühe
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Lorbeerblätter
  • Kümmel
  • Öl
  • Meersalz aus der Mühle

Für das Erdäpfel-Foccacia:

  • 500g Erdäpfel, mehlig
  • 30g Mehl
  • 30g Parmesan
  • 30g Semmelbrösel
  • 1 Ei
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Schwarzkümmel
  • Thymian
  • natives Olivenöl

Für die Leberwurstfarce:

  • 200g Gutsleberwurst, im Naturdarm
  • 1 Eidotter
  • 50g Crème fraîche
  • etwas Thymian und Salz

Für das Topping:

  • 250g Blut- oder Schwarzwurst, im Naturdarm
  • 1 Apfel
  • Butter
  • 1 Thymianzweig

1.Zunächst Zwiebeln und Knoblauch schälen, vierteln und in kleine Stücke schneiden. Die Erdäpfel und Äpfel waschen und schälen. Bei den Äpfeln das Kerngehäuse entfernen und alles zusammen in kleine Stücke schneiden. Die roten Rüben würfelig schneiden. Öl in einem Topf erhitzen und Knoblauch mit den Zwiebeln farblos anschwitzen. Die Erdäpfel, Äpfel und rote Rüben zugeben und mit Weißwein ablöschen. Alles zusammen einmal kräftig aufkochen und die Gemüsebrühe mit den Gewürzen zugeben. Bei mittlerer Hitze alles weich kochen. Die Lorbeerblätter entfernen und die Suppe mit einem Standmixer fein pürieren und durch ein Haarsieb in einen Topf passieren.

2.Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Erdäpfel für das Focaccia waschen, in einem Topf mit reichlich Salzwasser ansetzen und weichgaren. Nach dem Kochen die Erdäpfel schälen und durch eine Erdäpfelpresse drücken. Die Erdäpfel abkühlen und mit den anderen Zutaten vermengen. Mit Meersalz und Pfeffer abschmecken und den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech austreichen. Im Anschluss den circa 1 cm stark ausgestrichenen Teig von oben her mit einer Gabel einstechen und das Ölivenöl mit einem Pinsel darauf verstreichen. Das Erdäpfelbrit für 30 – 35 Minuten goldbraun backen. Nach dem Backen das Brot ein wenig abkühlen lassen und in 3cm x 10cm lange Streifen schneiden und bereit stellen.

3.Für die Leberwurstfarce die Wurst aus der Haut lösen und in einen kleinen Mixer geben. Zur Leberwurst das Eigelb und 50g Creme fraîche hinzugeben und mit Thymian und etwas Salz abschmecken. Die Leberwurst ganz fein mixen, in einen Spritzbeutel mit kleiner Lochtülle geben und auf das Erdäpfel Focaccia spritzen. Im Backofen bei 230 Grad für circa 6 – 8 Minuten ausbacken.

4.Den Äpfel waschen, schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in feine, gleichmässige Würfel schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Apfelwürfel darin mit frischem, gezupften Thymian anbraten, mit Meersalz aus der Mühle abschmecken. Als Garnitur 3 Esslöffel Zucker in einer Pfanne schmelzen und karamellisieren. Das Karamell auf einer Silikonmatte oder Backpapier ganz dünn ausstreichen. Aus der noch warmen Zuckermasse kleine Rollen abdrehen.

„Himmel und Erd“ neu interpretiert…Erdäpfel, Blutwurst und Äpfel ©Michael Stricker

Gnocchi: eine typisch norditalienische Spezialität!

Hausgemachte Gnocchi, eine typisch norditalienische Spezialität, hier mit Gorgonzola, Kohlsprossen, Salbei und Speck…

Traut euch! Gnocchi selber machen ist wirklich kein Hexenwerk. Sicher, etwas Übung gehört schon dazu, aber es macht doch viel mehr Freude bei einem Abendessen im Freundeskreis vielleicht einmal gemeinsam Gnocchi abzudrehen um sie dann gleich danach frisch zubereitet zu genießen. Übrigens kann man Gnocchi auch aus Kürbis oder Polenta herstellen. Ich stelle euch heute die klassische Variante mit Erdäpfel in meinem Rezept vor.

Gnocchi aus Erdäpfel sind eine typisch norditalienische Spezialität. Während man in Mittelitalien den Weizen, aus dem man das Mehl für Pasta herstellt, praktisch aus dem eigenen Garten holte, waren im Norden Reis und Erdäpfel die Grundnahrungsmittel. Und Gnocchi selber machen ist nicht wirklich so schwierig wie manch einer denken mag. Und wer es lieber rein vegetarisch möchte, lässt einfach den Speck weg. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude beim Genießen.

Erdäpfel Gnocchi mit Gorgonzola, Kohlsprossen, Salbei und Speck

Zutaten für  4 Personen:

  • 500g mehlige Erdäpfel
  • 1 Vollei
  • 160g Mehl
  • 1 Prise Meersalz

Weiters benötigt ihr

  • 500g Kohlsprossen
  • 100g Hamburger Speck
  • 200g Gorgonzola
  • 250ml Obers
  • 1 Bund Salbei
  • 100g Butter
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl

1.Erdäpfel in der Schale in einem Topf mit kaltem Wasser bedecken und zum kochen bringen, etwas Meersalz hinzugeben, Hitze reduzieren und köcheln lassen bis die Erdäpfel ganz weich sind. Wichtig: die noch heissen Erdäpfel schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken oder durch ein feinmaschiges Sieb streichen. Der Teig muss unbedingt warm produziert werden! In der Mitte eine Mulde formen und ein Ei, Prise Salz, und 3/4 vom Mehl hineingeben. Gründlich verkneten und das restliche Mehl nur dann zufügen, wenn es wirklich nötig ist. Der Teig sollte sich noch weich anfühlen, wird aber durch das Ei beim Garen fest.

2.Strunk an den Kohlsprossen mit einem Messer etwas abschneiden und kreuzförmig einschneiden. Dadurch dringt heisses Wasser in die Kohlsprossen ein und sie garen gleichmässig. In gesalzenem Wasser die Kohlsprossen garen, danach sofort in Eiswasser abschrecken und mit dem Messer in Hälften schneiden und bereit stellen.

3.Die Salbeiblätter von den Stilen zupfen, Butter in einem Topf erhitzen, Hamburger Speck in Streifen schneiden, zugeben und danach die Salbeiblätter darin kurz angehen lassen bis sich das volle Aroma entwickelt hat, beiseite stellen.

4.Obers in einem Topf erhitzen und den Gorgonzola in Stücken mit einem Schneebesen unter die Sahne rühren und auf eine cremige Konsistenz die Sauce reduzieren, abschmecken und die Hitze ausschalten.

5.Gesalzenes Wasser in einem Topf zum kochen bringen. Gnocchiteig auf der melierten Arbeitsfläche zu mehreren Strängen rollen einer Zigarre gleich. Die Hände dabei ebenfalls leicht melieren. Die Rollen in 1,5cm große Stücke schneiden. Jedes Stück auf die Zinken einer Gabel drücken, bis ein Linienmuster entsteht. Fertige Gnocchi auf der Arbeitsfläche in Mehl wenden.

6.Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Kohlsprossen darin kurz anbraten und mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Die Gnocchi in dem kochenden Wasser circa 1 Minute lang kochen. Danach sofort mit einer Schaumkell aus dem Wasser heben und anschließend in der Salbei-Speckbutter schwenken.

Gnocchi mit Kohlsprossen, Gorgonzola, Salbei und Speck ©Michael Stricker

Zur Weihnachtszeit gibt’s gebrannte Nüsse selbst gemacht!

Nun ist sie endlich da, diese stimmungsvolle Vorweihnachtszeit, mit all ihren Aromen und Düften nach Lebkuchen, Glühwein, Punsch und Zimt. Mit Erinnerungen an die eigene Kindheit, wenn man mit großen Augen die bunte Welt der Weihnachtsmärkte das erste Mal erkunden durfte, von Magenbrot, kandierten Äpfeln, gebrannten Nüssen ins verführerische Reich der Süßigkeit entführt. Einer dieser Leckereien möchte ich heute besondere Aufmerksamkeit schenken.

Gebrannte Nüsse werden im Original unter ständigem Rühren in einem offenen Kupferkessel durch Erhitzen und Zugabe von Zucker und Wasser „gebrannt“ und mit Vanille und Zimt verfeinert. Ob ihr nun Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse oder Cashewnüsse mal ausprobiert, das bleibt einzig und allein eurer Fantasie überlassen. Besser allerdings ist es, wenn ihr Nüsse mit Haut verwendet. Auch einen Kupferkessel braucht ihr nicht wirklich, eine gute Pfanne erfüllt den selben Zweck. Die einzigen Zutaten, die ihr benötigt, sind Wasser, Zucker, Zimt und Vanille, und natürlich Nüsse. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude mit meinen Rezept.

Gebrannte Nüsse

  • 60ml Wasser
  • 80g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker oder frische Vanilleschote
  • 1Tl Zimt oder Zimtstange
  • 200g Mandeln oder Haselnüsse mit Haut

1.Das Wasser in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen, Zucker, Vanillezucker oder das ausgekratzt Mark einer Vanilleschote und Zimt unterrühren. Auch bleibt es euch überlassen ob ihr eine Zimtstange verwendet oder gemahlenen Zimt. Ich habe schon beides ausprobiert, und mein Eindruck ist, das die Nüsse bei gemahlenem Zimt eine schönere Farbe annehmen. Die Mischung zum Kochen bringen, bis sich der Zucker verflüssigt hat. Sobald das Zuckerwasser sprudelnd köchelt, die Mandeln zugeben und gleichmäßig mit der Zuckermasse vermischen.

2.Damit die Mandeln nicht anbrennen, gleichmäßig und durchgehend rühren, bis der Zucker sich an den Nüssen absetzt. Die Hitze dann reduzieren und noch etwa eine Minute weiterrühren. Hierbei besonders aufpassen, denn es kann sehr schnell geschehen, das der Zucker auskristallisiert. Die Nüsse auf ein mit Backpapier oder Fleximatte ausgelegtes Backblech gleichmäßig zum abkühlen und trocknen verteilen.

Zu Weinachten ein „Musst Have“! Gebrannte Nüsse… ©Michael Stricker

Ragout fin vom Landhendl, das weckt Kindheitserinnerungen

Mit dem Kochen ist es wie mit der Musik. Von Zeit zu Zeit schleicht sich eine längst vergessen geglaubte Melodie in unsere Erinnerung ein. Und dann überkommt einen unweigerlich die Lust, den längst vergessenen Klängen wieder zu lauschen. Ebenso ergeht es mir mit manchen Gerichten. Und das Ragout fin vom Landhendl ist eine dieser Erinnerungen.

Ein Ragout fin erinnert mich an meine Kindheit, an meine Mama. Und wohl auch aus diesem Grund habe ich mich in meinem heutigen Rezept für die klassische Variante entschieden, und mich nicht neuzeitlichen Kochströmungen hingegeben. Im vorliegenden Rezept wird die Sauce noch mit einer Mehlschwitze abgebunden, nicht Maisstärke. Und selbstverständlich wird es dann auch in der Königin Pastete angerichtet. Ich selbst habe Zöliakie von Geburt an, aber bei solch einer genußvollen Kindheitserinnerung breche ich gerne auch mal mit meinen Diätvorschriften!

Ragout fin vom Landhendl in der Königin Pastete

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 ganzes Landhendl
  • 5 Lorbeerblätter
  • 2 Zwiebeln
  • 5 Nelken
  • 15 Pfefferkörner
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 50g Butter
  • 50g Mehl
  • 200ml Obers
  • 100ml trockener Weißwein
  • 100ml Crème fraîche
  • 1 Spritzer Worcestershiresauce
  • Schnittlauch
  • 4 Stück Blätterteigpasteten

Für die Pilze:

  • 100g Butter
  • 1 Schalotte
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Rosmarinzweige
  • 200g Champignons
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

1.Zunächst 2 Liter Wasser in einem großen Topf aufgekochen. Die Zwiebeln schälen und dann zusammen mit dem Landhendl, Lorbeer, Nelken und Pfefferkörner ins kochende Wasser gegeben werden. Mit einem Deckel bei niedriger Hitze für eine bis 1 1/2 gute Stunden leicht köcheln lassen.2.Das Hendl aus dem Topf nehmen, etwas abkühlen lassen und dann das Fleisch ohne Haut von der Karkasse ablösen. Das Fleisch sollte zart und weich sein. Deshalb auch kein Salz beim köcheln dazugeben. Salz trocknet das zarte Fleisch aus.

2.Danach einen 3/4Lt. von der Brühe abmessen. 50 Gramm Butter in einem Topf zerlassen, das Mehl eingerührt und goldgelb anschwitzen, mit Weißwein ablöschen und dann die Brühe mit einem Schneebesen nach und nach bei mittlerer Hitze zufügen. Zum Schluss den Obers zugeben und unter Rühren aufkochen. Die Sauce mit Worcestershiresauce, Meersalz und Pfeffer abschmecken und Crème fraîche unterheben, leicht köcheln lassen.

3.Die Schalotte schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen und halbieren. Die Champignons von den Stilen befreien und vierteln. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Champignons mit den Schalotten, Rosmarin und Knoblauch anbraten. Die gegarten Pilze mit Meersalz und Pfeffer abschmecken, den Knoblauch und Rosmarin entfernen. Danach die Pilze zur Sauce zugeben. Den Schnittlauch in feine Ringe schneiden und bereitstellen.

4.Das ausgelöste Hendlfleisch in kleine Würfel schneiden und ebenfalls zur Sauce dazugeben. Den Deckel der Blätterteigpastete mit einem kleinen Messer herausschneiden und bereitstellen. Den Blätterteig innen mit dem Finger vorsichtig ein wenig eindrücken. Dabei muss der Boden ganz bleiben. Den Bachofen auf 200g vorheizen und die Blätterteigpasteten kurz für 2 Minuten im Ofen aufbacken. Das Ragout fin danach in die Königin Pasteten füllen, mit Schnittlauch bestreuen und den ausgelösten Deckel darauf geben.

Serviervorschlag: Ragout fin vom Landhendl ©Michael Stricker

Rumpsteak, ein ordentliches Stück Fleisch für echte Männer!

Ein ordentliches Stück Fleisch, das ist was für echte Männer. Und jedes Stück mit einem Gewicht unter 300g gilt in Kreisen von Köchen als Carpaccio. Aber ganz so streng wollen wir heute nicht sein. Schließlich soll es ja auch ein Genuss sein. Und für diesen Genuss habe ich euch einen Teil aus dem Roastbeef, auch Beiried genannt, ausgesucht: das Rumpsteak. 

Eigentlich ist es ein absoluter Klassiker, dieses Rumpsteak Strindberg. Zeit, sich mal ein paar Gedanken über diesen unverwechselbaren Geschmack zu machen. Im Original wird das Steak angebraten, mit Senf eingestrichen, mit fein geschnittenen Zwiebeln paniert und dann durch Ei gezogen. Ich stelle euch heute das Rumpsteak in meinem Rezept mit einer Senf-Zwiebelkruste gratiniert, Blattspinat und Krenpolenta vor.

Rumpsteak, Zwiebel-Senfkruste, Blattspinat und Krenpolenta

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Rumpsteak à 250g
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für die Zwiebel-Senfkruste

  • 6 Zwiebeln
  • 2El Dijon Senf
  • 2 Eidotter
  • etwas Maizena

Für den Spinat

  • 500g Blattspinat oder Spinatsalat
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100ml Gemüsebrühe
  • Meersalz
  • Muskatnuss
  • etwas Butter

Für die Polenta

  • 250g Polenta
  • 500ml Wasser
  • Muskatnuss
  • 2Tl Kren aus dem Glas
  • Meersalz aus der Mühle
  • etwas weiche Butter für die Form

1.Zwiebeln schälen und in ganz feine Würfel schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel darin kurz farblos anschwitzen, mit Meersalz würzen und in etwas Wasser ganz weich dünsten. Zwiebeln über ein Sieb geben und kräftig ausdrücken. Die Zwiebeln müssen ganz trocken sein. Nochmal abschmecken, mit dem Stabiler fein pürieren, Senf und Eidotter untermischen. Falls unbedingt nötig etwas Maizena zur Bindung zugeben, bereit stellen.

Fleisch pur: das Rumpsteak

2.Wasser in einem Topf aufkochen, Polenta zugeben und auf kleiner Flamme weich kochen. Mit Meersalz, Kren und etwas Muskatnuss abschmecken. Polenta auf passendes, eingefettetes Geschirr circa 1cm hoch gleichmässig ausstreichen und kühl stellen. Die abgekühlte Polenta stürzen und in 4 gleichmassig geschnittene Schnitten schneiden. Kurz vor dem Anrichten die Polenta in einer beschichteten Pfanne mit etwa Olivenöl von beiden Seiten her kurz anbraten.

3.Backofen auf 220Grad Oberhitze vorheizen. Rumpsteak von beiden Seiten mit Meersalz würzen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Steak darin scharf anbraten. Steaks entnehmen und mit der Pfeffermühle würzen. Zwiebelmasse gleichmässig auf den Steaks verteilen und im Backofen bei Oberhitze für circa 6 Minuten gratinieren.

4.Blattspinat gründlich waschen und von den Stilen befreien. Spinatsalat ist eine gute Alternative, aber nicht so kräftig im Geschmack. Rote Zwiebel und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Gemüsebrühe mit etwas Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin kurz dünsten, Spinat zugeben, weich dünsten und mit Meersalz und Muskatnuss abschmecken. Spinat aus der Gemüsebrühe nehmen und gut abtropfen lassen und in Form drücken.

Herrlich durchwachsenes Rumpsteak, Zwiebelkruste, Spinat und Krenpolenta

Über mich…

Geboren 1967 in Bülach, Kanton Zürich, Schweiz, als Kind deutscher Eltern, Mutter aus Essen und Vater aus Berlin, bin ich im württembergischen Allgäu, einer ländlich geprägten Region,  in Bad Wurzach um genau zu sein, wohl behütet aufgewachsen. Im jugendlichen Alter von 20 Jahren erfolgreich die Allgemeine Hochschulreife am Salvatorkolleg im Heimatort abgelegt, sollte es ein Jahr später hinaus in die große, weite Welt, nach Heidelberg, du feine, mit Freundin, Sack und wenig Pack gehen, Studium in Germanistik und Soziologie war angesagt.

Grund hierfür war meine erste Leidenschaft: Journalismus. Schon während dem Abitur arbeitete ich nebenbei für die regionale schwäbische Zeitung und dem damals angesagtesten Radiosender in der Region, Radio7. Ja, und die Freundin? Die hatte damals gerade in einem Kisslegger Landgasthof ihre Ausbildung zur Köchin erfolgreich beendet. Initialzündung? Weit gefehlt! Ich war bis dato immer der Gourmet. Einer derer, die lieber die Resultate erfolgreicher Küchenarbeit anderer, bei Tisch und Stuhl gemütlich im Restaurant oder Hotel degustieren. Halt ein verwöhnter Sohn aus gehobener Mittelstandsschicht. Aber, ich habe gelernt zu arbeiten, und das nicht erst in der Ausbildung zum Koch. Während des Studiums brachte ich nicht selten sieben Tage die Woche im „Güldenen Schaf “ zu Heidelberg, mitten auf der Hauptstraße, zu. Das ist die Fußgängerzone in Heidelberg, also die Touristenmeile. Wer es nicht glaubt kann sich gerne mal nach einer durchzechten Partynacht in der „Tangente“ oder dem „Cave 54“ morgens um 06.00 Uhr vor der Heiliggeistkirche von einer Horde mit Atemschutz bewaffneter Japaner über den Haufen rennen lassen. Genau so wird es geschehen…

Und ja, es war eine tolle Zeit! Und sie wurde immer besser… Initialzündung? JA! Aber nicht wie ihr jetzt denkt. Nein, ungelogen geschehen bei einer Vorlesung über linguistische Textanalyse im Palais Boisserrée, der Germanistischen Fakultät, in der angeblich schon Johann Wolfgang Goethe gelebt haben soll. Steht zumindest auf einer Gedenktafel am Haus. Die Gretchenfrage war: was machst du eigentlich hier??? Ich hatte es schlicht und ergreifend satt unaufhörlich mit theoretischem Wissen geschwängert zu werden, ich musste raus!

Regional ist gut

Also ab nach Hause, Freundin interviewt, wo man eine wirklich gute Ausbildung zum Koch in Region machen könne. Antwort: keine Ahnung. Aber setz dich doch mal mit Thomas in Verbindung. Thomas war Küchenmeister, gerade geworden, an der Hotelfachschule in Heidelberg. Und Thomas meinte, ruf da mal an. Gemeint war ein kleines Haus, mitten im Odenwald, ja, da sagen sich wirklich Fuchs und Hase Gute Nacht, am Ende einer Straße, wo es nicht mehr weiterging, 1 Stern im Guide Michelin, 16 Punkte im Gault Millau, dem damaligen Mekka aller Feinschmecker in der Region, dem Goldenen Pflug zu Eiterbach!. Ich tat genau das was Thomas mir empfohlen: angerufen, Samstags Vorstellungsgespräch, eine Woche später Sonntags Ausbildungsvertrag unterschrieben, Alter 28 Jahre. Und 2 1/2 Jahre später durfte ich mich nach deutschem Recht der IHK Rhein-Neckar „Koch“ nennen. Zwischendurch besorgte ich mir noch eine Aushilfsbeschäftigung für zwei Tage die Woche, um mir das Geld für die Ausbildung zu verdienen, im Weißen Bock in Heidelberg, bei Jürgen Merz. Kein Tag frei, kein Urlaub, 2 Jahre lang. Wenn ich im Weißen Bock bei Ans, dem damaligen Souschef anrief, um ihm meinen Urlaub mitzuteilen, damit ich etwas mehr dort arbeiten konnte, war die kurze aber sehr einprägsame Antwort: „ja, dann komsch“. Und ich: „Wie jetzt? Den ganzen Urlaub?“ Antwort: „Willsch oder willsch net?“ Nein, ich hatte keine Fragen mehr.

Und drei Monate nach Ausbildungsende war ich selber dann stellvertretender Küchenchef, In Viernheim, in einem 4****Sterne Businesshotel. Nichts besonderes, aber immerhin Souschef mit einem damaligen Gehalt von sage und schreibe 3000.- DM damals. Das war noch Geld….

Und im Mai 2000 erfolgte dann der Sprung nach Österreich, Salzburg. WOW! Tolle Stadt. Erste Position: Chef Tournant. Dann ging’s das erste Mal in die Berge, zum ersten Mal Saison, Winter, nach Schruns im Montafon, Vorarlberg. Das Niveau stieg wieder rasant an: Küchenchef Josef Krischan, 2 Hauben, 16 Punkte, und ich sein Souschef. Ein Gott am Herd! Nicht viele haben mir so imponiert und mich so geprägt wie er, Leidenschaft pur.

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Dann das erste Mal im Traumhotel in rosa (ich war insgesamt drei Mal dort)! Kennt ihr bestimmt: 5*****Liebes Rot-Flüh im Tannheimer Tal, Tirol. Erst Souschef, dann 1/2 Jahr später Küchenchef. Damals lebte noch Renate Huber, die Seniorchefin. „Genau so muss ein Dressing schmecken!“ war eines Ihrer Komplimente, welche ich nie vergessen habe. Ein gastronomischer Urgestein, gleich Ihrem Mann, den ich aber leider nicht mehr kennenlernen durfte. Als dieser Pionier des österreichischen Tourismus auf die Idee kam, auf 1200m Seehöhe einen Außenpool zu bauen, erklärten ihn die Einheimischen für endgültig verrückt. Und heute macht’s jeder. Ist wie mit Franz Keller. Den hat man auch für verrückt erklärt, als er in der 80er Jahren Weißwein nicht mehr wie allgemein üblich im Holzfass, sondern im Stahltank ausbaute. Und heute macht’s jeder, also so gut wie jeder.

Ab 2003 wurde ich dann „fast“ sesshaft. Wieder im Montafon, aber noch weiter oben, mitten in den Bergen, auf beinahe 1500m Seehöhe, in der „Heimspitze“ in Gargellen, 9 Jahre lang. Und da kamen dann die Auszeichnungen, Hauben, Kochlöffel, Bestecke. Alles in allem Platz 20 in Vorarlberg und Platz 93 von ganz Österreich. Danach wollte ich ruhiger werden. Aber bei meiner Vorgeschichte nahm mir das keiner mehr ab, die Anforderung und Ansprüche an mich blieben die selben, wie eh und je. Und dann, 2014 wurde ich tatsächlich sesshaft, in Tirol! Kochen tue ich heute noch am liebsten, wann immer es mich „reißt“, mal alleine, mal mit Freunden, aber immer mit meiner ganzen Liebe zum Kochen.

Regional ist gut

Diesen Blog nun habe ich mit ebenso viel Liebe und Herzblut aufgebaut und betreibe ihn seit beinah 4 Jahren. Sicherlich waren die Anfänge recht unbeholfen. Bilder und Videos wurden damals noch mit dem Handy aufgenommen. Aus heutiger Sicht eher nicht wirklich professionell. Aber ich habe mich auch dazu entschieden diese Zeugnisse meiner Entwicklung weiterhin auf diesem Blog zu belassen. Neben diesem Blog schreibe ich noch 5 mal die Woche Rezepte mit Bildern für ein Wiener Online Gastromagazin. Nein, es wird mir nicht fad. Und fad soll es euch auch nicht werden. Deshalb stelle ich euch gerne weiterhin meine Beiträge zur Verfügung in der Hoffnung euch eine kleine Freude damit zu bereiten!

Euer Michael Stricker

Rinderbouillon, mit Rindfleisch aus der Region und frischem Liebstöckel

Was gibt es feineres an diesen nass-kalten Herbsttagen, als eine wohlig wärmende Suppe. Eine Rinderbouillon zum Beispiel, mit ordentlich Fleisch drin, und dem unverkennbaren Aroma von Liebstöckel. Liebstöckel hat viele Namen. In der Steiermark zum Beispiel nennt man ihn Nussstock, aber am bekanntesten wurde er wohl unter dem Namen Maggikraut. Nur, dieser Name wird dem aus der Familie der Doldenblütler stammenden Kraut mit Sicherheit am wenigsten gerecht, enthält Maggi-Würze doch gar keinen Liebstöckel.

Rinderbouillon
An kalten Tagen eine wohlig wärmende Suppe…

Eigentlich sollte mein heutiges Rezept unter der Rubrik „Basics“ geführt werden. Es ging nämlich nur darum eine Rinderbouillon zu kochen. Aber zu verführerisch war der Duft beim kochen, als das es dabei geblieben wäre. Und diesen Genuss möchte ich euch wirklich nur ungern vorenthalten! Genau aus diesem Grund wurde es dann doch eine richtig kräftige Rinderbouillon mit Rinderbrust aus der Region und hausgemachten Frittaten.

Rinderbouillon mit Frittaten, Liebstöckel und Brustkern

Zutaten für 4 Personen:

  • 1Kg Rinderbrustkern
  • 100g Karotten
  • 100g Sellerie
  • 100g Lauch
  • 3 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 0,25Lt. Grüner Veltliner
  • 3,5Lt.Wasser
  • 2 Zwiebeln, ungeschält
  • 3 Pimentkörner
  • 10 schwarze Pfefferkörner
  • 2 Rindermarkknochen
  • Liebstöckel und Petersilie
  • Meersalz

Für die Frittaten:

  • 2 Eier
  • 125g Mehl
  • 1/4Lt. Milch
  • 3El. flüssige Butter
  • Salz
  • Butter zum garen

1.Zunächst die Markknochen in kaltem Wasser sehr gut abwaschen und in einem Topf mit kochendem Wasser einmal kräftig auskochen und auf einem Küchenkrepp bereitstellen. Karotten, Lauch und Sellerie gut waschen. Karotten und Sellerie schälen und in walnussgroße Stücke schneiden. Den Lauch in circa 1cm dicke Scheiben schneiden. Den Brustkern ebenfalls gut abwaschen und trocknen. Die Zwiebeln halbieren und einer Pfanne ohne Fett auf der Schnittfläche anrösten.

2.Für die Frittaten alle Zutaten mit einem Schneebesen zu einem glatten Teig verrühren und 10 Minuten ruhen lassen. In einer beschichteten Pfanne etwas Butter zerlassen lassen und mit einem Schöpfer den Teig dünn in die Pfanne laufen lassen und von beiden Seiten her garen. Den fertigen Palatschinken zusammenrollen und mit einem Messer in feine Streifen schneiden und bereit stellen.

3.Den Weißwein in einem Topf einmal kurz aufkochen und mit dem Wasser ablöschen. Alle Gewürze, den Brustkern, die Markknochen und das Gemüse hinzugeben bis auf Lauch, Liebstöckel und Petersilie. Alles zusammen einmal kurz aufkochen und dann die Hitze auf die kleinste Stufe reduzieren. Dann die gerösteten Zwiebelhälften ungeschält hinzugeben. Diese sorgen im Laufe der Garzeit dafür, das die Bouillon eine schöne Farbei erhält.

4.Die Rinderbouillon ganz langsam über einen Zeitraum von 4 – 5 Stunden ziehen lassen. Dabei immer wieder mit einem Schöpfer den sich oben am Suppenrand bildenden Schaum und Fett abschöpfen. Diesen Vorgang nennt man degraissieren. Bei 2/3 der Garzeit Liebstöckel, Petersilie und Lauch hinzugeben. Die Rinderbouillon erst nachdem das Rindfleisch gegart ist würzen. Ansonsten kann es leicht passieren, das der Brustkern trocken wird.

Rinderbouillon
Kräftige Rinderbouillon, Frittaten, Rinderbrust und Liebstöckel

Schaschlik ist Streetfood

Schaschlik ist Streetfood. In Russland, dem Kaukasus und Teilen Südosteuropas wird dieser traditionelle Imbiss an zahlreichen Ständen angeboten. Ein Schaschlik ist ein Grillspieß. Meistens wird er mit Fleisch oder Fisch zubereitet. Und die meisten russischen Schaschlikrezepte stammen übrigens aus dem Kaukasus wo diese Grillspezialität wohl auch ihren Ursprung hat.

Nur, in meiner Küche muss Schaschlik nicht unbedingt nur ein Imbiss sein. Mit Paprikakraut, Speck-Croutôns und Kresseöl serviert ist er mit Sicherheit in jedem guten Restaurant ein echter Hingucker. Ich wünsche euch ganz viel Freude und gutes Gelingen mit meinem neuen Rezept!

Schaschlik vom Wolfsbarsch mit Paprikakraut, Kresse Öl und Speck-Croûtons

Zutaten für 4 Personen:

  • 600g Weißkraut
  • 2El. Paprika, edelsüß
  • 5g Kümmel ganz
  • 3 Lorbeerblätter
  • 0,1Lt. Weißwein
  • 1Lt. Gemüsebrühe
  • 4cl bester Kräuteressig
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 20g Mehl
  • 20g weiche Butter
  • 150g Crème fraîche
  • Butterschmalz

Für den Schaschlik Spieß:

  • 4 Loup de mer Filets, grätenfrei
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 rote Paprika
  • 2 rote Zwiebeln
  • getrocknete Tomaten
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen

Für die Speck-Croûtons:

  • 100g Weißbrot, entrindet
  • 1 rote Zwiebel
  • 100g Speck, gewürfelt
  • Thymian
  • Meersalz aus der Mühle
  • Butter

Für das Kresse Öl:

  • 2 Packung feine Bio Kresse
  • 50ml Sonnenblumenöl

1.Zunächst das Weißkraut halbieren, viertel und den Strunk keilförmig herausschneiden. Die Krautviertel in feine Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Die weiche Butter mit dem Mehl gut vermischen und zwischenzeitlich kühl stellen. In einem Topf Butterschmalz erhitzen und die Zwiebelwürfel mit dem Knoblauch darin anschwitzen. Paprikapulver, Lorbeerblätter und Kümmel hinzugeben und leicht mitrösten. Das geschnittene Weißkraut zugeben und gut durchmischen. Mit Weißwein, Kräuteressig und Gemüsebrühe ablöschen und das Weißkraut weich dünsten. Wenn das Kraut weich ist mit Crème fraîche, Meersalz und Pfeffer abschmecken und mit der Mehlbutter cremig abbinden.

2.Für die Spieße das Kerngehäuse aus den Paprika herausschneiden und die Paprika in gleichmässige Stücke schneiden. Paprika in kochendem Salzwasser blanchieren und bereit stellen. Die Zwiebeln schälen, halbieren, vierteln und die einzelnen Segmente von einander lösen. Die Wolfsbarschfilets unter kaltem Wasser abwaschen, auf Küchenkrepp trocknen und mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Einen Holzspieß vorn durch das Fischfleisch ziehen, danach Paprika, Zwiebel und getrocknete Tomate auf den Spieß ziehen. Den Spieß wieder durch das Fischfilet stossen und nochmals Paprika, Zwiebel und Tomate aufziehen. Den Spieß am Schwanzende des Filets durchziehen. Nochmals von oben her würzen.

3.Das Weißbrot in gleichmässig kleine Würfel schneiden. Die rote Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen und zunächst die Brot-Croûtons darin anrösten. Speck und Zwiebel hinzugeben und mitrösten. Zum Schluss mit Thymian und Meersalz würzen.

5.Für das Kresse Öl die Bio Kresse mit der Schere abschneiden und mit dem Öl zusammen in einen Mixer geben. Alles zusammen fein aufmixen. Backofen auf 200g vorheizen. In einer ausreichend großen Pfanne Olivenöl erhitzen und die Fischspieße darin kurz anbraten. Die Spieße danach im Backofen für circa 6 Minuten fertig garen.

Schaschlik vom Zander auf Paprikakraut und Speck-Croutons

Garnelen und… Mensch Kinder war das ein Sommer!

Wochenlang traumhaft strahlend blauer Himmel, mediterrane Temperaturen und jede Menge tolles Essen! Eines der schönsten kulinarischen Erlebnisse im vergangenen Sommer war für mich, als eine sehr gute Freundin unverhofft zu Besuch kam. Schon des öfteren haben wir gemeinsam gekocht und unendlich viel Spass dabei gehabt. Und sie kommt niemals mit leeren Händen! So auch dieses Mal, mit fangfrischen Garnelen aus Tirol, Spargel und hauseigenen Passionsfrucht Balsamessig, was für eine traumhafte Kombination. 

Gutes Essen macht glücklich! Aber selbst gemachtes Essen, noch dazu mit regionalen, feinsten Zutaten macht richtig glücklich! Und an diesem Tag wurden wir beide mehr als glücklich. Wäre es nach mir gegangen, wir hätten bis tief in die Nacht hinein gekocht und geschlemmt. Ich stelle euch heute in meinem Rezept eines der spannendsten Gerichte von diesem Happening vorstellen, mit ganz viel Vorfreude auf den nächsten Sommer!

Garnelen mit Spargel und Passionsfruchtmayonnaise

Zutaten für 4 Personen:

  • 12 Stangen weißer Spargel
  • 12 frische Garnelen, 8/12er
  • 8 Knoblauchzehen
  • frischer Rosmarin
  • Olivenöl
  • Salz
  • Zucker
  • Etwas Weißbrot, am besten vom Vortag
  • 1/2 Zitrone
  • 1 Granatapfel
  • Frisée Salat
  • Radicchio

Für die Passionsfrucht Mayonnaise

1.Zunächst den Spargel gut schälen und in 5cm grosse Stücke schneiden. In einem Topf Wasser mit Salz, Zucker, Zitrone und dem Weissbrot aufkochen und die Spargelstangen für circa 5-7 Minuten darin kochen. Der Spargel sollte noch einen guten Biss haben. Das Weissbrot nimmt dem Spargel die Bitterstoffe, die Zitrone  ist für die Fruchtnote. Nebenher etwas Passionsfrucht Balsamessig mit mildem Olivenöl verquirlen. Den gegarten Spargel gut abtropfen lassen und in der Marinade für mindestens 20 Minuten ziehen lassen. Die Passionsfrucht Marinade auch zum marinieren der Salate dann verwenden.

2.Salate gut waschen und zupfen, im Kühlschrank bereit stellen. Den Granatapfel halbieren und die Kerne herauslösen, ebenso bereitstellen. Die Garnelen von der Schale heraustrennen und die Därme mit einem kleinen, spitzen Messer herauslösen.

3.Für die Mayonnaise zunächst Eigelb mit Salz, Zucker und Senf gut verrühren. Dann Mandel- oder Sonnenblumenöl in einem dünnen Strahl mit dem Schneebesen unter sehr schnellem rühren unterarbeiten. Es sollte eine schöne geschmeidige Masse geben. Nach Geschmack mit hochwertigem Passionsfrucht Balsamessig abschmecken.

4.Den Knoblauch mit der Schale halbieren. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Garnelen mit Rosmarin und dem halbierten Knoblauch von beiden Seiten her für circa 4 Minuten anbraten. Die Garnelen sollten in der Mitte noch schön glasig sein.

Garnele
Das macht richtig Lust auf den nächsten Sommer: Garnelen, Spargel und Passionsfrucht Mayonnaise

Hirsch aus Kärnten, mit Erdäpfelschnecke

So belebt und lebensfroh sich Zürs am Arlberg im Winter präsentiert, so leer und verlassen erscheint dieser malerische Ort im Sommer. Zürs, das ist Wintersport. Im Sommer bleiben die Hotels geschlossen. Aber um den wertvollen Mitarbeitern auch im Sommer eine Perspektive zu verschaffen, entstanden mit befreundeten Hoteliers in Kärnten Kooperationen. Und diese Kooperationen wirkten sich auch auf die Lebensmittel aus. So ist es nicht verwunderlich, das im Hotel Arlberghaus in Zürs Hirsch aus Kärnten kredenzt wird.

Wild aus heimischen Regionen ist Luxus! Ein Luxus, den man sich im Hotel Arlberghaus  leistet, nebst unzähligen, weiteren regionalen Produkten. „Unser Hirschrücken kommt aus Kärnten. Und wir kennen auch den Jäger. Wir haben einen klaren Bezug zu unseren Lebensmittel.“, so Thomas Eggler, Patron des Hotels.

Und jetzt im Sommer ist auch die Zeit, um regionale Produkte  für den kommenden Winter verfügbar zu machen. Früchte wie Heidelbeeren aus den umliegenden Wäldern oder Zwetschken vom Bodensee werden gepflückt, zu Marmeladen und Chutneys weiter verarbeitet. Denn die anstehende Wintersaison ist lang und es gilt das Versprechen dem Gast gegenüber zu halten und, auch alte Traditionen zu wahren.

Aus dieser Tradition heraus stelle ich euch heute mein neues Rezept vom Kärntner Hirschrücken mit Erdäpfelschnecke und Kirschjus vor.

Hirschrücken in Pfeffermelange und Erdäpfelschnecke

Zutaten für 4 Personen:

  • 800g Hirschrücken
  • 100g Kirschen, entkernt
  • 0,5Lt. Blaufränkisch
  • 0,25Lt Gemüsebrühe
  • 1 Zwiebel
  • 100g Karotten
  • 100g Sellerie
  • 5 Nelken
  • 5 Wacholderbeeren
  • 1 Pimentkorn
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Rosmarinzweig
  • 30g weiche Butter
  • 30g Mehl
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für die Pfeffermelange:

  • 5g Kubekenpfeffer
  • 5g Tellicherry Pfeffer
  • 5g schwarzer Pfeffer
  • 5g Langkornpfeffer
  • 5g Tasmanischer Bergpfeffer

 

Für die Erdäpfelschnecke:

  • 500g mehlige Erdäpfel
  • 1/8Lt. Milch
  • 60g Butter
  • 100g Mehl
  • 2 Eier
  • Meersalz aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • Butterschmalz zum anbraten

1.Für die Pfeffermelange alle Pfeffer in einem Mörser mit dem Stösel zerreiben und bereit stellen. Den Hirschrücken komplett zuputzen und von Fett und Sehnen befreien. Abschnitte bereit stellen. Karotten und Sellerie waschen, schälen und in grobe Stücke schneiden.Zwiebel schälen, halbieren, grob schneiden und zum Wurzelgemüse geben. Backofen auf 120Grad vorheizen, den Hirschrücken mit Meersalz und Pfeffer würzen, Öl in einer Pfanne erhitzen und den Rücken von allen Seiten her anbraten. Danach den Hirschrücken in der Pfeffermelange wälzen, in eine frische Pfanne geben und im Backofen bei 54Grad Kerntemperatur garen.

2.Die Abschnitte vom Hirschrücken in der Pfanne kräftig anrösten, Wurzelgemüse und Zwiebel hinzugeben und mit anrösten. Wacholderbeeren und Piment leicht zerdrücken und hinzugeben. Mit Gemüsebrühe und Rotwein ablöschen, Lorbeerblatt, Nelken und Rosmarinzweig hinzugeben. Die Sauce bei mittlerer Hitze einkochen. Mehl mit der weichen Butter gut vermengen und kühl stellen.

3.Die Erdäpfel mit Schale in gesalzenem Wasser weich kochen. Nach dem Garen Erdäpfel schälen und bereit stellen. Milch mit Butter in einem Topf erhitzen, mit Meersalz und Muskatnuss abschmecken. Hat sich die Butter vollständig aufgelöst, das gesamte Mehl auf einmal zur Milch hinzugeben und bei mittlerer Hitze mit dem Schneebesen kräftig rühren. Der Brandteig ist fertig, sobald sich eine Schicht auf dem Boden des Topfes bildet. Die Masse in eine Schüssel umfüllen und sofort das erste Ei kräftig unter die Masse schlagen. Danach das zweite Ei in die Brandteigmasse geben. Die geschälten, noch warmen Erdäpfel durch die Erdäpfelpresse in die Masse geben, nochmals abschmecken.

4.Die Brandteigmasse in einen Spritzbeutel füllen, Öl in einer Pfanne erhitzen und die Masse schneckenförmig in die Pfanne bei mittlerer Hitze spritzen. Die Schnecken von beiden Seiten her goldbraun ausbacken. Nebenbei die Wildsauce durch ein feines Sieb in einen Topf passieren, nochmals aufkochen, die Kirschen hinzugeben und die Sauce mit der Mehlbutter abbinden und nochmals abschmecken.

Hirsch aus Kärnten
Hirschrücken in Pfeffermelange mit Erdäpfelschnecke und Kirschjus

Pute, Cesar Salad und Chili: Fastfood für Zuhause!

Fastfood steht hoch im Kurs! Schnell mal hin, schnell mal auswählen, kaufen, essen, gehen. Aber richtig gutes Fastfood ist heutzutage hausgemacht. Dafür braucht es zwar nicht stundenlange Vorbereitung, aber ein klein wenig Zeit sollte man sich für mein Rezept mit Pute, hausgemachter Chili Sauce und Cesar Salad schon nehmen.

Ich mag Rezepte, Rezepte mit Hintergrund und Vergangenheit. Denn nur wer die Klassik kennt, kann sich in der Gegenwart zurechtfinden und mit dem notwendigen Background weiter entwickeln. Beim Cesar Salad habe ich die Brotcroutons weggelassen, denn das Geflügel ist mit der Panko Panade schon knusprig genug.

Gebackene Pute mit Cesar Salad und Chili Sauce

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Putenbrust
  • 3 Eier
  • 150g Panko (gröbere Semmelbrösel aus dem Asia Shop)
  • 100g Mehl
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle, Öl zum Ausbacken
  • 2 Romana Salate

Für die Chili Sauce

  • 30g Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Kafir Limettenblätter
  • 20g frische Ingwerwurzel
  • 1-3 scharfe Chili-Schoten
  • 3El. süße Sojasauce oder Mirin
  • 3 El. salzige Sojasauce
  • 1 El. Zitronensaft
  • 100ml Gemüsebrühe
  • Meersalz aus der Mühle, etwas Sesamöl zum Anbraten

1. Die Putenbrust von allen Sehnen und Flachsen befreien und in 1cm starke Streifen schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen. Drei Schüssel bereitstellen, eine für die Panko Semmelbrösel, eine für das Mehl und die dritte für die 3 aufgeschlagenen Eier. Die gewürzten Putenstreifen nun der Reihe nach zuerst im Mehl wälzen, dann im Vollei und zum Schluß durch das Panko. Die so panierten Putenbruststreifen auf einem Teller bereitstellen.

2. Für das Dressing die Knoblauchzehen schälen, halbieren, das Bürzel in der Mitte der Zehe entfernen und mit dem Olivenöl zusammen im Mixer ganz fein pürieren. 3 Eigelb zusammen mit dem Senf und der Sardellenpaste in eine Schüssel geben, alles zusammen berühren. Nun mit einem Schneebesen unter ständigem Rühren das Knoblauchöl zu den Eiern dazugeben bis eine Mayonnaise entsteht. Zur Mayonnaise Obers und Zitronensaft hinzugeben und mit der Worcestershire Sauce, Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing sollte etwas dicklich sein und einen kräftigen Geschmack haben. Ich gebe gern dem Dressing schon von Anfang an geriebenen Parmesan hinzu. Einfach mal ausprobieren, ohne Parmesan, mit Parmesan.  Die einzelnen Blätter des Romana Salat herauslösen und waschen, abtropfen und bereitstellen.

3. Für die Chilisauce Schalotte, Ingwer und Knoblauch schälen, Bürzel wieder entfernen, die Chili-Schoten halbieren, entkernen und waschen und alles zusammen in ganz feine Würfel schneiden oder im Mörser zerstoßen. in einem Topf Sesamöl bei mittlerer Stärke erhitzen, das fein gewürfelte Gemüse darin leicht anschwitzen, mit süßer Sojasauce, Zitronensaft und Gemüsebrühe ablöschen, Kafir Limettenblätter hinzugeben und leicht köcheln lassen. Etwas Reismehl in kalter Gemüsebrühe auflösen und die Chilisauce damit auf die gewünschte Konsistenz abbinden, mit Salz abschmecken. Die Limettenblätter noch weiter in der Sauce ziehen, beim Anrichten dann entfernen. Zwischenzeitlich kalt stellen.

4. Zum Ausbacken der Putenbruststreifen ausreichend Öl in einem Topf erhitzen. Nicht alle Streifen auf einmal ausbacken, da sonst das heiße Öl im Topf zu schnell ansteigt und überlaufen kann. Ist das Öl bei mittlerer Hitze, sind die Streifen fertig wenn sie knusprig goldbraun sind. Danach die knusprigen Streifen auf Küchenkrepp vom überschüssigen Öl abtropfen lassen.

Gebackene Pute
Putenbrust gebacken mit hausgemachter Chili Sauce und Cesar Salad

5. Die Romana Salatblätter zu gleichen Teilen auf den Tellern verteilen, das Cesar Dressing darüber laufen lassen und Parmesan mit einem Trüffelhobel oder Sparschaler in Streifen über den Salat hobeln. Die Chilisauce in kleine Schälchen abfüllen, Putenbruststreifen anrichten. Wer möchte, kann noch Kirschtomaten kurz in das noch heiße Öl geben, bis die Haut anfängt aufzuplatzen. Sofort aus dem Öl herausnehmen, auf Küchenkrepp abtropfen, aus der Mühle salzen und als Garnitur zum Salat geben.

Gebackene Pute
Cesar Dressing

Garnele, Gurke, Melone, Pfefferminze

Manche kulinarischen Kombination sind einfach Klassiker! Rezepte wie Eisbein mit Sauerkraut, Wiener Schnitzel mit Petersilie-Erdäpfel oder Garnelen mit Aioli Mayonnaise sind uns allen von Kindesbeinen an schon vertraut Aber manche Produkte  können weitaus mehr. So wie Garnelen, kombiniert mit Melone, Gurke und Pfefferminze Joghurt, zu einem herrlich erfrischend, leichtem Sommergericht werden.

Garnelen müssen heutzutage nicht erst eine halbe Weltreise zurückgelegt haben, bevor sie in unseren Küchen ihre letzte Bestimmung finden. Mittlerweile werden Garnelen genau so wie Flußkrebse mit Erfolg auch regional gezüchtet, so auch hier im tirolerischen. Sicherlich liegt der Preis etwas höher, aber vielleicht lernen wir ja genau dadurch diese Produkte wieder etwas mehr zu schätzen. Und umso mehr bereitet euch mein Rezept Freude und Genuß!

Garnelen mir Gurke, Wassermelone und Pfefferminze Joghurt

Zutaten für 4 Personen:

  • 12 Garnelen
  • 300g Naturjoghurt, 3,5%
  • 1 Handvoll frische Pfefferminze Blätter
  • 1 Feldgurke
  • 2 kleine Wassermelonen
  • 2 Rosmarinzweige
  • 6 Knoblauchzehen
  • 1 Baguette
  • 250g Butter
  • 1 Bundschnittlauch
  • 1 Zitrone
  • 12 kleine Holzspieße

Des weiteren benötigt ihr etwas gelben Frisée Salat und Treviso für die Garnitur, Öl zum anbraten, Meersalz aus der Mühle, etwas Staubzucker, etwas Essig und Öl um die Salatgarnitur zu marinieren.

1.Die Garnelen in kaltem Wasser abwaschen. Ich bevorzuge „Easy Peel“ in der Größe 08/12. Diese Garnelen haben bereits einen Schnitt längs in der Schale und der Darm ist bereits entfernt. Wer den vollen Geschmack haben will, kauft am besten frische, ganze Ware und gart sie auch so. Dies ist dann allerdings etwas schwieriger beim essen, besonders bei meiner Anrichtungsweise. Also lieber runter mit der Schale bis auf das letzte Segment. Garnelen zur Seite stellen.

2. Die Melone mit Schale der Länge nach halbieren, beide Hälften in 3cm starke Scheiben schneiden. Das Fruchtfleisch der Scheiben in gleichförmige 3x3cm große Würfel schneiden. Wer dies schon einmal gemacht hat, kommt für 12 Würfel mit einer Melone aus. Ich habe im Rezept lieber zwei kleine angeben. Das ist leichter beim ersten Mal. Und das ganze übrige Fruchtfleisch in einen Mixbecher geben, mit dem Stabmixer fein pürieren, danach durch ein feines Sieb passieren. Einen kleinen Teil der frischen Minze grob hacken und zum passierten Melonensaft dazugeben. Pfefferminze im Saft ziehen lassen und mit den Melonenwürfeln bereitstellen.

3. Die Gurke unter kaltem Wasser abwaschen. Mit einem einfachen Zestenreißer gleichmässig Streifen aus der Gurkenschale herausschneiden. Danach aus der Gurke 12  Scheiben circa 0,5cm stark schneiden und ebenfalls bereitstellen.

4. Den Naturjoghurt in eine Schüssel geben und mit etwas Staubzucker vorsichtig nach Geschmack süßen. Achtung! Verwendet man zuviel Zucker, schmeckt der Joghurt schnell nach Dessert. Vom Rest der Pfefferminze die schönsten Blätter aussortieren und später als Garnitur beim Anrichten verwenden. Die restliche Pfefferminze in ganz feine Streifen schneiden und unter den Joghurt mischen. Den Joghurt in den Kühlschrank stellen.

5. Für das Knoblauchbaguette den Backofen auf 200g Ober- und Unterhitze vorheizen, die weiche Butter in einen Mixer geben, 3 Knoblauchzehen schälen, Bürzel entfernen und ganz fein hacken. Den Saft einer Zitrone zusammen mit dem Knoblauch zur Butter geben. Alles zusammen mixen. Den Schnittlauch in ganz feine Ringe schneiden und unter die Butter rühren, mit Salz abschmecken. Bei dem Baguette darauf achten, das die Scheiben nur zu 2/3 Drittel durchgeschnitten sind. Zwischen den einzelnen Scheiben die Knoblauchbutter verteilen. Das Baguette nun auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech für circa 10 Minuten im Ofen backen. Nach 8 Minuten das Baguette umdrehen und auch die Unterseite knusprig backen.

6.Für die Garnelen  die restlichen Knoblauchzehen schälen und halbieren. Ein Pfanne aufstellen und auf Stufe 8 erhitzen. Die vorbereiteten Garnelen leicht salzen und in Olivenöl auf der einen Seite anbraten. Nach 2 Minuten die Garnelen wenden und die halbierten Knoblauchzehen und frischen Rosmarin dazugeben. Nach weiteren 2 Minuten Garnelen aus der Pfanne nehmen. Die heißen Garnelen mit dem Holzspieß durchstoßen und auf Gurkenscheibe und Melonenwürfel anrichten, den Minzejogurt mit einem Löffel über den Garnelenspieß laufen lassen, das Baguette in Scheiben schneiden, anrichten und die restliche Minze-Joghurtsauce dazu reichen, die Teller mit etwas goldgelben Frisée Salat und Treviso garnieren.

Palatschinken, frische Beeren und gute Freunde…

IMG_2970Wenn gute Freunde zu Besuch kommen…. ist es einfach  ganz wunderbar, wenn sie noch dazu ein kleines Geschenk mit im Gepäck  haben, hier im  besonderen herrlich frisch gepflückte  Beeren direkt aus Vorarlberg. Wir kommen ins Gespräch, plaudern über dies und das, schwelgen in kulinarischen Gelüsten und während wir uns gegenseitig wieder auf den neuesten Stand bringen, rühre ich ganz beiläufig einen Palatschinken Teig an, stelle eine Pfanne auf, zerlasse noch ein wenig Butter um den Teig schön geschmeidig zu halten, und eh wir uns versehen ist der ganze Raum schon erfüllt vom Duft der garenden Mehlspeise.

IMG_2945Der Sommer ist da! Aromatisch süße Erdbeeren direkt vom Feld gepflückt, Brombeeren, Heidelbeeren und natürlich die feinen, herb säuerlichen, knallroten Johannisbeeren, die mit ihrem erfrischenden Charakter der bevorstehenden Schlemmerei noch die richtige Substanz verleihen.

Palatschinken für circa 10 – 12 Stück

  • 120g Mehl
  • 1 Vollei
  • 2 Eidotter
  • 200ml gekühlte Milch
  • 20g Butter, zerlassen

Das gesiebte Mehl in eine Schüssel füllen, in der Mitte eine Mulde formen, die Eidotter und das Vollei in die Mitte geben. Mit einem Schneebesen nun das Mehl zur Mitte unter gleichmäßiger , langsamer Zufuhr der kalten Milch mit den Eiern hinarbeiten und verrühren bis ein glatter Teig entsteht. Die flüssige Butter zuletzt unterrühren. Den Teig circa 20 Minuten ruhen lassen, danach noch einmal mit dem Schneebesen durchrühren. Sollte der Teig nach der Ruhephase zu fest geworden sein, etwa einem Kaiserschmarren Teig gleich, einfach noch ein wenig kalte Milch dazugeben. IMG_2941.jpgEine beschichtete Pfanne mit ganz wenig Butter erhitzen. Mit einem Schöpfer den Teig portionsweise in die heiße Pfanne gießen und dabei die Pfanne immer kreisen lassen, damit sich der Teig gleichmässig verteilt. Je weniger Teig hierfür benötigt wird, umso dünner und genüßlicher werden die Palatschinken. Nichts ist unangenehmer, als ein zu dick geratener Palatschinken, der nur teigig schmeckt!

IMG_2948Unsere Palatschinken sind gelungen! In voller Vorfreude begeben wir uns ins Freie auf die Terrasse, ein herrlich angenehmer Sommertag neigt sich dem Ende zu, die noch warmen Palatschinken, reichlich frische Beeren und natürlich aromatischer Vanillestaubzucker mit dabei. Uns geht’s gut! Solche guten Freunde gönne ich jedem! Guten Appetit und viel Freude mit meiner Inspiration und beim nachkochen!

Noch eine kleine Anmerkung: Vanillestaubzucker oder auch Vanillezucker lassen sich ganz einfach selber herstellen. Einfach eine ausgekratzte Vanilleschote zum Zucker dazugeben und mehrere Tage das Aroma der Vanilleschote im Zucker ziehen lassen. So hat man immer eigenen Vanillezucker vorrätig.

Die Marille… nicht die Aprikose!

Die Marille, oder auch Aprikose für meine geschätzten deutschen Leser… nicht nur in Form von Hochprozentigem oder Marmelade ein Genuss… In der Wachau hier in Österreich startet jetzt gerade die erste Ernte, spanische sind schon länger auf dem Markt und die ungarischen sind zwar etwas kleiner, aber dafür mit unbeschreiblichem Duft und Aroma…

Frische Pfefferminze

Ich weiss insbesondere die Vielfalt der Kombinationsmöglichkeiten zu schätzen, die mir diese der Rosengewächs Familie zugeordneten Steinfrucht bietet… und kaum eine andere Frucht vermittelt mir ein alljährliches Gefühl von Sommer, Sonne und purer Lebensfreude, außer der Erdbeere vielleicht noch, wenn sie denn nicht nur „verwässert“ unsere Märkte erreicht…

Couscous und Raz el Hanout… ein tolle Team!

In meinem Rezept habe ich sie glasiert, mit frischer Pfefferminze, Couscous (Hirse), Raz el Hanout (typische Gewürzmischung Nordafrikas für Couscous, einmal querbeet durch den Gewürzladen frei übersetzt), Ziegenkäse von Florian aus Ehrwald (ist in einem anderen Bericht von mir hier erwähnt) und Karamell, als Vorspeise zum Beispiel, kombiniert. Unter meinen Rezepten hier findet ihr aber unter anderem noch ein Marillen Chutney mit Chili, Knoblauch und Rosmarin, idealerweise auch zum Käse, Roastbeef oder Garnelen…

Marille mit Pfefferminze, Couscous, Ziegenkäse und Karamell

  • 120g Couscous
  • 120ml Gemüsebrühe
  • 200g Ziegenkäse
  • 1 rote Paprika, eventuell Spitzpaprika
  • 200g frische Marillen, entsteint, geviertelt oder mehr
  • 50g Butter, etwas Weißwein
  • 3-4 El Zucker
  • frische Pfefferminze, in feine Streifen geschnitten
  • Olivenöl
  • 1 Tl Raz el Hanout

1.Den Couscous in eine Schüssel in entsprechender Größe geben. Paprika entkernen, in feine Streifen schneiden, dann in feine Würfel. In einem Topf Olivenöl erhitzen, Raz el Hanout dazugeben, hierbei das Raz el Hanout leicht anrösten, mit der Gemüsebrühe ablöschen, fein geschnittene Paprikawürfel dazugeben, aufkochen lassen, mit Salz abschmecken. Die noch kochend heiße Gemüsebrühe dann über den Couscous gießen und für ca. 15 Minuten quellen lassen bis der Couscous weich ist, zwischendurch mal durchmischen. Nach dem quellen lassen eventuell nochmal etwas Olivenöl und Salz dazugeben, durchmischen, ganz fein geschnittene Pfefferminze unterheben und durchziehen lassen.

Frische Marillen aus der Wachau…

2.Butter in einem Topf schmelzen, Weißwein zugeben, aufkochen, den Zucker zufügen und Melasse artig bei kleiner Flamme einköcheln lassen. Dann die entkernten und geschnittenen Marillen hinzugeben. Achtung! Marille gart sehr schnell, sie sollte nur einen schönen Glanz durch die Glasur erhalten und noch einen leichten Biß haben.

Für das Karamell

  • 100g Zucker
  • 50g Butter
  • etwas Weißwein
Ziegenfrischkäse
Ziegenkäse, Pfefferminze-Couscous, Marille, Karamell

3.Butter in einem Topf schmelzen, Zucker hinzugeben, kurz angehen und Farbe ziehen lassen, mit etwas Weißwein ablöschen und alles zusammen einkochen bis sich ein brauner Karamell bildet, abkühlen lassen. Das knusprige Karamell mit einer Palette vom Topfboden lösen und nach belieben in kleine Stücke brechen. Die Karamellstücke als Garnitur beim Anrichten auf dem Ziegenkäse verteilen.

Mascarpone Cheesecake mit Feige und Orange

Wenn die Tage kürzer werden, die alljährlichen Weihnachtsmärkte ihre Tore öffnen, die Luft erfüllt von aromatisch wohltuendem Geruch nach Glühwein, Lebkuchen und gebrannten Mandeln, dann macht es auch mir wieder richtig Lust auf’s backen zuhause. Und heute gab es Mascarpone Cheesecake mit Feige und Orange.

Ein Rezept, das ich schon seit längerem mal ausprobieren wollte: und dieser Kuchen schmeckt so gut, das ich ihn gleich in meinen Menüs kredenzt habe… Der Boden hierfür ist absolut einfach und im modernen Stil, schlicht und ergreifend ein aus den Krümeln von Butterkeksen:

  • 200g Butterkekse
  • 80g Wal- oder Haselnüsse, gerieben oder fein gehackt
  • 60g Butter zerlassen

Die Butterkekse im Mixer zerkleinern, in eine Schüssel füllen, Nüsse und die flüssige dazugeben, die  Masse vermischen und in den Boden einer runden Springform geben, fest andrücken und für mindestens 20 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Mascarpone Cheese Cake
Krümelboden

  • 250g getrocknete Soft-Feigen, in feine Streifen geschnitten
  • 250ml frisch gepressten Orangensaft
  • 1 Zimtstange
  • 3 Gewürznelken

Die Feigen mit dem Orangensaft, Zimt und Gewürznelke in einem Topf bei mittlerer Temperatur erhitzen und 20 Minuten köcheln lassen, bis ein Großteil der Flüssigkeit verdampft ist, die Mischung aber noch feucht ist. Zimtstange und Nelken entfernen, die Feigen auf dem Krümelboden gleichmäßig verteilen. Zurück in den Kühlschrank stellen und die Füllung vorbereiten:

Mascarpone Cheese Cake
Eischnee vorsichtig unterheben

  • 500g  Topfen
  • 500g  Mascarpone
  • 250g  Zucker
  • 1El     abgeriebene Schale einer Bio-Orange
  • 4 große Eier, getrennt
  • 1 Vanilleschote, Mark ausgekratzt

Topfen in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben, bei mittlerer Stufe 1 Minute glatt rühren, dann Mascarpone; Zucker, Orangenabrieb, Eigelb und Vanillemark hinzufügen, weiterrühren, bis die Masse glatt und cremig ist. Die 4 Eiweiß steif schlagen, vorsichtig  unter die Masse nach und nach unterheben. Die Füllung auf den Feigen-Krümelboden gießen. Die Springform auf Backblech stellen, den Kuchen 75 – 80 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad backen. Der Kuchen lässt sich gut 2 Tage im Voraus herstellen und im Kühlschrank aufbewahren.

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