Rotkrautsalat mit Burrata und Nusskrokrokant

Weihnachten, das ist Glühwein, Kerzenschein, Lebkuchen, Geschenke, festlich geschmückte Tafeln, und nicht selten über alle Massen hinaus reichlich Essen. Weihnachtsessen muss aber nicht zwangsläufig immer nur deftig sein. Weihnachtliche Gaumenfreuden können auch erfrischend und gleichzeitig voller Aromatik und unterschiedlicher Texturen sein. Ich liebe Rotkraut. Und ich liebe auch Rotkraut zum Gansl oder zur Ente, mit Quitte oder Apfel, dazu luftige Knödel und eine leckere Portweinjus. Heute jedoch möchte ich Euch Rotkraut in Form von Salat präsentieren.

Rotkraut kommt meiner Meinung nach als Salat, besonders in roher Form, immer noch etwas zu kurz, wird nicht selten auf Salatbüffets gemieden, ganz gleich in welcher Form präsentiert. Das Rotkrautsalat in Rohkostform aber auch als Vorspeise durchaus seine Berechtigung in einer abwechslungsreichen, spannenden Küche haben kann, dass möchte ich mit diesem Beitrag heute gerne unter Beweis stellen. Bei. mir gibt es heute Rotkrausalat mit Orangen, Zimt, Nusskrokant, Garam Masala und cremig schmelzendem Burrata.

Rotkrautsalat mit Burrata und Nusskrokant

Zutaten für 4 Personen

  • 1 großer Rotkrautkopf
  • 2 unbehandelte Bio Orangen
  • 1 Zimtstange
  • Rohrzucker
  • Garam Masala
  • schwarzer Pfeffer frisch aus der Mühle
  • Meersalz frisch aus der Mühle
  • weißer Balsamico Essig
  • natives Olivenöl
  • etwas Wildkräutersalat
  • 4 ganze Burrata

Für den Nusskrokant

  • 75 g Rohrzucker
  • 1 TL Butter
  • 75 g gehackte Nüsse (z.B. Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse, Mandeln, Sonnenblumenkerne oder steirische Kürbiskerne
  • Packpapier

Für die Marinade weissen Balsamico mit Rohrzucker, Salz, Pfeffer, Zimtstange, Olivenöl und Garam Masala nach Gusto verrühren. Die Bio Orangen mit dem Spärschäler vorsichtig schälen, Schale in ganz, ganz feine Streifen (Julienne) schneiden und zur Marinade zugeben. Rotkraut halbieren, Vierteln und Strunk herausschneiden. In feine Streifen schneiden und zur Marinade zugeben. Immer wieder umrühren und für mindestens eine Stunde durchziehen lassen.

Die geschälten Bio Orangen nur vollständig mit einem scharfen Messer schälen. Aus den einzelnen Kammer der Orange vorsichtig möglichst grosse Filets herausschneiden und bereitstellen. Den Orangensaft hierbei zum Salat zugeben, Salat nochmal kräftig durchmischen.

Für den Krokant Butter in einer beschichteten Pfanne schmelzen, Rohrzucker zugeben, und solang verrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Die gehackten Nüsse und Kerne zugeben und gut verrühren. Nussmasse auf ein Backpapier geben und gleichmässig mit einem Kochlöffel oder einer Palette ausstreichen, solang die Masse noch warm ist, abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen kann der Krokant in gleich große Stücke gebrochen werden.

Zum Anrichten Kräutersalat unter den Rotkrautsalat mischen. Salat zu gleichen Teilen auf 4 bereitgestellte Teller mittig anrichten. Burrata in der Mitte platzieren, Nusskrokant anlegen, abgebrochene Korkantstücke und Orangenzesten über die Burrata streuen, mit den Orangenfilets garnieren.

Zwiebelrostbraten zur Weihnachtszeit: mit Rosinen und Pfefferkuchen Jus

Zwiebelrostbraten zur Weihnachtszeit: mit Zwiebel Rosinen, gelbe Bete, Foccacia und Pfefferkuchen Jus

Heute serviere ich Zwiebelrostbraten. Und  Zwiebelrostbraten ist zweifelsohne eine Institution der klassischen Wiener Küche. Jedoch habe ich mich, wie vieler meiner Kollegen mittlerweile, beim Garen für die moderne Variante entschieden: weder plattiert noch gedünstet. Ich bin allerdings guter Dinge, das es mir mit meiner, auf die Jahreszeit bezogenen Neuinterpretation, erfolgreich gelingt euer Interesse zu wecken.

Es fällt mir dieser Tage nicht leicht in weihnachtliche Vorfreude zu verfallen. Bei strahlendem Sonnenschein und +15 Grad im Schatten bedarf es schon einiger Fantasie sich in die aktuelle Jahreszeit hinein zu träumen. Und so bemühe ich mich wenigstens auf kulinarischer Ebene mit meiner weihnachtlichen Interpretation eines Zwiebelrostbraten dem vorherrschenden Klima entgegen zu wirken und wünsche euch viel Freude und gutes Gelingen mit meinem Rezept.

Rostbraten mit Rosinen-Zwiebeln, gelbe Bete, Tramezzini und Pfefferkuchenjus

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Scheiben Rostbratenried zu je 250g
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl

Für die Pfefferkuchenjus

  • 2 Zwiebeln
  • 50g Pastinaken
  • 50g Sellerie
  • 100g Karotten
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 1 Sternanis
  • 3 Pimentkörner
  • 1El Tomatenmark
  • 200g Pfefferkuchen
  • 500ml Fleischbrühe
  • 250ml Blaufränkisch
  • Meersalz aus der Mühle
  • Butterschmalz

Für die Rosinen-Zwiebel

  • 2 rote Zwiebeln
  • 100g Rosinen
  • 2El Zucker
  • Meersalz aus der Mühle
  • Butterschmalz

Für die gelbe Bete

  • 500g gelbe Bete
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 1 Sternanis
  • 5 Wacholderbeeren
  • 1/2 Zimtstange
  • Meersalz

Weiters benötigt ihr

  • 4 Scheiben Tramezzini
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Thymianzweige
  • Butter

1. Für die gelbe Bete Wasser in einem Topf zum kochen bringen, salzen, und mit den Gewürzen aromatisieren. Gelbe Bete waschen und ungeschält in den Topf geben. Bei geschlossenem Deckel circa 1 Stunde kochen. Nach dem Garen die Bete schälen und in gleichmässige circa 0,5cm starke Scheiben schneiden, bereit stellen.

2.Rostbratenried mit einem Küchenkrepp trocknen und salzen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Ried von allen Seiten her scharf anbraten und mit Pfeffer würzen. Aus der Pfanne nehmen und in eine feuerfeste Form geben. .Zwiebeln und Wurzelgemüse nach Bedarf waschen und schälen, würfelig schneiden. Butterschmalz in der Pfanne erhitzen, Gemüse und Ziebeln zugeben und scharf anrösten. Tomatenmark zugeben und karamellisieren, mit Rotwein ablöschen, kräftig aufkochen und mit Fleischbrühe auffüllen. Hitze reduzieren, Gewürze leicht zerstossen zugeben und leicht köcheln und reduzieren. Mit Meersalz abschmecken, durch ein Sieb in einen Standmixer passieren, Pfefferkuchen zugeben und kräftig aufmixen. Noch einmal durch ein Sieb passieren, abschmecken und warm halten.

3.Rote Ziebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. Butterschmalz in einem Topf erhitzen, Zwiebel darin andünsten, Zucker, Salz und Rosinen zugeben. Die Zwiebeln bei geschlossenem Deckel auf kleiner Flamme langsam weich dünsten. Noch einmal mit Zucker und Salz abschmecken. Die Zwiebeln sollten leicht süßlich schmecken.

4.Knoblauch schälen und halbieren. Tramezzini Scheiben ebenfalls halbieren. Reichlich Butter auf mittlerer Flamme in einer Pfanne erhitzen, Knoblauchzehen und Thymian zugeben, Tramezzini und gelbe Bete nach und nach darin anbraten.

Weihnachtlicher Zwiebelrostbraten mit Rosinen-Zwiebeln, gelbe Bete und Pfefferkuchenjus ©Michael Stricker

Himmel und Erd neu interpretiert: Apfel, Blutwurst, Erdäpfel Foccacia

Himmel und Erd neu interpretiert, mit rote Bete, Apfel, Blutwurst und Erdäpfel Foccacia

Immer wieder werden Gerichte wie Himmel und Erd gepflegt, neu entdeckt oder kreativ weiterentwickelt. Nicht ohne Grund zeichnete im Jahr 2015 der Guide Michelin die deutsche Gastronomie mit 282 Restaurants mit einem oder mehreren Sternen aus, den weltweit drittmeisten nach Japan und Frankreich. Ich habe in meinem heutigen Rezept „Himmel & Erde“ neu interpretiert und wünsche euch viel Freude beim kochen!

Die deutsche Küche ist weit bekannt für ihre Derbheit. Viel muss es sein, und deftig. Und die deutsche Küche ist reich an traditionellen Speisen und Spezialitäten. Das jedoch hat sie mit der österreichischen Küche gemeinsam. „Himmel und Erde“ ist solche eine traditionelle Spezialität. Regional angesiedelt ist diese Speise eher Mittel- bis Norddeutschland. Wichtigste Komponenten sind Erdäpfel für die Erde, und Äpfel für den Himmel. All diese Komponenten findet ihr in meinem Rezept wieder, und noch mehr…

Rote Rüben-Apfelsuppe mit Erdäpfel-Focaccia, Blut- und Leberwurst

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g rote Rüben, gekocht und geschält
  • 1 säuerlicher Äpfel
  • 3 Erdäpfel, mehlig kochend
  • 2 Zwiebeln
  • 0,2Lt. trockener Weißwein
  • 2Lt. Gemüsebrühe
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Lorbeerblätter
  • Kümmel
  • Öl
  • Meersalz aus der Mühle

Für das Erdäpfel-Foccacia:

  • 500g Erdäpfel, mehlig
  • 30g Mehl
  • 30g Parmesan
  • 30g Semmelbrösel
  • 1 Ei
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Schwarzkümmel
  • Thymian
  • natives Olivenöl

Für die Leberwurstfarce:

  • 200g Gutsleberwurst, im Naturdarm
  • 1 Eidotter
  • 50g Crème fraîche
  • etwas Thymian und Salz

Für das Topping:

  • 250g Blut- oder Schwarzwurst, im Naturdarm
  • 1 Apfel
  • Butter
  • 1 Thymianzweig

1.Zunächst Zwiebeln und Knoblauch schälen, vierteln und in kleine Stücke schneiden. Die Erdäpfel und Äpfel waschen und schälen. Bei den Äpfeln das Kerngehäuse entfernen und alles zusammen in kleine Stücke schneiden. Die roten Rüben würfelig schneiden. Öl in einem Topf erhitzen und Knoblauch mit den Zwiebeln farblos anschwitzen. Die Erdäpfel, Äpfel und rote Rüben zugeben und mit Weißwein ablöschen. Alles zusammen einmal kräftig aufkochen und die Gemüsebrühe mit den Gewürzen zugeben. Bei mittlerer Hitze alles weich kochen. Die Lorbeerblätter entfernen und die Suppe mit einem Standmixer fein pürieren und durch ein Haarsieb in einen Topf passieren.

2.Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Erdäpfel für das Focaccia waschen, in einem Topf mit reichlich Salzwasser ansetzen und weichgaren. Nach dem Kochen die Erdäpfel schälen und durch eine Erdäpfelpresse drücken. Die Erdäpfel abkühlen und mit den anderen Zutaten vermengen. Mit Meersalz und Pfeffer abschmecken und den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech austreichen. Im Anschluss den circa 1 cm stark ausgestrichenen Teig von oben her mit einer Gabel einstechen und das Ölivenöl mit einem Pinsel darauf verstreichen. Das Erdäpfelbrit für 30 – 35 Minuten goldbraun backen. Nach dem Backen das Brot ein wenig abkühlen lassen und in 3cm x 10cm lange Streifen schneiden und bereit stellen.

3.Für die Leberwurstfarce die Wurst aus der Haut lösen und in einen kleinen Mixer geben. Zur Leberwurst das Eigelb und 50g Creme fraîche hinzugeben und mit Thymian und etwas Salz abschmecken. Die Leberwurst ganz fein mixen, in einen Spritzbeutel mit kleiner Lochtülle geben und auf das Erdäpfel Focaccia spritzen. Im Backofen bei 230 Grad für circa 6 – 8 Minuten ausbacken.

4.Den Äpfel waschen, schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in feine, gleichmässige Würfel schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Apfelwürfel darin mit frischem, gezupften Thymian anbraten, mit Meersalz aus der Mühle abschmecken. Als Garnitur 3 Esslöffel Zucker in einer Pfanne schmelzen und karamellisieren. Das Karamell auf einer Silikonmatte oder Backpapier ganz dünn ausstreichen. Aus der noch warmen Zuckermasse kleine Rollen abdrehen.

„Himmel und Erd“ neu interpretiert…Erdäpfel, Blutwurst und Äpfel ©Michael Stricker

Gnocchi: eine typisch norditalienische Spezialität!

Hausgemachte Gnocchi, eine typisch norditalienische Spezialität, hier mit Gorgonzola, Kohlsprossen, Salbei und Speck…

Traut euch! Gnocchi selber machen ist wirklich kein Hexenwerk. Sicher, etwas Übung gehört schon dazu, aber es macht doch viel mehr Freude bei einem Abendessen im Freundeskreis vielleicht einmal gemeinsam Gnocchi abzudrehen um sie dann gleich danach frisch zubereitet zu genießen. Übrigens kann man Gnocchi auch aus Kürbis oder Polenta herstellen. Ich stelle euch heute die klassische Variante mit Erdäpfel in meinem Rezept vor.

Gnocchi aus Erdäpfel sind eine typisch norditalienische Spezialität. Während man in Mittelitalien den Weizen, aus dem man das Mehl für Pasta herstellt, praktisch aus dem eigenen Garten holte, waren im Norden Reis und Erdäpfel die Grundnahrungsmittel. Und Gnocchi selber machen ist nicht wirklich so schwierig wie manch einer denken mag. Und wer es lieber rein vegetarisch möchte, lässt einfach den Speck weg. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude beim Genießen.

Erdäpfel Gnocchi mit Gorgonzola, Kohlsprossen, Salbei und Speck

Zutaten für  4 Personen:

  • 500g mehlige Erdäpfel
  • 1 Vollei
  • 160g Mehl
  • 1 Prise Meersalz

Weiters benötigt ihr

  • 500g Kohlsprossen
  • 100g Hamburger Speck
  • 200g Gorgonzola
  • 250ml Obers
  • 1 Bund Salbei
  • 100g Butter
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl

1.Erdäpfel in der Schale in einem Topf mit kaltem Wasser bedecken und zum kochen bringen, etwas Meersalz hinzugeben, Hitze reduzieren und köcheln lassen bis die Erdäpfel ganz weich sind. Wichtig: die noch heissen Erdäpfel schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken oder durch ein feinmaschiges Sieb streichen. Der Teig muss unbedingt warm produziert werden! In der Mitte eine Mulde formen und ein Ei, Prise Salz, und 3/4 vom Mehl hineingeben. Gründlich verkneten und das restliche Mehl nur dann zufügen, wenn es wirklich nötig ist. Der Teig sollte sich noch weich anfühlen, wird aber durch das Ei beim Garen fest.

2.Strunk an den Kohlsprossen mit einem Messer etwas abschneiden und kreuzförmig einschneiden. Dadurch dringt heisses Wasser in die Kohlsprossen ein und sie garen gleichmässig. In gesalzenem Wasser die Kohlsprossen garen, danach sofort in Eiswasser abschrecken und mit dem Messer in Hälften schneiden und bereit stellen.

3.Die Salbeiblätter von den Stilen zupfen, Butter in einem Topf erhitzen, Hamburger Speck in Streifen schneiden, zugeben und danach die Salbeiblätter darin kurz angehen lassen bis sich das volle Aroma entwickelt hat, beiseite stellen.

4.Obers in einem Topf erhitzen und den Gorgonzola in Stücken mit einem Schneebesen unter die Sahne rühren und auf eine cremige Konsistenz die Sauce reduzieren, abschmecken und die Hitze ausschalten.

5.Gesalzenes Wasser in einem Topf zum kochen bringen. Gnocchiteig auf der melierten Arbeitsfläche zu mehreren Strängen rollen einer Zigarre gleich. Die Hände dabei ebenfalls leicht melieren. Die Rollen in 1,5cm große Stücke schneiden. Jedes Stück auf die Zinken einer Gabel drücken, bis ein Linienmuster entsteht. Fertige Gnocchi auf der Arbeitsfläche in Mehl wenden.

6.Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Kohlsprossen darin kurz anbraten und mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Die Gnocchi in dem kochenden Wasser circa 1 Minute lang kochen. Danach sofort mit einer Schaumkell aus dem Wasser heben und anschließend in der Salbei-Speckbutter schwenken.

Gnocchi mit Kohlsprossen, Gorgonzola, Salbei und Speck ©Michael Stricker

Zur Weihnachtszeit gibt’s gebrannte Nüsse selbst gemacht!

Nun ist sie endlich da, diese stimmungsvolle Vorweihnachtszeit, mit all ihren Aromen und Düften nach Lebkuchen, Glühwein, Punsch und Zimt. Mit Erinnerungen an die eigene Kindheit, wenn man mit großen Augen die bunte Welt der Weihnachtsmärkte das erste Mal erkunden durfte, von Magenbrot, kandierten Äpfeln, gebrannten Nüssen ins verführerische Reich der Süßigkeit entführt. Einer dieser Leckereien möchte ich heute besondere Aufmerksamkeit schenken.

Gebrannte Nüsse werden im Original unter ständigem Rühren in einem offenen Kupferkessel durch Erhitzen und Zugabe von Zucker und Wasser „gebrannt“ und mit Vanille und Zimt verfeinert. Ob ihr nun Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse oder Cashewnüsse mal ausprobiert, das bleibt einzig und allein eurer Fantasie überlassen. Besser allerdings ist es, wenn ihr Nüsse mit Haut verwendet. Auch einen Kupferkessel braucht ihr nicht wirklich, eine gute Pfanne erfüllt den selben Zweck. Die einzigen Zutaten, die ihr benötigt, sind Wasser, Zucker, Zimt und Vanille, und natürlich Nüsse. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude mit meinen Rezept.

Gebrannte Nüsse

  • 60ml Wasser
  • 80g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker oder frische Vanilleschote
  • 1Tl Zimt oder Zimtstange
  • 200g Mandeln oder Haselnüsse mit Haut

1.Das Wasser in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen, Zucker, Vanillezucker oder das ausgekratzt Mark einer Vanilleschote und Zimt unterrühren. Auch bleibt es euch überlassen ob ihr eine Zimtstange verwendet oder gemahlenen Zimt. Ich habe schon beides ausprobiert, und mein Eindruck ist, das die Nüsse bei gemahlenem Zimt eine schönere Farbe annehmen. Die Mischung zum Kochen bringen, bis sich der Zucker verflüssigt hat. Sobald das Zuckerwasser sprudelnd köchelt, die Mandeln zugeben und gleichmäßig mit der Zuckermasse vermischen.

2.Damit die Mandeln nicht anbrennen, gleichmäßig und durchgehend rühren, bis der Zucker sich an den Nüssen absetzt. Die Hitze dann reduzieren und noch etwa eine Minute weiterrühren. Hierbei besonders aufpassen, denn es kann sehr schnell geschehen, das der Zucker auskristallisiert. Die Nüsse auf ein mit Backpapier oder Fleximatte ausgelegtes Backblech gleichmäßig zum abkühlen und trocknen verteilen.

Zu Weinachten ein „Musst Have“! Gebrannte Nüsse… ©Michael Stricker

Hirsch Ragout: Cranberry oder Preiselbeere, das ist hier die Frage!

Hirsch Ragout: Cranberry oder Preiselbeere, das ist hier die Frage!

Die Cranberry ist nicht nur eine essentielle Zutat für den bekannten Cosmopolitan Cocktail, welcher Dank „Sex in the city“ ein weltweites Rival erleben durfte. Moosbeeren werden hierzulande auch auch sehr gern in Wildgerichten kombiniert, so wie zum Beispiel in meinem Hirsch Ragout mit Brioche Knödel.

Jedes Jahr am 4.Donnerstag im November feiern die USA ihr Thanksgiving. Traditionell werden dann wieder Truthahn, Kürbis und die herb säuerliche Cranberry zu diesem Anlass gereicht. In Nordwesteuropa ist diese Kulturpreiselbeere, Mossbeere oder auch Kranbeere, wie dieses Heidegewächs niederdeutsch bezeichnet wird,  weit verbreitetet. In Geschmack und Aussehen unterscheidet sie sich jedoch deutlich von der echten Preiselbeere. Ich habe mich in meinem neuen Rezept für die Cranberry entschieden und wünsche euch viel Freude beim kochen.

Hirschragout mit Cranberrys, Brioche Knödel und Apfelrotkraut

Zutaten für 4 Personen:

  • 800g Hirschfleisch, aus der Keule, zugeputzt
  • 2 rote Zwiebeln
  • 0,75Lt Blaufränkisch
  • 1 Rosmarinzweig
  • 1/2 Zimtstange
  • 5 Wacholderbeeren
  • 5 Nelken
  • 10 schwarze Pfefferkörner
  • 2 Pimentbeeren
  • 2 Lorbeerblätter
  • 100g Butter
  • Meersalz aus der Mühle
  • 1El Tomatenmark
  • etwas Mehl zum einstäuben
  • 20g Kochschokolade

Für das Rotkraut:

  • 600g Rotkraut
  • 1 rote Zwiebel
  • 0,25Lt Apfelsaft
  • 0,25Lt Rotwein
  • 1 säuerliche Äpfel
  • 1/4 Zimtstange
  • 2 Lorbeerblätter
  • Meersalz und Zucker

Für die Brioche Knödel:

  • 250g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 50g flüssige Butter
  • 1 Eidotter
  • 50g Zucker
  • 0,125ml warme Milch
  • Prise Salz
  • 3/4Lt Öl zum ausbacken der Knödel

Für die Cranbberry:

  • 200g Cranberry
  • 200g Zucker
  • 1 Spritzer Vanille Balsam Essig

1.Rotkraut halbieren, vierteln, Strunk herausschneiden und in feine Streifen schneiden. Apfel waschen, schälen, vierteln und Kerngehäuse entfernen. Apfel in grobe Würfel schneiden. Rotkraut und Apfel gut zuckern, Meersalz aus der Mühle hinzugeben, alles kräftig mit einander vermengen. Mit Rotwein und Apfelsaft auffüllen, Zimtstange hinzugeben und gut abgedeckt für 24 Stunden im Kühlschrank marinieren.

Hirsch Ragout mit herb säuerlichen Cranberrys ©Michael Stricker

2.Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Butter in einem Topf erhitzen, die Zwiebel darin angehen lassen. Das am Vortag marinierte Rotkraut zu den Zwiebeln hinzugeben, mit anschwitzen und mit der Flüssigkeit auffüllen. Lorbeerblätter hinzu geben und Rotkraut auf kleiner Flamme für circa 2 Stunden weich köcheln.

3.Zwei rote Zwiebeln schälen, halbieren, in feine Würfel schneiden. Hirschfleisch in Gulasch große Würfel schneiden. Butter im Topf erhitzen und Fleisch mit den Zwiebeln darin anrösten. Tomatenmark hinzugeben, leicht karamellisieren, mit Mehl einstäuben und durchmischen. Mit Rotwein ablöschen, Zimtstange, Rosmarin und Lorbeerblätter hinzugeben. Die restlichen, leicht angedrückten Gewürze in einem Tee-Ei hinzugeben und das Ragout auf kleiner Flamme für circa 2 bis 2 1/2 Stunden weich schmoren.

4.Für die Brioche Knödel Milch leicht erwärmen und mit der Hefe, Zucker und salz vermengen. Mehl in eine Schüssel geben, Eidotter hinzugeben und mit der Milch zusammen alles zu einem glatten Teig verkneten. Die Schüssel mit einem Tuch abgedeckt an einem warmen Platz für 20 Minuten gehen lassen. Öl in einem Topf erhitzen, den Hefeteig zu kleinen Knödel abdrehen und im Öl goldbraun ausbacken.

5.Hirschragout mit Meersalz abschmecken und mit der Kochschokolade legieren. Die Cranberrys mit dem Zucker in einer Pfanne unter ständigem Rühren auf kleiner Flamme erhitzen. Zucker löst das Pektin aus den Beeren heraus und bindet die Flüssigkeit. Die weich gegarten Moosbeeren zum Schluß mit einem kleinen Spritzer Vanille Balsam Essig abschmecken.

Hirsch Ragout mit Rotkraut, Brioche Knödel und Canberras

Gerste, ein echtes Superfood aus den Montafoner Alpen!

Im Montafon war Gerste besonders während der beiden Weltkriege eines der wichtigen Nahrungsmittel. Gerste wurde sogar bis auf 1.100 Meter Seehöhe angebaut. Alle Zutaten für eine nahrhafte Gerstensuppe ernteten die Bauern aus ihrem Garten und in der Selchkammer. Diese Tradition der Gerstensuppe wird bis zum heutigen Tage in Vorarlberg weitergeführt. Auch ich habe im Montafon diese Suppe erlernt, und vor allem schätzen gelernt.

Gerste ist, neben Weizen, vermutlich die älteste, uns bekannte Getreideart. Sie enthält eine Menge an Mineralstoffen und Vitaminen. Reich ist sie an Kalzium, Eisen, Kobalt, Zink, Phosphor und besitzt einen beachtenswerten Anteil an Kieselsäure. Somit zählt Gerste zweifelsohne zu den sogenannten Superfoods. Und neben gehaltvollen Suppen findet sie auch in der Herstellung von Bier und Whiskey reichlich Verwendung. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude mit meinem neuen Rezept.

Montafoner Gerstensuppe mit Speck und Selchfleisch

Zutaten für 4 Personen:

  • 100g Bohnen rot, dies entspricht circa 1 Dose
  • 200 g Rollgerste (Graupen)
  • 50 g Hamburgerspeck (mit Schwarte)
  • 100g Selchfleisch
  • 2 Zwiebeln
  • 100g Sellerie (Knolle)
  • 100g Karotten
  • Wasser
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Bund Petersilie
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • geriebene Muskatnuss

1.Rote Bohnen am Tag zuvor in reichlich Wasser einweichen. Wer will, darf auch gerne eine Dose rote Bohnen verwenden. Diese sind in der Handhabe wesentlich einfacher. Rollgerste zwei Stunden in Wasser einweichen und danach gut abwaschen. Rollgerste ist bereits geschälte Gerste. Danach die Bohnen in ungesalzenem Wasser für 1 1/2 Stunden weich kochen. Ungesalzen, da sonst die Bohnen nicht weich werden.

2.Gerste, Speck und Selchfleisch im Ganzen dazu geben. Nach circa einer Stunde Garzeit das Selchfleisch und den Speck herausnehmen, abkühlen lassen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel, Sellerie und Karotten schälen, halbieren und in kleine Würfel schneiden. Zwiebeln, Karotten und Sellerie in den Topf geben und circa 20 Minuten köcheln lassen. Bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen, Knoblauch schälen, halbieren und ganz fein hacken. Knoblauch zur Suppe geben.

3.Würfelig geschnittener Speck und Selchfleisch zur Suppe geben und mit Meersalz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss gut abschmecken. Petersilie waschen, von den Stilen zupfen und fein hacken. Als Garnitur über die Suppe streuen.

Montafoner Gerstensuppe… Powerfood an kalten Tagen ©Michael Stricker

 

Guntram Fechtig, der Typ der es einfach macht!

Das Bild das du bekommst, ist mir beim Shooting egal!
So richtig scheiß egal!!!!!
Denn die Geschichte und die Erinnerung an das Shooting.
Oder so wie bei uns, unser Abend.
Das ist die Magie wo ein Bild genial macht.

Das Foto das du bekommst, ist mir beim Shooting egal!
So richtig scheiß egal!!!!!
Denn die Geschichte und die Erinnerung an das Shooting.
Oder so wie bei uns, unser Abend.
Das ist die Magie wo ein Bild genial macht.

Ich bin kein Fotograf!
Ich bin ein Magie in Pixel Stecker dödel 🥳

Diese Worte stammen nicht von mir. Das sagt Guntram Fechtig in all seiner Bescheidenheit über sich selber. Und doch weiß er ziemlich genau, das er gut ist in dem was er tut, richtig gut! Den Beweis für sein Können, sein Gefühl, seinen Blick für das Wesentliche liefert er täglich.

Irgendwie war’s ne spontane Idee von Guntram, aber irgendwie war er auch heiss darauf, das wir uns nach beinahe 1 jährigem regen Kontakt persönlich kennenlernen. Durch Zufall und Social Media wurden wir auf einander aufmerksam, und so entwickelte sich langsam aber beständig eine Freundschaft aus diesem Kontakt. Ich empfand die Beiträge mit seinen damaligen Hauptdarstellern, den Lego Figuren, einfach nur genial, zumal sie mich an meine eigene Kindheit erinnerten. Und heute war es denn soweit. Guntram wollte fotografieren, er hatte richtig „Bock“, um es mit seinen Worten zu sagen.

Guntram ist Autodidakt. Und ein ebensolcher Idealist wie ich. Idealisten machen das was sie tun, nicht weil sie müssen oder reich werden wollen, sondern weil sie das was sie machen, mit Leidenschaft tun, dafür brennen sie. Leider führt das auch des öfteren dazu, das man chronisch pleite ist, die Taschen leer sind. Und dann werden halt die Turnschuhe auch täglich nach Löchern überprüft. Erst dann kann man sich völlig sicher sein, das sie auch richtig „eingelaufen“ sind. Manch anderer würde dieses Verhalten mit sparsam umschreiben, Guntram nimmt’s mit Humor…

Bedingt durch meine berufliche Tätigkeit, hatte ich schon des öfteren Kontakt mit dem einen oder anderen Fotografen. Und mich nerven ehrlich gesagt diese Fotografen, die immer diese ganz tolle Ideen haben „Hey, mach doch mal dieses, mach doch mal jenes!“. Ein guter Fotograf fängt den Moment ein, der sich ihm bietet. Eigentlich ist er gar nicht da. Und das er da war, bemerkt man erst viel später beim Betrachten der fertigen Bilder. Dann fragt man sich „wann hat der Kerl denn das Bild gemacht??? Daran kann ich mich gar nicht erinnern“. Guntram stellt sich auf sein Gegenüber ein, er verändert nicht, er fordert nicht. Und er nimmt sich nur das, was du bereit bist freiwillig zu geben.

Guntram Fechtig
Guntram Fechtig ©Guntram Fechtig

Nur, Guntram nimmt nicht nur. Er gibt auch extrem viel. Sogar sein Privatleben ist kein großes Geheimnis für ihn. Die Basics lässt er den Interessierten in einer kleinen Geschichte über sich selber wissen:

Naja meine Geschichte.

Das wird ne ganz kurze Nummer.

Wurde irgendwann in den 80er produziert.

Bin so verrückt das 1 Kind nicht genug war, darum sind jetzt 4 kleine Monster bei uns.

Wohne irgendwo in dem schönen Kuhdorf Weiler.

Vor 13 Jahren hab ich meine große Liebe gefunden.

Ich rasiere mich nicht gerne wie man sieht.

Die Geschichte zu dem ganzen Foto Dingsbums. Da stehe ich noch total in den Kinderschuhen. Um so mehr freut es mich das du mit mir diese Geschichte neu schreibst.

Unsere Geschichte heute Abend war sich kennenlernen, und ein klein wenig kochen natürlich. Und Musik, richtig guter Musik. Manchmal denke ich, ohne gute Musik kann ich nicht wirklich gut kochen, finde nicht in meinem „Lauf“… Kennt ihr das Gefühl, du schaust irgendwann im Laufe des Abends auf die Uhr und denkst dir, Himmel, ist es wirklich schon so spät? Dann weißt du, das du einen richtig tollen Abend hattest, denn die Zeit ist nur so geflogen. Und nein, manchmal ist es wirklich nicht so wichtig, was es zu essen gibt, viel wichtiger ist, das gutes Essen Menschen zusammenführt. Essen ist Begleitung, Bereicherung, denn entscheidend ist, mit wem du dein Essen teilst. Guntram, es war mir eine Ehre und Freude heute Abend mein Essen mit dir teilen zu dürfen!

Stay tuned…   Wer mehr über Guntram Fechtig wissen will, klickt hier!

Guntram Fechtig
Impressionen ©Guntram Fechtig

Vanillekipferl, ein echter Wiener zur Weihnachtszeit!

Bis Weihnachten sind es gerade mal noch sechs Wochen. Zeit sich diesen unvergleichlichen Duft von Nüssen und Vanille in die wohlig warme Stube zu holen! Vanillekipferl gehören zu Weihnachten wie der Truthahn zu Thanksgiving. Und ich wage fast zu behaupten, das Kipferl ist ein echt Wiener. Denn Kipferl beschreibt ursprünglich nur die Form. Und die ähnelt unverkennbar sehr stark einem türkischen Halbmond, in Erinnerung an die Belagerung Wiens durch die Türken.

Ich stelle euch heute mein Rezept dieser österreich-böhmischen Spezialität vor. Und vielleicht habt ihr ja Lust gemeinsam im Kreise der Familie am Wochenende dieses Teegebäck einmal auszuprobieren. Hergestellt werden die Kipferl aus einem Mürbteig aus Mehl, Butter, Zucker und geriebenen Haselnüssen. Je nach Region verwendet man aber auch Mandeln, manchmal sogar geröstet, Walnüsse, Erdnüsse oder Haselnüsse. Jede dieser Nüsse hat somit ihre Berechtigung.

Vanillekipferl

Zutaten für circa 70 Stück:

  • 250g Mehl
  • 100g geriebene Haselnüsse oder Mandeln
  • 75g Feinkristallzucker
  • 150g Butter
  • 2 Eidotter
  • 2 Vanilleschoten oder 2 Eck. Vanillezucker
  • 4 El Staubzucker

1.Für den Mürbteig Mehl mit den Mandeln und Zucker mischen. Butter in kleinen Stücken untermischen, alles zusammen mit den Eidotter zügig zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig halbieren und zu zwei gleich große Rollen formen, mit Frischhaltefolie einwickeln und für mindestens 2 Stunden kühl stellen.

2.Backofen auf 180 Grad vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen. Jede Rolle Mürbteig portionsweise in 35 Stücke schneiden. Jedes Stück zunächst zur Kugel formen und dann mit der flachen Hand zum Kipferl ausrollen.

3.Kipferl auf das Backblech legen und im heißen Ofen für 12 bis 15 Minuten hellgelb backen. Herausnehmen und vom Blech ziehen. Vanilleschoten der Länge nach aufschneiden und das Mark herauskratzen, mit dem Staubzucker vermischen. Die noch warmen Kipferl darin wälzen oder mit dem Vanillezucker bestreuen.

Vanillekipferl, mit einem lieben Gruß vom Schneemann

Rumpsteak, ein ordentliches Stück Fleisch für echte Männer!

Ein ordentliches Stück Fleisch, das ist was für echte Männer. Und jedes Stück mit einem Gewicht unter 300g gilt in Kreisen von Köchen als Carpaccio. Aber ganz so streng wollen wir heute nicht sein. Schließlich soll es ja auch ein Genuss sein. Und für diesen Genuss habe ich euch einen Teil aus dem Roastbeef, auch Beiried genannt, ausgesucht: das Rumpsteak. 

Eigentlich ist es ein absoluter Klassiker, dieses Rumpsteak Strindberg. Zeit, sich mal ein paar Gedanken über diesen unverwechselbaren Geschmack zu machen. Im Original wird das Steak angebraten, mit Senf eingestrichen, mit fein geschnittenen Zwiebeln paniert und dann durch Ei gezogen. Ich stelle euch heute das Rumpsteak in meinem Rezept mit einer Senf-Zwiebelkruste gratiniert, Blattspinat und Krenpolenta vor.

Rumpsteak, Zwiebel-Senfkruste, Blattspinat und Krenpolenta

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Rumpsteak à 250g
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für die Zwiebel-Senfkruste

  • 6 Zwiebeln
  • 2El Dijon Senf
  • 2 Eidotter
  • etwas Maizena

Für den Spinat

  • 500g Blattspinat oder Spinatsalat
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100ml Gemüsebrühe
  • Meersalz
  • Muskatnuss
  • etwas Butter

Für die Polenta

  • 250g Polenta
  • 500ml Wasser
  • Muskatnuss
  • 2Tl Kren aus dem Glas
  • Meersalz aus der Mühle
  • etwas weiche Butter für die Form

1.Zwiebeln schälen und in ganz feine Würfel schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel darin kurz farblos anschwitzen, mit Meersalz würzen und in etwas Wasser ganz weich dünsten. Zwiebeln über ein Sieb geben und kräftig ausdrücken. Die Zwiebeln müssen ganz trocken sein. Nochmal abschmecken, mit dem Stabiler fein pürieren, Senf und Eidotter untermischen. Falls unbedingt nötig etwas Maizena zur Bindung zugeben, bereit stellen.

Fleisch pur: das Rumpsteak

2.Wasser in einem Topf aufkochen, Polenta zugeben und auf kleiner Flamme weich kochen. Mit Meersalz, Kren und etwas Muskatnuss abschmecken. Polenta auf passendes, eingefettetes Geschirr circa 1cm hoch gleichmässig ausstreichen und kühl stellen. Die abgekühlte Polenta stürzen und in 4 gleichmassig geschnittene Schnitten schneiden. Kurz vor dem Anrichten die Polenta in einer beschichteten Pfanne mit etwa Olivenöl von beiden Seiten her kurz anbraten.

3.Backofen auf 220Grad Oberhitze vorheizen. Rumpsteak von beiden Seiten mit Meersalz würzen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Steak darin scharf anbraten. Steaks entnehmen und mit der Pfeffermühle würzen. Zwiebelmasse gleichmässig auf den Steaks verteilen und im Backofen bei Oberhitze für circa 6 Minuten gratinieren.

4.Blattspinat gründlich waschen und von den Stilen befreien. Spinatsalat ist eine gute Alternative, aber nicht so kräftig im Geschmack. Rote Zwiebel und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Gemüsebrühe mit etwas Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin kurz dünsten, Spinat zugeben, weich dünsten und mit Meersalz und Muskatnuss abschmecken. Spinat aus der Gemüsebrühe nehmen und gut abtropfen lassen und in Form drücken.

Herrlich durchwachsenes Rumpsteak, Zwiebelkruste, Spinat und Krenpolenta

Über mich…

Geboren 1967 in Bülach, Kanton Zürich, Schweiz, als Kind deutscher Eltern, Mutter aus Essen und Vater aus Berlin, bin ich im württembergischen Allgäu, einer ländlich geprägten Region,  in Bad Wurzach um genau zu sein, wohl behütet aufgewachsen. Im jugendlichen Alter von 20 Jahren erfolgreich die Allgemeine Hochschulreife am Salvatorkolleg im Heimatort abgelegt, sollte es ein Jahr später hinaus in die große, weite Welt, nach Heidelberg, du feine, mit Freundin, Sack und wenig Pack gehen, Studium in Germanistik und Soziologie war angesagt.

Grund hierfür war meine erste Leidenschaft: Journalismus. Schon während dem Abitur arbeitete ich nebenbei für die regionale schwäbische Zeitung und dem damals angesagtesten Radiosender in der Region, Radio7. Ja, und die Freundin? Die hatte damals gerade in einem Kisslegger Landgasthof ihre Ausbildung zur Köchin erfolgreich beendet. Initialzündung? Weit gefehlt! Ich war bis dato immer der Gourmet. Einer derer, die lieber die Resultate erfolgreicher Küchenarbeit anderer, bei Tisch und Stuhl gemütlich im Restaurant oder Hotel degustieren. Halt ein verwöhnter Sohn aus gehobener Mittelstandsschicht. Aber, ich habe gelernt zu arbeiten, und das nicht erst in der Ausbildung zum Koch. Während des Studiums brachte ich nicht selten sieben Tage die Woche im „Güldenen Schaf “ zu Heidelberg, mitten auf der Hauptstraße, zu. Das ist die Fußgängerzone in Heidelberg, also die Touristenmeile. Wer es nicht glaubt kann sich gerne mal nach einer durchzechten Partynacht in der „Tangente“ oder dem „Cave 54“ morgens um 06.00 Uhr vor der Heiliggeistkirche von einer Horde mit Atemschutz bewaffneter Japaner über den Haufen rennen lassen. Genau so wird es geschehen…

Und ja, es war eine tolle Zeit! Und sie wurde immer besser… Initialzündung? JA! Aber nicht wie ihr jetzt denkt. Nein, ungelogen geschehen bei einer Vorlesung über linguistische Textanalyse im Palais Boisserrée, der Germanistischen Fakultät, in der angeblich schon Johann Wolfgang Goethe gelebt haben soll. Steht zumindest auf einer Gedenktafel am Haus. Die Gretchenfrage war: was machst du eigentlich hier??? Ich hatte es schlicht und ergreifend satt unaufhörlich mit theoretischem Wissen geschwängert zu werden, ich musste raus!

Regional ist gut

Also ab nach Hause, Freundin interviewt, wo man eine wirklich gute Ausbildung zum Koch in Region machen könne. Antwort: keine Ahnung. Aber setz dich doch mal mit Thomas in Verbindung. Thomas war Küchenmeister, gerade geworden, an der Hotelfachschule in Heidelberg. Und Thomas meinte, ruf da mal an. Gemeint war ein kleines Haus, mitten im Odenwald, ja, da sagen sich wirklich Fuchs und Hase Gute Nacht, am Ende einer Straße, wo es nicht mehr weiterging, 1 Stern im Guide Michelin, 16 Punkte im Gault Millau, dem damaligen Mekka aller Feinschmecker in der Region, dem Goldenen Pflug zu Eiterbach!. Ich tat genau das was Thomas mir empfohlen: angerufen, Samstags Vorstellungsgespräch, eine Woche später Sonntags Ausbildungsvertrag unterschrieben, Alter 28 Jahre. Und 2 1/2 Jahre später durfte ich mich nach deutschem Recht der IHK Rhein-Neckar „Koch“ nennen. Zwischendurch besorgte ich mir noch eine Aushilfsbeschäftigung für zwei Tage die Woche, um mir das Geld für die Ausbildung zu verdienen, im Weißen Bock in Heidelberg, bei Jürgen Merz. Kein Tag frei, kein Urlaub, 2 Jahre lang. Wenn ich im Weißen Bock bei Ans, dem damaligen Souschef anrief, um ihm meinen Urlaub mitzuteilen, damit ich etwas mehr dort arbeiten konnte, war die kurze aber sehr einprägsame Antwort: „ja, dann komsch“. Und ich: „Wie jetzt? Den ganzen Urlaub?“ Antwort: „Willsch oder willsch net?“ Nein, ich hatte keine Fragen mehr.

Und drei Monate nach Ausbildungsende war ich selber dann stellvertretender Küchenchef, In Viernheim, in einem 4****Sterne Businesshotel. Nichts besonderes, aber immerhin Souschef mit einem damaligen Gehalt von sage und schreibe 3000.- DM damals. Das war noch Geld….

Und im Mai 2000 erfolgte dann der Sprung nach Österreich, Salzburg. WOW! Tolle Stadt. Erste Position: Chef Tournant. Dann ging’s das erste Mal in die Berge, zum ersten Mal Saison, Winter, nach Schruns im Montafon, Vorarlberg. Das Niveau stieg wieder rasant an: Küchenchef Josef Krischan, 2 Hauben, 16 Punkte, und ich sein Souschef. Ein Gott am Herd! Nicht viele haben mir so imponiert und mich so geprägt wie er, Leidenschaft pur.

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Dann das erste Mal im Traumhotel in rosa (ich war insgesamt drei Mal dort)! Kennt ihr bestimmt: 5*****Liebes Rot-Flüh im Tannheimer Tal, Tirol. Erst Souschef, dann 1/2 Jahr später Küchenchef. Damals lebte noch Renate Huber, die Seniorchefin. „Genau so muss ein Dressing schmecken!“ war eines Ihrer Komplimente, welche ich nie vergessen habe. Ein gastronomischer Urgestein, gleich Ihrem Mann, den ich aber leider nicht mehr kennenlernen durfte. Als dieser Pionier des österreichischen Tourismus auf die Idee kam, auf 1200m Seehöhe einen Außenpool zu bauen, erklärten ihn die Einheimischen für endgültig verrückt. Und heute macht’s jeder. Ist wie mit Franz Keller. Den hat man auch für verrückt erklärt, als er in der 80er Jahren Weißwein nicht mehr wie allgemein üblich im Holzfass, sondern im Stahltank ausbaute. Und heute macht’s jeder, also so gut wie jeder.

Ab 2003 wurde ich dann „fast“ sesshaft. Wieder im Montafon, aber noch weiter oben, mitten in den Bergen, auf beinahe 1500m Seehöhe, in der „Heimspitze“ in Gargellen, 9 Jahre lang. Und da kamen dann die Auszeichnungen, Hauben, Kochlöffel, Bestecke. Alles in allem Platz 20 in Vorarlberg und Platz 93 von ganz Österreich. Danach wollte ich ruhiger werden. Aber bei meiner Vorgeschichte nahm mir das keiner mehr ab, die Anforderung und Ansprüche an mich blieben die selben, wie eh und je. Und dann, 2014 wurde ich tatsächlich sesshaft, in Tirol! Kochen tue ich heute noch am liebsten, wann immer es mich „reißt“, mal alleine, mal mit Freunden, aber immer mit meiner ganzen Liebe zum Kochen.

Regional ist gut

Diesen Blog nun habe ich mit ebenso viel Liebe und Herzblut aufgebaut und betreibe ihn seit beinah 4 Jahren. Sicherlich waren die Anfänge recht unbeholfen. Bilder und Videos wurden damals noch mit dem Handy aufgenommen. Aus heutiger Sicht eher nicht wirklich professionell. Aber ich habe mich auch dazu entschieden diese Zeugnisse meiner Entwicklung weiterhin auf diesem Blog zu belassen. Neben diesem Blog schreibe ich noch 5 mal die Woche Rezepte mit Bildern für ein Wiener Online Gastromagazin. Nein, es wird mir nicht fad. Und fad soll es euch auch nicht werden. Deshalb stelle ich euch gerne weiterhin meine Beiträge zur Verfügung in der Hoffnung euch eine kleine Freude damit zu bereiten!

Euer Michael Stricker

Schaschlik ist Streetfood

Schaschlik ist Streetfood. In Russland, dem Kaukasus und Teilen Südosteuropas wird dieser traditionelle Imbiss an zahlreichen Ständen angeboten. Ein Schaschlik ist ein Grillspieß. Meistens wird er mit Fleisch oder Fisch zubereitet. Und die meisten russischen Schaschlikrezepte stammen übrigens aus dem Kaukasus wo diese Grillspezialität wohl auch ihren Ursprung hat.

Nur, in meiner Küche muss Schaschlik nicht unbedingt nur ein Imbiss sein. Mit Paprikakraut, Speck-Croutôns und Kresseöl serviert ist er mit Sicherheit in jedem guten Restaurant ein echter Hingucker. Ich wünsche euch ganz viel Freude und gutes Gelingen mit meinem neuen Rezept!

Schaschlik vom Wolfsbarsch mit Paprikakraut, Kresse Öl und Speck-Croûtons

Zutaten für 4 Personen:

  • 600g Weißkraut
  • 2El. Paprika, edelsüß
  • 5g Kümmel ganz
  • 3 Lorbeerblätter
  • 0,1Lt. Weißwein
  • 1Lt. Gemüsebrühe
  • 4cl bester Kräuteressig
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 20g Mehl
  • 20g weiche Butter
  • 150g Crème fraîche
  • Butterschmalz

Für den Schaschlik Spieß:

  • 4 Loup de mer Filets, grätenfrei
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 rote Paprika
  • 2 rote Zwiebeln
  • getrocknete Tomaten
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen

Für die Speck-Croûtons:

  • 100g Weißbrot, entrindet
  • 1 rote Zwiebel
  • 100g Speck, gewürfelt
  • Thymian
  • Meersalz aus der Mühle
  • Butter

Für das Kresse Öl:

  • 2 Packung feine Bio Kresse
  • 50ml Sonnenblumenöl

1.Zunächst das Weißkraut halbieren, viertel und den Strunk keilförmig herausschneiden. Die Krautviertel in feine Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Die weiche Butter mit dem Mehl gut vermischen und zwischenzeitlich kühl stellen. In einem Topf Butterschmalz erhitzen und die Zwiebelwürfel mit dem Knoblauch darin anschwitzen. Paprikapulver, Lorbeerblätter und Kümmel hinzugeben und leicht mitrösten. Das geschnittene Weißkraut zugeben und gut durchmischen. Mit Weißwein, Kräuteressig und Gemüsebrühe ablöschen und das Weißkraut weich dünsten. Wenn das Kraut weich ist mit Crème fraîche, Meersalz und Pfeffer abschmecken und mit der Mehlbutter cremig abbinden.

2.Für die Spieße das Kerngehäuse aus den Paprika herausschneiden und die Paprika in gleichmässige Stücke schneiden. Paprika in kochendem Salzwasser blanchieren und bereit stellen. Die Zwiebeln schälen, halbieren, vierteln und die einzelnen Segmente von einander lösen. Die Wolfsbarschfilets unter kaltem Wasser abwaschen, auf Küchenkrepp trocknen und mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Einen Holzspieß vorn durch das Fischfleisch ziehen, danach Paprika, Zwiebel und getrocknete Tomate auf den Spieß ziehen. Den Spieß wieder durch das Fischfilet stossen und nochmals Paprika, Zwiebel und Tomate aufziehen. Den Spieß am Schwanzende des Filets durchziehen. Nochmals von oben her würzen.

3.Das Weißbrot in gleichmässig kleine Würfel schneiden. Die rote Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen und zunächst die Brot-Croûtons darin anrösten. Speck und Zwiebel hinzugeben und mitrösten. Zum Schluss mit Thymian und Meersalz würzen.

5.Für das Kresse Öl die Bio Kresse mit der Schere abschneiden und mit dem Öl zusammen in einen Mixer geben. Alles zusammen fein aufmixen. Backofen auf 200g vorheizen. In einer ausreichend großen Pfanne Olivenöl erhitzen und die Fischspieße darin kurz anbraten. Die Spieße danach im Backofen für circa 6 Minuten fertig garen.

Schaschlik vom Zander auf Paprikakraut und Speck-Croutons

Schokoladen Schmarren, der etwas andere Schmarren!

Dieses Schmarren müsst ihr unbedingt probieren! Denn einmal probiert, für immer verführt, so erging es zumindest mir, als ich von diesen Schmarrn das erste Mal kosten durfte . Und das ist doch wahrhaftig ein guter Grund diese dem Kaiserschmarren mehr als ebenbürtige Variante mit in meine Rezeptsammlung aufzunehmen. Schokolade und Mango sind ohnehin eine harmonische Kombination.

Dieses Schmarren müsst ihr unbedingt probieren! Denn einmal probiert, für immer verführt, so erging es zumindest mir, als ich von diesen Schmarrn das erste Mal kosten durfte . Und das ist doch wahrhaftig ein guter Grund diese dem Kaiserschmarren mehr als ebenbürtige Variante mit in meine Rezeptsammlung aufzunehmen.

Schokolade und Mango sind ohnehin eine harmonische Kombination. Und so lag es denn auch recht nahe, den Schokoschmarrn mit Mango zu kredenzen. Jedoch solltet ihr es nicht versäumen, bei den derzeit herrschenden spätsommerlichen Temperaturen, diesen Schmarrn auch mal mit erfrischender Passionsfrucht zu versuchen. Ich wünsche euch allen ein erholsames Wochenende und ganz viel Freude mit meinem neuen Rezept.

Schokoschmarrn mit Mangoragout

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Eier
  • 50g Zucker
  • 100g Butter
  • 2Tl Vanillezucker
  • 60g echter Kakao
  • 300ml Milch
  • 220g Mehl
  • Prise Salz
  • 2 Stück reife Mango
  • 3El feiner Mango Essig

1.Mango schälen und auf beiden Seiten das Fruchtfleisch vom Kern herunterschneiden. Mangoscheiben der Länge nach halbieren und in feine Würfel schneiden. Das am Kern verbliebene Fruchtfleisch abschaben und mit dem Stabmixer in einer Schüssel fein pürieren. Mangowürfel zum Püree zugeben und mit Mango Essig abschmecken, kühl stellen.

Frisches Mangoragout… ©Michael Stricker

2.Backofen auf 200 Grad vorheizen. Mehl und Kakao in einer Schüssel vermischen. Die Eier trennen und das Eigelb zum Mehl zugeben. Eiklar in der Küchenmaschine mit einer Prise Salz und Vanillezucker auf höchster Stufe zu einem festen Eischnee aufschlagen. Mehl, Kakao und Eidotter mit der Milch zu einem glatten Teig verühren. Eischnee vorsichtig mit dem Schneebesen unter die Kakaomasse heben.

3.Auf dem Herd eine Stahlpfanne erhitzen, die Hälfte der Butter zerlassen und den Schmarrnteig darin kurz angehen lassen. Den Schmarrn im Backofen für circa 20 Minuten backen.  Schokoschmarrn nach dem Backen auf dem Herd in der Pfanne stückig zerreissen, die restliche Butter zugeben und mit 3-4 Esslöffel feinem Kristallzucker bestreuen und den Schokoschmarrn knusprig karamellisieren. Den Schmarrn abschließend mit reichlich gesiebtem Staubzucker bestreuen und erfrischend säuerliche Johannisbeeren als Garnitur dazu reichen.

Ein traumhafter Genuss, dieser Schoko Schmarren… ©Michael Stricker

Wiener Schnitzel, gebacken, nicht frittiert!

Über jeden Zweifel erhaben ist es wohl der absolute Spitzenreiter der österreichischen Kulinarik: das Wiener Schnitzel! Selbst in unserer Hauptstadt Wien steht in Punkto Gaumenschmaus wenig überraschend das Wiener Schnitzel an erster Stelle, das für 8 von 10 Befragten der Inbegriff des typisch wienerischen Gerichtes ist, gefolgt von der Sachertorte (55%) und Kaiserschmarrn (33%).

Umso mehr ein Grund für mich diesen Inbegriff der typisch wienerischen Kulinarik gebührend mit in meinen Blog aufzunehmen. Ein Wiener Schnitzel wird immer von Kalbfleisch gemacht, ausser es heisst „Schnitzel Wiener Art“. Dann darf es auch vom Schwein sein. Aber ein Schnitzel wird immer gebacken, ganz gleich ob nach „Wiener Art“ oder original, und nicht frittiert!

Wiener Schnitzel vom Kalb mit Erdäpfel-Gurkensalat

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 St. Kalbsschnitzel à 160g, vorzugsweise aus der Keule
  • 150g griffiges Mehl
  • 300g Semmelbrösel
  • 2 Eier
  • Meersalz aus der Mühle
  • Öl und Butterschmalz

Für den Erdäpfel-Gurkensalat

  • 1 Salatgurke
  • 500g festkochende Kartoffel
  • Kümmel
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 0,5Lt. kräftige Rindsbouillon
  • 1El. Senf
  • Kräuteressig
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bund Schnittlauch

1.Zunächst die Erdäpfel waschen und mit Schale in reichlich Salzwasser und Kümmel kochen. Die Salatgurke waschen, Streifen abschälen, und die Gurke in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben ausreichend salzen und bereit stellen. Nach dem Garen die Erdäpfel schälen und ebenfalls in dünne Scheiben in eine Schüssel schneiden.

2.Die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Die Rindsbouillon einmal aufkochen, mit Senf, Salz, Pfeffer und Essig abschmecken und die Zwiebelwürfel darin einmal kräftig aufkochen. Die Marinade über die noch warmen Erdäpfelscheiben geben und durchmischen.

3.Die Kalbsschnitzel auf der Arbeitsfläche mit Frischhaltefolie bedeckt mit dem Plattiereisen oder einer schweren Pfanne dünn klopfen. In 3 Schüsseln jeweils Mehl, Ei und Semmelbrösel füllen, die Schnitzel salzen, und zunächst in Mehl, dann in den leicht angeschlagenen Eiern, und zum Schluss in Semmelbrösel panieren.

4.Aus den gesalzenen Gurkenscheiben das Wasser kräftig herausdrücken und die Gurke unter den Erdäpfelsalat mischen. Den Schnittlauch waschen und in feine Ringe schneiden. Diese zum Schluß in den Salat einrühren, nochmals abschmecken und bereit stellen.

4.Öl und Butterschmalz in einer Pfanne auf mittlerer Flamme erhitzen. Die panierten Kalbsschnitzel nun im Öl goldgelb ausbacken. Die Pfanne hierbei immer wieder schwenken und die Schnitzel mit dem Öl umspülen. So wird die Panade luftig. Als Garnitur den klassischen Zitronenstern und Preiselbeeren dazu.

Wiener Schnitzel
Das klassische Wiener Schnitzel! ©Michael Stricker

Caponata Siziliana, ich hol den Sommer zurück!

Süß und sauer zugleich, das ist die Caponata. Ihren Ursprung hat diese Köstlichkeit am äussersten Zipfel Italiens, in Sizilien um genau zu sein. Und genau das ist die Caponata, die Verschmelzung der gesamten, mediterranen Küche in einem einzigen Schmorgericht: Melanzani und Tomaten, Sultaninen, Zwiebeln, Knoblauch, Pignoli, Kapern und Oliven, Fenchel oder Staudensellerie. 

Eine Caponata ist eigenständig. So eigenständig, dass sie in ihrer Heimat sogar als reine Vorspeise serviert wird, kalt, oder warm mit geröstetem Weißbrot. Aber auch als Gemüsebeilage zu Pasta oder gegrilltem Fisch steht sie stets im Mittelpunkt. Als ich das erste Mal in den Genuss dieses Schmorgemüse kam, hat mich der Geschmack Zeit meines Lebens nicht mehr losgelassen. Mittlerweile hat sich die Caponata zu einem festen Bestandteil meines Reportoires entwickelt. Ich wünsche euch nun mit meinem Rezept eine ebensolche Geschmacksexplosion!

Sizilianische Caponata

Zutaten für 4 Personen:

1.Zwiebeln und Knoblauch für die Caponata schälen und in kleine Würfel schneiden. Das Olivenöl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch darin angesehen lassen. Nebenbei Sellerie und Melanzani abwaschen und getrennt ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Die Tomaten kurz in heißem Wasser blanchieren und dann die Haut entfernen. Die Tomaten vierteln, das Kerngehäuse herausschneiden und in kleine Würfel schneiden.

2.Die Sultaninen in ein wenig Wasser einweichen und die Pinienkerne ohne Zugabe von Öl in einer Pfanne goldbraun anrösten. Danach die gewürfelten Melanzani zu den Zwiebeln geben und mit anschwitzen. Danach den geschnittenen Staudensellerie und zum Schluss die gewürfelten Tomaten zufügen und alles zusammen weiter garen.

3.Das Gemüse weich schmoren. Danach die Sultaninen gut abtropfen lassen und mit den Kapern, grob gehackten, grünen Oliven und Pinienkerne zum Schmorgemüse unterheben und noch ein wenig weiter schmoren, bis sich alle Geschmacksnuancen voll entwickelt haben. Durch die Verwendung von Kapern und Oliven ist ein abschmecken der Caponata mit Salz nicht mehr nötig.

Caponata
Caponata, der Geschmack des Südens

Kässpätzle, ein Zeichen von Regionalität!

Im tirolerischen macht man sie mit Graukäse, in Vorarlberg mit Bergkäse und Räskäse, im schwäbischen mit Emmentaler und im Montafon gar mit Surakees. Bei kaum einem anderen Gericht findet sich so viel Regionalität wieder wie bei Kässpätzle.

Kässpätzle? Das ist doch ein ganz einfaches Essen. Ich gehe in ein Restaurant, und fünf Minuten später sind sie schon da. Das kann doch wirklich nicht schwer sein. Nein, ist es auch nicht. Denn in einem Restaurant sind die Spätzle schon fertig, der Käse schon gerieben und im richtigen Verhältnis gemischt, die Zwiebeln geröstet, und der gewaschene Salat wird nur noch mariniert. Also, alles ganz einfach. Und genau weil es so einfach ist, stelle ich euch in meinem Rezept heute Kässpätzle mit Dill-Häuptlsalat vor.

Vorarlberger Kässpätzle mit Häuptlsalat

Zutaten für 4 Personen:

  • 1Kg Spätzle Mehl oder griffiges Mehl
  • 12 Eier
  • Meersalz aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • Mineralwasser
  • 160g junger Bergkäse, 3 Monate gereift
  • 160g alter Bergkäse, 16 Monate gereift
  • 80g Räskäse
  • 0,2Lt. Rindsbouillon
  • 1 Bund Schnittlauch

Für die Röstzwiebeln

  • 2 Zwiebeln
  • Mehl
  • etwas Paprikapulver
  • Öl zum ausbacken der Zwiebeln

Für den Häuptsalat

  • 1 Häuptlsalat
  • 1 Bund frischer Dill
  • 4 Kirschtomaten
  • 100ml Wasser
  • 100ml Kräuter Essig
  • 20g Zucker
  • 8g Salz
  • 100ml Schlagobers

1.Zunächst für die Spätzle in einem ausreichend großen Topf Salzwasser aufkochen. Das Mehl in der Rührmaschine mit den ganzen Eiern, frischer Muskatnuss, Meersalz und etwas Mineralwasser kräftig aufschlagen, bis der ganz leicht laufende Teig Blasen schlägt. Den Teig nun durch ein Spätzleblech in das kochende Salzwasser streichen. Wenn die Spätzle aufsteigen sind sie gar. Die Spätzle sofort mit einem Schaumlöffel in gesalzenes Eiswasser geben und bereit stellen.

Kässpätzle
Die wichtigste Zutat: Käse! ©Michael Stricker

2.Die 3 Käsesorten ihren Anteilen entsprechend durch eine grobe Reibe durchlassen und gut miteinander vermengen und bereit stellen. In einem Topf ausreichend Öl erhitzen, die Zwiebeln schälen und in dünne Scheiben oder Streifen schneiden. Mehl mit etwas Paprikapulver in einer Schüssel vermengen und die Zwiebeln darin ein wenig melieren. Ist das Öl ausreichend heiß von den Zwiebel das Mehl mit der Hand ein wenig abklopfen und die Zwiebeln dann im Öl ausbacken. Vorsicht: die Zwiebeln ziehen, nachdem man sie wieder aus dem Öl abgeschöpft, hat in der Farbe noch nach. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Den Schnittlauch waschen, in feine Ringe schneiden und bereit stellen.

3.Für das Dressing Salz und Zucker im Wasser einmal kräftig aufkochen, vom Herd nehmen, den Essig hinzugeben und zum Abkühlen in den Kühlschrank stellen. Nach dem Abkühlen Schlagobers hinzugeben. Den frischen Dill von den Stielen abzupfen und grob hacken. Dill zum Dressing dazugeben und ziehen lassen.

Kässpätzle
Die Zwiebel nur leicht melieren und paprizieren ©Michael Stricker

4.Die Blätter vom Häuptlsalat gründlich waschen, kräftig ausschlagen, und in mundgerechte Stücke zupfen. Den Salat mit dem Dressing in einer Schüssel marinieren und mit geviertelten Kirschtomaten ausgarnieren, etwas frischen Dill noch darüber zupfen.

5.Die Rindsbouillon in einer Pfanne aufkochen und die Spätzle darin erhitzen, leicht einköcheln lassen. Die Spätzle mit Meersalz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Dann den geriebenen Käse hinzugeben und die Spätzle kräftig durchschwenken. Der Käse sollte Fäden ziehen, dann sind sie richtig. Die Kässpätzle auf 4 Teller gleichmässig verteilen und mit reichlich Schnittlauch und Röstzwiebeln ausgarnieren.

Kässpätzle
Frisch zubereitet sind sie einfach nur ein Gedicht: Kässpätzle mit knusprigen Zwiebeln und grünem Salat ©Michael Stricker

 

Kaiserschmarren: ein wahrhaft kaiserlicher Gaumenschmaus!

Es gibt wohl kaum eine österreichische Spezialität um die sich so viele Legenden  ranken, wie dem über alle Grenzen hinweg bekannten Kaiserschmarren. Sogar bis hin zu Kaiserinschmarren reichen diese. Fakt scheint jedoch zu sein, das diese süße Köstlichkeit zweifelsfrei mit Kaiser Franz Joseph I und Elisabeth I, besser bekannt unter ihrem Kosenamen „Sisi“ in Zusammenhang steht.

Mit den Rosinen im Kaiserschmarren ist das so eine Sache. Die einen mögen sie, die anderen wieder nicht. Und Kaiserin Sisi mochte sie allen Legenden nach auch nicht. Und so gehe ich in meinem Rezept heute lieber auf Nummer Sicher und stelle euch diese gar kaiserliche Mehlspeise ohne Rosinen vor.

Kaiserschmarren mit Vanille Balsamessig Zwetschgenröster

Zutaten für 4 Personen:

  • 180g Mehl
  • 360ml Milch
  • 6 Eier
  • 90g Zucker
  • etwas Rum
  • Prise Salz
  • 100g Butter zum Backen
  • 100g Butter zum Karamellisieren

Für den Zwetschgenröster

1.Für den Kaiserschmarren zunächst die Eier trennen. Eidotter mit 2/3 der Milch verühren und das Mehl mit dem Schneebesen dazugeben, glatt rühren und die restliche Milch einrühren. Eiklar in der Küchenmaschine mit einer Prise Salz zu einem kompakten und geschmeidigen Eischnee schlagen. Den Eischnee mit einem Gummispachtel vorsichtig unter den Teig heben.

2.Den Backofen auf 200g vorheizen. Butter in einer Pfanne schmelzen und den Schmarrenteig hineingeben. Nachdem der Teig vom Boden her leicht gestockt ist, die Pfanne in den Ofen geben und für circa 20 Minuten garen. der Schmarren sollte eine schöne, goldgelbe Farbe aufweisen.

3.Für den Zwetschgenröster die Zwetschen waschen, halbieren, entkernen und in Streifen schneiden. Die Zwetschgenstreifen in eine Pfanne geben. Die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden und das Mark herauskratzen und zu den Zwetschgen geben. Die Zwetschgen mit dem Zucker bestreuen und auf kleiner Flamme das Obst langsam garen. Dabei bindet der Zucker den Saft aus der Zwetschge und sorgt für die nötige Flüssigkeit. Sind die Zwetschgenstreifen ganz weich gegart mit einem guten Spritzer Vanille Balsam Essig abschmecken und kühl stellen.

4.Nach dem Garen den Schmarren aus dem Ofen nehmen, in Stücke zerreißen, bei größerer Hitze nochmals Butter hinzugeben, schmelzen, und den Schmarren mit Zucker bestreuen. Unter Rühren den Kaiserschmarren gleichmässig karamellisieren und mit Rum beträufeln.

Kaiserschmarren
Zart schmelzendes Vanille Eis, Schmarren und Zwetschgenröster, mit Vanille Balsam Essig

 

Wiener Saftgulasch: gedünstet, nicht gebraten!

Zeit ist eine der wichtigsten Zutaten der österreichischen Küche! Als ich vor gut 20 Jahren beruflich nach Österreich kam, wurde ich mir dieser Tatsache sehr schnell bewusst. Kein Tafelspitz, kein Steirisches Wurzelfleisch, kein Krenfleisch und kein Wiener Saftgulasch hätte jemals seinen Siegeszug in der österreichischen Küche  angetreten ohne diese fundamentale Grundzutat.

Entgegen dem Kalbsrahmgulasch wird beim Saftgulasch das Fleisch nicht gebraten, sondern in der Sauce gedünstet. Und je länger und schonender, umso zarter und weicher wird das Rindfleisch. Ein gutes Gulasch braucht 2 Tage. Am ersten Tag wird nur die Sauce angesetzt und immer wieder einreduziert, am zweiten Tag dann gibt man das Fleisch hinzu. So entwickelt das Wiener Saftgulasch seinen unnachahmlich typischen Geschmack. Klassische Beilagen sind Erdäpfel, Semmel- oder Serviettenknödel. Ich habe serviere euch heute in meinen Rezept Wiener Saftgulasch mit hausgemachten Spätzle.

Wiener Saftgulasch mit hausgemachten Spätzle

Zutaten für 4 Personen:

  • 900g Rinderwadschinken, gut zugeputzt
  • 900g Zwiebel
  • 100g Butterschmalz
  • 1El. Tomatenmark
  • 1/2Lt. Wasser
  • 3-4El. edelsüßer Paprika
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1Tl. ganzer Kümmel
  • Majoran, gerebelt
  • Thymian, gerebelt
  • Chardonnay oder Kräuter Essig
  • 2 Lorbeerblätter
  • Meersalz aus der Mühle

Für die Spätzle

  • 500g Spätzlemehl
  • 6 ganze Eier
  • frische Muskatnuss
  • Meersalz aus der Mühle
  • etwas Mineralwasser mit Kohlensäure

1.Zunächst Zwiebeln und Knoblauch schälen, in feine Würfel schneiden und in heißem Öl hellbraun rösten. Paprikapulver unterrühren, das Tomatenmark hinzugeben, karamellisieren, und mit einem guten Spritzer Essig und mit etwa einen halben Liter Wasser ablöschen und gut durchrühren. Lorbeerblätter und die restlichen Kräuter hinzugeben und die Zwiebeln weich dünsten. Die Sauce auf kleiner Flamme immer wieder einköcheln und mit etwas Flüssigkeit immer wieder auffüllen.

2.Das Rindfleisch in dicke Würfel schneiden und zur Gulaschsauce zugeben. Am Herd auf kleiner Flamme zugedeckt das Fleisch langsam für 2-3 Stunden weich dünsten. Die Flüssigkeit bei Bedarf mit Wasser wieder auffüllen. Das Fleisch sollte noch kernig zart sein, da es in der Sauce noch ein wenig nachgart.

3.Für die Spätzle in einem ausreichend großen Topf Salzwasser aufkochen. Das Mehl in der Rührmaschine mit den ganzen Eiern, frischer Muskatnuss, Meersalz und etwas Mineralwasser kräftig aufschlagen, bis der ganz leicht laufende Teig Blasen schlägt. Den Teig nun durch ein Spätzleblech in das kochende Salzwasser streichen. Wenn die Spätzle aufsteigen sind sie gar. Die Spätzle sofort mit einem Schaumlöffel in gesalzenes Eiswasser geben,

4.Zum erwärmen der Spätzle diese nochmal in das kochende Salzwasser geben und danach in einer heißen Pfanne mit geschmolzener Butter noch einmal durchschwenken. Mit Meersalz aus der Mühle und etwas Muskatnuss nochmal abschmecken.

Saftgulasch
Zart gedünsteter Wiener Saftgulasch mit hausgemachten Butterspätzle

 

Paprika Huhn, ein Klassiker der österreichisch-ungarischen Küche

Ein Paprika Huhn ist niemals ein Pörkölt. Als solche werden in der ungarischen Küche Gulaschgerichte bezeichnet. Und was wir als ein Gulasch bezeichnen, entspricht in der ungarischen Küche eigentlich eher der gulyás, uns besser geläufig als Gulaschsuppe. In ein ungarisches Pörkölt kommt niemals Sauerrahm oder Schlagobers, wohl aber in ein Paprika Hendl. Und eigentlich ist das Paprika Huhn auch mehr dem ungarischen Paprikás Csirke verwandt.

In der Zubereitung des Paprika Hendl gibt es nicht nur eine Art. Mal werden die Hühnerteile meliert und scharf angebraten, mal bindet man die Sauce mit Sauerrahm und Mehl. Andere Wiederrum  geben gerne noch Paprikawürfel und Tomatenstücken in die Sauce. Ich habe mich in meinem heutigen Rezept für eine Fusion aller Varianten entschieden und wünsche ich euch viel Freude bei diesem Gusto Stückle.

Paprikahuhn mit Paprika-Zwiebelgemüse im Palatschinken

Zutaten für 4 Personen:

  • 2 ganzes Hühner,  je circa 1,5KG
  • 200g Wurzelgemüse
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Zwiebel
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 10 Pfefferkörner
  • Meersalz
  • Suppengrün
  • Butterschmalz
  • Öl

Für die Sauce

  • 3 Zwiebeln
  • 3 Tomaten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Bio Zitrone
  • 40g Paprikapulver, edelsüß
  • 600ml Hühnerbrühe
  • 100ml Weißwein
  • 1El Tomatenmark
  • 30g weiche Butter
  • 30g Mehl
  • 150g Crème fraîche

Für das Paprikagemüse

  • 2 Zwiebeln
  • 2 rote Paprika
  • 2 gelbe Paprika
  • 1 El Tomatenmark
  • 100ml Weißwein
  • 250ml Hühnerbrühe
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Zucker
  • 20g Paprikapulver
  • 1Tl Sambal Oelek
  • 1 Rosmarinzweig
  • natives Olivenöl

Für die Crêpes

  • 130g Mehl
  • 250ml Milch
  • 2 Ei
  • 20g flüssige Butter
  • Prise Salz
  • Schnittlauch
  • Butter

1.Die Hühner zunächst gut waschen, Brust und Keule jeweils herauslösen und bereit stellen. Die Karkassen grob zerkleinern, Zwiebel schälen und halbieren. Wurzelgemüse waschen, schälen und in walnussgroße Stücke schneiden. Öl in einem Topf erhitzen und Karkassen mit der Zwiebel kräftig angehen lassen. Wurzelgemüse ohne Lauch zugeben und ebenfalls anrösten. Mit einem Liter Wasser ablöschen, Gewürze, Lauch und Suppengrün zugeben, einmal aufkochen und danach schonend köcheln. Für die Mehlbutter Mehl und weiche Butter miteinander gut vermengen und in den Kühlschrank stellen.

2.Zwiebeln und Knoblauch für die Sauce schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Tomaten waschen und in grobe Würfel schneiden. Butterschmalz in einem Topf erhitzen, die Hühnerteile mit Meersalz würzen, und darin ohne Farbe anbraten. Hühnerteile herausnehmen und die Zwiebeln und Knoblauch in den Topf geben und ebenfalls farblos angehen lassen. Mit Paprikapulver einstäuben, Tomatenmark zugeben und mit Weißwein ablöschen. Hühnerbrühe durch ein Sieb nach und nach zugeben und die angebratenen Hühnerteile zur Sauce geben. Bio Zitrone mit dem Sparschäler schälen. die Schale fein hacken, zur Sauce mit dem Zitronensaft und den Tomaten geben. Hühnerteile auf kleiner Flamme langsam in der Sauce garen.

Paprika Huhn
Eine leichte Beilage: Crêpes mit Zwiebel-Paprikaragout

3.Für die Crêpes Mehl mit Salz vermischen. Milch und Eier dazugeben und vermengen. Flüssige Butter und fein geschnittenen Schnittlauch unterrühren. Den Teig für 15 Minuten ruhen lassen. Butter in einer beschichteten Pfanne zerlassen. Den Teig mit einem Schöpfer gleichmässig in kreisender Bewegung in die Pfanne geben und die Crêpes so dünn wie möglich von beiden Seiten goldgelb backen.

4.Paprika waschen, Kerngehäuse herausschneiden, vierteln und in feine Streifen schneiden. Die Zwiebeln schälen, halbieren und ebenfalls in dünne Streifen schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln darin angehen lassen, Paprikastreifen hinzugeben. Mit gemahlenem Paprika einstäuben, Tomatenmark zufügen, leicht angehen lassen. Mit Weißwein und Hühnerbrühe ablöschen und weich köcheln. Mit Meersalz, Pfeffer, etwas Zucker und Sambal Oelek abschmecken, den Rosmarinzweig zugeben.

5.Hühnerteile aus der Sauce nehmen. Sauce mit der Mehlbutter abbinden, mit Meersalz und Crème fraîche abschmecken. Alles zusammen in den Mixer geben und fein pürieren. Die Sauce danach passieren und die Hühnerteile wieder in die Sauce legen.

Paprika Huhn
Ungarisches Paprikahendl und Zwiebel-Paprikagemüse im hauchdünnen Crêpes

 

Polpette, die raffinierten Fleischbällchen

Es sind manchmal recht schlichte Köstlichkeiten und doch besitzt beinah jede Nation ihre eigene. Diese kulinarischen Spezialitäten aus Faschiertem, ob Köttbullar, Kotleta, Frikadellen oder Königsberger Klopse. Auch in Italien gibt es sie. Ich habe Polpette schon in Verona in einer unscheinbaren Seitengasse wie bei „La Mama“ essen dürfen und zähle seit jeher Polpette zu meinen absoluten Favoriten.

Und Polpette bedeutet wörtlich übersetzt ganz schlicht „Fleischbällchen“. Nur, mit schlicht hat diese kalabrische Köstlichkeit ganz und gar nichts gemeinsam. Gerne stelle ich euch in meinem heutigen Rezept diese „bittersüße“ italienische Variante „Polpette in agrodolce“ vor, und wünsche euch viel Freude beim kochen und genießen.

Polpette in agrodolce

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Faschiertes gemischt (ergibt circa 60 Polpette)
  • 100g altbackenes Brot
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Bund Basilikum
  • 2 Eier
  • 50g geriebener Pecorino oder Grana Padano
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 3/4Lt Olivenöl zum ausbacken

Für die Tomatensauce:

  • 1 Zwiebel
  • 800g Roma Tomaten
  • 2El natives Olivenöl
  • 1El Tomatenmark
  • 30g Mandeln, gestiftet
  • 100ml Traubensaft
  • 1El Zucker
  • 3Tl Essig

1.Für die Tomatensauce zunächst die Tomaten gut waschen, Grün entfernen, halbieren und die Tomaten stückig schneiden. Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin angehen lassen. Tomaten und Tomatenmark hinzufügen, salzen und pfeffern und bei schwacher Hitze gut eine Stunde ganz langsam köcheln lassen. Die Sauce mit dem Essig abschmecken und mit dem Stabmixer fein pürieren.

2.Das altbackene Brot in grobe Scheiben schneiden und in Wasser einweichen. Knoblauch schälen, halbieren und mit der Hälfte vom Basilikum ganz fein hacken. Die andere Hälfte vom Basilikum in feine Streifen schneiden und bereit stellen. Das Brot gut ausdrücken und zerreissen, mit Basilikummischung, Faschiertem, Eiern, fein geriebenem Grana Padano, Meersalz und Pfeffer durchmischen. Aus dem Fleischteig walnussgroße Bällchen formen.

4.Inzwischen Olivenöl zum Ausbacken erhitzen. Die Polpette darin für 3-4 Minuten goldbraun ausbacken und danach auf einem Küchenkrepp gut abtropfen lassen. Danach mit dem reduzierten Traubensaft gut beträufeln. Mandelstifte ohne Zugabe von Öl in einer Pfanne goldbraun rösten. Polpette und Mandelstifte vorsichtig unter die Tomatensauce heben und noch ein wenig ziehen lassen. Zum Schluß die fein geschnittenen Basilikumblätter über die Polpette streuen.

Ragout vom Ochsenschlepp, ein echter Klassiker!

Leider heutzutage fast gänzlich von unseren Speisekarten verschwunden ist dieser herrliche Klassiker! Die wohl gängigste Verwendung des Ochsenschlepp in der Küche ist wohl eher die Herstellung von Suppen wie die britische Oxtail. Ein klassisches Schmorgericht, deftig, aber nicht derb, hingegen ist da schon eher das Ochsenschlepp Ragout. Und damit sind wir noch einmal beim Thema „From Nase To Tail“ angekommen, um genau zu sein, beim Tail.

Wiederentdeckt wurde diese Köstlichkeit durch die Sternegastronomie. Diese nimmt sich nur zu gerne vertrauensvoll den Klassikern an, und belebt sie wieder neu. Der Arbeitsaufwand ist bei diesem Rezept nicht zu unterschätzen. Die Sauce wird hierbei direkt aus der Schmorflüssigkeit gezogen. Durch den hohen Anteil an Gelatine im Ochsenschlepp hat der Schmorsaft bereits eine natürliche Bindung, Würze und Kraft. Mit einem kräftigen Blaufränkisch wird die Sauce zum wahren Genuss, harmonisch saisonal abgerundet durch Pastinake und dem süßlichem Zwiebel Confit!

Ochsenschlepp Ragout mit Pastinaken Püree und Zwiebel Confit

Zutaten für 4 Personen:

  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 100g Karotten
  • 100g Sellerie
  • 1 Lauch
  • natives Olivenöl
  • 1.5 kg Ochsenschwanz, ( in 5 cm dicke Scheiben)
  • 1Lt. guter Blaufränkisch
  • 800 ml Rindsbouillon
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 3 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 4 Wacholderbeeren
  • Rosmarin
  • 30g weiche Butter
  • 30g Mehl

Für das Pastinakenpüree

  • 4 Pastinaken
  • 1Lt. Schlagobers
  • Meersalz aus der Mühle
  • 100g Butter

Für das Zwiebel Confit

  • 250g rote Zwiebeln
  • 200g Zucker
  • 6cl Grenadine
  • 250ml Weißwein
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

1.Zunächst Karotten, Lauch und Sellerie waschen. Zwiebeln und Knoblauch schälen und in grobe Stücke schneiden. Karotten und Sellerie schälen und danach ebenfalls in grobe Stücke schneiden. Den Lauch halbieren und stückig schneiden

Ochsenschlepp
Geschmorter Oschenschlepp

2.Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen. Die Ochsenschlepp Scheiben mit Meersalz und Pfeffer gut würzen und im Topf gleichmassig anrösten. Den Ochsenschlepp aus dem Topf nehmen und auf Küchenkrepp bereit stellen. Das ganze Gemüse bis auf den Lauch in den Topf geben und ebenfalls kräftig anrösten. Danach den Ochsenschlepp mit den Kräutern und Gewürzen in den Topf und den Rotwein um die Hälfte bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Mit der Rinderbrühe auffüllen und den Lauch dazugeben. Hitze reduzieren und den Ochsenschlepp auf kleiner Flamme langsam köcheln lassen. Wenn sich das Fleisch von alleine vom Knochen ablöst ist er gar.

3.Für die Mehlbutter 30g weiche Butter mit 30g Mehl gleichmässig vermischen. Die Mehlbutter zwischenzeitlich zum Abkühlen in den Kühlschrank stellen.

Ochsenschlepp
Pastinake: Top aktuell derzeit!

4.Für das Püree die Pastinaken schälen und stückig schneiden. Schlagobers in einem Topf erhitzen und die Pastinake darin leicht gesalzen ganz weich kochen. Sind die Pastinaken gar aus dem Schlagobers nehmen und gut abtropfen lassen. Im Mixer mit 100g kalte Butter ganz fein pürieren und nochmals mit Salz abschmecken.

5.Für das Confit die roten Zwiebeln schälen und in ganz feine Würfel schneiden. Einen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel mit dem Zucker zusammen farblos angehen lassen. Mit Weißwein und Grenadine ablöschen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze weich garen.

6.Den weich geschmorten Ochsenschlepp aus dem Topf nehmen. Den Bratensaft durch ein feines Haarsieb passieren und nochmals einköcheln lassen. Die einreduzierte Sauce nochmal abschmecken und dann zum Abkühlen in den Kühlschrank stellen. Hierbei setzt sich das Fett an der Oberfläche ab. Dieses Fett kann man dann ganz leicht von der Oberfläche abschöpfen. Nach dem Fett abschöpfen die Sauce mit der Mehlbutter unter starkem Kochen mit einem Schneebesen abbinden.

7.Zwischenzeitlich das Fleisch vom Ochsenschlepp ablösen und grob auseinander reißen. Das ausgelöste Fleisch im Topf mit der Sauce wieder vermengen und erhitzen und dann mit einem Ringausstecher in Form pressen.

Ochsenschlepp
Ochsenschlepp Ragout auf Pastinakenpüree

 

Das war’s dann wohl mit heimischen Eierschwammerl!

Für dieses Jahr werden es wohl die letzten, heimischen Eierschwammerl gewesen sein. Ein paar wenige habe ich noch bekommen. Eigentlich ist das Eierschwammerlein recht häufiger Pilz in unseren Breitengraden, je nach Niederschlag sogar bis November. Im Süden Deutschlands gilt dieser Pilz zwar derzeit noch als häufig, aber mit erheblicher Rückgangstendenz.

Diese Tendenz vermerken wie auch hier in Österreich. Das Eierschwammerl ist deshalb in allen Bundesländern geschützt. Üblicherweise bedeutet diese Gefährdung, dass nur von Privatpersonen Eierschwammerl bis zu einer Maximalmenge von zwei Kilogramm geerntet werden dürfen. Ich habe für euch heute aus den letzen Eischwammerl ein Pilzragout mit Semmelknödel gezaubert. Entgegen vieler meiner Kollegen, koche ich mein Rezept gerne mit Rosmarin und Knoblauch, nicht mit Petersilie. Zu schätzen weiß ich beide Varianten sehr!

Eierschwammerlragout mit hausgemachten Semmelknödel

Zutaten für 4 Personen:

  • 1Kg Eierschwammerl
  • 1 Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 Rosmarinzweige
  • 1/8 Weißwein
  • 250ml Schlagobers
  • 250ml Rindsbouillon
  • 80g Butter
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Für die Knödel

  • 250g Semmel, 3 Tage alt
  • 60g Butter
  • 1 Zwiebel
  • 200ml Milch
  • 40g griffiges Mehl oder Semmelbrösel
  • 3 Eier
  • Meersalz
  • Schnittlauch

1.Die Stile der Eierschwammerl putzen und unter fließend Wasser in einem Sieb waschen. Knoblauchzehen und Zwiebeln schälen. Die Zwiebeln in feine Würfel schneiden, aus dem Knoblauch die Bürzel entfernen und die Zehen ganz fein hacken.

2.Die Zwiebel in ganz feine Würfel schneiden, Butter in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin hell rösten. Die Semmel in kleine Würfel schneiden, Milch und Eier in einer Schüssel gut verschlagen, mit Salz würzen und über die Semmelwürfel gießen. Den Schnittlauch waschen und in feine Ringe schneiden, zu den Semmelwürfel geben und alles mit einander vermengen und ein paar Minuten ziehen lassen, dann das Mehl unterheben. Mit nassen Händen kleine Knödel formen und in reichlich gleich köchelndem Salzwasser für circa 12 Minuten kochen. Nach dem Garen vorsichtig mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben und abtropfen lassen.

3.Butter in einer Pfanne schmelzen und Zwiebeln und Knoblauch darin farblos angehen lassen. Danach Eierschwammerl mit Rosmarin in die Pfanne geben und ebenfalls leicht angehen lassen. Mit Weißwein ablöschen, einmal kräftig aufkochen und dann die Rindbrühe dazugeben, leicht einkochen lassen. Zum Schluss Schlagobers dazugeben und cremig einköcheln. Die Pilze mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

Eierschwammerl
Es duftet nach Wald… Eierschwammerl, Rosmarin und frische Semmelknödel…

 

Die Zwetschge, eine tolle regionale und saisonale Frucht!

Die blaue Königin, so wird sie auch respektvoll genannt, hat jetzt genau ihre Zeit! Mit über 2000 Unterarten zählt die Pflaume zu den sortenreichsten Obstsorten. Und eine ihrer Unterarten, der zur Familie der Rosengewächse gehörenden Pflanzen, ist die Zwetschge. Ihre Schreibweise, ob nun mit „k“ oder „g“ ist, gleich ihrem Vorkommen, regionalen Ursprungs, und sollte beileibe kein Grund für eine banale, nationale Diskussion sein. Aber nicht nur die Frucht, auch ihr Holz wird auf Grund seiner rötlichen Farbe und Härte bei Tischlern für qualitativ hochwertige Möbel sehr geschätzt.

Ich backe nicht oft. Aber wenn ich backe, dann aus purer Lust. Und die Zwetschge macht mir Lust. Besonders, weil sie hier in meiner Gegend ein absolut regionales Produkt ist. Beim Backen wird sie nicht gatschig und ihre Steine lassen sich  kinderleicht entfernen. Genau deswegen sind Zwetschgen hervorragend zum Kuchen backen geeignet. Für den Kuchen, den ich euch heute vorstelle, braucht ihr nicht viel. Und ihr könnt ihn auch noch zubereiten, wenn der Besuch schon da ist. Ein schneller Zwetschgenkuchen, der immer gelingt: saftig, lecker und genau richtig jetzt im Spätsommer!

Zwetschgenkuchen

Zutaten für ein Blech:

  • 1Kg Zwetschgen
  • 300g weiche Butter
  • 250g Staubzucker
  • 50g Vanillezucker
  • 3 ganze Eier
  • 300g Mehl
  • 6cl Rum
  • etwas Butter und Zucker für die Form
  • Staubzucker zum anzuckern

1.Zunächst die Zwetschgen gründlich unter fließendem Wasser waschen, halbieren und entsteinen. Die Butter in der Küchenmaschine mit dem Staubzucker, Vanillezucker und den Eiern schaumig rühren. Auf keinen Fall das Mehl von Anfang an dazugeben. Das macht den Teig matschig, und er geht im Bachofen nicht mehr locker auf.

2.Ist das Buttergemisch schaumig gerührt, das Mehl mit einem Teigspachtel oder mit der Hand gleichmässig unterheben. Zum Schluss noch den Schuss Rum hinzugeben. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen

3. Eine feuerfeste Kuchenform gründlich mit weicher Butter einfetten und kräftig zuckern. Dies verhindert, das sich der Kuchen am Backblech festbackt und karamellisiert den Zwetschgenkuchen gleichzeitig. Den Teig gleichmässig auf das Blech verteilen und die Zwetschgenhälften in gleichmässig engen Reihen auf dem Teig verteilen. Danach den ganzen Kuchen noch reichlich mit Staubzucker durch ein feines Sieb bestreuen. Die Backzeit beträgt circa 35 bis 40 Minuten.

Zwetsche
Ofenfrischer Zwetschgenkuchen am Nachmittag… ©Michael Stricker

 

Gefrorene Luftschokolade: die etwas andere Schokolade!

Ich muss gestehen, auch ich habe schon mal mit Molekularküche ein wenig experimentiert. Und dabei ist es dann auch geblieben. Eigentlich kochen wir molekular schon seit Entdeckung des Feuers. Und manchmal kommen dabei recht interessante Ergebnisse zustande. Eisgekühlte Luftschokolade ist eines dieser bemerkenswerten Ergebnisse.

Ich liebe Luftschokolade. Schon als ich dieses Rezept das erste Mal ausprobiert habe, hat es mich nicht mehr losgelassen. Eine ISI Sprühflasche und 1 Sahnekapsel sorgen für die nötige Luftigkeit und durch das Einfrieren wird die Schokolade richtig schön knackig am Gaumen. Diese gefrorene Luftschokolade wird mit Sicherheit zu einem absoluten Highlight bei euren Gästen!

Gefrorene Luftschokolade

Zutaten für 4 Personen:

  • 250g Schlagobers
  • 50g Eidotter (von circa 2 – 3 Eiern Größe M)
  • 50g Zucker
  • 1/2 Blatt Gelatine
  • 75g weiße Schokolade oder weiße Kuvertüre

1.Zunächst die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Dann Schlagobers, Eidotter und Zucker in einer Schüssel mit gewölbtem Boden über einem heißen Wasserbad mit dem Schneebesen rühren, bis die Masse dick wird. In der Fachsprache spricht man hierbei von „zur Rose abziehen“. Die eingeweichte Gelatine in die warme Masse zugeben und darin auflösen.

Luftschokolade
Erfrischend knackige Luftschokolade

2.Die weiße Schokolade in Stücke brechen und ebenfalls in deiner Schüssel über dem Wasserbad schmelzen. Danach die geschmolzene Schokolade unter die Schlagobers-Eigelb-Masse heben und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

3.Die abgekühlte Masse eine ISI Flasche mit 0,5Lt. Inhalt füllen, gut verschließen, mit einer Patrone versehen und die Flasche kräftig schütteln. Die Flasche für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

4.Nach dem Abkühlen den Inhalt der ISI Flasche gleichmässig in 4 Kaffetassen sprühen. Die Schokolade lässt sich nach dem Einfrieren unter etwas fließend warmen Wasser wieder bequem aus der Tasse herauslösen. Die Tassen nun für mindestens 3 Stunden einfrieren.

5.Kurz vor dem Servieren die gefrorene Luftschokolade aus den Tassen herauslösen und mit einem Messer in Stücke zerstossen. Wenn man nicht gleich alle Stücke benötigt, kann man sie auch wieder problemlos einfrieren. So hat man ein perfekt vorbereitetes Dessert.

Luftschokolade
Weiße Schokolade und ISI Sahnekapseln, eine luftige Kombination

Garnelen und… Mensch Kinder war das ein Sommer!

Wochenlang traumhaft strahlend blauer Himmel, mediterrane Temperaturen und jede Menge tolles Essen! Eines der schönsten kulinarischen Erlebnisse im vergangenen Sommer war für mich, als eine sehr gute Freundin unverhofft zu Besuch kam. Schon des öfteren haben wir gemeinsam gekocht und unendlich viel Spass dabei gehabt. Und sie kommt niemals mit leeren Händen! So auch dieses Mal, mit fangfrischen Garnelen aus Tirol, Spargel und hauseigenen Passionsfrucht Balsamessig, was für eine traumhafte Kombination. 

Gutes Essen macht glücklich! Aber selbst gemachtes Essen, noch dazu mit regionalen, feinsten Zutaten macht richtig glücklich! Und an diesem Tag wurden wir beide mehr als glücklich. Wäre es nach mir gegangen, wir hätten bis tief in die Nacht hinein gekocht und geschlemmt. Ich stelle euch heute in meinem Rezept eines der spannendsten Gerichte von diesem Happening vorstellen, mit ganz viel Vorfreude auf den nächsten Sommer!

Garnelen mit Spargel und Passionsfruchtmayonnaise

Zutaten für 4 Personen:

  • 12 Stangen weißer Spargel
  • 12 frische Garnelen, 8/12er
  • 8 Knoblauchzehen
  • frischer Rosmarin
  • Olivenöl
  • Salz
  • Zucker
  • Etwas Weißbrot, am besten vom Vortag
  • 1/2 Zitrone
  • 1 Granatapfel
  • Frisée Salat
  • Radicchio

Für die Passionsfrucht Mayonnaise

1.Zunächst den Spargel gut schälen und in 5cm grosse Stücke schneiden. In einem Topf Wasser mit Salz, Zucker, Zitrone und dem Weissbrot aufkochen und die Spargelstangen für circa 5-7 Minuten darin kochen. Der Spargel sollte noch einen guten Biss haben. Das Weissbrot nimmt dem Spargel die Bitterstoffe, die Zitrone  ist für die Fruchtnote. Nebenher etwas Passionsfrucht Balsamessig mit mildem Olivenöl verquirlen. Den gegarten Spargel gut abtropfen lassen und in der Marinade für mindestens 20 Minuten ziehen lassen. Die Passionsfrucht Marinade auch zum marinieren der Salate dann verwenden.

2.Salate gut waschen und zupfen, im Kühlschrank bereit stellen. Den Granatapfel halbieren und die Kerne herauslösen, ebenso bereitstellen. Die Garnelen von der Schale heraustrennen und die Därme mit einem kleinen, spitzen Messer herauslösen.

3.Für die Mayonnaise zunächst Eigelb mit Salz, Zucker und Senf gut verrühren. Dann Mandel- oder Sonnenblumenöl in einem dünnen Strahl mit dem Schneebesen unter sehr schnellem rühren unterarbeiten. Es sollte eine schöne geschmeidige Masse geben. Nach Geschmack mit hochwertigem Passionsfrucht Balsamessig abschmecken.

4.Den Knoblauch mit der Schale halbieren. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Garnelen mit Rosmarin und dem halbierten Knoblauch von beiden Seiten her für circa 4 Minuten anbraten. Die Garnelen sollten in der Mitte noch schön glasig sein.

Garnele
Das macht richtig Lust auf den nächsten Sommer: Garnelen, Spargel und Passionsfrucht Mayonnaise

Die Forelle aus heimischen Gewässern!

Österreich ist reich an heimischen Süßwasserfischen. Und was gibt es schöneres für einen leidenschaftlichen Koch, als fangfrische Forelle direkt aus alpinen Quellgewässern. Und wenn schon österreichisch, warum dann nicht auch mal ein Forellenfilet mit typisch österreichischen Beilagen wie Wurzelgemüse, frisch gerissenem Kren und wunderbar luftigen, hausgemachten Grießnockerl?

Auch Fisch ist eine meiner großer Leidenschaften. Fisch ist irrsinnig vielfältig kombinierbar. Und so entstehen immer wieder neue, spannende Kreationen, die auf unseren heimischen Speisekarten niemals Langweile aufkommen lassen. Wer Angst vor Gräten hat, dem sei gesagt: je frischer der Fisch, umso schwerer lassen sich die Gräten herausziehen. Wir Köche sprechen dann davon, das der Fisch noch an seinen Gräten hängt. Und heute gibt es ganz frischen Fisch.

Forellenfilet auf Wurzelgemüse, frisch gerissenem Kren und Grießnockerl

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Forellenfilets
  • frische Krenwurzel
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Mehl
  • Öl zum anbraten

Für das Wurzelgemüse

  • 100g Karotten
  • 100g Pastinake
  • 100g Sellerie
  • 100g Lauch
  • etwas Butter
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Muskatnuss

Für die Grießnockerl

  • 200g Grieß
  • 2 Vollei
  • 100g Butter
  • frisch gemahlene Muskatnuss
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Für die Krensauce

  • 1 Zwiebel
  • 100g Kren aus dem Glas
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1/8Lt Weißwein
  • 200ml Gemüsebrühe
  • 200ml Obers
  • Meersalz aus der Mühle
  • etwas Öl

1.Für die Grießnockerl zunächst die Butter mit der Küchenmaschine schaumig schlagen. Dann die Eier nach und nach hinzugeben. Zum Schluß den Grieß unterrühren. Mit Meersalz, Pfeffer und frisch gemahlener Muskatnuss abschmecken, 20 Minuten bei Zimmertemperatur quellen lassen. Mit 2 Kaffeelöffel gleichförmige Nockerl abdrehen und diese dann zwischenzeitlich kühlen.

2.Das Wurzelgemüse gründlich waschen. Pastinake, Sellerie und Karotten schälen. Den unteren Teil vom Lauch bis hin zum hellgrünen halbieren und unter fließend kaltem Wasser gut abwaschen. Aus dem gesamten Gemüse Streifen schneiden. Einen Topf mit gesalzenem Wasser aufstellen und das Gemüse darin kurz blanchieren. Es sollte alles noch einen leichten Biss haben. Danach über ein Sieb abgießen und gut mit kaltem Wasser abschrecken. Den Kren abwaschen und schälen. Das Gemüse mit der Krenwurzel bereit stellen.

3.DieZwiebel schälen, halbieren und in feinwürfelig schneiden. In einem Topf Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel darin farblos anschwitzen und mit Weißwein und Gemüsebrühe ablöschen. Lorbeerblatt und Kren aus dem Glas hnizugeben, aufkochen und die Sahne hinzugegen. Nochmals kräftig aufkochen und das Lorbeerblatt entfernen. Die Sauce mit Meersalz und Pfeffer abschmecken und mit dem Stabmixer pürieren und durch ein feines Haarsieb passieren.

4.In einem Topf gesalzenes Wasser erhitzen und die kalten Grießnockerl darin 2 Minuten kräftig kochen. Dann mit Eiswürfel die Temperatur des Kochwasser kräftig senken und die Grießnockerl bei mittlerer Hitze weitere 20 Minuten leicht köcheln lassen, bis sie richtig aufgegangen sind.

5.Zwischenzeitlich die Forellenfilets unter kaltem Wasser abwaschen und mit einer Grätenzange die Gräten entfernen. Die Filets beidseitig salzen und leicht pfeffern. In einer Pfanne Öl erhitzen. Die Hautseite der Filets mit dem Mehl leicht einstäuben. Die Fischfilets mit der Hautseite nach unten in der Pfanne bei mittlerer Hitze circa 5 Minuten braten. Die Fleischseite nur ganz kurz angebraten. Danach die Filets sofort aus der Pfanne nehmen.

6.In einer Pfanne die Butter mit etwas Gemüsebrühe erhitzen und das Wurzelgemüse darin kurz erhitzen und mit Meersalz, Muskatnuss und Pfeffer abschmecken. Zunächst das Gemüse mittig anrichten. Fischfilet darauf legen und den frisch gerissenen Kren auf dem Filet anrichten. Die Grießnockerl dazu geben und die Krensauce um den Fisch herumlaufen lassen.

Forelle
Fangfrische Forelle, Grießnockerl, Kren und Wurzelgemüse: ein echt heimisches Schmankerl!

 

Das Reuben Sandwich: ein Revival

Bis zum heutigen Tage ist die Herkunft dieses  New Yorker Klassikers noch umstritten, doch die meisten sind sich mittlerweile einig, das dieses herzhafte Sandwich erstmalig in Reuben’s Deli auf der East 58 Street serviert wurde. Ich habe mir für mein heutiges Rezept genau diesen US-Klassiker mit jüdisch-europäischen Wurzeln  ausgesucht. Das Reuben (gesprochen Ruben) Sandwich mit Pastrami und Sauerkraut hat es wahrlich verdient, einen festen Platz hier zu finden. Die italienisch klingende Spezialität „Pastrami“ stammt ursprünglich aus Rumänien.

Jüdische Einwanderer brachten die geräucherte und gepökelte Rindfleisch-Spezialität mit in die neue Welt. Bekannt wurde Pastrami sowohl durch die legendären New Yorker Delis als auch durch unzählige Kinofilme. Die berühmteste Szene stammt aus „Harry und Sally“. Im Original wird Roggenbrot und Emmentaler verwendet. Ich stelle euch heute das Reuben Sandwich in meinem Rezept mit Weißbrot und Cheddar vor

Reuben Sandwich
Das Reuben Sandwich, vor dem toasten!

Reuben Sandwich mit Sauerkraut und Pastrami

Zutaten für 4 Personen:

  • 8 Scheiben Sandwich Toast
  • 400g frisches Sauerkraut
  • 4Tl körniger Senf
  • 8Tl Butter
  • 16 Scheiben Pastrami
  • 8 Cornichons
  • 8 Scheiben Cheddar Käse

Für das Russian Dressing:

  • 1 Eigelb
  • 1/2Tl Senf
  • 2Tl Weißweinessig
  • 100ml Sonnenblumenöl
  • 2El Olivenöl
  • 1 Spritze Zitronensaft
  • Meersalz aus der Mühle
  • 2El Ketchup
  • 1El Kren
  • 1El Worcestersauce
  • etwas Paprikapulver

1.Für die Mayonnaise Eigelb, Senf, Essig und eine Prise Meersalz in eine Schüssel geben. Mit einem Schneebesen das Öl langsam unter ständigem rühren in die Schüssel laufen lassen. Mit Meersalz und Zitronensaft abschmecken.

2.Für das Russian Dressing alle übrigen Zutaten mit der Mayonnaise kräftig verrühren und kühl stellen. Danach die Toastscheiben mit Butter bestreichen. Mit der Butterseite nach unten in einer heißen Pfanne kurz anrösten.

Reuben Sandwich
Geräuchertes und gepökeltes Rindfleisch: Pastrami

3.Das frische Sauerkraut in einem Sieb abtropfen und fest ausdrücken, dann wieder lockern. Das Kraut mit der Hälfte des Russian Dressing marinieren. Die gerösteten Brotscheiben mit dem groben Senf bestreichendem und mit marinierten Sauerkraut, Pastrami, in Scheiben geschnittene Cornichons und Cheddar belegen. Nachmal etwas Russian Dressing darüber träufeln und mit einer Scheibe Toastbrot abschließen

4.Sandwichmaker auf 180 Grad vorheizen und die Sandwiches darauf legen. Nicht zu eng verschliessen, sonst drückt es die Füllung aus dem Brot heraus. Die Sandwiches für circa 5 Minuten toasten und sofort heiß servieren. Ich reiche gerne Mixed Pickels oder eingelegten Kürbis dazu.

Reuben Sandwich
Ein Klassiker: Das Reuben Sandwich, hier Top aktuell mit eingelegtem Kürbis

 

Hirsch aus Kärnten, mit Erdäpfelschnecke

So belebt und lebensfroh sich Zürs am Arlberg im Winter präsentiert, so leer und verlassen erscheint dieser malerische Ort im Sommer. Zürs, das ist Wintersport. Im Sommer bleiben die Hotels geschlossen. Aber um den wertvollen Mitarbeitern auch im Sommer eine Perspektive zu verschaffen, entstanden mit befreundeten Hoteliers in Kärnten Kooperationen. Und diese Kooperationen wirkten sich auch auf die Lebensmittel aus. So ist es nicht verwunderlich, das im Hotel Arlberghaus in Zürs Hirsch aus Kärnten kredenzt wird.

Wild aus heimischen Regionen ist Luxus! Ein Luxus, den man sich im Hotel Arlberghaus  leistet, nebst unzähligen, weiteren regionalen Produkten. „Unser Hirschrücken kommt aus Kärnten. Und wir kennen auch den Jäger. Wir haben einen klaren Bezug zu unseren Lebensmittel.“, so Thomas Eggler, Patron des Hotels.

Und jetzt im Sommer ist auch die Zeit, um regionale Produkte  für den kommenden Winter verfügbar zu machen. Früchte wie Heidelbeeren aus den umliegenden Wäldern oder Zwetschken vom Bodensee werden gepflückt, zu Marmeladen und Chutneys weiter verarbeitet. Denn die anstehende Wintersaison ist lang und es gilt das Versprechen dem Gast gegenüber zu halten und, auch alte Traditionen zu wahren.

Aus dieser Tradition heraus stelle ich euch heute mein neues Rezept vom Kärntner Hirschrücken mit Erdäpfelschnecke und Kirschjus vor.

Hirschrücken in Pfeffermelange und Erdäpfelschnecke

Zutaten für 4 Personen:

  • 800g Hirschrücken
  • 100g Kirschen, entkernt
  • 0,5Lt. Blaufränkisch
  • 0,25Lt Gemüsebrühe
  • 1 Zwiebel
  • 100g Karotten
  • 100g Sellerie
  • 5 Nelken
  • 5 Wacholderbeeren
  • 1 Pimentkorn
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Rosmarinzweig
  • 30g weiche Butter
  • 30g Mehl
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für die Pfeffermelange:

  • 5g Kubekenpfeffer
  • 5g Tellicherry Pfeffer
  • 5g schwarzer Pfeffer
  • 5g Langkornpfeffer
  • 5g Tasmanischer Bergpfeffer

 

Für die Erdäpfelschnecke:

  • 500g mehlige Erdäpfel
  • 1/8Lt. Milch
  • 60g Butter
  • 100g Mehl
  • 2 Eier
  • Meersalz aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • Butterschmalz zum anbraten

1.Für die Pfeffermelange alle Pfeffer in einem Mörser mit dem Stösel zerreiben und bereit stellen. Den Hirschrücken komplett zuputzen und von Fett und Sehnen befreien. Abschnitte bereit stellen. Karotten und Sellerie waschen, schälen und in grobe Stücke schneiden.Zwiebel schälen, halbieren, grob schneiden und zum Wurzelgemüse geben. Backofen auf 120Grad vorheizen, den Hirschrücken mit Meersalz und Pfeffer würzen, Öl in einer Pfanne erhitzen und den Rücken von allen Seiten her anbraten. Danach den Hirschrücken in der Pfeffermelange wälzen, in eine frische Pfanne geben und im Backofen bei 54Grad Kerntemperatur garen.

2.Die Abschnitte vom Hirschrücken in der Pfanne kräftig anrösten, Wurzelgemüse und Zwiebel hinzugeben und mit anrösten. Wacholderbeeren und Piment leicht zerdrücken und hinzugeben. Mit Gemüsebrühe und Rotwein ablöschen, Lorbeerblatt, Nelken und Rosmarinzweig hinzugeben. Die Sauce bei mittlerer Hitze einkochen. Mehl mit der weichen Butter gut vermengen und kühl stellen.

3.Die Erdäpfel mit Schale in gesalzenem Wasser weich kochen. Nach dem Garen Erdäpfel schälen und bereit stellen. Milch mit Butter in einem Topf erhitzen, mit Meersalz und Muskatnuss abschmecken. Hat sich die Butter vollständig aufgelöst, das gesamte Mehl auf einmal zur Milch hinzugeben und bei mittlerer Hitze mit dem Schneebesen kräftig rühren. Der Brandteig ist fertig, sobald sich eine Schicht auf dem Boden des Topfes bildet. Die Masse in eine Schüssel umfüllen und sofort das erste Ei kräftig unter die Masse schlagen. Danach das zweite Ei in die Brandteigmasse geben. Die geschälten, noch warmen Erdäpfel durch die Erdäpfelpresse in die Masse geben, nochmals abschmecken.

4.Die Brandteigmasse in einen Spritzbeutel füllen, Öl in einer Pfanne erhitzen und die Masse schneckenförmig in die Pfanne bei mittlerer Hitze spritzen. Die Schnecken von beiden Seiten her goldbraun ausbacken. Nebenbei die Wildsauce durch ein feines Sieb in einen Topf passieren, nochmals aufkochen, die Kirschen hinzugeben und die Sauce mit der Mehlbutter abbinden und nochmals abschmecken.

Hirsch aus Kärnten
Hirschrücken in Pfeffermelange mit Erdäpfelschnecke und Kirschjus

Trüffel: Wie ein Risotto Rezept zu purem Luxus wird…

Er gilt als der teuerste Pilz der Welt: Trüffel! Rezepte mit Trüffel sind eine kostspielige Angelegenheit. Selbst im Sommer kostet ein Kilo schwarze Trüffel noch zwischen 800.- und 900.- Euro. Im Winter steigen besonders zur Weihnachtszeit die Preise für weiße Trüffel nicht selten mit 4500.- bis 5000.- Euro in’s astronomische…Luxus pur!

Bisher galt noch der 47. Breitengrades als natürliche Grenze seiner Verbreitung. Durch die klimatische Veränderung jedoch verschiebt sich diese Grenze immer weiter nach Norden. Ob hier im Ausserfern in Tirol, am Bodensee oder im Perigord gibt es sie. Es gilt sie nur zu finden. Denn sie wachsen tief in der Erde verborgen. Mit Hunden und Schweinen werden sie „erschnüffelt“. Nur, von „Trüffelschweinen“ sieht man heutzutage weitestgehend ab, wussten diese doch den begehrten Luxuspilz selber sehr zu schätzen…

Trüffel Risotto
Schwarzer Sommertrüffel

Risotto mit schwarzen Sommertrüffeln und Stangensellerie

Zutaten für 4 Personen:

  • 1,2Liter kräftige Hühnerbrühe
  • 100g Butter
  • 2 Schalotten
  • 200g Risottoreis (Carnaroli superfino zum Beispiel)
  • 60ml trockener Weißwein
  • 1 Rosmarinzweig
  • 150g Crème fraîche
  • 30g schwarze Trüffel, fein gehackt
  • 50g schwarze Trüffel zum Hobeln
  • ein paar Tropfen hochwertiges Trüffelöl
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Weiters benötigt ihr:

  • 1 Bund Stangensellerie
  • 50g Butter
  • etwas Zucker
  • 2cl Weißwein
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

1.Die Hühnerbrühe in einen Topf geben und einmal aufkochen, dann leicht köcheln lassen. Schalotten und Knoblauch schälen, halbieren und in ganz feine Würfel schneiden. 50g Butter in einen weiteren Topf geben, erhitzen und schmelzen. Die fein gehackten Schalotten und Knoblauch dazugeben und 5 Minuten sanft garen, bis sie weich und glasig sind. Sie dürfen nicht braun werden. Den Risottoreis nun zufügen, die Temperatur auf mittlere Hitze erhöhen und Risottoreis und Zwiebeln mit einem Löffel umrühren, so das auch hierbei keine Bräunung eintritt. Den Weißwein dazugeben und unter fortwährendem Rühren einkochen und verdunsten lassen. Die Garzeit sollte ab diesem Zeitpunkt bis der Risottoreis drall und weich aber in der Mitte noch bissfest ist cirka 17-18 Minuten betragen.

Trüffel Risotto
Stangensellerie

2.Zwischenzeitlich den Stangensellerie waschen, schälen und in ca. 5cm lange Stücke schneiden. Die Selleriestücke in gesalzenem Wasser kochen bis sie noch leichten Biss haben. In einer Pfanne Butter zergehen lassen, etwas Zucker und Meersalz dazugeben, einen kleinen Schuss Weißwein, und den gegarten Sellerie darin glacieren.

3.Mit einem Schöpfer nun nach und nach immer wieder die warme Hühnerbrühe zum Risottoreis unter ständigem Rühren dazugeben. Der Risottoreis sollte leichte Blasen werfen, während die Brühe zugefügt, der Reis umgerührt, die Brühe vom Reiskorn aufgenommen und neue Brühe hinzugegeben wird. Nach etwa 15 Minuten prüfen, ob der Reis schon gar ist. Ist der Risottoreis fertig aber noch bissfest, den Topf vom Herd nehmen und 1 Minute ohne Umrühren ruhen lassen.

4.Jetzt die fein gehackten Trüffel, den Rosmarinzweig, Crème fraîche, die restlichen 50g Butter und ein Paar Tropfen Trüffelöl hinzugeben. Eventuell noch mit etwas Salz abschmecken. Beim Anrichten darauf achten, das der Risottoreis schön saftig und cremig ist. Nach Bedarf nochmal ein wenig Crème fraîche zufügen.

 

 

Mexikanisches Chili: Knoblauch, Kreuzkümmel und Oregano

Wenn schon Anfang September die Temperaturen nachts in den einstelligen Bereich wandern, dann weckt das Emotionen in mir. Dann bekomme ich Lust auf Soul Food. Wohlig wärmende Rezepte voller Schärfe, aromatischer Gewürze und Spannung. Ein mexikanisches Chili lebt eigentlich nur von drei Komponenten: Knoblauch, Oregano und Kreuzkümmel.

Mit diesen drei Zutaten holt man sich den typisch mexikanischen Geschmack in die eigene Küche. Und genau mit diesen Aromaten koche ich heute mein Soul Food. Als Wrap in einem Tortilla macht so ein Chili noch viel mehr Spaß! Ladet euch doch ein paar Freunde dazu ein und genießt diesen kulinarischen Spaß geselliger Runde.

Chili mit schwarzen Bohnen, Frischkäse und Koriander

Zutaten für 4 Personen:

  • 800g Rindfleisch
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Stangensellerie
  • 2 große Zwiebeln
  • 4 Lorbeerblätter
  • 1/2 Tl. Kreuzkümmel
  • 1 El. Oregano
  • 1 El. Thymian
  • 1 Bund frischer Koriander
  • 1El. Paprikapulver
  • 1/2Tl. Cayennepfeffer
  • 4cl. Weißweinessig
  • 2 Dosen Pelati Tomaten
  • 2 Dosen schwarze Bohnen
  • 400g Landfrischkäse
  • 2 Romana Salate
  • Chiliflocken nach belieben
  • natives Olivenöl
  • Meersalz aus der Mühle

Des weiteren benötigt ihr noch Tortillas. Ich habe 2 Stück pro Person gerechnet, empfehle aber für 4 Personen lieber etwas mehr im Haus zu haben, denn der Appetit kommt beim essen…

1.Für das Chili die Zwiebel und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Stangensellerie waschen, schälen und ebenfalls in Stücke schneiden. Das Rindfleisch feinwürfelig schneiden.

Zutatenliste…

2.In einem Topf Olivenöl erhitzen und Zwiebeln mit dem Knoblauch zusammen anschwitzen. Dann das Rindfleisch mit den Lorbeerblättern und Sellerie bei voller Hitze hinzugeben und alles zusammen kräftig anbraten. Mit Paprika und Kreuzkümmel einstäuben und verrühren, Paprikaflocken nach belieben hinzugeben. Mit den Pelati Tomaten und den Weißweinessig ablöschen, die Dosen mit Wasser ausspülen und das Wasser ebenfalls hinzugeben. Mit Oregano, Thymian und Cayenne Pfeffer würzen.

3.Das Chili für 1 bis 1 1/2 auf kleinster Flamme langsam einkochen lassen bis das Rindfleisch zart und weich gegart ist. Dann die schwarzen Bohnen hinzugeben und mit Salz abschmecken. Gibt man das Salz schon beim Anbraten hinzu, kann es sein, das das Fleisch trocken wird.

Chili, Frischkäse und frischer Koriander

4.Den frischen Koriander waschen und mit den Stielen zusammen grob hacken. Die Romana Salate waschen und in feine Streifen schneiden. Die Tortillas erwärmt man am besten erst ganz knapp vor dem Essen in der Mikrowelle.

5.Tortilla auf einen Teller legen, am einen Ende mit dem eingekochten Chili belegen, Landfrischkäse darauf und dann entweder mit Koriander oder Romana Salatstreifen belegen, zusammenrollen. Ich habe zu diesem Essen einen ganz jungen, frischen Grüner Veltliner 2018 von den Winzern Krems, Sandgrube 13, ausprobiert… herrlich!

 

Chili mit Tortilla
Chili mit Tortilla, Frischkäse und Koriander

 

Kochen – Foto – Rezepte – Wissen

Mir sagte einmal eine sehr gute Freundin „das was du machst, ist einzigartig. Ich kenne keinen Koch, der das kann, was du machst: kochen, rezeptieren, fotografieren, schreiben, und noch dazu mit solch einer Begeisterung, du brennst förmlich dafür, das ist dein Ding: Food – Foto – Rezepte – Reportagen

Dies sind Worte, die man sicherlich gerne hört, aber kann man sie auch glauben, will man sie glauben? Letzteres war wohl in meinem Fall eher zutreffend. Bis zu dem Tag an dem Franz Bernthaler, GastroNews an mich herantrat, schwer beeindruckt von meiner Tätigkeit, und mich einlud für GastroNews regelmässig zu schreiben.

Regionale Produkte: Heimische Eierschwammerl mit Semmelknödel ©Michael Stricker

Ja, es ist wahr. Das was ich tue, dafür brenne ich, das ist mein Ding. Im August 2019 wurden es nunmehr zwei Jahre, das ich diese Seite „Regional ist gut“ betreibe. Die ersten Berichte und Bilder habe ich damals noch voller Enthusiasmus und Freude am Beruf mit dem Handy erstellt. Heute eigentlich kaum mehr denkbar, denn mit der Resonanz stiegen auch Erwartungshaltung und Kritik. Und um dieser gerecht zu werden, bedurfte es auch der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Perfektionierung. Dazu kommen mittlerweile annähernd 30 Jahre Erfahrung in Hotellerie und Gastronomie bis hin zu Auszeichnungen in Gault Millau, Schlemmer Atlas, A La Carte, oder Falstaff.

Regionale Essige und Öle, Bettina Lenz, Trüffel.at ©Michael Stricker

Ich weiß was ich kann. Aber ich bleibe auch das was ich bin: ein neugieriger Koch mit Leidenschaft und stetig wachsender Kompetenz, bodenständig und ehrlich. Und genau mit dieser Ehrlichkeit scheine ich exakt den Nerv unsere Zeit zu treffen. Der Wunsch nach ehrlichen, transparenten Produkten ist heute größer denn je. Und dazu Gerichte, die auch essbar sind und nicht nur atemberaubend ausschauen! Essen soll in unserer Zeit wieder kochbar, und nicht nur gestylt sein. Mit Rezepten die nachvollziehbar sind: geradlinig, offenherzig und gut! Und je regionaler die darin verwendeten Produkte sind, umso besser!

Polpette in agrodolce…. einfach nur köstlich ©Michael Stricker

Ich bin Koch. Und ich sehe die Dinge durch mein Objektiv mit den Augen eines Kochs. Und in meinen Augen muss Essen leben, zum „reinbeißen“ verführen, müssen die verwendeten Produkte ästhetisch zum Leben erweckt werden und all unsere Sinne anregen. Und genau deswegen tue ich das, was ich tue, aus voller Überzeugung. Aber ich habe auch gelernt, das Erfolg sich nicht erzwingen lässt. Erfolg muss langsam wachsen, nur dann ist er auch von Dauer und Bestand. Und wenn Sie nun den Eindruck gewonnen haben, das ich einen Teil zum Erfolg Ihrer Unternehmungen beitragen kann, dann lassen Sie mich dies unter der angegebenen Kontaktmöglichkeit gerne wissen.

Pute, Cesar Salad und Chili: Fastfood für Zuhause!

Fastfood steht hoch im Kurs! Schnell mal hin, schnell mal auswählen, kaufen, essen, gehen. Aber richtig gutes Fastfood ist heutzutage hausgemacht. Dafür braucht es zwar nicht stundenlange Vorbereitung, aber ein klein wenig Zeit sollte man sich für mein Rezept mit Pute, hausgemachter Chili Sauce und Cesar Salad schon nehmen.

Ich mag Rezepte, Rezepte mit Hintergrund und Vergangenheit. Denn nur wer die Klassik kennt, kann sich in der Gegenwart zurechtfinden und mit dem notwendigen Background weiter entwickeln. Beim Cesar Salad habe ich die Brotcroutons weggelassen, denn das Geflügel ist mit der Panko Panade schon knusprig genug.

Gebackene Pute mit Cesar Salad und Chili Sauce

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Putenbrust
  • 3 Eier
  • 150g Panko (gröbere Semmelbrösel aus dem Asia Shop)
  • 100g Mehl
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle, Öl zum Ausbacken
  • 2 Romana Salate

Für die Chili Sauce

  • 30g Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Kafir Limettenblätter
  • 20g frische Ingwerwurzel
  • 1-3 scharfe Chili-Schoten
  • 3El. süße Sojasauce oder Mirin
  • 3 El. salzige Sojasauce
  • 1 El. Zitronensaft
  • 100ml Gemüsebrühe
  • Meersalz aus der Mühle, etwas Sesamöl zum Anbraten

1. Die Putenbrust von allen Sehnen und Flachsen befreien und in 1cm starke Streifen schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen. Drei Schüssel bereitstellen, eine für die Panko Semmelbrösel, eine für das Mehl und die dritte für die 3 aufgeschlagenen Eier. Die gewürzten Putenstreifen nun der Reihe nach zuerst im Mehl wälzen, dann im Vollei und zum Schluß durch das Panko. Die so panierten Putenbruststreifen auf einem Teller bereitstellen.

2. Für das Dressing die Knoblauchzehen schälen, halbieren, das Bürzel in der Mitte der Zehe entfernen und mit dem Olivenöl zusammen im Mixer ganz fein pürieren. 3 Eigelb zusammen mit dem Senf und der Sardellenpaste in eine Schüssel geben, alles zusammen berühren. Nun mit einem Schneebesen unter ständigem Rühren das Knoblauchöl zu den Eiern dazugeben bis eine Mayonnaise entsteht. Zur Mayonnaise Obers und Zitronensaft hinzugeben und mit der Worcestershire Sauce, Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing sollte etwas dicklich sein und einen kräftigen Geschmack haben. Ich gebe gern dem Dressing schon von Anfang an geriebenen Parmesan hinzu. Einfach mal ausprobieren, ohne Parmesan, mit Parmesan.  Die einzelnen Blätter des Romana Salat herauslösen und waschen, abtropfen und bereitstellen.

3. Für die Chilisauce Schalotte, Ingwer und Knoblauch schälen, Bürzel wieder entfernen, die Chili-Schoten halbieren, entkernen und waschen und alles zusammen in ganz feine Würfel schneiden oder im Mörser zerstoßen. in einem Topf Sesamöl bei mittlerer Stärke erhitzen, das fein gewürfelte Gemüse darin leicht anschwitzen, mit süßer Sojasauce, Zitronensaft und Gemüsebrühe ablöschen, Kafir Limettenblätter hinzugeben und leicht köcheln lassen. Etwas Reismehl in kalter Gemüsebrühe auflösen und die Chilisauce damit auf die gewünschte Konsistenz abbinden, mit Salz abschmecken. Die Limettenblätter noch weiter in der Sauce ziehen, beim Anrichten dann entfernen. Zwischenzeitlich kalt stellen.

4. Zum Ausbacken der Putenbruststreifen ausreichend Öl in einem Topf erhitzen. Nicht alle Streifen auf einmal ausbacken, da sonst das heiße Öl im Topf zu schnell ansteigt und überlaufen kann. Ist das Öl bei mittlerer Hitze, sind die Streifen fertig wenn sie knusprig goldbraun sind. Danach die knusprigen Streifen auf Küchenkrepp vom überschüssigen Öl abtropfen lassen.

Gebackene Pute
Putenbrust gebacken mit hausgemachter Chili Sauce und Cesar Salad

5. Die Romana Salatblätter zu gleichen Teilen auf den Tellern verteilen, das Cesar Dressing darüber laufen lassen und Parmesan mit einem Trüffelhobel oder Sparschaler in Streifen über den Salat hobeln. Die Chilisauce in kleine Schälchen abfüllen, Putenbruststreifen anrichten. Wer möchte, kann noch Kirschtomaten kurz in das noch heiße Öl geben, bis die Haut anfängt aufzuplatzen. Sofort aus dem Öl herausnehmen, auf Küchenkrepp abtropfen, aus der Mühle salzen und als Garnitur zum Salat geben.

Gebackene Pute
Cesar Dressing

Muscheln und Tomate

Darf man Muscheln eigentlich nur in den Monaten essen, die auf „er“ enden? Manchmal muss ich schon ein wenig grinsen, wie lang sich solche Gerüchte halten. Ich esse Muscheln, wann immer ich Lust darauf habe. Und am liebsten sind sie mir mit Tomate und ofenfrischem Baguette.

Das Gerücht stammt noch aus einer Zeit, in der wir nicht über entsprechende, durchgängige Kühlung von der Produktionsstätte bis hin zum Bestimmungsort verfügten. Für den Verzehr von Muscheln ein nicht gerade gesunder Umstand. Heute jedoch können Muscheln jederzeit bedenkenlos konsumiert werden. Und damit Muscheln auch so richtig zum Genuss werden, stelle ich heute mein Lieblingsrezept vor. Ich empfehle euch jedoch hierfür 2 Tage einzuplanen. Am ersten Tag wird der Tomatenfond produziert, und am zweiten das Gemüse.

Muscheln aus dem Tomatenfond mit gebratenem Gemüse

Zutaten für 4 Personen:

  • 3Kg Muscheln
  • 4 Fenchel
  • 200g getrocknete Tomaten
  • 6 reife Tomaten
  • 400g Karotten, gelb und rot
  • 4 Beta Sweet Karotten
  • 4 Schalotten
  • 4 Knoblauchzehen
  • 400g Stangensellerie
  • 1/4Lt Weißwein
  • 4cl Pernod
  • 1,5 liter Wasser
  • 2g getrockneter Estragon
  • 3 Lorbeerblätter
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Tag 1:

1.Schalotten und Knoblauch schälen und in grobe Stücke schneiden. Stiele und Strunk vom Fenchel entfernen und mit Schalotten und Knoblauch mit etwas Olivenöl in einem Topf angehen lassen. Die Hälfte vom Stangensellerie waschen, schneiden und dazugeben. Tomaten waschen, in grobe Stücke schneiden, getrocknete Tomaten in Streifen. Die Tomaten zum Gemüse dazugeben, mit Estragon, Meersalz und Pfeffer würzen. Dann mit Pernod, Weißwein und Wasser ablöschen und kräftig aufkochen. Die Hitze reduzieren auf kleinster Stufe 3 Stunden langsam köcheln lassen. Zwischendurch immer wieder etwas Wasser nachfüllen. Danach Hitze ausschalten und den Fond im Topf über Nacht ziehen und abkühlen lassen.

Tag 2:

2.Den abgekühlten Fond durch ein feines Haarsieb passieren. Restliches Gemüse waschen, halbieren, und in lange Stücke schneiden. Den Paradeiserfond aufkochen und das ganze Gemüse im Fond garen. Gemüse herausnehmen und bereitstellen. Die Hitze vom Tomatenfond wieder auf die kleinste Stufe stellen und nur leicht ziehen lassen.

3.In einem Topf gesalzenes Wasser mit den Lorbeerblättern aufkochen und die Muscheln für 6 bis 8 Minuten darin kräftig kochen. Muscheln herausnehmen, gut abtropfen lassen und dann in dem Paradeiserfond aromatisieren und warm halten.

Gemüse
Gebratenes Gemüse

4.In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und das blanchierte Gemüse darin anbraten. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Dazu passt ofenfrisches Baguette oder wer es ganz klassisch mag, Pommes Frites.

Muscheln
Muscheln mit gebratenem Gemüse und ofenfrischem Baguette

 

Salsa roja, der bessere Ketchup!

Die zwei wohl bekanntesten Salsa Rezepte sind Salsa roja und Salsa verde. Salsa kommt aus dem spanischen heißt Sauce, roja ist rot und verde grün. Und in der mexikanischen Küche macht man diese Saucen aus Tomaten oder Kräutern. Meine Salsa jedoch ist spanisch, aus roter Paprika und gerösteten Mandeln. Und meine Salsa ist kein Ketchup!

Diese Salsa roja ist lecker, richtig lecker! Und sie lässt sich sehr gut vorbereiten. Sie ist wochenlang im Kühlschrank haltbar und passt hervorragend zu gegrilltem aber auch Ziegenkäse oder Meeresfrüchte. Und mit Sicherheit wird diese Salsa beim nächsten Grillabend die ungeschlagene Nummer 1!

Salsa roja

  • 8 rote Paprika
  • 6 Knoblauchzehen
  • 4 Rosmarinzweige
  • 150g Mandelblättchen
  • etwas Zucker und Meersalz

Für die Marinade

  • 1Lt Wasser
  • 1Lt weißer Balsamico Essig
  • 200g Zucker
  • 80g Salz

Für das Grillhuhn

  • 1 TL Kümmel, ganz
  • 1 TL Majoran, getrocknet
  • 2 EL Paprikapulver, edelsüß
  • 2 EL Meersalz, grob
  • 1/2 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 1/2 TL Muskat, frisch gerieben
  • natives Olivenöl

1.Zunächst die roten Paprika vierteln und von Kernen und den weißen Trennwänden vollständig befreien, in grobe Stücke schneiden, die geschälten  Knoblauchzehen halbieren. Alles zusammen in einem Topf bei mittlerer Hitze in Olivenöl angehen lassen, dazu frischer Rosmarin und mit Meersalz aus der Mühle und etwas Zuker würzen. Dann mit Wasser ablöschen und in der Flüssigkeit so lange dünsten, bis die Paprika ganz weich ist.

2.Für das Grillhuhn den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Alle Gewürze und Majoran zusammen in einen Mörser geben und fein mahlen. Das Grillhuhn mit Olivenöl gut einreiben und dann die Gewürzmischung einmassieren, in eine feuerfeste Form geben und für circa 1 1/2 Stunden im Backofen garen. Nach einer Stunde noch einmal mit Olivenöl beträufeln.

3.Für die Marinade das Wasser aufkochen, Zucker und Salz darin auflösen. Nachdem sich Zucker und Salz vollständig aufgelöst haben die Marinade im Kühlschrank abkühlen und nach dem erkalten den weißen Balsamico Essig dazugeben. Diese Grundmarinade hält sich wochenlang im Kühlschrank und kann auch zum marinieren von gebratenen Pilzen verwendet werden.

4.Die fertig gegarte Paprika über ein Sieb abgießen, gut ausdrücken und in die Marinade einlegen. Für mindestens 1 Stunde mariniert lassen und dann nochmals über einem Sieb gut ausdrücken.Ist die Paprika noch zu feucht, wird die Sauce zu flüssig.

Tip: Die Marinade kann wiederverwendet werden und ist eine tolles Dressing für knackige Salate. Also aufheben!

5.Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Öl leicht anrösten. Die Pfanne dabei immer wieder schwenken. Die gerösteten Mandelblättchen unterheben und alles zusammen pürieren. Wie fein ihr die Paprika püriert, bleibt euch überlassen. Ich streue gerne nach dem pürieren noch einmal zusätzlich ein paar Mandelblättchen, mit der Hand zerdrückt, in die Salsa. Das ergibt einen leichten, spannenden Cruncheffekt.

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Vegetarisch: weder Fleisch noch Fisch!

Vegetarisch: weder Fleisch noch Fisch! Von Klimawandel, Umweltschäden und Globalisierung…

Ich rede heute mal Klartext. Wir Männer haben echt ein Problem. Essen ohne Fleisch ist für uns kein Essen. Und wenn es mal kein Fleisch gibt, dann werden wir zum Mädchen. Vegetarisch ist halt kein Fleisch! Und weil das so ist, muss unsere bessere Lebenshälfte es schaffen mit dem ihr zur Verfügung gestellten Haushaltsgeld jeden Tag auf’s Neue ein Fleischgericht auf den Tisch zu zaubern. Kein Wunder, das bei stetig steigendem Fleischkonsum die Preise und vor allem die Qualität von Fleisch immer tiefer sinken. Und dann regen wir uns auch noch über Klimawandel, Umweltschäden und Globalisierung auf, obwohl genau all diese Probleme „hausgemacht“ sind?

Geschmorter Sellerie
Schmorbraten vom Sellerie

Wer mich kennt, der weiß, das ich mich in meinem Blog nicht selten vegetarischen Gerichten widme. Aber sicher nicht um es Vegetariern auch Recht zu machen. Für mich geht es viel mehr um die Attraktivität von fleisch- oder fischbefreiten Gerichten. Gutes Essen hat absolut nichts mit Fleisch und Fisch zu tun, sondern viel mehr mit Erfahrung, Fantasie, Kreativität und Wertschätzung. Und mit Sicherheit schätzen wir den Wert von Fleisch oder Fisch wieder wesentlich höher, wenn wir deren Konsum auf 2 bis 3 mal pro Woche reduzieren, dafür aber qualitativ hochwertige Produkte verwenden. Ich denke, es kommt auf einen Versuch an. Und genau aus diesem Grund koche und esse ich auch vegetarisch!

Rote Bete
Rote Bete aus der Salzkruste

Oh nein! Ich will keinesfalls hier mit erhobenem Zeigefinger daher kommen! Ich mache nur das was ich am besten kann: Kochen! Und zum Kochen gehört halt auch „a bissl Hirn“ dazu. Angefangen beim Einkauf, über die Verarbeitung bis hin zur Kreativität, alles braucht echte Überzeugung. Und nur wer aus Überzeugung handelt, kann auch Einfluß auf andere ausüben. Auf den Partner, die Freunde und nicht zuletzt die Industrie. Und wird erst einmal auf die Industrie Druck ausgeübt, trifft es diese sehr schnell dort, wo es am meisten weh tut: beim Geld. Dafür aber stärken wir unseren Nachbarn, der sich keine Sorgen mehr machen muss, an wen er zu Dumping Preisen seine Eier, sein Fleisch, sein Gemüse oder sein Getreide verkaufen muss, nur um zu überleben.

Gebackene Salatherzen
Gebackene Salatherzen mit Sauce Tartare

Es muss nicht unbedingt Bio sein. Aber konventionell und fair produziertes Gemüse, Obst oder Getreide wäre schon mal ein toller Fortschritt. Nur, beim Stichwort „fair“ engagieren uns wir uns lieber auf der südlichen Halbkugel unseres Planeten. Um Gottes Willen will ich dieses berechtigte Engagement in Entwicklungsländern mit Sicherheit nicht schlecht reden.  Jedes echtes, ehrliches Engagement, und sei es auch noch so gering, ist absolut notwenig. Aber dann bitte nicht in der Komfortzone verharren in dem Glauben, das bei uns ja eh alles gut läuft. Das wird ein Spaß, wenn wir eines Tages auf Grund unserer Bequemlichkeit künstlich produzieren Fleisch aus dem Genlabor in Sterne Restaurants serviert bekommen, und dann auch noch in einschlägigen Gourmetführern schwarz auf weiß nachlesen können, mit welcher Fantasie und Kreativität in diesen Tempeln des guten Geschmacks selbiges kredenzt wurde.

Gefüllte Zucchini
Gefüllte Zucchini mit Sura Kees

Genug der Zukunftsmusik und zurück zur Realität auf den Bauernmarkt, dem Metzger unseres Vertrauens und den Produkten „Ab Hof“, zurück zum urpsrüglichen Gedanken. Nein liebe Männerwelt, Gemüse ist nicht nur für Frauen da. Gemüse ist für uns alle da, genau so wie richtig gutes Fleisch. Vegetarisch zu essen ist nur ein weibliches Privileg, auch wenn ich nicht selten bei meiner beruflichen Tätigkeit den Eidruck gewinne, das fast ausschließlich Frauen meine vegetarischen Gerichte bevorzugen. Und gerne bin ich der, der mit seinen Gerichten und Rezepten euch die fantastischen und vielfältigen Möglichkeiten mit Gemüse aufzeigt. Denn wie so oft im Leben, macht die Abwechslung  den Unterschied. Ich wünsche euch allen weiterhin viel Spaß mit meinen vegetarischen Gerichten und verspreche euch dafür, das ich Fleisch und Fisch mit Sicherheit nicht vernachlässigen werde.

Schmorbraten vom Sellerie, Pfifferlinge und Trüffelöl

Wenn man Rezepte entwickelt, lebt man von der Inspiration. Es ist nicht möglich eine Karotte neu zu erfinden, Aber es ist möglich ihr eine neue Zubereitungsart zu Teil werden zu lassen. Aber dafür braucht es äussere Anreize. Und einer dieser Anreize war ein überraschender Besuch einer lieben Freundin mit heimischen Pfifferlingen im Gepäck. Und so entstand dieses Rezept. Bei diesem Schmorbraten vom Sellerie mit Pfifferlingen, Trüffelöl und Rollgerste braucht es kein Fleisch mehr!

Gemüse, in allen Variationen, zählt von jeher zu meinen absoluten Favoriten. Und ganz besonders liebe ich Gemüse, das polarisiert. Für die einen ist er einfach nur ungenießbar. Und für die anderen ist es ein aromatisches und vielfältiges Wurzelgemüse. Die Rede ist von Sellerie. Und weil Sellerie so sehr polarisiert, ist es eine echte Herausforderung, Rezepte zu entwickeln, mit denen es vielleicht gelingt, die Skeptiker doch noch zu begeistern.

Geschmorter Sellerie mit Eierschwammerl, Rollgerste und Trüffelöl

Zutaten für 4 Personen:

  • 2 kleine Sellerie
  • 500g Eierschwammerl
  • 1 Bund Blattpetersilie
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Thymian
  • 160g Butter
  • Trüffelöl
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Alufolie

 

Für das Rollgersten-Risotto:

  • 200g Rollgerste
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 100g Butter
  • 500ml Gemüsebrühe
  • 1/8Lt Weißwein
  • 2 Schalotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Öl

 

1.Backofen auf 160 Grad vorheizen. Knoblauchzehen schälen und halbieren. Die Sellerie unter fließend kaltem Wasser sehr gut waschen, so das keine Erde mehr an ihnen haftet. Zwei Bahnen Alufolie über Kreuz auslegen. Den gewaschenen Sellerie darauf platzieren, die Hälfte vom Thymian und 4 halbe Knoblauchzehen verteilen, Trüffelöl über den Sellerie laufen lassen und mit Meersalz und Pfeffer gut würzen. 80g Butter auf den Sellerie legen und alles zusammen in der Alufolie gut einwickeln. Mit dem zweiten Sellerie auf die gleiche Weise verfahren. Sellerie auf eine feuerfeste Form geben und für circa 2 Stunden im Backofen schmoren.

2.Rollgerste auf einem Sieb mit Wasser abbrausen. Schalotten und Knoblauch schälen und in ganz feine Würfel schneiden, Schnittlauch in feine Ringe schneiden. In einem Topf Öl erhitzen, Schalotten, Knoblauch und Rollgerste dazugeben, farblos angehen lassen. Dann mit Weißwein und etwas Gemüsebrühe ablöschen. Lorbeerblätter hinzugeben und bei zugedecktem Topf langsam weich garen. Zwischendurch immer wieder umrühren und etwas Gemüsebrühe hinzugeben. Mit Meersalz und Pfeffer abschmecken. Danach die kalte Butter und den Schnittlauch unterrühren und nicht mehr aufkochen. Die Garzeit beträgt circa 30 Minuten.

4.Sellerie aus dem Ofen nehmen, Alufolie öffnen und den Sellerie auf einem Schneidebrett in gleich große Scheiben wie einen Schmorbraten zerteilen. Das Öl, das sich in der Alufolie gesammelt hat beim Anrichten über die Selleriescheiben laufen lassen. Im Öl steckt der volle Geschmack.

 

 

Gebackene Salatherzen, Sauce Tartare, Tomate

Niemand möchte in den wenigen Sommermonaten so richtig deftige Hausmannskost. Dafür sind die Tage zu warm und die Nächte zu lau. Ein gut gekühlter Weißwein, liebe Freunde und kulinarische Leichtgewichte bei Sonnenuntergang und Kerzenschein im Freien. Das ist wohl eher was uns diese Jahreszeit so kostbar macht. In Österreich hat alles was gebacken ist eine lange Tradition, auch im Sommer. Neu hingegen an diesem Rezept waren gebackene Salatherzen mit Sauce Tartare und marinierten Tomaten.

Es ist schon ein paar Jahre her, das mir dieses Rezept einer der führenden und ausgezeichneten Köche hier in Österreich auffiel. Und ich muss gestehen, es war Liebe auf den ersten Blick. Eine Liebe, die bis heute ungebrochen überdauert hat. Für mich wäre es eine Freude, wenn ihr für dieses Sommergericht gleiche Empfindungen entwickeln würdet, denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen.

Gebackene Salatherzen mit Sauce Tartare und marinierten Tomaten

Zutaten für 4 Personen:

Für die Salatherzen

  • 4 Salatherzen, Kochsalat oder Romanasalat
  • 1 Zitrone
  • 50g griffiges Mehl
  • 2 Eier
  • 50g Semmelbrösel
  • 300g Butterschmalz
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Weiters benötigt ihr

  • 2 reife Rispentomaten
  • 1/2 rote Zwiebel
  • 1El Sherryessig
  • 2El natives Olivenöl

Für die Sauce Tartare

  • 1 Eigelb
  • 1Tl Senf
  • 1El Weißweinessig
  • 1/8Lt Öl
  • 100g Essiggurken
  • 30g Kapern
  • 2 Sardellenfilets
  • 1El gehackte Petersilie
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Worcestersauce

1.Als Basis für die Sauce Tartare Eigelb, Senf und Weißweinessig mit dem Schneebesen verrühren. Das Öl langsam und gleichmässigen einrühren. Die Essiggurken in feine Würfel schneiden. Kapern, Petersilie und Sardellen gehackt mit der Essiggurke zusammen in der entstandenen Mayonnaise unterheben. Mit Meersalz, Pfeffer und Worcestersauce abschmecken, kühl stellen.

2.Die Rispentomaten kurz in kochendem Wasser überbrühen, mit Eiswassers abschrecken, Haut abziehen und in dünne Scheiben schneiden. Die geschälte 1/2 rote Zwiebel in ganz feine Würfel schneiden. Paradeiserscheiben in einer Schüssel mit den Zwiebeln, Meersalz, Pfeffer, Sherryessig und Olivenöl marinieren.

3.Die Salatherzen im Ganzen waschen und gut abtropfen lassen, mit Meersalz, Pfeffer und Zitronensaft marinieren und 10 Minuten ruhen lassen. Danach die Salatherzen zuerst in Mehl, dann verquirltem Ei und Semmelbrösel panieren und langsam in Butterschmalz knusprig ausbacken. Die Salatherzen mit Sauce Tatare, Zitronenscheibe und Paradeisern anrichten.

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Garnele, Gurke, Melone, Pfefferminze

Manche kulinarischen Kombination sind einfach Klassiker! Rezepte wie Eisbein mit Sauerkraut, Wiener Schnitzel mit Petersilie-Erdäpfel oder Garnelen mit Aioli Mayonnaise sind uns allen von Kindesbeinen an schon vertraut Aber manche Produkte  können weitaus mehr. So wie Garnelen, kombiniert mit Melone, Gurke und Pfefferminze Joghurt, zu einem herrlich erfrischend, leichtem Sommergericht werden.

Garnelen müssen heutzutage nicht erst eine halbe Weltreise zurückgelegt haben, bevor sie in unseren Küchen ihre letzte Bestimmung finden. Mittlerweile werden Garnelen genau so wie Flußkrebse mit Erfolg auch regional gezüchtet, so auch hier im tirolerischen. Sicherlich liegt der Preis etwas höher, aber vielleicht lernen wir ja genau dadurch diese Produkte wieder etwas mehr zu schätzen. Und umso mehr bereitet euch mein Rezept Freude und Genuß!

Garnelen mir Gurke, Wassermelone und Pfefferminze Joghurt

Zutaten für 4 Personen:

  • 12 Garnelen
  • 300g Naturjoghurt, 3,5%
  • 1 Handvoll frische Pfefferminze Blätter
  • 1 Feldgurke
  • 2 kleine Wassermelonen
  • 2 Rosmarinzweige
  • 6 Knoblauchzehen
  • 1 Baguette
  • 250g Butter
  • 1 Bundschnittlauch
  • 1 Zitrone
  • 12 kleine Holzspieße

Des weiteren benötigt ihr etwas gelben Frisée Salat und Treviso für die Garnitur, Öl zum anbraten, Meersalz aus der Mühle, etwas Staubzucker, etwas Essig und Öl um die Salatgarnitur zu marinieren.

1.Die Garnelen in kaltem Wasser abwaschen. Ich bevorzuge „Easy Peel“ in der Größe 08/12. Diese Garnelen haben bereits einen Schnitt längs in der Schale und der Darm ist bereits entfernt. Wer den vollen Geschmack haben will, kauft am besten frische, ganze Ware und gart sie auch so. Dies ist dann allerdings etwas schwieriger beim essen, besonders bei meiner Anrichtungsweise. Also lieber runter mit der Schale bis auf das letzte Segment. Garnelen zur Seite stellen.

2. Die Melone mit Schale der Länge nach halbieren, beide Hälften in 3cm starke Scheiben schneiden. Das Fruchtfleisch der Scheiben in gleichförmige 3x3cm große Würfel schneiden. Wer dies schon einmal gemacht hat, kommt für 12 Würfel mit einer Melone aus. Ich habe im Rezept lieber zwei kleine angeben. Das ist leichter beim ersten Mal. Und das ganze übrige Fruchtfleisch in einen Mixbecher geben, mit dem Stabmixer fein pürieren, danach durch ein feines Sieb passieren. Einen kleinen Teil der frischen Minze grob hacken und zum passierten Melonensaft dazugeben. Pfefferminze im Saft ziehen lassen und mit den Melonenwürfeln bereitstellen.

3. Die Gurke unter kaltem Wasser abwaschen. Mit einem einfachen Zestenreißer gleichmässig Streifen aus der Gurkenschale herausschneiden. Danach aus der Gurke 12  Scheiben circa 0,5cm stark schneiden und ebenfalls bereitstellen.

4. Den Naturjoghurt in eine Schüssel geben und mit etwas Staubzucker vorsichtig nach Geschmack süßen. Achtung! Verwendet man zuviel Zucker, schmeckt der Joghurt schnell nach Dessert. Vom Rest der Pfefferminze die schönsten Blätter aussortieren und später als Garnitur beim Anrichten verwenden. Die restliche Pfefferminze in ganz feine Streifen schneiden und unter den Joghurt mischen. Den Joghurt in den Kühlschrank stellen.

5. Für das Knoblauchbaguette den Backofen auf 200g Ober- und Unterhitze vorheizen, die weiche Butter in einen Mixer geben, 3 Knoblauchzehen schälen, Bürzel entfernen und ganz fein hacken. Den Saft einer Zitrone zusammen mit dem Knoblauch zur Butter geben. Alles zusammen mixen. Den Schnittlauch in ganz feine Ringe schneiden und unter die Butter rühren, mit Salz abschmecken. Bei dem Baguette darauf achten, das die Scheiben nur zu 2/3 Drittel durchgeschnitten sind. Zwischen den einzelnen Scheiben die Knoblauchbutter verteilen. Das Baguette nun auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech für circa 10 Minuten im Ofen backen. Nach 8 Minuten das Baguette umdrehen und auch die Unterseite knusprig backen.

6.Für die Garnelen  die restlichen Knoblauchzehen schälen und halbieren. Ein Pfanne aufstellen und auf Stufe 8 erhitzen. Die vorbereiteten Garnelen leicht salzen und in Olivenöl auf der einen Seite anbraten. Nach 2 Minuten die Garnelen wenden und die halbierten Knoblauchzehen und frischen Rosmarin dazugeben. Nach weiteren 2 Minuten Garnelen aus der Pfanne nehmen. Die heißen Garnelen mit dem Holzspieß durchstoßen und auf Gurkenscheibe und Melonenwürfel anrichten, den Minzejogurt mit einem Löffel über den Garnelenspieß laufen lassen, das Baguette in Scheiben schneiden, anrichten und die restliche Minze-Joghurtsauce dazu reichen, die Teller mit etwas goldgelben Frisée Salat und Treviso garnieren.

Champagner, Marille und Sommertrüffel

Champagner ist sexy. Und in diesem Zusammenhang ist es kaum zu glauben, das die Geschichte uns heute noch erzählt, dieses weltbekannte Prickeln hätte seinen Ursprung ausgerechnet in einem Kloster der Benediktiner in Frankreich gefunden.

Auch Kochen ist sexy. Also wenn man es kann, vielleicht sogar als Beruf „erlernt“ hat. Aber eigentlich kann man Kochen nicht lernen. Man muss es fühlen, wollen, angeregt durch die tägliche Neugier, Leidenschaft und Aufmerksamkeit den Produkten gegenüber. Und heute habe ich einem sehr leidenschaftlichen Produkt im nachfolgenden Rezept meine volle Aufmerksamkeit gewidmet. Zu Ehren des Tages, dem 04.August, der uns an dieses Produkt erinnern soll: dem Champagner!

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Champagner ist ein hervorragender Speisenbegleiter, aber auch ein guter Starter. Also warum nicht mal ein abendliches Dinner mit einem raffinierten Süppchen, mit eben ihm als Hauptdarsteller, beginnen? Nur eine simple Champagnersuppe wird diesem edlen Produkt wohl kaum gerecht. Und ja, ich muss gestehen, das ich die Verbindung in einem Gericht mit Früchten schon von jeher als spannend ansah… Diese leichte, verspielte Säure des veredelten Weines kombiniert mit süßlich glacierten Marillen verspricht mir an diesen warmen Sommerabenden eine wunderbare Erfrischung und Freude auf das Rezept.

Champagnersuppe mit Dorade Royal und glacierten Marillen

Zutaten für 4 Personen

Für die Einlage der Suppe:

  • 200g Dorado Royal (Goldbrasse), Filet
  • 8 Marillen aus der Wachau
  • 4 Zweige Thymian
  • 3 Knoblauchzehen
  • 50g Butter
  • 20g Zucker
  • 1 Schnapsglas Champagner
  • Olivenöl
  • Meersalz aus der Mühle
  • 30g schwarze Sommertrüffel

Für die Champagnersuppe:

  • 200g Pastinake
  • 100g Lauch
  • 0,75 Liter Gemüsebrühe
  • 0,250 Liter Champagner
  • 0,200 Liter Obers
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Lorbeerblätter
  • 4 Eßl. kalte Butter
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Für die Sabayon:

  • 2 Eigelb
  • 0,01 Liter Champagner

1. Pastinake und Zwiebeln schälen und würfelig schneiden. Vom Lauch nur das Weiße verwenden,, der Länge nach halbieren, waschen und ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Pastinake und Zwiebeln in etwas Öl farblos angehen lassen. Leicht salzen. Mit dem Gemüsefond und dem Champagner ablöschen, den Lauch und die Lorbeerblätter hinzugeben. Bei leichter Hitze alles zusammen für circa 20 Minuten leicht köcheln und reduzieren lassen bis das Gemüse weich gegart ist. Zum Schluß den Obers hinzugeben, mit Meersalz und Pfeffer abschmecken. Mit dem Pürierstab oder Standmixer mit der kalten, in Würfel geschnittenen Butter aufmixen und pürieren, danach durch ein feines Sieb in einen frischen Topf passieren und bereitstellen.

2. In der Zwischenzeit die frischen Doradenfilets entgräten und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit Meersalz aus der Mühle würzen und mit dem Thymian die Hautseite belegen. Eine Pfanne bei mittlerer Hitze vorheizen, Olivenöl hinzugeben und die Filetstücke mit dem Thymian auf der Hautseite in die Pfanne legen. Nach 4 Minuten die Filets wenden und nur ganz kurz auf der anderen Seite her anbraten. Sofort aus der heißen Pfanne herausnehmen und bereitstellen.

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3. Die Marillen waschen, halbieren, Kerne entfernen. In einer Pfanne bei mittlerer Hitze 50g Butter zerlaufen lassen, 20g Zucker hinzugeben und mit dem Schnapsglas Champagner ablöschen, die Marillen- und Knoblauchhälften hinzugeben und alles zusammen glacieren. Achtung! Dieser Vorgang geht recht zügig, da Marillen schnell weich werden.

4. Die zwei Eigelb mit dem restlichen Champagner in einer Blechschüssel verquirlen und über einem Wasserbad zur Sabayon aufschlagen.

5. Die Champagnersuppe erhitzen aber nicht mehr kochen lassen, Marille und gebratenen Fisch mittig im Suppenteller anrichten. Unter die warme Suppe nun die Champagnersabayone vorsichtig unterheben und sofort auf den vorbereiteten Tellern angießen. Ob nun nur mit den Marillen oder gar noch mit frischem Sommertrüffel serviert, diese Entscheidung obliegt allein des rein persönlichen Geschmacks! Ich habe völlig wertfrei beide Varianten ausprobiert…

 

Noch ein kleiner TIP:

Eine weitere tolle Variante ist einfach nur eine Pastinakensuppe mit Pioppini Pilzen, Sommertrüffel und Mandelkernöl von Bettina Lenz. Das nussige dieses hervorragend verarbeiteten Öl harmoniert hervorragend mit der Süße der Pastinake und dem erdigen der Trüffel. In jedem Fall sind alle Variationen ein echter Genuss.

 

Der Alpen Hot Dog

Fastfood hat eine lange Tradition! Schon im alten Pompeji gab es „Essen in die Hand“ Damals allerdings weil nicht jeder zuhause eine Kochstelle besaß. Heute sind  wohl eher mangelnde Zeit, das Single Dasein, denn wer kocht schon gerne nur für sich allein, oder einfach nur keine Lust, die überwiegenden Gründe.

Und weil ich all diesen Gründen gerne entgegen wirke hier nun die ultimative Inspiration es doch einmal mit kochen zu probieren. Dieser Alpen Hot Dog ist eine Offenbarung! Das ist „Faust Food“ für echte Männer! Grillwurst, hausgemachter Zwiebelsenf, Essiggurke, knuspriger Speck, Röstzwiebeln und frisch gerissener Kren, Und so richtig genial wird es, wenn ihr die Wurst auf dem Holzkohlengrill gart. Natürlich geht eine gute Bratwurst frisch vom Metzger auch in Pfanne und Backofen. Die Zwiebelsauce dazu ist leicht gemacht und hält im Kühlschrank mehrere Wochen. Also ran an Herd und Grill, hier ist das Rezept dazu:

Alpen Hot Dog mit Zwiebelsenf und gerissenem Kren

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Grillwürste vom Metzger eures Vertrauens
  • 1 Bund Blattpetersilie
  • 8 Essiggurken
  • 4 längliche Semmel, Kornspitz oder Mehrkornsemmel
  • 1 Stück frischen Kren
  • 150g Hamburger Speck in Scheiben oder Streifen
  • wer möchte etwas Chiliflocken, Öl zum Anbraten und ausbacken
  • etwas Mehl, Paprikapulver
  • 1 Zwiebel

Für den Zwiebelsenf:

  • 6 Zwiebeln
  • 8Tl. Kräuteressig
  • 150g Scharfer Senf
  • 150g süßer Senf
  • etwas Öl zum braten der Zwiebeln, Meersalz aus der Mühle

1.Für den Zwiebelsenf die sechs Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Etwas Öl in Topf oder Pfanne erhitzen, die Zwiebelwürfel gesalzen darin zugedeckt 5 Minuten anschwitzen. Dann mit dem Kräuteressig ablöschen, noch einmal kurz aufkochen und vom Herd nehmen, ohne Deckel im Kühlschrank abkühlen lassen. Danach den scharfen und süßen Senf unterrühren.

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2.Die Grillwürste mit einem scharfen Messer auf beiden Seiten etwas einritzen. Den Blattpetersilie waschen, die Blätter abzupfen und grob hacken. Die Essiggurken in Scheiben schneiden, Streifen und dann würfeln. Blattpetersilie und Gurken mischen und bereitstellen.

3.Die Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben, ein klein wenig Mehl und Paprikapulver dazugeben, gut durchmischen. In einem Topf etwas Öl erhitzen bei mittlerer Temperatur. Zwischenzeitlich den Hamburger Speck falls nötig in 0,5 cm starke Streifen schneiden. Ist das Öl im Topf heiß die melierten Zwiebel goldgelb darin rösten und auf einem Küchenkrepp abtropfen. Anschließend die Speckstreifen im heißen Öl circa 15 Sekunden knusprig backen, herausnehmen und abtropfen lassen.

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4.Öl in einer ausreichend großen Pfanne erhitzen, den Backofen auf 2oo Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die vorbereiteten Grillwürste in der Pfanne auf beiden Seiten knusprig anbraten und im Backofen für 8 Minuten weitergaren. Dann für 2 Minuten die frischen Semmel dazugeben. Alles zusammen aus dem Backofen nach Ablauf der Zeit nehmen. Die gewürfelten Essiggurken mit dem Blattpetersilie zusammen in einer Pfanne mit wenig Öl kurz erhitzen und bereit stellen.

Achtung!

Für den Backofen nur eine massive Pfanne mit Stahlgriff verwenden. Ein Plastikgriff hält die Hitze nicht aus.

Alpen Hot Dog
Alpen Hot Dog mit hausgemachtem Zwiebelsenf

5.Die Semmel der Länge nach zu 3/4 aufschneiden. Beide Seiten mit dem Zwiebelsenf bestreichen, die Grillwurst einlegen und nach belieben mit den Essiggurken, Röstzwiebel und Speckstreifen garnieren. Zum Schluß frischen, geschälten Kren über den Semmel reissen. Wer möchte kann Mixed Pickels dazu reichen oder mit Chili Flocken den Hot Dog noch ein wenig „verschärfen“.

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