Ernährung, Allergien und Genuss

Ernährung ist, neben Genuss und all meinen leckeren Rezepten, doch immer auch ein Hauptbestandteil unseres Daseins. Ernährung ist mitverantwortlich wie es uns geht, wie motiviert oder leistungsfähig wir sind. Und „Wohlstandsernährung“ bedeutet in unserer Zeit nicht mehr zwangsläufig ein kleines Bäuchlein anzusetzen um der ganzen Welt zu zeigen wie gut es uns doch geht. Wohlstandsernährung heutzutage ist die bewusste Wahl und Auswahl unserer Lebensmittel. Wir entscheiden heute nach Herkunft, Nährwert, Bio, CO2 Abdruck, ja selbst zwischen tierisch und vegetarisch, wobei wir selbstverständlich keine der möglichen Allergien ausser acht lassen wollen.

Manchmal frage ich mich als professioneller Koch, ob meine Gäste zuhause in ihren privaten Küchen den selben Aufwand betreiben, wie Sie es von mir in einer Hotelküche erwarten oder gar verlangen. Ob Sie mit gleichem finanziellen Aufwand sich täglich einen ganzen Liter Mandelmilch gönnen, ausschließlich Bio-Produkte Ihre Einkaufskörbe füllen, und an der Fischtheke vom Fachverkäufer sich versichern lassen, dass der Wolfsbarsch tatsächlich Angel- und nicht Massenware aus dem Atlantik ist. Aber wer weiss schon, das 95% aller in unserer Region zum Verkauf angebotenen Jakobsmuscheln aus China stammt, gleich wie Dosentomaten oder das daraus produzierte Tomatenmark.

Vegetarisches Chili im glutenfreien Tortilla, Landfrischkäse und Guacamole

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 glutenfreie Tortilla (gibt es im Handel z.B. von der Fa. Schär)
  • 2 Dosen geschälte Tomaten, stückig
  • 1 Dose Kidney Bohnen
  • 1 Dose Zuckermais
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1/2 Tl gemahlener Kreuzkümmel
  • 2 Tl Oregano
  • 2 El Tomatenmark
  • 1 Tl getrocknete und geschrotete Chilischoten
  • Meersalz aus der Mühle
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 El Rohrzucker
  • 0,5Lt Gemüsefond
  • etwas natives Olivenöl zum anbraten

Für die Guacamole

  • 2 reife Bio Avocados
  • 1 Limette
  • 1 Knoblauchzehe
  • Meersalz aus der Mühle
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • etwas frisches Koriandergrün
  • 1 El Naturjoghurt
  • 1 Tomate

Weiters wird benötigt

  • 1 Becher Landfrischkäse
  • 1 Eisbergsalatkopf

1.Für das Chili sin carne Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin farblos angehen lassen. Oregano und Kreuzkümmel zugeben und kurz mit angehen lassen. Das Tomatenmark zufügen und leicht karamelliesieren. Mit dem Gemüsefond angießen und kurz eindicken lassen. Tomaten aus der Dose zugeben und alles zusammen auf kleiner Flamme langsam einkochen lassen, damit sich der Geschmack entwickeln kann. Zuckermais und Kidneybohnen über ein Sieb abgießen und zur Tomatensauce zugeben, mit Zucker, Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

Solch eine Ernährung macht nur Sinn, wenn wirklich eine schwere Erkrankung, wie Zöliakie, vorliegt.

2.Für die Guacamole die Avocados halbieren, den Kern entfernen. Mit einem Löffel das Fruchtfleisch herauslösen, mit einer Gabel zu sehr feinem Mus zerdrücken. Tomate vierteln, Kerngehäuse herausschneiden, und die Filets in feine Würfel schneiden. Knoblauchzehe schälen, halbieren, und in ganz feine Würfel hacken. Die Tomatenwürfel, den Limettensaft, Knoblauch und Joghurt zum Avocadosmus geben und alles kräftig miteinander verrühren. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Koriandergrün grob hacken und unter die Guacamole mischen.

3.Eisbergsalat halbieren, vierteln, Strunk herausschneiden und den Salat in feine Streifen schneiden. Die glutenfreie Tortilla nach und nach in der Mikrowelle kurz temperieren und mittig auf vorgewärmten Tellern anrichten. Eisbergsalat auf die eine Hälfte der Tortilla großzügig verteilen, das heisse Chili sin carne darauf geben, Landfrischkäse und Guacamole mit einem Löffel auf das Chili geben, zuklappen, ausgarnieren, sofort servieren. Übrige Guacamole in kleine Schälchen abfüllen und zum Chili reichen.

Lecker geht auch glutenfrei und vegetarisch: Chili sin carne im Tortilla mit selbstgerechter Guacamole

Ente, Quitte, Chili, Erdäpfel, Rotktaut, Aceto Balsamico, Trüffel

Heute ist der zweite Weihnachtsfeiertag, Weihnachten ist beinah vorbei. Tief winterlich weiß verschneit war es heuer wieder einmal nicht, eher verregnet, dafür aber richtig lecker. Wir alle lieben Weihnachten. Nicht nur der Geschenke wegen, wohl auch auf Grund des Genusses, und nicht selten auch des Glauben. Ich habe mir gestern, am 1.Weihnachtstag, eine Ente zubereitet, eine Barbarie Entenbrust, um genau zu sein, mit Quitten Chutney, Aceto Balsamico Rotkraut, Macaire Erdäpfel und Trüffelkaviar.

Quitte ist wohl eine der schönsten Winter Obstsorten, und nicht selten muss sie auf Grund ihres hohen Pektin Gehaltes einfach nur als Gelee herhalten. Aber die Quitte kann weit mehr. Und weil ich Tradition, besonders in der Küche liebe, habe ich einen Klassiker der französischen Küche mit in mein Gericht einfließen lassen: die Macaire Kartoffel. Und natürlich darf auch ein Highlight der winterlichen Küche hierbei nicht zu kurz kommen: das Rotkraut. Ich habe mein Rotkraut mit einem 12 jährigen Aceto Balsamico von Leonardi veredelt, was aber zum nachkochen kein unbedingtes „muss“ sein soll.

Für die Entenbrust

  • 2 Barbarie Entenbrüste, männliche
  • 12 Stück Nelken
  • 2 Rosmarinzweige

Für das Aceto Balsamico Rotkraut

  • 500g Rotkraut
  • 2 Orangen
  • 100ml Aceto Balsamico, 12 Jähriger
  • 100ml Portwein
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2El Rohrzucker
  • 2 Zwiebeln
  • 1/2 Zimtstange
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Meersalz aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für das Quitten Chutney

  • 1 Quitte
  • 2 Schalotten
  • 100g frischer Ingwer
  • 1Tl getrocknete Chilischoten, geschrotet
  • 3El brauner Rohrzucker
  • Meersalz aus der Mühle
  • 1 Zitrone
  • natives Olivenöl

Für die Macaire Erdäpfel

  • 800g mehlig kochende Erdäpfel
  • 2 Eigelb (Kl. M)
  • 20g weiche Butter
  • Muskatnuss frisch aus der Mühle
  • 80g Speckwürfel
  • 1 Schalotte
  • krauser Petersilie
  • 1 Tl Butter
  • Meersalz aus der Mühle
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 3 El Butterschmalz
  • Trüffelkaviar von Tartufi Jimmy S.r.l.

1.Für das Rotkraut die Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden. Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln darin glasig und farblos anschwitzen. Rohrzucker zugeben und leicht angehen lassen. Mit dem Saft von 2 Orangen ablöschen, die Zwiebeln weiter dünsten und den Orangensaft dabei um die Hälfte reduzieren. Portwein zugeben, nochmals Flüssigkeit um die Hälfte reduzieren, die Zwiebelwürfel sollen im Aromafond ganz weich gedünstet werden. Drei Lorbeerblätter, Zimtstange und Rotkraut zugeben und mit dem Essig angießen. Rotkraut auf kleiner Flamme weich köcheln und mit etwas Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

2.Für das Chutney Schalotten und frischen Ingwer schälen, fein würfelig schneiden. Olivenöl erhitzen, Schalotten und Ingwer darin farblos angehen lassen. Zwischenzeitlich Quitte schälen, halbieren, vierteln, achteln, Kerngehäuse herausschneiden und die Quitte in Würfel schneiden, zu Schalotten und Ingwer geben, leicht angehen lassen, Rohrzucker zugeben und karamellisieren. Saft einer Zitrone mit dem geschroteten Chili zugeben und abgedeckt 15-20 Minuten auf kleiner Flamme weich dünsten, mit etwas Meersalz aus der Mühle abschmecken. Die Hälfte vom Chutney zusammen mit dem Saft in einen Standmixer geben, fein pürieren, Püree und Quittenstücke wieder vermischen, Chutney kühl stellen.

Barbarie Entenbrust mit einem Klassiker der französischen Küche: Macaire Erdäpfel, hier mit Trüffelkaviar garniert

3.Für die Macaire Erdäpfel, Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden und in kochendem Salzwasser weich garen. Backofen auf 120 Grad vorheizen. Nach dem garen die Erdäpfel in ein Geschirr geben und im Backofen für 10-15 Minuten ausdampfen lassen. Zwischenzeitlich Schalotte schälen, fein würfelig schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen, Schalottenwürfel zugeben, glasig anschwitzen. Speckwürfel zugeben, Petersilie von den Stielen zupfen, ganz fein hacken, zum Speck zugeben, Pfanne vom Herd nehmen. Die Erdäpfel aus dem Ofen nehmen und mit einer Karoffelpresse durchlassen. Sofort 2 Eigelbe und das weiche Stück Butter zugeben, alles kräftig vermischen. Speck-Schalotten unterheben, mit Meersalz, Muskatnuss und Pfeffer aus der Mühle würzen und abschmecken. Aus der Masse eine gleichmässige ca. 6cm starke Rolle formen und diese in Alofolie einwickeln. die Rolle für etwa eine 1/2 Stunde kühl stellen. Nach dem Kühlen Alufolie entfernen, die Macaire in circa 1cm starke Scheiben schneiden und in Butterschmalz von beiden Seiten her goldbraun anbraten, im Ofen abgedeckt warm halten.

4.Entenbrust mit Küchenkrepp abtupfen, auf der Fleischseite Sehnen und Silberhaut mit einem scharfen Messer entfernen. Die Fettseite mit einem scharfen Messer gleichmässig einschneiden, beide Seiten mit Meersalz aus der Mühle würzen. Pfanne ohne Öl erhitzen, Entenbrust auf der Fettseite darin goldbraun anbraten. Entenbrust wenden, Rosmarin und Nelken zugeben, die Brust kurz auf der Fleischseite anbraten, sofort aus der Pfanne heben, mit Rosmarin, Nelken und etwas Entenfett in eine Form geben und im Ofen bei 120 grad für 20 Minuten garen. Entenbrüste aus dem Ofen nehmen, in Alufolie mit den Gewürzen einpacken und mindestens 5 Minuten ruhen lassen.

5.In der Zwischenzeit Rotkraut über ein Sieb abgießen und in gleichmässig geformte Stränge auf 4 vorgewärmte Teller mittig anrichten. Chutney aus dem Kühlschrank nehmen, anrichten, mit einem Tropfen Chilisauce garnieren. Die Macaire Erdäpfel aus dem Ofen nehmen, anrichten, mit Trüffelkaviar ausgarnieren. Entenbrüste aus der Alufolie nehmen, die Brüste jeweils an den Endseiten links und rechts anschneiden, dann die Entenbrüste halbieren, abtupfen und aufgestellt auf dem Rotkraut anrichten. Mit etwas Gewürzjus servieren.

Weinempfehlung: Blaufränkisch vom Lehm, 2017, Weingut Gesellmann, Burgenland

Barbarie Entenbrust, Quitten Chutney, Aceto balsamico Rotkraut, Macaire Erdäpfel, Trüffelkaviar

Werbung ist doof

Weihnachten ist vorbei. Für mich ganz persönlich war es in diesem Jahr eine wahrlich, ruhige und besinnliche Zeit. Nicht in einer Hotel- oder Restaurantküche, sondern ganz privat bei mir zuhause. Sicher, ich habe schon oft in meiner eigenen Küche gekocht, das mag sein. Doch meine private Küche ist anders. Sie ringt nicht nach Aufmerksamkeit, nach Lob oder Kritik. Sie ist leise und intim. Ich lasse mich in meiner individuellen, rein privaten Küche nicht von äusseren Einflüssen, von keiner Werbung leiten.

Wenn ich mich in meiner privaten Küche für ein Gericht, Produkt oder Lebensmittel entscheide, dann weil ich von dessen Qualität und Herkunft völlig überzeugt bin. Da bedarf es keiner haltlosen Versprechen, keiner Werbung. Erst dann entstehen Gerichte und Bilder von echtem Leben, einem Spaziergang barfuß im Regen gleich. Leben kann man nicht kaufen, es ist ein Geschenk an jeden von uns. Und so wie das Leben schenke ich euch meine Gerichte und Rezepte in dem stillen Wunsch, sie mögen euer Leben bereichern.

Penne Rigate mit Salsiccia Toskana, Cheddar und Tomaten-Pilzsauce

Zutaten für 4 Personen

  • 250g Penne von Fabbri
  • 10St Salsiccia Toskana
  • 100g gereifter Cheddar
  • 250g Champignons
  • 100g Speck, gewürfelt
  • 12 Scheiben Tiroler Hamburger Speck
  • 3 Zwiebeln
  • 100ml Weißwein
  • 400ml Geflügelbrühe
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 rote Paprika
  • 20St Kirchtomaten
  • 500g geschälte Tomaten
  • 1El brauner Zucker
  • 1El Sumach
  • 1Tl geräucherter Paprika
  • 1El Sambal Oelek
  • Thymian
  • Meersalz aus der Mühle
  • natives Olivenöl

1.Zwiebeln, rote Paprika und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Champignons kurz unter kaltem Wasser abwaschen, Stile entfernen. Pilze in dünne Scheiben schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln, Paprika und Knoblauch darin glasig anschwitzen, Pilze zugeben, mit anschwitzen. Geräucherter Paprika, Thymian, Sumach und Speckwürfel zugeben. Alles zusammen kurz angehen lassen, mit Weißwein ablöschen und mit Geflügelbrühe auffüllen und um die Hälfte einkochen. Geschälte Tomaten mit dem Saft zugeben und gut einkochen lassen. Mit Meersalz aus der Mühle und Sambal Oleg abschmecken. Zum Schluß Kirschtomaten waschen, quer halbieren und zur einreduzierten Sauce zugeben.

Richtig geschmackvolle Salsiccia Toskana… ein unvergleichlicher Genuss

2.Für die Penne Rigate ausreichend Wasser in einem Topf erhitzen, Meersalz zugeben und die Penne darin al dente kochen. Nach dem garen Pasta abgießen, unter kaltem Wasser abschrecken, und mit nativen Olivenöl aromatisieren.

3.Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Salsiccia mit der Messerspitze ein wenig einstechen. Würste in Öl von beiden Seiten her scharf anbraten, Hitze reduzieren und unter mehrfachen wenden langsam garen. Die Hamburger Speckscheiben zwischen zwei Backpapier legen und in der Mikrowelle auf voller Leistung für circa 1 1/2 – 2 Minuten knusprig rösten. Speck abtupfen und an der Luft fertigtrocknen. Die Penne zur heissen Sauce zugeben und einmal kräftig aufkochen, sofort anrichten. Gereifter Cheddar zum Schluss über das Gericht reiben.

Penne Rigate mit Salsiccia Toskana, gereiftem Cheddar und Tomaten-Pilzsauce…

Zu Weihnachten gibt’s Makronen: Haselnuss, Mandel oder Kürbiskern

Es ist Christtag, Freitag der 25.Dezember 2020 und ich möchte mich mit diesem Beitrag bei meinen treuen Lesern auf das herzlichste bedanken und wünsche allen eine gesegnete und frohe Weihnacht. 2020 war ein sehr interessantes Jahr, für uns alle. Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, ich werde heuer Weihnachten nicht in der Hotelküche arbeiten, ich hätte ihn wohl charmant angelächelt… aber wie unzählige meiner Kollegen verbringe auch ich mein Weihnachten dieses Jahr im engsten Kreise am heimischen Herd und Weihnachtsbäckerei mit hausgemachten Makronen, Babarie Ente und geräuchertem Lachs.

Das Schönste an diesem Tag ist wohl, das es heute morgen doch tatsächlich geschneit hat: weiße Weihnacht! So ist denn in diesem Jahr noch einer meiner Herzenswünsche in Erfüllung gegangen. Man wird bescheiden in diesen Zeiten. Wobei, wer mich kennt, als Kollege, Freund und Koch, wusste meine Bescheidenheit stets zu schätzen. Denn auch Geduld ist eine Form der Bescheidenheit. Und jetzt, gerade jetzt, bleibt uns nichts weiter, als die Füße still zu halten und uns in Geduld zu üben, uns an Dingen zu erfreuen, die wir allzuoft schon als Selbstverständlichkeit angesehen haben.

Es ist Weihnachten… und es schneit!

Ich gestehe es mir ja ein: ich backe nicht gerne. Ich bin Koch. Und Köche kochen. Umso wichtiger ist es mir denn, wenn ich schon mal backe, das sich auch das Erfolgserlebnis sofort einstellt. Makronen sind so ein Backwerk, genauer gesagt ein Dauergebäck, das auch einem Koch auf Anhieb gelingt. Wohl gemerkt, es geht um Makronen, nicht um das erst wesentlich später entstandene Trendgebäck Macaron, oder Macaron parisien. Während Makronen ihren Ursprung im Nahen Osten hatten und ab dem 9.Jahrhundert im Zuge der arabischen Expansion die europäische Küche beeinflussten, ist das Macaron eine im 19.Jahrhundert in Paris erfolgte Weiterentwicklung der traditionellen Makronen.

Hausgemachte Makronen, mit Mandel, Haselnuss und Kürbiskern

Zutaten für circa 45 Plätzchen

  • 2 Eiklar
  • 1 Prise Meersalz
  • 175g Staubzucker
  • 1Pck Bourbon Vanillezucker
  • 70g geriebene Haselnüsse
  • 70g geriebene Mandeln
  • 70g geriebene Kürbiskerne
  • etwas Kürbiskernöl

Außerdem benötigt ihr

  • Backpapier oder Silikonmatte
  • Spritzbeutel mit großer Lochtülle
  • ganze Haselnüsse, Mandeln und Kürbiskerne zum garnieren
Weiße Weihnacht in Tirol…

1.Die Eiklar mit der Prise Salz in der Küchenmaschine zu festem Eischnee schlagen. Staub- und Vanillezucker einreisen lassen und Weiterschlagen bis sich der Zucker völlig aufgelöst hat. Danach die Eischneemasse dritteln, auf je ein Drittel gemahlene Haselnüsse, Mandeln gerieben und die Kürbiskerne verteilen. Zur Masse mit den gemahlenen Kürbiskernen noch ein paar Tropfen Kürbiskernöl zugeben. Hierbei die Nüsse und Saaten behutsam unter den Eischnee heben.

2.Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Makronenmassen nach und nach in den Spritzbeutel füllen und damit kleine runde Häufchen auf das Backpapier spritzen. Zwischen den Makronen etwas Abstand lassen. Auf jede Makrone der Geschmacksrichtung entsprechend eine ganze Nuss oder einen Kürbissen setzen und leicht andrücken. Die ausgespritzten Makronen an einem kühlen Ort für 2 Stunden trocknen lassen.

3.Backofen auf 150 Grad vorheizen. Makronen im Ofen für circa 20 Minuten fertig backen. Die Backbleche nach dem Backen aus dem Ofen nehmen und die Makronen langsam abkühlen lassen. Dann lassen sie sich später leichter vom Backpapier ablösen.

Hausgebackene Makronen… und ein kräftiger Espresso… Frohe Weihnacht!

Ho Ho Ho… Wir machen unseren eigenen Glühwein…

Noch vor einem Jahr hätte sich wohl niemand vorstellen können, dass dieses Weihnachten ein klein wenig anders wird, als das vorangegangene. Keine Weihnachtsmärkte, kein geselliges Beisammensein in klirrender Kälte und Schnee mit einem verführerisch duftendem und wohlig wärmendem Glühwein in der Hand. Nein, dieses Weihnachten ist anders. Dieses Weihnachten bedeutet für viele von uns Verzicht. Verzicht auf Weihnachtsfeier, Restaurantbesuch, zwangloses und sorgenfreies Shoppen oder lieb gewonene Freunde besuchen.

Aber warum sollten wir da allen ernstes auf genau das verzichten müssen, dass wir am meisten mit dieser besinnlichen Zeit verbinden? Und damit das eben dieses Weihnachten nicht so ist, machen wir uns doch ganz einfach unseren eigenen, richtig leckeren Glühwein. Was gibt es schöneres als diesen Duft nach Zimt und Sternanis, Orangen und Rotwein. Wenn dieser Duft langsam aber unaufhaltsam selbst vom hintersten Winkel unseres Zuhauses Besitz ergreift, dann wissen wir: Es ist Weihnachten!

Hausgemachter Glühwein

Zutaten für 4 Personen

  • 500ml trockener Rotwein, Blaufränkisch oder Zweigelt zum Beispiel
  • 250ml schwarze Johannisbeeren Saft
  • 6 Gewürznelken
  • 3 Zimtstangen
  • 2 Sternanis
  • 1 Handvoll Vogelbeeren
  • 100g Kandis Zucker
  • 1 Bio Orange, unbehandelt
  • 50ml Kirschwasser

1.Zunächst den Rotwein mit dem Johannisbeeren Saft, den Gewürzen und dem Kandiszucker in einem Topf langsam erhitzen. Die Bio Orange mit den Vogelbeeren zusammen heiß abwaschen, trocken reiben, in circa 1cm starke Scheiben schneiden und mit in den Topf geben. Den Glühwein auf kleinster Flamme circa 15 Minuten ziehen lassen. Dabei sollte er auf keinen Fall richtig kochen. Zum Schluss das Kirschwasser zugeben.

Wenn der Duft von Glühwein unser Zuhause erfüllt, dann ist Weihnachten!

2.Orangenscheiben und Gewürze nach Belieben und Geschmack auf die Trinkbecher verteilen und mit dem Glühwein auffüllen. Ich habe meinem Glühwein noch ein paar sehr dekorative Vogelbeeren hinzugefügt. Wer will, kann anstatt der Vogelbeeren auch gerne Cranberries verwenden. Und dazu aus der hauseigenen Weihnachtsbäckerei ein paar leckere Makronen oder Vanillekipferl… das ist Weihnachten!

Zimtstangen, Sternanis, Rotwein und Kandis… es gibt hausgemachten Glühwein…

Flusskrebs, Tomate, Fenchel und Ziegenkäse

Es war einmal eine Zeit, da unsere Flüsse und Seen voll mit heimischen Edelkrebsen waren… Klingt wie ein Märchen, ist aber traurige Wahrheit. Mittlerweile sind unsere Flusskrebsbestände so stark durch Krebspest, naturfernen Gewässerbau und Schadstoffbelastung dezimiert, das der Flusskrebs in einigen Regionen bereits auf die rote Liste gesetzt wurde.

Der Edelkrebs gilt hier in Österreich als so bedeutend, das er 2019 zum „Fisch des Jahres“ gekürt wurde. Ein wunderbarer Anlass für mich dieses äusserst geschmackvolle Gustostückle hier mit Tomate, Fenchel und einem Ziegenkäse gebührend in Szene zu setzen. Ich wünsche euch viel Freude und gutes Gelingen mit meinem neuen Rezept.

Paradeisersuppe mit Ziegenfrischkäse Soufflé und Flusskrebsen

Zutaten für 4 Personen:

Für die Paradeisersuppe

  • 1Kg reife Tomaten, alternativ Pelati Tomaten, 2 Dosen
  • 1 Zwiebel
  • 50g Karotten
  • 1 Sellerie Stange
  • 1El Tomatenmark
  • 5g getrockneter Basilikum
  • 100ml Weißwein
  • etwas Wasser
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 100g frische Flusskrebseschwänze
  • natives Olivenöl

Für die Fenchelcreme

  • 1 Fenchel
  • 2 mehlige Erdäpfel
  • 1 Zwiebel
  • 1El Sauerrahm
  • 4cl Pernod
  • 250ml Gemüsebrühe
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl

Für das Ziegenkäsesoufflé

  • 4 Mini Paprika
  • 150g Ziegenfrischkäse
  • 250ml Milch
  • 150g Mehlbutter (Mehl und weiche Butter zu gleichen Teilen vermischen)
  • 1 Eiklar extra
  • 4 Eidotter
  • 4 Eiklar

1.Karotten und Stangensellerie waschen, schälen und klein schneiden. Tomaten Grün herausschneiden und die Tomaten in kleine Stücke schneiden. Zwiebel schälen halbieren und in kleine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel farblos angehen lassen. Sellerie, Karotten, Tomaten und Basilikum zugeben, mit einem Esslöffel Tomatenmark karamellisieren. Mit Weißwein und etwas Wasser ablöschen und auf kleiner Flamme langsam garen. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Alles zusammen in den Mixer geben, fein pürieren und durch ein Sieb passieren. Flußkrebsschwänze putzen und bereit stellen.

Aromatische Flusskrebse

2.Fenchel und Erdäpfel waschen, halbieren, viertel und klein schneiden. Zwiebel schälen, halbieren, in kleine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Fenchel farblos darin anschwitzen. Erdäpfel zugeben und leicht angehen lassen. Mit Pernod ablöschen, aufkochen, Gemüsebrühe zugeben. Gemüse auf kleiner Flamme ganz weich garen, mit Salz und Pfeffer abschmecken, über ein Sieb abgießen und sehr gut ausdrücken. Das weich gegarte Gemüse muss so trocken wie möglich sein. Mit einem Stabiler pürieren und mit Sauerrahm nochmals abschmecken.

3.Minipaprika waschen, oben gerade den Deckel und ein wenig vom Boden abschneiden, Deckel bereit stellen. Paprika sollten unten angeschnitten werden. Sonst bleiben sie nicht in der Suppe stehen. Paprika im Ganzen von allen Kernen befreien. In gesalzenem Wasser Paprika mit den Deckeln kurz blanchieren, in Eiswasser abschrecken und auf Küchenkrepp gut trocknen.

4.Backofen auf 200Grad vorheizen. Milch in einem Topf erhitzen, Ziegenfrischkäse darin auflösen und mit kalter Mehlbutter abbinden. Vom Herd nehmen und in die noch warme Masse 1 Eiklar mit dem Schneebesen mit kräftigen Schlägen unterziehen. Eidotter nach und unter die Masse mit dem Schneebesen ziehen, mit Meersalz aus der Mühle abschmecken. Eiklar in der Küchenmaschine zu Schnee schlagen und vorsichtig unter die Masse heben. Die Käsemasse in die getrockneten Mini Paprika füllen und im Ofen für circa 15 Minuten backen. Ofentüre während des Backens nicht öffnen. Die Soufflés fallen sonst in sich zusammen.

Fruchtige Tomatensuppe mit Fenchelcreme, Ziegenkäsesoufflé und Flusskrebsen

Eingelegter Kürbis, mit Sternanis, Zimt und Nelken

Konservieren ist wohl eine der ältesten Möglichkeiten Lebensmittel über einen längeren Zeitraum haltbar zu machen. Diese Verarbeitung bietet uns Genuss auch zu Zeiten, in denen diese Lebensmittel saisonal nicht angeboten werden. So sind Mixed Pickels aus Kürbis, Perlzwiebeln, Karotten oder Karfiol beispielsweise eine typische Beilage zum klassischen Fondue mit edlem Rinderfilet. Sind sie denn hausgemacht, so ist der Genuss und die Freude darüber nochmal so groß. Und sie erinnern uns an eine Zeit, in der Globalisierung uns allen noch ein Fremdwort war.

In meinem ersten Beitrag über eingelegtes Gemüse habe ich mich bewusst für den Kürbis entschieden, einfach weil er genau in den Herbst passt. Mit Gewürzen wie Sternanis, Zimt und Nelken aromatisiert, passt er wunderbar in die angehende kühlere Jahreszeit und beschenkt uns mit wohliger Wärme, aber auch erfrischender Säure. Die Marinade ist grundsätzlich ein Grundfond. Nur mit Wasser, Essig, Zucker und Salz vorbereitet, lässt er sich beliebig mit Gewürzen oder Kräutern aromatisieren und ist für zahlreiche Grundprodukte zur Konservierung geeignet.

Eingelegter Kürbis mit Sternanis, Zimt und Nelken

  • 5Kg Muskatkürbis
  • 8 Sternanis
  • 4 Zimtstangen, halbiert
  • 14 Nelken
  • 4 Lorbeerblätter
  • 1Lt Wasser
  • 1Lt Kräuteressig
  • 300g Zucker
  • 80g Salz

1.Kürbis mit einem grossen Messer halbieren, Kerne bis zum Fruchtfleisch mit einem Suppenlöffel vollständig entfernen. Den Muskatkürbis an den Naben entlang in kleinere Tranchen zerteilen. Schale vollständig entfernen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Würfel schneiden. Ausreichend Wasser in einem Topfen erhitzen, salzen, von jedem Gewürz jeweils die Hälfte zugeben, die Kürbiswürfel darin kurz für 5 Minuten bissfest blanchieren. Sofort über ein Sieb abgießen und in Eiswasser abkühlen.

2.Abgekühlte Kürbiswürfel gut abtropfen lassen und in Einweckgläser füllen und bereit stellen. 1 Liter Wasser in einem Topf aufkochen, Zucker, Salz und restliche Gewürze zugeben. Solang mit dem Schneebesen verühren, bis sich Zucker und Salz vollständig aufgelöst haben, Essig zugeben. Die noch kochend heisse Marinade sofort über den Kürbis geben und ihn bis oben hin damit bedecken, noch heiss verschließen und die Gläser bis zum vollständigen Abkühlen auf den Kopf stellen. Die Kürbiswürfel müssen unbedeckt mit der Marinade vollständig bedeckt sein. Im Kühlschrank aufbewahrt hält sich dieser marinierte Kürbis über Monate hinweg.

Eingelegter Kürbis

Deftiger Bohnen Eintopf mit Rindfleisch… wenn es kälter wird…

Es wird kälter. Draußen herrscht Schmuddelwetter und der erste Wintereinbruch zieht von Norden heran mit beachtlich sinkender Schneefallgrenze bis in die Niederungen auf 800 Meter. Mein kulinarisches Gefühl sagt mir, es wird Zeit, Zeit für einen wohlig wärmenden, deftigen Eintopf. So ein Pot au feu, wie ihn die Franzosen bezeichnen, ist klassische, einfache Landküche. Kein Schnickschnack, kein Schischi, sondern einfach nur ehrlich, sättigend und gehaltvoll. Ich nenne das echte „Wohlfühlküche“.

Auch wenn der Winter mit großen Schritten unaufhaltsam naht, Bohnen haben gerade jetzt im Herbst Saison: Brechbohnen, Stangenbohnen, breite Bohnen, dicke Bohnen, was auch immer das Herz begehrt. Ich habe mich in meinem Eintopf für Stangen- und weiße Bohnen entschieden, mit geräuchertem Speck, Rindfleisch und einer ordentlichen Portion Bohnenkraut. Ob ihr den Franzosen gleich dieses Gericht in zwei Gängen, zum einen die Suppe, zum anderen getrennt das Rindfleisch mit Senf oder Vinaigrette, serviert, bleibt allein euren Vorlieben vorbehalten. Ich serviere diese Suppe als Eintopf, schneide das Fleisch vor dem Servieren in mundgerechte Stücke, und dazu ofenfrisches, hausgebackenes Baguette.

Deftiger Bohneneintopf mit Rindfleisch und Speck

  • 800 durchwachsene Rinderbrust
  • 400g weiße Bohnen, Dose
  • 400g grüne Stangenbohnen
  • 200g Karotten
  • 200g Erdäpfel, festkochend
  • 200g Sellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1El Bohnenkraut
  • 1 Bund Petersilie
  • etwas Liebstöckel
  • Schnittlauch
  • 200ml Weißwein
  • Meersalz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Butterschmalz

1.Rinderbrust unter fliessend kaltem Wasser gut abwaschen. Mit einem Küchenkrepp trocken tupfen. Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren, würfelig schneiden. Butterschmalz in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig anschwitzen, Mit Weißwein ablöschen, einmal kräftig aufkochen, Bohnenkraut und Lorbeerblätter zugeben. Die Rinderbrust einlegen und mit vollständig mit Wasser aufgefüllt bedecken. Einmal aufkochen, Hitze reduzieren und auf kleinster Flamme das Rindfleisch langsam garziehen.

Stilvoll und doch deftig: Bohnen Eintopf

2.Karotten, Sellerie, grüne Bohnen und Erdäpfel waschen. Bohnenenden abschneiden und in mundgerechte Stücke schneiden. Karotten, Sellerie und Erdäpfel schälen und würfelig schneiden. Die fertig gegarte Rinderbrust aus dem Topf nehmen und im vorgeheizten Backofen abgedeckt bei 80 Grad warm halten. Mit einem Schöpfer das auf der Fleischbrühe schwimmende Fett abschöpfen. Die Brühe aufkochen, mit Meersalz und Pfeffer würzen, Petersilienbund und fein gehackten Liebstöckel zugeben. Gemüse den Garstufen entsprechend nach und nach in der Brühe weich kochen. Als letztes die weißen Bohnen zugeben.

3.Petersilienbund entfernen, die Rinderbrust aus dem Ofen nehmen, überschüssiges Fett entfernen und in kleine, mundgerechte Stücke oder Streifen schneiden. Rindfleisch zur heißen Suppe geben und sofort servieren, mit fein geschnittenem Schnittlauch bestreuen. Ich genieße meinen Eintopf am liebsten mit frischem Brot. Das Rezept zu meinem hausgebackenem Baguette findet in meinem Blog an anderer Stelle.

Ofenfrisches, hausgebackenes Baguette zum deftigen Eintopf

Vegetarisches Fenchel Sugo mit Gorgonzola und Pasta

Eine Sugo wird meistens sofort mit Bolognese verknüpft. Nur, das eine Sugo eigentlich nur eine Sauce ist, wörtlich übersetzt. Und eine Sugo muss nicht zwangsläufig mit Fleisch sein. Aber was eine Sugo immer vermittelt, ist dieses mediterrane Lebensgefühl: Pasta, Wein und Käse. Und so einfach diese Küche auch immer sein mag, sie kommt mit ihrer ganzen Kraft und Wucht, ausdrucksstark und komprimiert in all ihrer Fülle. Für mich stand fest, wenn ich eine vegetarische Sugo mache, dann setze ich nicht eine fleischlose Sauce eins zu eins um. Und so kam der Fenchel in’s Spiel…

Den Impuls für diese Sauce setzte schon vor geraumer Zeit ein guter Freund von mir. Er produziert im Bregenzer Wald selbstgemachte Pasta, in unzähligen Variationen, bietet auch seine eigenen Saucen an und bat mich mir mal Gedanken zu einer vegetarischen Sugo zu machen. Nichts ist langweiliger als bei einer Bolognese einfach das Fleisch wegzulassen. Mein „Fleischersatz“ ist Fenchel, von vielen geliebt, von genau so vielen gehasst, er polarisiert. Und Polarisieren war schon immer ein Erfolgsgarant! Um den Fenchelgeschmack noch zu verstärken verwende ich in meinem Rezept Pernod.

Hausgemachte Fenchel Sugo mit Gorgonzola

Zutaten für 4 Personen

  • 2 Fenchel
  • 1 große Melanzani
  • 2 Dosen Pelati Tomaten
  • 6cl Pernod
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 3El Tomatenmark
  • 100ml Weißwein
  • 200ml Gemüsebrühe
  • 10g Basilikum
  • 5g Thymian
  • 1El Rohrzucker
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl
  • 300g Gorgonzola
  • frischer Basilikum
  • 240g Hartweizen Pasta nach Wahl

1.Fenchel und Melanzani waschen. Fenchel halbieren, Strunk entfernen und den Fenchel in feine Würfel schneiden. Melanzani vom Grün befreien und ebenfalls in feine Würfel schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren, fein würfelig schneiden.

2.Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch mit etwas Meersalz darin glasig anschwitzen. Melanzani, Fenchel und getrockneten Basilikum und Thymian zugeben und ebenfalls leicht angehen lassen. Tomatenmark zugeben und mit Pernod und Weißwein ablöschen. Gemüsebrühe zugeben und leicht einköcheln lassen. Zum Schluss die würfeligen Pelati Tomaten zugeben und alles zusammen auf kleiner Flamme langsam bis zur gewünschten Konsistenz einköcheln lassen. Mit Rohrzucker, Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

3.Pasta nach Wahl, ich habe in meinem Rezept Gnocchi sardi verwendet. Die Pasta in ausreichend gesalzenem Wasser gar kochen, abgießen. Die Gnocchi mit etwas Olivenöl beträufeln und sofort mit der Sugo anrichten. Den Gorgonzola gleichmässig über heiße Pasta und Sugo verteilen, damit er schmelzen kann. Mit frischen Basilikumblättern ausgarnieren.

Fenchel Sugo mit Gorgonzola und Gnocchi sardi Pasta

Brot, hausgebacken, natürlich, echt!

Unser täglich Brot gib uns heute, so steht es schon im Bestseller aller Zeiten geschrieben. Aber es gibt wohl kaum ein industrielles Produkt, das heute so sehr in der Kritik steht wie Brot! Zu viele nicht deklarierte Zusatzstoffe, minderwertige Rohstoffe, zu kurze Gärzeit, zu wenig Transparenz. Das Vertrauen des Konsumenten ist gesunken und die Nachfrage nach handwerklich perfektem und gesundem Broten entsprechend gestiegen. Kleine, individuelle Backstuben stehen hoch im Kurs.

Und der nächste, konsequente Schritt, nebst gekauftem Brot vom heimischen Bäcker wäre, es einfach selber zu backen. Zugegeben, ein paar Versuche braucht es schon, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt. Aber es lohnt sich allemal. Keine verstecken Inhaltsstoffe, lange Gärzeit und ein individueller Geschmack. Das Gefühl, sein erstes, selbst gemachtes Brot verkosten zu können, ist unbeschreiblich. Gerne stelle ich euch in meinem heutigen Beitrag, übrigens rein vegan, mein Dinkelbrot Rezept zur Verfügung und wünsche euch gutes Gelingen!

Hausgebackenes Dinkelbrot

  • 400g helles Dinkelmehl
  • 100g Semmelbrösel (kann auch aus älterem Brot hergestellt werden)
  • 300ml lauwarmes Wasser
  • 10g Zucker
  • 1Tl Salz
  • 3Tl natürliches Backmalz
  • 1 Päckchen Bäckerhefe
  • Koriander
  • Fenchel
  • Kümmel

1.Aus Koriander, Fenchelsamen und Kümmel nach eigenem Gusto ein Brotgewürz zusammenstellen und jeweils vor Gebrauch in einem Mörser frisch grob zerstossen. Danach Hefe mit 10g Zucker in lauwarmem Wasser wirken lassen, bis die Hefe zu schäumen beginnt. Mehl, Salz, Backmalz und Gewürze in der Rührschüssel gut mit einander vermengen. Die aufgelöste Hefe zugeben. Mit dem Knethaken den Teig in der Rührmaschine zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.

Ofenfrisches Dinkelbrot

2.Den Teig abgedeckt für mindestens 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Nach dem Gären den Teig kräftig durchkneten. In einen bemehlten Gärkorb geben und nochmals gehen lassen. Im Gärkorb erhält der Teig seine charakteristische Form. Backofen zwischenzeitlich auf 230 Grad vorheizen.

3.Den Brotteig aus dem Gärkorb auf ein mit Backpapier oder Fleximatte ausgelegtes Backblech stürzen. Im Backofen zunächst für 15 Minuten auf 230 Grad backen, danach die Hitze auf 200 Grad reduzieren und für circa eine Stunde fertig backen. Nach dem Backen das Brot mit einem Pinsel mit etwas Wasser bestreichen und abkühlen lassen.

Jause, Brotzeit, einfach lecker mit hausgemachtem Brot!

Zwetschge, Hühnerflügel, Paprika und Zimt

Die blaue Königin, so wird sie auch ehrfurchtsvoll bezeichnet. Gemeint ist damit die echte Zwetschge. Und sie kann weit mehr als nur Kuchen. Im Tiroler Oberland wird sie nachweislich schon seit dem 16.Jahrhundert kultiviert. Die Stanzer Zwetschge ist sogar im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Lebensministeriums verzeichnet und zählt somit zu den wichtigsten Produkten der Genussregion Österreich.

Und saisonal gesehen ist sie derzeit Top aktuell. Ein Grund mehr mich mit dieser süsslich-säuerlichen Unterart der Pflaume etwas mehr zu beschäftigen. Und süss-sauer war auch mein Stichwort. Denn mit diesen Geschmacksnuancen verbindet sich nicht selten die asiatische Küche. Und so entstand ein wunderbar erfrischendes, trotz des in Öl ausgebackenen Tempurateig, leichtes Herbstgericht, mit Anklängen auf die kommende kalte Jahreszeit.

Die Stanzer Zwetschke, „rundum guat“

Hühnerflügel im Tempurateig mit glacierten Paprika und Zwetschgen

Zutaten für 4 Personen

  • 12St Hühnerflügel
  • 12St Zwetschgen
  • 1 rote Paprika
  • Butter
  • 4cl Pflaumenwein
  • gemahlener Zimt
  • 1El Mirin
  • Meersalz aus der Mühle
  • Kokos Chips (gibt es von Allnatura)
  • frischer Koriander als Garnitur

Für den Temputateig

  • 100g Tempurateig
  • 150ml kaltes Wasser
  • Paprika edelsüß
  • etwas Chili
  • Öl zum ausbacken
  • Meersalz aus der Mühle

Für die Sauce

  • ausgelöste Hühnerknochen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 50g Karotte
  • 50g Sellerie
  • 200ml Wasser
  • 100ml Rotwein
  • 2El Tomatenmark
  • 1/2 Zimtstange
  • 5 Nelken
  • 2 Lorbeerblätter
  • Sonnenblumenöl
  • 3El dunkle Sojasauce
  • 2El Ketjap Manis
<p class="has-text-align-justify" value="<amp-fit-text layout="fixed-height" min-font-size="6" max-font-size="72" height="80">1.Hühnerflügel von der Haut befreien, das Fleisch möglichst in ganzen Stücken vom Knochen auslösen, bereit stellen. Karotten, Sellerie, Knoblauch und Zwiebel schälen und in Walnuss grosse Stücke schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, Hühnerkarkassen darin anrösten. Gemüse und Tomatenmark zugeben und mit anrösten. Mit Wasser ablöschen, Gewürze zugeben und auf mittlerer Hitze langsam alles auskochen. Rotwein zugeben, einkochen lassen. Mit dunkler Sojasauce und Ketjap Manis abschmecken und abschließend durch ein feines Haarsieb passieren.1.Hühnerflügel von der Haut befreien, das Fleisch möglichst in ganzen Stücken vom Knochen auslösen, bereit stellen. Karotten, Sellerie, Knoblauch und Zwiebel schälen und in Walnuss grosse Stücke schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, Hühnerkarkassen darin anrösten. Gemüse und Tomatenmark zugeben und mit anrösten. Mit Wasser ablöschen, Gewürze zugeben und auf mittlerer Hitze langsam alles auskochen. Rotwein zugeben, einkochen lassen. Mit dunkler Sojasauce und Ketjap Manis abschmecken und abschließend durch ein feines Haarsieb passieren.

Hühnerflügel, Zwetschge und Tempura….

2.Für den Tempurateig das Mehl mit kaltem Wasser verühren. Mit Chili, Paprika und Meersalz abschmecken. Öl in einem Topf erhitzen. Ausgelöstes Flügelfleisch mit Meersalz würzen. Jedes Fleischteil durch den Tempurateig ziehen und im heißen Öl goldgelb ausbacken. Auf einem Küchenkrepp Öl abtupfen und warm stellen.

3.Paprika und Zwetschgen waschen. Die Zwetschgen halbieren, Kern entfernen und aus jeder Zwetschgenhälfte jeweils eine dicke Scheibe schneiden. Scheiben bereit stellen. Paprika halbieren, Kerne und Grün entfernen, in feine Würfel schneiden. Butter mit Mirin, Pflaumenwein und etwas Zimt in einer Pfanne erhitzen. Mit einem Schneebesen unter ständigem rühren eine cremige Flüssigkeit herstellen. Die Zwetschgenhälfen in die Flüssigkeit geben und bei mittlerer Hitze bissfest glacieren. Zwetschgen auf den vorgewärmten Tellern gleichmässig verteilen, Paprikawürfel in die Pfanne geben und Vorgang wiederholen. Paprika über die Zwetschge geben, ausgebackene Hühnerflügel anrichten und mit Kokos Chips bestreuen.

In Temurateig ausgebackene Hühnerflügel, glacierte Paprika und Zwetschke, Zimt und Kokos Chips

Brötchen, Semmel, Weckerl: Hauptsache hausgemacht!

Mit dem Mehl für meine Semmel ist es wie mit dem Wein, für eine gute Sauce. Wenn ich Dreck reinwerfe, kommt halt auch nur Dreck raus. Gutes Mehl, in Bio Qualität, kostet zwischen 2.- und 3.- Euro/Kg. Der Preis ist sicher nicht ausschlaggebend, wohl aber die Reinheit solcher Mehle. Und im Gegensatz zur Industrieware, weiß ich ganz genau, was in meinen Brötchen, Semmel oder Weckerl drin ist.

Jahrelang hatte ich wirklich einen Heidenrespekt vor jeglicher Backware. Ob Brot oder Semmel, es war mir immer völlig unbegreiflich wie man dies in solch einer hervorragenden Qualität herstellen kann. Heute verrate ich euch gerne 2 wichtige Zutaten, damit auch euch diese Backwaren recht gut gelingen. Zum einen verwende ich nicht mehr die normale Hefe, sondern sogenannte Bäckerhefe. Die geht wesentlich besser auf. Bei einer Gärzeit von mindestens 2 Stunden ist dies sehr wichtig. Zum zweiten verwende ich sogenanntes Backmalz. Dieser natürliche Zusatz sorgt für eine besonders krosse Kruste. Aber achtet beim Kauf bitte darauf, das eurer Backmalz wirklich frei von Zusatzstoffen ist.

Semmelrohlinge…

Hausgebackene Brötchen

Zutaten für circa 12 Semmel à 60g

  • 400g helles Bio Dinkelmehl
  • 100g Semmelbrösel
  • 300ml lauwarmes Wasser
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 10g Zucker
  • 1Tl Salz
  • 2Tl reines Backmalz, ohne Zusätze

1.Trockenhefe in 300ml lauwarmes und 10g Zucker für circa 15 Minuten gehen lassen, bis die Hefe blasen schlägt. Gesiebtes Mehl, Backmalz, Semmelbrösel und Salz mit einander im Rührkessel vermischen. Aufgelöste Hefe mit dem Wasser zugeben und in der Rührmaschine mit dem Knethaken langsam verkneten, bis ein homogener Teig entsteht. Teig mit einem Küchentuch abgedeckt an einem warmen Platz für mindestens 2 Stunden gehen lassen.

Serviervorschlag: Zur Currywurst mit hausgemachter Curyysauce, ein Traum!

2.Backofen auf 230 Grad vorheizen. Eine Schüssel mit Wasser auf den Boden des Backofens stellen. Aus dem aufgegangenen Teig circa 12 gleichmässige Semmel formen. Semmelrohlinge auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech in ausreichend Abstand setzen. Mit einer Teigware von oben zweimal im 45 Grad Winkel einstechen. Die Rohlinge nochmals für circa 10 Minuten gehen lassen. Im Backofen bei 230 Grad zunächst für 10 Minuten backen. Hitze auf 200 Grad reduzieren und für weitere 25 Minuten fertig backen, abkühlen lassen.

Ofenfrische Semmel, aussen knusprig, innen weich und luftig…

Kaffee, Chili, grüne Paprika und geröstete Leber

Wenn es etwas gibt, das ich mir in all den Jahren meiner kulinarischen Entwicklung bewahrt habe, dann ist es wohl die Neugier. Sicher, es sind zweifelsohne die Klassiker welche uns Köchen die Basis für gutes kochen bereiten. Aber das Streben nach neuen, manchmal etwas ungewöhnlichen Kompositionen, macht diesen Beruf erst zur wahren Leidenschaft. Nicht selten ergeben sich solche Entwicklungen aus purem Zufall. Vielleicht weil man gerade beim Verarbeiten von Paprika und Chili ist und noch ein kleiner Schluck von bereits erkaltetem Kaffee in der Tasse sich befindet. Und plötzlich macht es „Boom“.

Spätestens seit der zweiten Belagerung unserer wunderschönen Hauptstadt Wien durch die Türken besitzt Kaffee einen sehr hohen Stellenwert hier in Österreich. Zahlreiche Röstereien und noch viel mehr Kaffeehäuser bezeugen bis zum heutigen Tage ungebrochen diese Kultur. Somit liegt es nicht allzu fern mit Kaffee auch zu kochen. Die eigentliche Herausforderung aber liegt nicht bei Kaffee und Chili, sondern diese bereits erfolgreiche Kombination in Einklang mit grüner Paprika zu bringen. Grüne Paprika ist bitter. Und das macht sie nicht selten zu einem eher weniger begehrten Lebensmittel. Verbindet man diesen Geschmack aber nun mit Chili, Kaffee und ein wenig Säure durch Sumach und Crème fraîche, ergibt sich eine wahre Geschmacksexplosion!

Geröstete Leber mit Kaffee, Chili und grüner Paprika

Zutaten für 4 Personen

  • 600g frische Leber, evtl. Schweineleber wg. des kräftigeren Geschmacks
  • 3 grüne Paprika
  • 2 Zwiebeln
  • 1Tl Chili, getrocknet
  • 1Tl Sumach
  • 4cl Cognac
  • 250ml Schlagobers
  • 150g Crème fraîche
  • 150m Gemüsebrühe oder Kalbsfond
  • 2 Tassen Espresso, 100% Arabica
  • 2 Rosmarinzweige
  • Meersalz aus der Mühle
  • Sonnenblumenöl
  • etwas Butter
Die etwas andere Leber, mit Kaffee, Chili, grüne Paprika

1.Frische Leber zunächst mit einem Küchentuch gut trocken tupfen. Silberhaut und Sehnen vollständig entfernen, bereit stellen. Zwiebeln schälen, halbieren und in 2mm starke Streifen schneiden. Paprika waschen, halbieren und Kerngehäuse entfernen, ebenfalls in Streifen schneiden.

Frische Leber

2.Butter und Öl in einer Pfanne erhitzen. Leber darin ungewürzt scharf anbraten. Leber aus der Pfanne nehmen, leicht salzen und bereit stellen. Gleiche Pfanne wieder aufstellen, etwas Butter zugeben, Zwiebeln und Paprika darin anrösten. Mit Meersalz aus der Mühle und Chili würzen, mit Cognac und Espresso ablöschen, einmal kräftig aufkochen. Brühe und Schlagobers zugeben. Sauce auf cremige Konsistenz bei kleiner Flamme langsam einköcheln.

3.Crème fraîche in die reduzierte Sauce einrühren, mit Sumach abschmecken, eventuell mit etwas Meersalz nachwürzen. Leber und Rosmarin in die Sauce geben und darin fertig garen. Ich reiche zu meiner Leber mit Kaffee, Chili und grüner Paprika in Knoblauch und Olivenöl knusprig gebratenes Baguette.

Röstfrischer Kaffee, feurige Chili, grüne Paprika und geröstete Leber, wahrlich ein echter Zungenschnalzer!

Wenn vom Huhn mal was übrig bleibt: Gröstl, mit Ei

Überfluss und sorglos, mit diesen Attributen lässt sich wohl am treffendsten unser täglicher Umgang mit Lebensmittel umschreiben. Ein Drittel unserer Lebensmittel wandert, ohne auch nur einen Gedanken an eine Zweitverwendung wie einem aromatischen Gröstl mit Huhn und Ei zu verschwenden, bedenkenlos in den Müll. Und selbst wenn man selber nichts mehr mit den übrig gebliebenen Lebensmitteln anzufangen weiß, existieren zahllose gemeinnützige und karitative Organisationen, die sich über jede Gabe herzlich freuen würden.

Wer glaubt, das bei einem Profikoch nie etwas übrig bleibt, der irrt gewaltig. Auch ich muss mir meine Gedanken machen, wie ich Lebensmittel ein zweites Mal wohlschmeckend verarbeiten kann, und sei es „nur“ um ein leckeres Mittagessen für die geschätzten Mitarbeiter zu kochen. Denn neben dem finanziellen Verlust, der mit dem Wegschmeissen von Lebensmitteln einhergeht, schmerzt mich mehr die Tatsache, das ich ein Mittel zum Leben nicht einer weiteren, achtvollen Verwendung zugeführt habe. Ganz gleich ob ich übrig gebliebenen Leberkäs zu einem herzhaften „Wurstsalat“ mit Essiggurken, Zwiebeln und Radieschen weiterverarbeite, oder aus meinem Landhuhn mit Erdäpfeln, Ei und typischen Gewürzen ein wärmendes Gröstl herstelle, wichtig ist nur der Gedanke, der hinter diesen Gerichten steckt.

Gröstl vom Landhuhn mit Ei und Champignons

Zutaten für 4 Personen

  • 800g Erdäpfel, vorwiegend festkochend
  • 250g Champignons oder Egerlinge
  • 100g geräucherter Speck
  • 400g Hühnerfleisch vom Vortag, gegart
  • 2 rote Zwiebeln
  • 3 Eier
  • Majoran
  • Thymian
  • etwas Kümmel, ganz
  • 1 Bund Schnittlauch
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Butterschmalz

1.Erdäpfel waschen und in reichlich kaltem Wasser mit Meersalz und ganzem Kümmel aufkochen und bei zugedecktem Deckel garen. Nach dem Garen Erdäpfel abgießen und noch warm schälen, in Scheiben schneiden. Zwiebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. Speck in schmale Streifen schneiden. Champignons putzen, Stiele entfernen, Pilze in Scheiben oder stückig schneiden, alles zusammen bereit stellen.

Herrlich aromatisch duftendes Gröstl vom Huhn

2.Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Erdäpfelscheiben darin goldbraun anbraten. Pilze zugeben und mit anbraten. Zwiebeln und geräucherten Speck zugeben und mitgaren. Mit reichlich Majoran, ein Wenig Thymian und ganzen Kümmel sowie Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Hühnerfleisch in Würfel schneiden und zum Gröstl zugeben. Alles zusammen noch ein paar Minuten auf kleiner Flamme ziehen lassen.

3.Schnittlauch waschen und in feine Ringe schneiden. Die Eier in einer Schüssel aufschlagen und leicht verquirlen. Gröstl vom Herd nehmen und die Eier mit dem Schnittlauch zugeben und vorsichtig unterheben. Das Ei soll hierbei noch richtig saftig bleiben. Sofort auf vier vorgewärmte Teller gleichmässig verteilen, mit Schnittlauchblüten ausgarnieren.

Wohlig wärmendes Gröstl vom Landhuhn, Champignons und Ei

Pasta, Sumach, frischer Koriander und Joghurt

Nudeln selber machen ist nicht schwierig. Es mag zwar schon richtig sein, das Erfolgserlebnis ist gerade beim kochen und backen sehr, sehr wichtig. Aber mit dem Probieren wachsen auch Erfahrung, Neugier und der Mut Neues auszuprobieren. Und irgendwann stolpert man über das Rezept einer interessant klingenden Pasta. Bei mir war es ein Gericht aus Aserbaidschan, mit Sumach, dem getrockneten Fruchtfleisch des Essigbaumes, auch bekannt als „sizilianische Zucker“. In einer Zeit, in der ich mich mal wieder für Weltküchen begann zu interessieren. Die in diesem Gericht verwendete Pasta erinnerte mich in ihrer Form sehr stark an die hier weit verbreiteten Fleckerl.

Ich würde aber für die Verarbeitung der Pasta zu einer Nudelmaschine greifen. Die gibt es schon in preiswerten, mechanischen Ausführungen um die 30.- Euro. Allerdings sind diese Geräte ehrlich gesagt nur zum ausrollen einer Teigmatte zu gebrauchen. Die Nudeln schneidet man nach dem ausrollen lieber von Hand. Wer sich die ganze Vielfalt italienischer Pasta-Spezialitäten in die eigene Küche holen möchte, der sollte ab 80.- Euro aufwärts gewillt sein zu investieren. Meine Pasta mit herrlich würzigem Sumach, Koriander und kräftig gewürztem Naturjoghurt wird euch den Preis dieser Anschaffung schnell vergessen lassen, versprochen! Nicht selten wurde dieses Gericht schon als Offenbarung bezeichnet. Im Original wird es aus Lammfaschiertem zubereitet, ich habe mich für die Variante mit Rindfleisch entschieden.

Chingal, eine kulinarische Offenbarung

Für die Pasta

  • 1 Vollei, verquirlt
  • 60ml kaltes Wasser
  • 200g Nudelmehl
  • etwas Mehl zum bestäuben

Für das Faschierte

  • 300g Rindfleisch, grob faschiert
  • 100g geklärte Butter
  • 2El Mandelöl
  • 1Tl gemahlener Koriander
  • 1Tl gemahlener Kreuzkümmel
  • 20g frischer Kurkuma
  • 2 Zwiebeln
  • 1El Sumach
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Für die Joghurtsauce

  • 200g Naturjoghurt, gerührt
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1El Koriandergrün
  • 1El Dill
  • Meersalz aus der Mühle

1.Vollei und Wasser in der Rührmaschine vermischen, nach und nach das Nudelmehl einarbeiten und zu einem festen, elastischen Teig verkneten. Sollte er zu feucht wirken etwas mehr Mehl zugeben. Teig mit einer Folie abgedeckt circa 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Nudelteig

2.Kurkuma schälen und in ganz, ganz feine Würfel schneiden oder mit einer sehr feinen Reibe reiben. In einer ausreichend großen Pfanne Butter und Öl erhitzen. Faschiertes scharf anbraten. Es darf ruhig knusprig dabei werden. Gewürze und Kurkuma zugeben und 1 Minute weiter braten, mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

3.Fleisch aus der Pfanne nehmen, warm halten, die Pfanne nicht reinigen. Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Nochmals Butter und Öl in der Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel darin anschwitzen, bis sie süß und goldfarben sind. Zwiebeln ebenfalls gut würzen und zum Rindfleisch zugeben, warm halten.

Hausgemachte Pasta… Fleckerl

4.Knoblauch schälen, halbieren und ganz fein hacken, zum Naturjoghurt geben. Mit gehacktem Koriander, Dill und Meersalz aus der Mühle verfeinern.

5.Gekühlten Nudelteig halbieren und beide Hälften auf circa 2mm Stärke mit der Nudelmaschine ausrollen. Mit einem Messer in breite Streifen schneiden, dann in Rauten. In einem großen Topf reichlich Wasser aufkochen, salzen und die Pasta für circa 2 Minuten darin garen. Butter in einer Pfanne erhitzen und die in kaltem Wasser kurz abgeschreckten, gegarten Nudeln in der Butter kurz durchschwenken. Gleichmässig auf 4 warme Teller verteilen. Das Rindfleisch über die Pasta geben, Joghurt darüber laufen lassen und noch ein wenig mit Sumach bestreuen.

Chingal, eine wahre Offenbarung

Rinderfaschiertes, Chorizo, Marille, Chili und Basilikumpesto

<p class="has-text-align-justify" value="<amp-fit-text layout="fixed-height" min-font-size="6" max-font-size="72" height="80"><strong>Buletten, Frikadellen, Fleischpflanzerl, Fleischlaibchen, Rinderfaschiertes, Patty… wie auch immer diese beliebte Leckerei in den verschiedensten Regionen dieser Welt genannt wird… knallen muss sie, richtig lecker muss sie sein, auf keinen Fall langweilig. Ich veröffentliche heute unter der Rubrik <a href="https://regional-ist-gut.com/2020/04/20/home-food-made-in-austria/">"Home Food Made In Austria" </a>meine Version von Fleischlaibchen…</strong>Buletten, Frikadellen, Fleischpflanzerl, Fleischlaibchen, Rinderfaschiertes, Patty… wie auch immer diese beliebte Leckerei in den verschiedensten Regionen dieser Welt genannt wird… knallen muss sie, richtig lecker muss sie sein, auf keinen Fall langweilig. Ich veröffentliche heute unter der Rubrik „Home Food Made In Austria“ meine Version von Fleischlaibchen…

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Ich mag „Kleinigkeiten“, einfache Küche, aber das weiß bloß fast niemand… Nur, auch „Kleinigkeiten“ können einem einen regelrechten Geschmacksorgasmus und ausserordentliches Essvergnügen bereiten. Sie wecken positive Emotionen und der Geschmack liegt einem noch lange nach dem Essen auf der Zunge. So zumindest, wenn man alles richtig gemacht hat. Dieses Gericht hier ist so eine Kleinigkeit: Chorizo Rinderfaschiertes mit Tomatenchilisauce, Marillenragoût, geschmolzenen Zwiebeln, Basilikumpesto-Erdäpfelsalat… Ich wünsche euch viel Freude beim Nachkochen und genießen…

Für die Fleischlaibchen

  • 500g heimisches Rinderfaschiertes
  • 250g Chorizo
  • 1 Zwiebel
  • 1 Ei
  • 30g Panko Semmelbrösel
  • 30g Butter
  • gemahlener Kreuzkümmel
  • Knoblauchgranulat
  • Tellicherry Pfeffer aus der Mühle
  • Meersalz aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für die Tomaten-Chilisauce

  • 500g Pelati Tomaten, stückig
  • 1 Zwiebel
  • 50ml Weißwein
  • getrockneter Basilikum
  • 1Tl. getrocknete Chili
  • 3El. Tomatenmark
  • 100ml Gemüsebrühe
  • 100ml Orangensaft
  • 1El Zucker
  • Meersalz aus der Mühle
  • natives Olivenöl

Für die geschmolzenen Zwiebeln

  • 3 Zwiebeln
  • 50g Butter
  • 1-2El Ketjap Manis
  • Meersalz aus der Mühle

Für die Marillen

  • 300g frische Marillen
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Rosmarinzweig
  • 3El brauner Rohrzucker
  • natives Olivenöl
  • Prise Meersalz aus der Mühle

Für den Basilikumpesto-Erdäpfelsalat

  • 800g Erdäpfel, vorwiegend festkochend
  • 1Tl ganzer Kümmel
  • Meersalz
  • 3El Basilikumpesto
  • 500ml kräftige Gemüsebrühe
  • 1El Dijon Senf, scharf
  • Tellicherry Pfeffer aus der Mühle
  • Kräuteressig
  • 1 Zwiebel
  • Sonnenblumenöl

1.Zunächst die Erdäpfel in einem Topf mit reichlich kaltem Wasser, Kümmel und Meersalz kalt auf setzten und bei geschlossenem Deckel weich garen. Nach dem Garen die Erdäpfel abgießen und noch heiß schälen. Gemüsebrühe in einem Topf aufkochen, Zwiebel schälen, in feine Würfel schneiden, zur Brühe zugeben und ein kräftig aufkochen. Die Brühe vom Herd nehmen und mit Senf, Pfeffer und Essig kräftig abschmecken. Die geschälten noch warmen Erdäpfel in 2-3mm starke Scheiben schneiden und in die warme Marinade geben. Den Salat durchziehen lassen, falls nötig noch einmal abschmecken und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen Basilikumpesto und etwas Sonnenblumenöl unter den Erdäpfelsalat rühren.

2.Für die Tomatensauce Zwiebel schälen, in feine Würfel schneiden, Olivenöl in einem Topf erhitzen, und die Zwiebeln mit dem zerstossenen, getrockneten Chili und Basilikum darin angehen lassen, mit Weißwein ablöschen, Pelati Tomaten zugeben, und mit dem Stabmixer alles zusammen kalt fein pürieren. Die Tomatensauce aufkochen, mit Orangensaft und Gemüsebrühe auffüllen, Tomatenmark hinzugeben und auf kleiner Flamme langsam einkochen. Mit etwas Zucker und Meersalz aus der Mühle abschmecken.

3.Für die Fleischlaibchen die Chorizo von der Haut befreien und im Fleischwolf faschieren, mit dem Rinderfaschierten vermischen. Zwiebel schälen, halbieren, in feine Würfel schneiden, Butter in einer Pfanne zerlassen und die Zwiebeln darin angehen lassen, zur Fleischmasse zugeben. Ein ganzes Ei, Panko Semmelbrösel zugeben und mit Knoblauchgranulat, gemahlenem Kreuzkümmel, Meersalz und Tellicherry Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Alles gut vermengen und ca. 10 Fleischlaibchen mit befeuchteten Händen aus der Masse formen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Laibchen darin von beiden Seiten her scharf anbraten, Hitze reduzieren und auf kleinster Flamme garziehen lassen.

4.Für die geschmolzenen Zwiebeln die Zwiebeln schälen und in feine Scheiben schneiden, so das die Ringe zusammen bleiben. Butter in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebeln darin kräftig anbraten, mit Meersalz würzen, weich dünsten und mit Ketjap Manis abschmecken.

5.Für das Marillenragoût die frischen Marillen waschen, halbieren, Kerne entfernen und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebel und Knoblauch schälen, halbieren, fein würfelig schneiden. Olivenöl in einen Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin kurz angehen lassen, Rohrzucker zugeben, leicht karamellisieren und die gewürfelten Marillen in der Zwiebel-Zuchermasse weich garen. Nach dem Garen Rosmarinzweig unterheben und warm stellen.

Home Food Made In Austria

Ich habe in meinem Leben mit wahrhaft vielen Dingen schon aufgehört, auch mit dem Rauchen, aber mit einem werde ich wohl Zeit meines Lebens nie aufhören: dem Kochen und meiner Liebe dazu, mit allem was dazu gehört! Mag sein, das Covid-19 mir meine Leidenschaft nicht gerade leichter macht, eine komplette Tourismusindustrie auf unabsehbare Zeit zum Erliegen gebracht hat, aber mein Zuhause war, ist, und wird es immer bleiben: die Küche!

Ein großes österreichisches Möbelhaus warb einmal mit dem Slogan, Blogger würden 89% ihrer Arbeit Zuhause erledigen. Dies kann ich hier mit meinem Blog nur bestätigen. Und vielleicht habe ich ja auch aus diesem Grund meine Wohnung um meine Küche herum gebaut. Aber trotzdem möchte ich auch in dieser Zeit nicht wirklich auf etwas verzichten müssen, oder noch schlimmer, meine Leser auf meine Beiträge verzichten lassen. Denn nichts bereitet mir mehr Freude als euch, meine lieben Freunde, durch meine Arbeit zum „Home Cooking“ zu inspirieren.

Aber woher bekomme ich meine Produkte, die ich beruflich in meiner Küche im Hotel Arlberghaus in Zürs am Arlberg so sehr zu schätzen gelernt habe. Heimische Lieferanten, die neben eigenen Erzeugnissen auch ein vielfältiges Repertoire an hochwertigen nationalen oder angrenzenden internationalen Lebensmitteln anbieten? Menschen, die zudem beinahe ihrer ganzen Existenz durch Covid-19 beraubt wurden. Viele haben mittlerweile auf „ausser Haus“ oder Online Shops umgestellt und liefern bis vor die Haustüre.

Nur zu gerne habe von diesem Angebot Gebrauch gemacht, anstatt bei einem dieser Online Riesen, meine Bestellung bei einem regionalen Anbieter aufgegeben. Und nun kann ich in gewohnter Weise über all die Köstlichkeiten verfügen, mit denen ich auch beruflich arbeite. So leid es mir tut, liebe Freunde, aber niemand ist heutzutage noch auf den Einkauf und die Verwendung von industriell produzierter Massenware angewiesen. Hierfür gibt es nur zwei Begründungen: Bequemlichkeit und Gewohnheit. Tatsächlich macht den Erfolg heutzutage ein hohes Maß an Individualität aus, nebst Können und Kreativität zweifelsohne.

Paprika-Zwiebelgemüse

Aber beim Kochen gibt es, genau so wie in der vereinfachten Beurteilung von Wein, nur einen Maßstab: schmeckt, oder schmeckt nicht. Ich empfand Jamie Olivers Gerichte optisch auch lange Zeit als nicht besonders ansehnlich, aber jedes Mal wenn ich eines seiner Rezepte ausprobierte: WOW! Langweilig auf dem Teller geht anders… dachte ich mir. Ich liebe Geschmacksexplosionen, Essen muss knallen. Und dafür brauche ich gute Ausgangsprodukte. Es muss nicht immer BIO sein. Das allein ist für mich nicht wirklich ein Garant für ein besonders hervorragendes Lebensmittel. Aber individuell produzierte Lebensmittel in kleinen Manufakturen, aus hochwertigen Grundzutaten hergestellt, das war, ist und wird auch immer das Besondere sein.

Ich freu mich jetzt auf das Auspacken meines Pakets. Und für euch wünsche ich mir, das ich mit meinem Beitrag euch zu ein klein wenig mehr Mut und Leidenschaft im Einkauf eurer Lebensmittel inspirieren konnte. Wie auch immer es weitergehen wird mit dieser Krise, es gilt in jeden Fall neue Wege des Vertriebes, der Beschaffung unserer Grundbedürfnisse zu beschreiten, und das Thema Regionalität wird hierbei mit Sicherheit mehr und mehr in den Fokus unserer Sichtweise rücken.

Home Food
Made In Austria

Hausgemachter Zwiebelkuchen frisch aus dem Ofen mit Creme fraîche

2015 wurde die Zwiebel auf Grund ihrer Blutdruck, Blutfette und Blutzucker senkenden Wirkung zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Die uns heute allgemein als Küchenzwiebel bekannte Frucht ist eine der ältesten uns bekannten Kulturpflanzen und wird schon seit tausenden von Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultiviert. Selbst im Grab von Tutanchamun fand man Zwiebelreste.

Ihre Herkunft jedoch lies sich bis heute nie genau bestimmen. Und es waren wohl römische Legionäre, die die Zwiebel unter dem Namen „cepula“ in ganz Mitteleuropa verbreiteten.Wie gesund oder gar bekömmlich mein hausgemachter Zwiebelkuchen ist, vermag ich leider nicht zu beurteilen. Wohl aber, das dieser Gaumenschmaus besonders zu jungem Wein ein idealer Begleiter ist. In Süddeutschland, dem Elsass und der Schweiz gilt dieser Kuchen als eine regionale Spezialität. Ich wünsch euch nun viel Freude und gutes Gelingen mit meinem neuen Rezept.

Hausgemachter Zwiebelkuchen mit Crème fraîche

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 Rolle handelsüblichen Blätterteig, circa 700g
  • 10 Zwiebeln
  • 5 Eier
  • 250ml Crème fraîche
  • Meersalz aus der Mühle
  • Muskatnuss
  • Linsen zum Blindbacken
  • 200g Crème fraîche
  • 1 Bund Schnittlauch
  • Butter

1.Die Zwiebeln schälen, halbieren und fein würfelig schneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen und die Zwiebeln darin farblos anschwitzen. Im Gegensatz zum Elsässer Flammkuchen müssen die Zwiebeln vorher erst gegart werden. Die Zwiebeln mit Meersalz würzen und bei mittlerer Hitze mit etwas Wasser angiessen und ganz weich dünsten. Nach dem Garen die Zwiebeln über ein Sieb geben und gut ausdrücken.

Die wohl wichtigste Zutat: Die Küchenzwiebel

2.Backofen auf 200 Grad vorheizen. Backblech zunächst mit Backpapier, danach mit dem Blätterteig auslegen. Der klassische Zwiebelkuchen wird mit einem salzigen Mürbeteig hergestellt. Ich habe mich in meinem Rezept für Blätterteig entschieden, weil mir dies als die feinere Variante erscheint. Den Blätterteig mit einer Gabel mehrfach einstechen. Hierdurch geht er beim Backen gleichmässiger auf. Ein weiteres Backpapier auf den Blätterteig legen, die Linsen zum Beschweren darauf und im Backofen für 15-20 Minuten Blindbacken. Danach die Linsen vom Blätterteig entfernen und den Teig für weitere 5 bis 6 Minuten Nachbacken.

3.Crème fraîche mit den Eiern verquirlen, mit Meersalz und Muskatnuss abschmecken. Eimasse mit den Zwiebeln vermengen und gleichmässig auf dem Blätterteig verteilen, mit der übrigen Flüssigkeit angiessen. Im Backofen bei 200 Grad für circa 20 bis 25 Minuten goldbraun backen. Zwischenzeitlich den Schnittlauch waschen und in ganz feine Ringe schneiden, mit 200g Crème fraîche vermengen und mit Meersalz aus der Mühle abschmecken.

Zu neuem Wein ein echter Gaumenschmaus: Hausgemachter Zwiebelkuchen mit Crème fraîche ©Michael Stricker

Pizza: Im Hotel Arlberghaus in Zürs am Arlberg frisch aus dem Ofen!

Einen regelrechten Boom erlebte die Pizza nach dem zweiten Weltkrieg. Die erste Pizzeria in Deutschland wurde von Nicolino di Camillo im März 1952 in Würzburg eröffnet von wo aus auch ihr Siegeszug in Deutschland begann. Heutzutage gilt die Pizza neben Spaghetti zu den weltweit bekanntesten italienischen Nationalgerichten. In Rom gibt es sie vom Blech, leider meistens versalzen, was wohl dem Getränkeumsatz zu Gute kommt, ihren Ursprung hat sie allem Anschein nach in Neapel im 19.Jahrhundert, und Jamie Oliver hat die Pfannenpizza bekannt gemacht. Letztere ist übrigens eine gute Alternative zur klassischen Ofenpizza und durchaus lohnenswert auch mal nachzukochen. 

Im Hotel Arlberghaus in Zürs am Arlberg servieren wir unseren Gästen die klassische Ofenpizza. Entscheidend für den Belag des Hefeteiges sind im Grunde nur 2 Dinge: die Tomatensauce und der Käse. Aber selbst beim Käse  hat man die Wahl vom reinem Pizzakäse über Quattro formaggi bis hin zum edlen Büffelmozzarella. Erlaubt ist, was schmeckt! Auch gilt es zu beachten, den Teig eher auseinander zu ziehen, da die beim Aufgehen des Hefeteiges entstandenen Lufteinschlüsse durch den Teigausroller wieder zerstört würden. Also einfach der Fantasie freien Lauf lassen und ausprobieren. Ich wünsche euch viel Freude und gutes Gelingen.

Hausgemachte Pizza frisch aus dem Ofen

Zutaten für 4 Personen:

  • 400g Pizza Mehl
  • 20g Salz
  • 220ml Wasser
  • 30ml natives Olivenöl
  • 2 Päckchen Trockenhefe

Für die Pizza Tomatensauce

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1EL natives Olivenöl
  • 2 Dosen Pelati Tomaten à 450ml
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 1 TL getrockneter Basilikum
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Zucker

1.Für den Teig Mehl in eine Rührschüssel geben, Hefe und Salz und beim Rühren mit dem Kenthaken kaltes Wasser langsam einfließen lassen. Olivenöl erst zum Schluss zum Teig zugeben und noch eine weile weiterkneten, bis der Teig geschmeidig ist und Raumtemperatur angenommen hat. Mit einem sauberen Tuch abgedeckt an einem warmen Ort für eine halbe Stunde gehen lassen.

2.In der Zwischenzeit Zwiebel und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Pelati Tomaten in eine Schüssel geben, Zwiebeln, Knoblauch, Oregano und Basilikum dazu, mit dem Stabmixer unter Zugabe von Olivenöl pürieren und mit Meersalz, Zucker und Pfeffer abschmecken.

3.Backofen auf 250 Grad vorheizen. Den aufgegangen Hefeteig in 4 gleich grosse Stücke portionieren und zu Halbkugeln formen. Mit Mehl bestäuben und nochmal etwas ruhen lassen. Jede Portion Teig nach und nach beginnen mit dem Handrücken von innen nach aussen zu ziehen auf eine Strudelteig ähnliche Stärke. Den Teig auf ein Backblech geben, einen Schöpfer Tomatensauce darüber geben und mit der Schöpferunterseite gleichmässig verteilen. Nach eigenem Gusto belegen und abschliessend mit Käse bestreuen. Im Backofen für circa 6 Minuten backen bis der Teigrand knusprig, die Pizza selber aber noch saftig ist. Nach dem Backen noch ein wenig mit Oregano bestreuen. Im professionellen Backofen wird mit Temperaturen um die 350 Grad gebacken. Die Backzeit hierbei beträgt dann zwischen 3 und 4 Minuten.

Hausgemachte Pizza: Vom Teig bis zur fertigen Pizza ©Michael Stricker

Zur Weihnachtszeit gibt’s gebrannte Nüsse selbst gemacht!

Nun ist sie endlich da, diese stimmungsvolle Vorweihnachtszeit, mit all ihren Aromen und Düften nach Lebkuchen, Glühwein, Punsch und Zimt. Mit Erinnerungen an die eigene Kindheit, wenn man mit großen Augen die bunte Welt der Weihnachtsmärkte das erste Mal erkunden durfte, von Magenbrot, kandierten Äpfeln, gebrannten Nüssen ins verführerische Reich der Süßigkeit entführt. Einer dieser Leckereien möchte ich heute besondere Aufmerksamkeit schenken.

Gebrannte Nüsse werden im Original unter ständigem Rühren in einem offenen Kupferkessel durch Erhitzen und Zugabe von Zucker und Wasser „gebrannt“ und mit Vanille und Zimt verfeinert. Ob ihr nun Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse oder Cashewnüsse mal ausprobiert, das bleibt einzig und allein eurer Fantasie überlassen. Besser allerdings ist es, wenn ihr Nüsse mit Haut verwendet. Auch einen Kupferkessel braucht ihr nicht wirklich, eine gute Pfanne erfüllt den selben Zweck. Die einzigen Zutaten, die ihr benötigt, sind Wasser, Zucker, Zimt und Vanille, und natürlich Nüsse. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude mit meinen Rezept.

Gebrannte Nüsse

  • 60ml Wasser
  • 80g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker oder frische Vanilleschote
  • 1Tl Zimt oder Zimtstange
  • 200g Mandeln oder Haselnüsse mit Haut

1.Das Wasser in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen, Zucker, Vanillezucker oder das ausgekratzt Mark einer Vanilleschote und Zimt unterrühren. Auch bleibt es euch überlassen ob ihr eine Zimtstange verwendet oder gemahlenen Zimt. Ich habe schon beides ausprobiert, und mein Eindruck ist, das die Nüsse bei gemahlenem Zimt eine schönere Farbe annehmen. Die Mischung zum Kochen bringen, bis sich der Zucker verflüssigt hat. Sobald das Zuckerwasser sprudelnd köchelt, die Mandeln zugeben und gleichmäßig mit der Zuckermasse vermischen.

2.Damit die Mandeln nicht anbrennen, gleichmäßig und durchgehend rühren, bis der Zucker sich an den Nüssen absetzt. Die Hitze dann reduzieren und noch etwa eine Minute weiterrühren. Hierbei besonders aufpassen, denn es kann sehr schnell geschehen, das der Zucker auskristallisiert. Die Nüsse auf ein mit Backpapier oder Fleximatte ausgelegtes Backblech gleichmäßig zum abkühlen und trocknen verteilen.

Zu Weinachten ein „Musst Have“! Gebrannte Nüsse… ©Michael Stricker

Flammkuchen, heiss und knusprig frisch aus dem Backofen!

Vom Elsass über Lothringen bis hin ins Saarland oder der benachbarten Pfalz und Baden ist er bekannt wie die Pizza in Italien,  der Flammkuchen. Dünn ausgerollt aus Brotteig, traditionell belegt mit rohen Zwiebeln, Speck und Sauerrahm, wurde diese Spezialität ursprünglich vor dem Brot im Holzbackofen gebacken, um die erste starke Hitze auszunutzen.

Neben der klassischen Variante erfreuen sich mittlerweile aber auch süße Versionen mit Äpfel oder Birnen und Zimt, besonders bei der Damenwelt, großer Beliebtheit. Ich habe mich heute für Schinkenspeck, Walnüsse und einem Hauch von Trüffel entschieden und wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude mit meinem neuen Rezept. Selbstgemacht und frisch aus dem Backofen schmeckt’s doch echt am besten!

Flammkuchen mit Schinkenspeck, Walnüssen und Trüffelöl

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1El Feinkristallzucker
  • 1/2El Salz
  • 2El natives Olivenöl
  • 6-7El warmes Wasser
  • 2 rote Zwiebeln
  • 100g Walnusskerne
  • 200g Schinkenspeck, geschnitten
  • 300g Sauerrahm
  • 200g Crème fraîche
  • 3 stangen Sellerie
  • Trüffelöl
  • 2 Stangen Jungzwiebel
  • Pfeffer aus der Mühle

1.Mehl, Wasser, Trockenhefe, Zucker, Salz, Wasser und Olivenöl zunächst zu einem glatten Teig verarbeiten. An einem warmen Ort für mindestens eine 1/2 Stunde aufgehen lassen. Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. Jungzwiebel waschen und in feine Ringe schneiden. Stangensellerie waschen, schälen und in feine Streifen schneiden. Gesalzenes Wasser aufkochen und den Sellerie darin kurz blanchieren und in Eiswasser abschrecken. Crème fraîche und Sauerrahm mit einander vermischen und kühl stellen.

2.Den aufgegangen Teig noch einmal kräftig kneten und für weitere 10 Minuten ruhen lassen. Mehl auf der Arbeitsfläche verteilen, den Teig in 4 gleich große Stücke aufteilen und gleichmässig dünn nach und nach ausrollen. Backofen auf 250 Grad vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen und den ausgerollten Teig darauf legen. Den Teig mit der Sauerrahm-Creme fraîche Mischung bestreichen und mit Zwiebeln, Walnüssen, Stangensellerie und Schinkenspeck gelegen.

3.Die Flammkuchen der Reihe nach knusprig ausbacken. Zum Schluss mit Pfeffer aus der Mühle würzen, Jungzwiebel darüber streuen und mit ein paar Tropfen gutem Trüffelöl aromatisieren. Traditionell wird der Flammkuchen auf einem Holzbrett serviert.

Flammkuchen mit Schinkenspeck, Walnüssen und Trüffelöl ©Michael Stricker

Die Zwetschge, eine tolle regionale und saisonale Frucht!

Die blaue Königin, so wird sie auch respektvoll genannt, hat jetzt genau ihre Zeit! Mit über 2000 Unterarten zählt die Pflaume zu den sortenreichsten Obstsorten. Und eine ihrer Unterarten, der zur Familie der Rosengewächse gehörenden Pflanzen, ist die Zwetschge. Ihre Schreibweise, ob nun mit „k“ oder „g“ ist, gleich ihrem Vorkommen, regionalen Ursprungs, und sollte beileibe kein Grund für eine banale, nationale Diskussion sein. Aber nicht nur die Frucht, auch ihr Holz wird auf Grund seiner rötlichen Farbe und Härte bei Tischlern für qualitativ hochwertige Möbel sehr geschätzt.

Ich backe nicht oft. Aber wenn ich backe, dann aus purer Lust. Und die Zwetschge macht mir Lust. Besonders, weil sie hier in meiner Gegend ein absolut regionales Produkt ist. Beim Backen wird sie nicht gatschig und ihre Steine lassen sich  kinderleicht entfernen. Genau deswegen sind Zwetschgen hervorragend zum Kuchen backen geeignet. Für den Kuchen, den ich euch heute vorstelle, braucht ihr nicht viel. Und ihr könnt ihn auch noch zubereiten, wenn der Besuch schon da ist. Ein schneller Zwetschgenkuchen, der immer gelingt: saftig, lecker und genau richtig jetzt im Spätsommer!

Zwetschgenkuchen

Zutaten für ein Blech:

  • 1Kg Zwetschgen
  • 300g weiche Butter
  • 250g Staubzucker
  • 50g Vanillezucker
  • 3 ganze Eier
  • 300g Mehl
  • 6cl Rum
  • etwas Butter und Zucker für die Form
  • Staubzucker zum anzuckern

1.Zunächst die Zwetschgen gründlich unter fließendem Wasser waschen, halbieren und entsteinen. Die Butter in der Küchenmaschine mit dem Staubzucker, Vanillezucker und den Eiern schaumig rühren. Auf keinen Fall das Mehl von Anfang an dazugeben. Das macht den Teig matschig, und er geht im Bachofen nicht mehr locker auf.

2.Ist das Buttergemisch schaumig gerührt, das Mehl mit einem Teigspachtel oder mit der Hand gleichmässig unterheben. Zum Schluss noch den Schuss Rum hinzugeben. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen

3. Eine feuerfeste Kuchenform gründlich mit weicher Butter einfetten und kräftig zuckern. Dies verhindert, das sich der Kuchen am Backblech festbackt und karamellisiert den Zwetschgenkuchen gleichzeitig. Den Teig gleichmässig auf das Blech verteilen und die Zwetschgenhälften in gleichmässig engen Reihen auf dem Teig verteilen. Danach den ganzen Kuchen noch reichlich mit Staubzucker durch ein feines Sieb bestreuen. Die Backzeit beträgt circa 35 bis 40 Minuten.

Zwetsche
Ofenfrischer Zwetschgenkuchen am Nachmittag… ©Michael Stricker

 

Pute, Cesar Salad und Chili: Fastfood für Zuhause!

Fastfood steht hoch im Kurs! Schnell mal hin, schnell mal auswählen, kaufen, essen, gehen. Aber richtig gutes Fastfood ist heutzutage hausgemacht. Dafür braucht es zwar nicht stundenlange Vorbereitung, aber ein klein wenig Zeit sollte man sich für mein Rezept mit Pute, hausgemachter Chili Sauce und Cesar Salad schon nehmen.

Ich mag Rezepte, Rezepte mit Hintergrund und Vergangenheit. Denn nur wer die Klassik kennt, kann sich in der Gegenwart zurechtfinden und mit dem notwendigen Background weiter entwickeln. Beim Cesar Salad habe ich die Brotcroutons weggelassen, denn das Geflügel ist mit der Panko Panade schon knusprig genug.

Gebackene Pute mit Cesar Salad und Chili Sauce

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Putenbrust
  • 3 Eier
  • 150g Panko (gröbere Semmelbrösel aus dem Asia Shop)
  • 100g Mehl
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle, Öl zum Ausbacken
  • 2 Romana Salate

Für die Chili Sauce

  • 30g Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Kafir Limettenblätter
  • 20g frische Ingwerwurzel
  • 1-3 scharfe Chili-Schoten
  • 3El. süße Sojasauce oder Mirin
  • 3 El. salzige Sojasauce
  • 1 El. Zitronensaft
  • 100ml Gemüsebrühe
  • Meersalz aus der Mühle, etwas Sesamöl zum Anbraten

1. Die Putenbrust von allen Sehnen und Flachsen befreien und in 1cm starke Streifen schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen. Drei Schüssel bereitstellen, eine für die Panko Semmelbrösel, eine für das Mehl und die dritte für die 3 aufgeschlagenen Eier. Die gewürzten Putenstreifen nun der Reihe nach zuerst im Mehl wälzen, dann im Vollei und zum Schluß durch das Panko. Die so panierten Putenbruststreifen auf einem Teller bereitstellen.

2. Für das Dressing die Knoblauchzehen schälen, halbieren, das Bürzel in der Mitte der Zehe entfernen und mit dem Olivenöl zusammen im Mixer ganz fein pürieren. 3 Eigelb zusammen mit dem Senf und der Sardellenpaste in eine Schüssel geben, alles zusammen berühren. Nun mit einem Schneebesen unter ständigem Rühren das Knoblauchöl zu den Eiern dazugeben bis eine Mayonnaise entsteht. Zur Mayonnaise Obers und Zitronensaft hinzugeben und mit der Worcestershire Sauce, Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing sollte etwas dicklich sein und einen kräftigen Geschmack haben. Ich gebe gern dem Dressing schon von Anfang an geriebenen Parmesan hinzu. Einfach mal ausprobieren, ohne Parmesan, mit Parmesan.  Die einzelnen Blätter des Romana Salat herauslösen und waschen, abtropfen und bereitstellen.

3. Für die Chilisauce Schalotte, Ingwer und Knoblauch schälen, Bürzel wieder entfernen, die Chili-Schoten halbieren, entkernen und waschen und alles zusammen in ganz feine Würfel schneiden oder im Mörser zerstoßen. in einem Topf Sesamöl bei mittlerer Stärke erhitzen, das fein gewürfelte Gemüse darin leicht anschwitzen, mit süßer Sojasauce, Zitronensaft und Gemüsebrühe ablöschen, Kafir Limettenblätter hinzugeben und leicht köcheln lassen. Etwas Reismehl in kalter Gemüsebrühe auflösen und die Chilisauce damit auf die gewünschte Konsistenz abbinden, mit Salz abschmecken. Die Limettenblätter noch weiter in der Sauce ziehen, beim Anrichten dann entfernen. Zwischenzeitlich kalt stellen.

4. Zum Ausbacken der Putenbruststreifen ausreichend Öl in einem Topf erhitzen. Nicht alle Streifen auf einmal ausbacken, da sonst das heiße Öl im Topf zu schnell ansteigt und überlaufen kann. Ist das Öl bei mittlerer Hitze, sind die Streifen fertig wenn sie knusprig goldbraun sind. Danach die knusprigen Streifen auf Küchenkrepp vom überschüssigen Öl abtropfen lassen.

Gebackene Pute
Putenbrust gebacken mit hausgemachter Chili Sauce und Cesar Salad

5. Die Romana Salatblätter zu gleichen Teilen auf den Tellern verteilen, das Cesar Dressing darüber laufen lassen und Parmesan mit einem Trüffelhobel oder Sparschaler in Streifen über den Salat hobeln. Die Chilisauce in kleine Schälchen abfüllen, Putenbruststreifen anrichten. Wer möchte, kann noch Kirschtomaten kurz in das noch heiße Öl geben, bis die Haut anfängt aufzuplatzen. Sofort aus dem Öl herausnehmen, auf Küchenkrepp abtropfen, aus der Mühle salzen und als Garnitur zum Salat geben.

Gebackene Pute
Cesar Dressing

Salsa roja, der bessere Ketchup!

Die zwei wohl bekanntesten Salsa Rezepte sind Salsa roja und Salsa verde. Salsa kommt aus dem spanischen heißt Sauce, roja ist rot und verde grün. Und in der mexikanischen Küche macht man diese Saucen aus Tomaten oder Kräutern. Meine Salsa jedoch ist spanisch, aus roter Paprika und gerösteten Mandeln. Und meine Salsa ist kein Ketchup!

Diese Salsa roja ist lecker, richtig lecker! Und sie lässt sich sehr gut vorbereiten. Sie ist wochenlang im Kühlschrank haltbar und passt hervorragend zu gegrilltem aber auch Ziegenkäse oder Meeresfrüchte. Und mit Sicherheit wird diese Salsa beim nächsten Grillabend die ungeschlagene Nummer 1!

Salsa roja

  • 8 rote Paprika
  • 6 Knoblauchzehen
  • 4 Rosmarinzweige
  • 150g Mandelblättchen
  • etwas Zucker und Meersalz

Für die Marinade

  • 1Lt Wasser
  • 1Lt weißer Balsamico Essig
  • 200g Zucker
  • 80g Salz

Für das Grillhuhn

  • 1 TL Kümmel, ganz
  • 1 TL Majoran, getrocknet
  • 2 EL Paprikapulver, edelsüß
  • 2 EL Meersalz, grob
  • 1/2 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 1/2 TL Muskat, frisch gerieben
  • natives Olivenöl

1.Zunächst die roten Paprika vierteln und von Kernen und den weißen Trennwänden vollständig befreien, in grobe Stücke schneiden, die geschälten  Knoblauchzehen halbieren. Alles zusammen in einem Topf bei mittlerer Hitze in Olivenöl angehen lassen, dazu frischer Rosmarin und mit Meersalz aus der Mühle und etwas Zuker würzen. Dann mit Wasser ablöschen und in der Flüssigkeit so lange dünsten, bis die Paprika ganz weich ist.

2.Für das Grillhuhn den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Alle Gewürze und Majoran zusammen in einen Mörser geben und fein mahlen. Das Grillhuhn mit Olivenöl gut einreiben und dann die Gewürzmischung einmassieren, in eine feuerfeste Form geben und für circa 1 1/2 Stunden im Backofen garen. Nach einer Stunde noch einmal mit Olivenöl beträufeln.

3.Für die Marinade das Wasser aufkochen, Zucker und Salz darin auflösen. Nachdem sich Zucker und Salz vollständig aufgelöst haben die Marinade im Kühlschrank abkühlen und nach dem erkalten den weißen Balsamico Essig dazugeben. Diese Grundmarinade hält sich wochenlang im Kühlschrank und kann auch zum marinieren von gebratenen Pilzen verwendet werden.

4.Die fertig gegarte Paprika über ein Sieb abgießen, gut ausdrücken und in die Marinade einlegen. Für mindestens 1 Stunde mariniert lassen und dann nochmals über einem Sieb gut ausdrücken.Ist die Paprika noch zu feucht, wird die Sauce zu flüssig.

Tip: Die Marinade kann wiederverwendet werden und ist eine tolles Dressing für knackige Salate. Also aufheben!

5.Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Öl leicht anrösten. Die Pfanne dabei immer wieder schwenken. Die gerösteten Mandelblättchen unterheben und alles zusammen pürieren. Wie fein ihr die Paprika püriert, bleibt euch überlassen. Ich streue gerne nach dem pürieren noch einmal zusätzlich ein paar Mandelblättchen, mit der Hand zerdrückt, in die Salsa. Das ergibt einen leichten, spannenden Cruncheffekt.

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Der Alpen Hot Dog

Fastfood hat eine lange Tradition! Schon im alten Pompeji gab es „Essen in die Hand“ Damals allerdings weil nicht jeder zuhause eine Kochstelle besaß. Heute sind  wohl eher mangelnde Zeit, das Single Dasein, denn wer kocht schon gerne nur für sich allein, oder einfach nur keine Lust, die überwiegenden Gründe.

Und weil ich all diesen Gründen gerne entgegen wirke hier nun die ultimative Inspiration es doch einmal mit kochen zu probieren. Dieser Alpen Hot Dog ist eine Offenbarung! Das ist „Faust Food“ für echte Männer! Grillwurst, hausgemachter Zwiebelsenf, Essiggurke, knuspriger Speck, Röstzwiebeln und frisch gerissener Kren, Und so richtig genial wird es, wenn ihr die Wurst auf dem Holzkohlengrill gart. Natürlich geht eine gute Bratwurst frisch vom Metzger auch in Pfanne und Backofen. Die Zwiebelsauce dazu ist leicht gemacht und hält im Kühlschrank mehrere Wochen. Also ran an Herd und Grill, hier ist das Rezept dazu:

Alpen Hot Dog mit Zwiebelsenf und gerissenem Kren

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Grillwürste vom Metzger eures Vertrauens
  • 1 Bund Blattpetersilie
  • 8 Essiggurken
  • 4 längliche Semmel, Kornspitz oder Mehrkornsemmel
  • 1 Stück frischen Kren
  • 150g Hamburger Speck in Scheiben oder Streifen
  • wer möchte etwas Chiliflocken, Öl zum Anbraten und ausbacken
  • etwas Mehl, Paprikapulver
  • 1 Zwiebel

Für den Zwiebelsenf:

  • 6 Zwiebeln
  • 8Tl. Kräuteressig
  • 150g Scharfer Senf
  • 150g süßer Senf
  • etwas Öl zum braten der Zwiebeln, Meersalz aus der Mühle

1.Für den Zwiebelsenf die sechs Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Etwas Öl in Topf oder Pfanne erhitzen, die Zwiebelwürfel gesalzen darin zugedeckt 5 Minuten anschwitzen. Dann mit dem Kräuteressig ablöschen, noch einmal kurz aufkochen und vom Herd nehmen, ohne Deckel im Kühlschrank abkühlen lassen. Danach den scharfen und süßen Senf unterrühren.

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2.Die Grillwürste mit einem scharfen Messer auf beiden Seiten etwas einritzen. Den Blattpetersilie waschen, die Blätter abzupfen und grob hacken. Die Essiggurken in Scheiben schneiden, Streifen und dann würfeln. Blattpetersilie und Gurken mischen und bereitstellen.

3.Die Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben, ein klein wenig Mehl und Paprikapulver dazugeben, gut durchmischen. In einem Topf etwas Öl erhitzen bei mittlerer Temperatur. Zwischenzeitlich den Hamburger Speck falls nötig in 0,5 cm starke Streifen schneiden. Ist das Öl im Topf heiß die melierten Zwiebel goldgelb darin rösten und auf einem Küchenkrepp abtropfen. Anschließend die Speckstreifen im heißen Öl circa 15 Sekunden knusprig backen, herausnehmen und abtropfen lassen.

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4.Öl in einer ausreichend großen Pfanne erhitzen, den Backofen auf 2oo Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die vorbereiteten Grillwürste in der Pfanne auf beiden Seiten knusprig anbraten und im Backofen für 8 Minuten weitergaren. Dann für 2 Minuten die frischen Semmel dazugeben. Alles zusammen aus dem Backofen nach Ablauf der Zeit nehmen. Die gewürfelten Essiggurken mit dem Blattpetersilie zusammen in einer Pfanne mit wenig Öl kurz erhitzen und bereit stellen.

Achtung!

Für den Backofen nur eine massive Pfanne mit Stahlgriff verwenden. Ein Plastikgriff hält die Hitze nicht aus.

Alpen Hot Dog
Alpen Hot Dog mit hausgemachtem Zwiebelsenf

5.Die Semmel der Länge nach zu 3/4 aufschneiden. Beide Seiten mit dem Zwiebelsenf bestreichen, die Grillwurst einlegen und nach belieben mit den Essiggurken, Röstzwiebel und Speckstreifen garnieren. Zum Schluß frischen, geschälten Kren über den Semmel reissen. Wer möchte kann Mixed Pickels dazu reichen oder mit Chili Flocken den Hot Dog noch ein wenig „verschärfen“.

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Palatschinken, frische Beeren und gute Freunde…

IMG_2970Wenn gute Freunde zu Besuch kommen…. ist es einfach  ganz wunderbar, wenn sie noch dazu ein kleines Geschenk mit im Gepäck  haben, hier im  besonderen herrlich frisch gepflückte  Beeren direkt aus Vorarlberg. Wir kommen ins Gespräch, plaudern über dies und das, schwelgen in kulinarischen Gelüsten und während wir uns gegenseitig wieder auf den neuesten Stand bringen, rühre ich ganz beiläufig einen Palatschinken Teig an, stelle eine Pfanne auf, zerlasse noch ein wenig Butter um den Teig schön geschmeidig zu halten, und eh wir uns versehen ist der ganze Raum schon erfüllt vom Duft der garenden Mehlspeise.

IMG_2945Der Sommer ist da! Aromatisch süße Erdbeeren direkt vom Feld gepflückt, Brombeeren, Heidelbeeren und natürlich die feinen, herb säuerlichen, knallroten Johannisbeeren, die mit ihrem erfrischenden Charakter der bevorstehenden Schlemmerei noch die richtige Substanz verleihen.

Palatschinken für circa 10 – 12 Stück

  • 120g Mehl
  • 1 Vollei
  • 2 Eidotter
  • 200ml gekühlte Milch
  • 20g Butter, zerlassen

Das gesiebte Mehl in eine Schüssel füllen, in der Mitte eine Mulde formen, die Eidotter und das Vollei in die Mitte geben. Mit einem Schneebesen nun das Mehl zur Mitte unter gleichmäßiger , langsamer Zufuhr der kalten Milch mit den Eiern hinarbeiten und verrühren bis ein glatter Teig entsteht. Die flüssige Butter zuletzt unterrühren. Den Teig circa 20 Minuten ruhen lassen, danach noch einmal mit dem Schneebesen durchrühren. Sollte der Teig nach der Ruhephase zu fest geworden sein, etwa einem Kaiserschmarren Teig gleich, einfach noch ein wenig kalte Milch dazugeben. IMG_2941.jpgEine beschichtete Pfanne mit ganz wenig Butter erhitzen. Mit einem Schöpfer den Teig portionsweise in die heiße Pfanne gießen und dabei die Pfanne immer kreisen lassen, damit sich der Teig gleichmässig verteilt. Je weniger Teig hierfür benötigt wird, umso dünner und genüßlicher werden die Palatschinken. Nichts ist unangenehmer, als ein zu dick geratener Palatschinken, der nur teigig schmeckt!

IMG_2948Unsere Palatschinken sind gelungen! In voller Vorfreude begeben wir uns ins Freie auf die Terrasse, ein herrlich angenehmer Sommertag neigt sich dem Ende zu, die noch warmen Palatschinken, reichlich frische Beeren und natürlich aromatischer Vanillestaubzucker mit dabei. Uns geht’s gut! Solche guten Freunde gönne ich jedem! Guten Appetit und viel Freude mit meiner Inspiration und beim nachkochen!

Noch eine kleine Anmerkung: Vanillestaubzucker oder auch Vanillezucker lassen sich ganz einfach selber herstellen. Einfach eine ausgekratzte Vanilleschote zum Zucker dazugeben und mehrere Tage das Aroma der Vanilleschote im Zucker ziehen lassen. So hat man immer eigenen Vanillezucker vorrätig.

Bärlauch: Wilder Knoblauch aus dem Wald

20170501_164929590_iOSEs ging früh los, dieses Jahr, mit einem meiner absoluten Lieblings(un)kräuter, dem Bärlauch. Wen es heuer denn im Frühjahr hinaus in die Wälder zog, der konnte seinen charakteristischen Geruch schon von weitem riechen. Allerdings wächst der Bärlauch nur bis zu einer Höhe von 1500m. Bärlauch gedeiht am besten auf humusreichen Laubwaldböden, schattig und feucht.

20170501_164721310_iOSGesund ist er allemal, der Bärlauch! Gegen fortgeschrittene Arterienverkalkung, gegen zu hohen Blutdruck oder gar Leberleiden. Und wenn schon gesund, dann aber bitte nur den echten Bärlauch, nicht die giftigen Blättern der  Maiglöckchen, oder schlimmer noch, der Herbstzeitlosen…letztere ist besonders giftig. Bereits 120g der Blätter gelten als tödlich. Am besten zu unterscheiden durch den Blattstil am Bärlauch. Die beiden anderen besitzen so gut wie keinen…

20170501_172624090_iOSWer dennoch auf Nummer sicher gehen will, kauft sich seinen Bärlauch am besten im heimischen Geschäft gleich um die Ecke. Bärlauch wird auf Grund seiner kurzen Haltbarkeit frisch im Rohzustand nämlich fast ausschließlich regional angeboten. Und wird er getrocknet oder gar eingefroren, verliert er leider stark an Geschmack und Aroma. Ich verarbeite ihn sehr gerne zu Pesto. Da hält er lange und ich kann später damit aromatisieren, was immer ich möchte.

20180327_104018720_iOSAuch ich habe ihn schon getrocknet. Dann allerdings  nur aus dekorativen Gründen. Der Fantasie sind bei der Verarbeitung von Waldknofel, wie er hier in Österreich auch liebevoll genannt wird, fast keine Grenzen gesetzt: ob als Bärlauchbutter, Bärlauchsuppe oder einen leckeren Topfenaufstrich. Und frisch in Verbindung mit Spinat oder Brennessel verleiht er etwa einer hausgemachten Pasta eine interessante Note. Wichtig hierbei ist, das man die Bärlauchblätter gleich dem Spinat nur kurz erhitzt. Wird er zu stark erhitzt, verliert er sehr schnell an Aroma und Geschmack. Der große Vorteil des Bärlauchs gegenüber seinem Konkurrenten, dem Knoblauch: neben der herrlich intensiven, grünen Farbe, kommen alle negativen Aspekte, welche man dem Knoblauch nachsagt, im Bärlauch garnicht vor.

 

 

Erdäpfelbisquit: luftig und lecker!

Eines der vielen tollen Rezepte in meiner Rezepte Sammlung...

Erdäpfelbisquit:

  • 30g weiche Butter
  • 2 Eier
  • 50g gekochte und geschälte Kartoffeln
  • 25g Sahne
  • 10ml Öl
  • 30g Dinkelmehl (Typ 630)
  • Meersalz aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die weiche Butter schaumig rühren. Die Eier trennen und die Eigelbe einzeln unterrühren. Die erkalteten Kartoffeln passieren und mit Sahne, Öl, Muskat und Salz unter die Ei-Buttermasse rühren.

Die Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und abwechselnd mit dem Mehl unter die Butter-Erdäpfelmasse heben. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Masse etwa 5mm dick gleichmäßig darauf verteilen, circa 10 Minuten backen, dann abkühlen lassen.

Bisquit zum Beispiel mit Spinat und Schafskäse füllen, zur Roulade drehen und auf einem Tomatenragôut anrichten.

Erdäpfelbisqiut
Anrichtevorschlag: Erdpfelbisquit mit Spinat, Kalbsfilet, Sauce Hollandaise und Tomberry Tomaten ©Michael Stricker

Darf ich vorstellen: Birnenketchup…

Nun ist sie da, die kalte Jahreszeit und unser Angebot an heimischen Obst und Gemüse wird verschwindend gering. Immer mehr Produkte aus immer weiteren Entfernungen finden unweigerlich und zielstrebig  den Weg in unsere Supermärkte und Discounter. Wer da noch Wert auf Nachhaltigkeit und naturbelassene Produkte Wert legt, tut sich immer schwerer. Manches lässt sich gut einlagern, anderes herrlich bereits zu Verzehr fertigen Genüssen weiter verarbeiten. Und an Rezepten und Ideen dazu soll es nun wirklich nicht mangeln. Darf ich vorstellen: Birnenketchup, hausgemacht…

Birnenketchup
Brauner Rohrzucker

Birnenketchup

Zutaten für ungefähr 1 Liter:

  • 1 rote Chilischote
  • 200g milde rote Paprika (Pfefferoni)
  • 400g reife Birnen
  • 2 Schalotten
  • 75ml Weißweinessig
  • 200ml Birnensaft
  • 100g Rohrzucker
  • 1Tl Salz
  • natives Olivenöl

1.Chilischote und milde rote Paprika gründlich waschen, halbieren, entkernen und in grobe Stücke hacken. Vorsicht auf dem Schneidebrett: die Schärfe der Chilischote setzt sich sehr schnell an Messer, Schneidebrett oder gar Finger ab. Am besten mit Einweghandschuhen arbeiten und das Schneidebrett danach gründlich reinigen.  Die Birnen schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und ebenfalls in grobe Würfel schneiden. Die Schalotten schälen und grob schneiden.

2.In einem Topf Olivenöl erhitzen und die Schalotten darin farblos angehen lassen. Dann alle übrigen Zutaten in den Topf zugeben, kräftig aufkochen und für circa 20 Minuten weich köcheln. Mit dem Stab- oder Standmixer nicht zu fein pürieren, noch einmal alles zusammen aufkochen und heiß in sterilisierte Schraubdeckel- oder Weckgläser füllen, sofort verschließen.

Birnenketchup
Alle Zutaten im Standmixer pürieren

3.Die Haltbarkeit beträgt bis zu einem Jahr. Wer also noch auf der Suche nach einem persönlichen Weihnachtsgeschenk für einen lieben Freund oder guten Bekannten ist, hat hier vielleicht etwas gefunden, an dem der Beschenkte noch lange Freude haben wird, Der Birnenketchup schmeckt übrigens hervorragend zu Berg- oder anderen, kräftigen Käse aber auch zu Gegrilltem. Und wer es gerne etwas schärfer mag: einfach den Anteil der Chilischoten erhöhen…

Birnenketchup
Hausgemachter Birnenketchup

 

 

Der Handwerker

Christian VauGutes funktioniert, ohne Werbung, ohne falsche Versprechung, es funktioniert einfach, weil es ehrlich ist, authentisch, weil es ohne Firlefanz daherkommt, weil es handgemacht ist. Und genau so ein Handwerker ist Christian Vau. 9AF10CF9-8B93-45FA-AA29-08CDE05CD9D7Seine Produkte sind das, was heutzutage viele Konsumenten gar nicht mehr kennen, weil sie nur noch Industrieware gewohnt sind. Produziert von Herstellern, die uns Endverbrauchern mit wohl klingenden pseudo-italienischen Produktnamen suggerieren, das wir uns nur durch den Kauf eben dieser Erzeugnisse echte mediterrane Gaumenfreuden in unser trautes Heim holen. 7CB6EB57-4FBF-4248-B94E-51C6C2D22B8EUnd er, dieser Handwerker, was macht er? Er nennt sich VAULAND 207, Und so heißt auch seine hausgemachte Pasta. Bio-Hartweizengrieß, Bio-Dinkelgrieß und Wasser, fertig. 100% ehrlich! Spaghetti, Curvi rigate, Tagliatelle in verschiedenen Größen, Campanelle, Fusililli oder Casarecce, alles aus Liebe zum Geschmack. Vauland, das ist sein Nachnahme, 207 seine Hausnummer und zu guter letzt das Land. 579AD811-509F-450A-842C-9247193B56EFDas Land auf dem er lebt, im Bregenzer Wald, unweit von Egg in unmittelbarer Nähe zum deutschen Allgäu, in Vorarlberg. Ein Paradies für jeden, der den Drang verspürt, dem hektischen Treiben der Großstadt vollends zu entfliehen. Und das in einem Land, welches schon seit jeher größten Wert auf seine Ernährung legte. 10ADDF43-6589-4C15-8CD4-5F4277EE6DBBAuf Produkte direkt aus der Region. Käse, Wild, Mostbröckle, Hofaloab und Sig, um nur ein paar zu nennen. Letzteres auch bekannt unter dem Namen „Wälderschokolade“. 0702F79C-1A8A-496A-8EDF-89299434E94AUnd hier stellt er seine Pasta her. Eine Pasta, die zwischenzeitlich bei Kennern einen solch hohen Stellenwert eingenommen hat, das ein großer Vorarlberger Einzelhändler für Lebensmittel seine Pasta gerne vermarkten würde. Aber Christian sagt nein! Er will das bleiben, was er ist: etwas besonderes.

 

 

Er ist sich bewusst, das seine Besonderheit durch die Massenvermarktung seiner Pasta zu etwas alltäglichem degradiert werden würde. Wer seine Produkte verwenden will, der muss sich um die Bezugsquelle selbst kümmern. C2A50769-0B0E-43BE-8719-006D90727DE3Und er ist dankbar. Dankbar um jeden, der das was er handwerklich herstellt, auch wirklich zu schätzen weiß. Immer wieder kreiert er neue, kulinarische Variationen, mit denen er seine Pasta verfeinert. Ob Sonnenblumenkern-Pesto, Sugo vom original Allgäuer Braunvieh mit Piment, einer g’schmackigen Gemüse-Bolognese vegan oder Räucherfisch-Sugo. Manches davon bereits produziert für den Verkauf, anderes wiederum noch in der Entstehungsphase. Und manch eine dieser Zutaten für seine Köstlichkeiten kommt direkt aus dem Garten vor dem Haus. 94BA2C81-3A42-45AF-83F6-EAFCAA4A35FEUnd was sind die Pläne für die Zukunft: eine größere Produktionsküche, Koch-Workshops, Erweiterung der Produktpalette und von vielen, neuen Freunde des guten Geschmacks gefunden werden….Genießen kann man Christians Pasta bei mir im Hotel Arlberghaus in Zürs am Arlberg oder direkt bei Christian Vau:

Hier geht’s zu Vauland

 

 

Gebrannte Mandeln: Oh du schöne Weihnachtszeit…

20171130_205906860_iOSMorgen geht es an den schon recht verschneiten Arlberg, die ersten Bestellung tätigen für den Start in eine neue, hoffentlich spannende und erfolgreiche Wintersaison 2018/19 im Hotel Arlberghaus in Zürs am Arlberg. Zur Einstimmung hier schon mal vorab das Rezept für gebrannte Mandeln zum nachmachen. Wer keine Mandeln möchte, mit Haselnüssen geht es genauso gut. 20171130_212128000_iOSEs braucht nicht viele Zutaten, nur eine halbe Stunde Zeit, und dann noch ein wenig abkühlen lassen, und schon hat man hausgemachte

gebrannte Mandeln:

  • 60ml    Wasser
  • 80g       Zucker
  • 1           Päckchen Vanillezucker oder frische Vanilleschote
  • 1Tl       Zimt oder Zimtstange
  • 200g    Mandeln oder Haselnüsse mit Haut

20171130_210404980_iOSDas Wasser in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen, Zucker, Vanillezucker und Zimt unterrühren. Die Mischung zum Kochen bringen, bis sich der Zucker verflüssigt hat. Sobald das Zuckerwasser sprudelnd köchelt, die Mandeln zugeben und gleichmäßig mit der Zuckermasse vermischen. Damit die Mandeln nicht anbrennen, gleichmäßig und durchgehend rühren, bis der Zucker sich an den Nüssen absetzt. Die Hitze dann reduzieren und noch etwa eine Minute weiterrühren. 20171130_212112140_iOSDie Nüsse auf ein mit Backpapier oder Fleximatte ausgelegtes Backblech gleichmäßig zum abkühlen und trocknen verteilen.

 

 

Mascarpone Cheesecake mit Feige und Orange

Wenn die Tage kürzer werden, die alljährlichen Weihnachtsmärkte ihre Tore öffnen, die Luft erfüllt von aromatisch wohltuendem Geruch nach Glühwein, Lebkuchen und gebrannten Mandeln, dann macht es auch mir wieder richtig Lust auf’s backen zuhause. Und heute gab es Mascarpone Cheesecake mit Feige und Orange.

Ein Rezept, das ich schon seit längerem mal ausprobieren wollte: und dieser Kuchen schmeckt so gut, das ich ihn gleich in meinen Menüs kredenzt habe… Der Boden hierfür ist absolut einfach und im modernen Stil, schlicht und ergreifend ein aus den Krümeln von Butterkeksen:

  • 200g Butterkekse
  • 80g Wal- oder Haselnüsse, gerieben oder fein gehackt
  • 60g Butter zerlassen

Die Butterkekse im Mixer zerkleinern, in eine Schüssel füllen, Nüsse und die flüssige dazugeben, die  Masse vermischen und in den Boden einer runden Springform geben, fest andrücken und für mindestens 20 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Mascarpone Cheese Cake
Krümelboden

  • 250g getrocknete Soft-Feigen, in feine Streifen geschnitten
  • 250ml frisch gepressten Orangensaft
  • 1 Zimtstange
  • 3 Gewürznelken

Die Feigen mit dem Orangensaft, Zimt und Gewürznelke in einem Topf bei mittlerer Temperatur erhitzen und 20 Minuten köcheln lassen, bis ein Großteil der Flüssigkeit verdampft ist, die Mischung aber noch feucht ist. Zimtstange und Nelken entfernen, die Feigen auf dem Krümelboden gleichmäßig verteilen. Zurück in den Kühlschrank stellen und die Füllung vorbereiten:

Mascarpone Cheese Cake
Eischnee vorsichtig unterheben

  • 500g  Topfen
  • 500g  Mascarpone
  • 250g  Zucker
  • 1El     abgeriebene Schale einer Bio-Orange
  • 4 große Eier, getrennt
  • 1 Vanilleschote, Mark ausgekratzt

Topfen in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben, bei mittlerer Stufe 1 Minute glatt rühren, dann Mascarpone; Zucker, Orangenabrieb, Eigelb und Vanillemark hinzufügen, weiterrühren, bis die Masse glatt und cremig ist. Die 4 Eiweiß steif schlagen, vorsichtig  unter die Masse nach und nach unterheben. Die Füllung auf den Feigen-Krümelboden gießen. Die Springform auf Backblech stellen, den Kuchen 75 – 80 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad backen. Der Kuchen lässt sich gut 2 Tage im Voraus herstellen und im Kühlschrank aufbewahren.

Heut war ich einkaufen im Montafon…

20180102_164038232_iOSEs war schon ein gutes Gefühl, nach Jahren der Abwesenheit heute Nachmittag spontan auf einen Sprung von Zürs am Arlberg ins Montafon, mit 113 Kilometern eines der größten Schigebiete hier in Österreichs westlichstem Bundesland, zu fahren. Und das mit gutem Grund! Nach einem kurzen Telefonat mit Renate Sandrell, entschied ich mich für den Rest des Tages frei zu nehmen und Ihr einen Besuch abzustatten, in Tschagguns im Montafon um Ihren einzigartigen Vollmilch Sura Kees direkt ab Hof einzukaufen. Wir haben uns ca. 4 Jahre lang nicht mehr gesehen, umso herzlicher war die Begrüßung. 20180102_162717066_iOSIch muss gestehen, auch wenn wir wenig Zeit hatten, Renate hat heute nebst Ihrer Leidenschaft für Käse, noch in Ihrer eigentlichen Tätigkeit  im Seniorenstift in Bludenz Spätdienst, fanden wir trotzdem noch Gelegenheit für ein Gespräch in Ihrer urgemütlichen Stube bei einer guten Tasse Kaffee… Am Donnerstag werden wir hier im Hotel Arlberghaus in Zürs unsere Gäste mit einem rustikalen Bauernbüffet mit regionalen Köstlichkeiten wie Knödel, Vorarlberger Gerstensuppe, Schinken, Würste, geschmorter Schulter vom Alpschwein, Sauerkraut und Strudel verwöhnen, und kredenzen genau zu diesem Anlass auch Renates Sura Kees, wegen seines hohen Fettgehaltes auch liebevoll „Sura Kees für Einsteiger“ genannt, in zwei Versionen: 20180102_162658689_iOSzum einen als Frischkäse, ohne die für diesen Käse typische, paprizierte Salzung, und zum anderen einen jung gereiften, Produktionsdatum 26.Dezember 2017. Danke, liebe Renate, das du dir noch am 2. Weihnachtsfeiertag vergangen Jahres die Zeit genommen hast, frischen Sura Kees zu produzieren. Unsere internationalen und anspruchsvollen Gäste werden diese heimische Spezialität mit Sicherheit zu schätzen wissen!

 

Silvester 2017 im Hotel Arlberghaus in Zürs am Arlberg: das Video!

Silvester 2017 im Hotel Arlberghaus in Zürs am Arlberg.
 
So wie dieses Video, genauso viel Spaß hat der Tag auch gemacht, vom Start am Morgen bis hin zum Dessert, es war ein voller Erfolg! Einen ganz lieben Dank an alle, die mich unterstützen, fördern, und das honorieren, was wir alle in der Gastronomie und Hotellerie Tag für Tag bewältigen, weil es uns Spaß macht, für EUCH!!!
Das Menü im Ganzen:
Kleiner Gruß aus der Küche
-Gemüsetatar, Buttertoast, karamellisierter Ziegenfrischkäse
***
Jakobsmuschel
auf Vanillepüree
***
Sherry-Essenz
mit kleinem Zwiebelkücklein
***
Knuspriges Ganlstascherl
mit getrüffelten Schwarzwurzeln
***
Cassis-Sorbet
***
Kalbsfilet
auf Schwammerlrisotto, grünem Spargel und Madeira-Jus
***
Zweierlei von Callebaut Schokolade
 
Euch allen wünsche ich viel Freude beim anschauen…

Rezept: Ein Klassiker aus Österreich!

20171220_193847060_iOSIch frage lieber nicht, in wie vielen Küchen diese klassisch österreichische Mehlspeise mittlerweile als Fertigprodukt auf den Teller kommt… bei mir ist es wie eh und je hausgemacht, das bin ich mir selber und Österreich schuldig! Und weil mir dies nun mal so wichtig ist, veröffentliche ich an dieser Stelle auch sehr gerne das dazugehörige Rezept. Der Mohr im Hemd ist ein eigentlich ein klassisch Wiener „Koch“, bezeichnet nach Anna Finks 1894 erschienenem Kochbuch.

 

 

Mohr im Hemd (für ca. 6 Personen):

  • 50g       Schokolade
  • 50g       weiche Butter
  • 1Tl        Vanillezucker
  • 3            Eier
  • 50g        Haselnüsse, gerieben
  • 50g        Kristallzucker
  • 1El         Semmelbrösel
  • Prise Salz
  • Butter und Kristallzucker für die Formen

Schokolade über Dampf im Wasserbad schmelzen (max. 40 Grad). Weiche Butter mit Vanillezucker und Salz schaumig rühren. Die Eier trennen, Eigelb nach und nach unter de Butterabtrieb rühren, flüssige Schokolade unterziehen. Eiklar mit Kristallzucker zu schmierigem Schnee schlagen. Schnee, geriebene Haselnüsse und Semmelbrösel mit einem Schneebesen in die Schokoladenmasse rühren.

Masse etwa 3/4 hoch in gebutterte und mit Kristallzucker ausgestreute kleine Formen füllen (Timbale/Dariol oder einer Kaffeetasse). In einer entsprechend großen und hitzebeständigen Wanne etwa 1cm hoch heißes Wasser einfüllen, und die Formen hineinstellen. Im vorgeheiztem Backofen bei 200 Grad etwa 40 Minuten backen. Mit geschlagenem Schlagobers und reichlich Schokoladensauce servieren.

Schokoladensauce:

  • 250ml     Schlagobers
  • 80g          Milchkuvertüre
  • 120g        dunkle Kuvertüre

20171220_193852030_iOSSchlagobers aufkochen, beide Kuvertüren grob hacken, einrühren und schmelzen lassen, Schokoladensauce mit dem Stabmixer kurz aufmixen und warm stellen.

 

Asia meets America

20171031_182805860_iOSFusionen sind heutzutage sehr in Mode, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in unseren Küchen. Manchmal spannend, manchmal sinnfrei. Und mir ging es zum einen um Geschmack, zum anderen um Kontrast. Der weiche, zarte, kalt servierte Spitzkohl-Karottensalat, mariniert mit einer herrlichen Mayonnaise mit Schmand verfeinert, eigentlich eine DER klassischen Beilagen zum amerikanischem BBQ, und zum anderen dieser in heißem Öl knusprig ausgebackene und zweifach kräftig marinierte Schweinenacken. 20171031_182210589_iOSMehr hat es da nicht gebraucht. Jede weitere Beilage wäre überflüssig gewesen. Klein und fein serviert als Vorspeise, oder gar üppig als Hauptspeise, in jedem Fall ein garantierter Erfolg. Den Coleslaw-Salat jedoch sollte man geraume Zeit vorher vorbereiten, auch wenn man sich wie in meinem Fall für den feineren Spitzkohl entscheidet. 20171031_201023690_iOSZwei bis drei Stunden benötigt die Mayonnaise auf Spitzkohl und Karotten einzuwirken und diesen Salat in ein wahrlich geschmackliches Wunder zu verwandeln. In England wird dieser Salat übrigens gerne zu Fish and Chips oder anderen frittierten Speisen serviert.

 

Coleslaw-Salat:

  • 1/2         Spitzkohl
  • 2St         Karotten
  • 3El         Zitronensaft
  • 150g      selbstgemachte Mayonnaise
  • 1Prise   Salz
  • 1Prise   Pfeffer
  • 100g      Schmand, alternativ stichfester Joghurt oder Crème fraîche
  • 1El         Weißer Balsamicoessig

20171031_195242201_iOSKraut und Karotten habe ich in Streifen geschnitten, nicht gehobelt, einfach um dem Salat Struktur zu geben. Nachdem die Mayonnaise fertig gestellt ist, den Schmand dazugeben, nochmals abschmecken und dann das Spitzkohl-Karottengemisch damit marinieren, Kühl stellen, im Zeitraum von 2 bis 3 Stunden immer wieder umrühren. Den Schweinenacken in Streifen schneiden und mit Sweet-Chili- und Sojasauce kräftig marinieren, ziehen lassen. 20171031_195805620_iOSWeizenmehl und Reismehl zu je gleichen Teilen mischen und das marinierte Schweinefleisch darin melieren und in heißem Öl knusprig ausbacken. Nach dem Ausbacken das Fleisch noch einmal durch eine Sweet-Chilisauce und Ketjap Manis Mischung ziehen und auf dem Coleslaw-Salat anrichten. Ketjap Manis à part dazu reichen.

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Kimchi: Heute gab es vegetarisch

20171020_170506577_iOS.jpgNun war es endlich so weit: Den von mir zum Kimchi eingelegte Chinakohl (siehe Rezepte) habe ich heute zum ersten Mal weiter verwendet. Inspirieren habe ich mich davon durch zahlreiche Berichte und Rezepte lassen, in denen das Kimchi für Suppen, bzw. als Suppeneinlage, verwendet wird. Und was soll ich euch sagen, ich bin hin und weg davon! Ich habe mir daraus eine Kimchisuppe mit 20171020_185215153_iOS.jpgMu-Err-Pilzen, Kokosmilch, Reisnudeln und Kaffirlimettenblättern zubereitet. Zunächst wird der fermentierte Chinakohl in feine Streifen geschnitten. Danach ihn in etwas Gemüsebrühe  noch ein wenig weicher garen, Karotten- und Lauchstreifen, Mu-Err-Pilze dazu geben. 20171020_185131801_iOS.jpgAuch die Reisnudeln einfach in der Suppe weich garen. Abgeschmeckt wird die Suppe mit Tamarindenpaste und cremiger Kokosmilch. Durch das Kimchi hat die Suppe schon einen starken Eigengeschmack, das es eigentlich nicht mehr vieler Zutaten bedarf. 20171020_170332114_iOS.jpgIm Kimchi selber enthalten ist bereits Ingwer, Salz und jede Menge Chili, also vorsichtig erstmal mit Schärfe und würzen. Abrunden könnt ihr die Suppe noch mit frischem Koriander oder aromatischer Pfefferminze, die gibt dem ganzen Gericht noch eine zusätzliche, erfrischende Note und nimmt ein wenig die Schärfe. Guten Appetit!!!

Schweinerücken: das Video

Ein richtiges Wunschessen von mir…ich liebe solche einfachen Gerichte, auch wenn ich mich nicht selten dabei ertappe, das sich eine gewisse Form der Routine einschleicht: schon x-Mal gemacht…aber dennoch immer wieder ein Geschmackserlebnis…ich hoffe, es ist auch mal wieder eine Inspiration!

Euer Michael

Heute gibt es Schwein…

20171011_174841780_iOSZugegeben, das Schwein gilt nicht gerade als eine unserer beliebtesten Fleischsorten und dennoch liegt der Schweinefleisch Anteil, gemessen am pro Kopf Verbrauch, bei 60% aller gängigsten Fleischsorten. Trotz Negativschlagzeilen wie Massentierhaltung und grauenhaften Tiertransporten immer noch absoluter Spitzenreiter. Einer der Hauptgründe hierfür ist sicherlich auch der Preis. 20171011_181824401_iOSBei manchen Angeboten frage ich mich ernsthaft, wie sich das überhaupt noch rechnet. Ein wunderbar durchwachsener Schweinehals, nebenbei bemerkt ist dieser Teil ausgezeichnet geeignet für Steakfleisch, gibt’s für 3,99/Kg? Naja, Olivenöl gibt es ja auch schon literweise für 6,99 Euro beim Discounter. Wer auf Qualität achtet, musste schon immer etwas tiefer in die Tasche greifen.  Und so habe ich mich heute nicht für irgendein Schwein entschieden… Ein Schweinerücken vom Duroc Schwein sollte es sein. Duroc und Pietrain sind die weiterverbreiteten Schweinerassen auf Grund ihrer ausgeprägten, saftigen Fettanteils. 20171011_175945767_iOSAber damit bin ich wohl auch wieder out. Neueste Mode: der Konsument will heutzutage Schweine haben, die weniger Fett ansetzen. Schließlich ernähren wir uns ja alle auch seit neuestem extrem bewusst und gesund, verzichten beinahe gänzlich auf den bösen Zucker, Kohlenhydrate (was war das nochmal???) und natürlich auch Fette…unwissend, das wir Menschen eigentlich dem Schwein näher sind als uns lieb ist. Schweine fressen alles: ja, weil wir ihnen Abfallkost vorsetzen. In der Natur jedoch ernähren sie sich von Wurzeln, Nüssen, Eicheln und anderer Köstlichkeiten. 20171011_182051787_iOSUnd wäre es uns nicht möglich zu schwitzen, wir uns schnell einen Sonnenbrand zuziehen könnten, auch wir würden es lieben uns im Schlamm und Dreck zu suhlen um Linderung zu erhalten.  Wer in China und Südostasien im Jahr des Schweins geboren ist, gilt als ehrlich, tolerant, edelmütig und vertrauenswürdig.  20171011_202511000_iOS_MomentIch bin ein Klassiker, und ich bleib dabei. Für mich darf es auch eine richtige Fettschicht sein, beim Schwein! Und diese darf ruhig recht scharf und knusprig angebraten werden, mit Schmorgemüse (Karotten, Lauch Sellerie), Weißwein, Nelken, Lorbeer, schwarzen Pfefferkörnern, Knoblauch, Rosmarin und Zwiebeln. 20171011_210927537_iOSUnd dann den ganzen Schweinerücken sanft bei maximal 100 Grad im Ofen gar geschmort. Eine wahre Geschmacksexplosion, besonders das Schmorgemüse, das nach dem Garen des Fleisches noch im eigenen Bratensaft weich gezogen wird. Hier steckt die ganze Kraft des Fleisches und der Aromen drin. 20171011_210948911_iOSIch habe beim Anrichten gänzlich auf Kohlenhydrate, also Sättigungsbeilagen, verzichtet. Allenfalls ein frisch aufgebackenes Baguette oder Semmel würde den ganzen Geschmack dieser Form der Zubereitung zum tragen bringen. Dies soll aber nicht pauschal bedeuten, das ihr es mir gleich tun müsst. In einem anderen Beitrag gab es mal ein Selleriepüree, oder falls ihr euch mal am Kimchi versuchen solltet, als Beilage zum Schweinerücken…einfach ausprobieren, der Geschmack entscheidet letztendlich. Guten Appetit!

Ein Zeichen von Respekt und Hochachtung!

20171011_175421971_ios.jpgDie ältesten Belege über Haltbarmachung von  Gemüse reichen bis zu 3000 Jahre zurück. Die älteste schriftliche Erwähnung des Wortes Kimchi stammt aus der Zeit der Drei Reiche Korea, 57v.Chr. – 668n.Chr., einer chinesischen Chronik über diese Zeit entnommen.  Kimchi hat kulturell einen großen Wert. Nicht allein durch seine Beschaffenheit sondern auch durch soziale Aspekte: seit jeher versammeln sich die Frauen der Familie in der Regel an einem Tag zum gemeinsamen Herstellen von Kimchi , an dem große Mengen von Chinakohl verarbeitet werden. 20171011_200412978_iOSDabei lernen die Mädchen auch von Mal zu Mal die Herstellung von Kimchi und werden zugleich in die sozialen Bünde integriert. Mittlerweile wird Kimchi auch in den UNESCO-Listen des immateriellen Kulturerbes geführt. Aber Kimchi kann noch mehr. Kimchi ist reich an Nährstoffen, Proteinen, bis zu 17 Aminosäuren und Vitamen (Vitamin A, C, B1, B2, B12) und eine ideale Nahrungsquelle für Zeiten, in denen weniger frisches Obst und Gemüse erhältlich ist. 20171011_191933396_iOSDie in Kimchi enthaltenen Ballaststoffe fördern die Verdauung, durch den Knoblauch und die Chilis wird der Cholestringehalt des Blutes gesenkt. Über die Wirkung von Ingwer möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, da kennt sich Herr Schubbeck wesentlich besser aus. 20171011_175341534_iOSDie Verwendung von Chinakohl zur Herstellung von Kimchi ist zwar heutzutage die am verbreitetsten, aber auch Gurke, Rüben oder Rettich werden nicht selten fermentiert. Kimchi bezeichnet also nichts anderes als die Haltbarmachung von Gemüse mittels Fermentierung. Zu meiner Schande muss ich eingestehen, das ich gestern zum ersten Mal in meinem Leben mich im Versuch, Kimchi herzustellen, geübt habe. Aber somit waren die Effekte auch umso größer! Und eines kann ich euch versprechen: die Kimchipaste knallt, aber richtig! 20171011_193703073_iOSWer also scharfes Essen liebt, für den ist dies genau das Richtige. Und ICH liebe scharfes Essen! Umso mehr Freude hat mir dieses Experiment bereitet. Theoretisch war mir die Zubereitung schon lange bekannt, aber die Praxis kann keine Theorie aufwiegen, um nicht zu sagen, ich war begeistert. 20171011_192757711_iOSNachdem ich den Chinakohl vorbereitet hatte, ging es an die Kimchipaste, wobei mich die Mengen an Salz und Chili zunächst ein wenig erschreckten. Aber alles gut, genau so muss es sein, damit die Fermentierung in Gang gesetzt werden kann. Irgendwie erschien es mir logisch Rettich, Karotte, Knoblauch, Zwiebel (bis auf die Frühlingszwiebel) und den Ingwer zu reiben, und nicht in feine „Streifen“ zu schneiden wie im Rezept angegeben. 20171011_193755159_iOSSchließlich wollte ich ja eine Paste herstellen, und nicht Gemüse in Streifen. Nebenbei wird Wasser mit etwas braunem Zucker (wer Palmzucker hat, bitte verwenden) aufgesetzt und mit Reismehl gebunden. Ist dieses gesüßte und gebundene Wasser abgekühlt kommt es zum Gemüse mit viel Chili, Salz, frischem Koriandergrün, Fischsauce und den Frühlingszwiebeln. 20171011_195845284_iOSNun wird der Chinakohl Blatt für Blatt mit der Paste mariniert und einer in Plastikbox oder, falls vorhanden, einem original Sauerkrauttopf, luftdicht verschlossen. Die eigentliche Fermentierung dauert dann zwei bis drei Tage, wobei täglich der Deckel angehoben wird, um die entstandenen Gase entweichen zu lassen. 20171011_200550387_iOSIn dieser Zeit bewahrt man den frisch angesetzten Kimchi bei ca 20 Grad auf, danach kann er in den Kühlschrank. Nebst der Fischsauce (im Asia Shop erhältlich) werden im Originalrezept noch dazu fermentierte Shrimps verwendet.  Mir persönlich genügte die Fischsauce als Beigabe von „Meeresfrüchten“, in Korea jedoch kann davon aber bedeutend mehr enthalten sein.

 

Quellenangabe: Kimchi, Wikipedia

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