Ernährung, Allergien und Genuss

Ernährung ist, neben Genuss und all meinen leckeren Rezepten, doch immer auch ein Hauptbestandteil unseres Daseins. Ernährung ist mitverantwortlich wie es uns geht, wie motiviert oder leistungsfähig wir sind. Und „Wohlstandsernährung“ bedeutet in unserer Zeit nicht mehr zwangsläufig ein kleines Bäuchlein anzusetzen um der ganzen Welt zu zeigen wie gut es uns doch geht. Wohlstandsernährung heutzutage ist die bewusste Wahl und Auswahl unserer Lebensmittel. Wir entscheiden heute nach Herkunft, Nährwert, Bio, CO2 Abdruck, ja selbst zwischen tierisch und vegetarisch, wobei wir selbstverständlich keine der möglichen Allergien ausser acht lassen wollen.

Manchmal frage ich mich als professioneller Koch, ob meine Gäste zuhause in ihren privaten Küchen den selben Aufwand betreiben, wie Sie es von mir in einer Hotelküche erwarten oder gar verlangen. Ob Sie mit gleichem finanziellen Aufwand sich täglich einen ganzen Liter Mandelmilch gönnen, ausschließlich Bio-Produkte Ihre Einkaufskörbe füllen, und an der Fischtheke vom Fachverkäufer sich versichern lassen, dass der Wolfsbarsch tatsächlich Angel- und nicht Massenware aus dem Atlantik ist. Aber wer weiss schon, das 95% aller in unserer Region zum Verkauf angebotenen Jakobsmuscheln aus China stammt, gleich wie Dosentomaten oder das daraus produzierte Tomatenmark.

Vegetarisches Chili im glutenfreien Tortilla, Landfrischkäse und Guacamole

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 glutenfreie Tortilla (gibt es im Handel z.B. von der Fa. Schär)
  • 2 Dosen geschälte Tomaten, stückig
  • 1 Dose Kidney Bohnen
  • 1 Dose Zuckermais
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1/2 Tl gemahlener Kreuzkümmel
  • 2 Tl Oregano
  • 2 El Tomatenmark
  • 1 Tl getrocknete und geschrotete Chilischoten
  • Meersalz aus der Mühle
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 El Rohrzucker
  • 0,5Lt Gemüsefond
  • etwas natives Olivenöl zum anbraten

Für die Guacamole

  • 2 reife Bio Avocados
  • 1 Limette
  • 1 Knoblauchzehe
  • Meersalz aus der Mühle
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • etwas frisches Koriandergrün
  • 1 El Naturjoghurt
  • 1 Tomate

Weiters wird benötigt

  • 1 Becher Landfrischkäse
  • 1 Eisbergsalatkopf

1.Für das Chili sin carne Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin farblos angehen lassen. Oregano und Kreuzkümmel zugeben und kurz mit angehen lassen. Das Tomatenmark zufügen und leicht karamelliesieren. Mit dem Gemüsefond angießen und kurz eindicken lassen. Tomaten aus der Dose zugeben und alles zusammen auf kleiner Flamme langsam einkochen lassen, damit sich der Geschmack entwickeln kann. Zuckermais und Kidneybohnen über ein Sieb abgießen und zur Tomatensauce zugeben, mit Zucker, Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

Solch eine Ernährung macht nur Sinn, wenn wirklich eine schwere Erkrankung, wie Zöliakie, vorliegt.

2.Für die Guacamole die Avocados halbieren, den Kern entfernen. Mit einem Löffel das Fruchtfleisch herauslösen, mit einer Gabel zu sehr feinem Mus zerdrücken. Tomate vierteln, Kerngehäuse herausschneiden, und die Filets in feine Würfel schneiden. Knoblauchzehe schälen, halbieren, und in ganz feine Würfel hacken. Die Tomatenwürfel, den Limettensaft, Knoblauch und Joghurt zum Avocadosmus geben und alles kräftig miteinander verrühren. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Koriandergrün grob hacken und unter die Guacamole mischen.

3.Eisbergsalat halbieren, vierteln, Strunk herausschneiden und den Salat in feine Streifen schneiden. Die glutenfreie Tortilla nach und nach in der Mikrowelle kurz temperieren und mittig auf vorgewärmten Tellern anrichten. Eisbergsalat auf die eine Hälfte der Tortilla großzügig verteilen, das heisse Chili sin carne darauf geben, Landfrischkäse und Guacamole mit einem Löffel auf das Chili geben, zuklappen, ausgarnieren, sofort servieren. Übrige Guacamole in kleine Schälchen abfüllen und zum Chili reichen.

Lecker geht auch glutenfrei und vegetarisch: Chili sin carne im Tortilla mit selbstgerechter Guacamole

Ente, Quitte, Chili, Erdäpfel, Rotktaut, Aceto Balsamico, Trüffel

Heute ist der zweite Weihnachtsfeiertag, Weihnachten ist beinah vorbei. Tief winterlich weiß verschneit war es heuer wieder einmal nicht, eher verregnet, dafür aber richtig lecker. Wir alle lieben Weihnachten. Nicht nur der Geschenke wegen, wohl auch auf Grund des Genusses, und nicht selten auch des Glauben. Ich habe mir gestern, am 1.Weihnachtstag, eine Ente zubereitet, eine Barbarie Entenbrust, um genau zu sein, mit Quitten Chutney, Aceto Balsamico Rotkraut, Macaire Erdäpfel und Trüffelkaviar.

Quitte ist wohl eine der schönsten Winter Obstsorten, und nicht selten muss sie auf Grund ihres hohen Pektin Gehaltes einfach nur als Gelee herhalten. Aber die Quitte kann weit mehr. Und weil ich Tradition, besonders in der Küche liebe, habe ich einen Klassiker der französischen Küche mit in mein Gericht einfließen lassen: die Macaire Kartoffel. Und natürlich darf auch ein Highlight der winterlichen Küche hierbei nicht zu kurz kommen: das Rotkraut. Ich habe mein Rotkraut mit einem 12 jährigen Aceto Balsamico von Leonardi veredelt, was aber zum nachkochen kein unbedingtes „muss“ sein soll.

Für die Entenbrust

  • 2 Barbarie Entenbrüste, männliche
  • 12 Stück Nelken
  • 2 Rosmarinzweige

Für das Aceto Balsamico Rotkraut

  • 500g Rotkraut
  • 2 Orangen
  • 100ml Aceto Balsamico, 12 Jähriger
  • 100ml Portwein
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2El Rohrzucker
  • 2 Zwiebeln
  • 1/2 Zimtstange
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • Meersalz aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für das Quitten Chutney

  • 1 Quitte
  • 2 Schalotten
  • 100g frischer Ingwer
  • 1Tl getrocknete Chilischoten, geschrotet
  • 3El brauner Rohrzucker
  • Meersalz aus der Mühle
  • 1 Zitrone
  • natives Olivenöl

Für die Macaire Erdäpfel

  • 800g mehlig kochende Erdäpfel
  • 2 Eigelb (Kl. M)
  • 20g weiche Butter
  • Muskatnuss frisch aus der Mühle
  • 80g Speckwürfel
  • 1 Schalotte
  • krauser Petersilie
  • 1 Tl Butter
  • Meersalz aus der Mühle
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 3 El Butterschmalz
  • Trüffelkaviar von Tartufi Jimmy S.r.l.

1.Für das Rotkraut die Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden. Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln darin glasig und farblos anschwitzen. Rohrzucker zugeben und leicht angehen lassen. Mit dem Saft von 2 Orangen ablöschen, die Zwiebeln weiter dünsten und den Orangensaft dabei um die Hälfte reduzieren. Portwein zugeben, nochmals Flüssigkeit um die Hälfte reduzieren, die Zwiebelwürfel sollen im Aromafond ganz weich gedünstet werden. Drei Lorbeerblätter, Zimtstange und Rotkraut zugeben und mit dem Essig angießen. Rotkraut auf kleiner Flamme weich köcheln und mit etwas Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

2.Für das Chutney Schalotten und frischen Ingwer schälen, fein würfelig schneiden. Olivenöl erhitzen, Schalotten und Ingwer darin farblos angehen lassen. Zwischenzeitlich Quitte schälen, halbieren, vierteln, achteln, Kerngehäuse herausschneiden und die Quitte in Würfel schneiden, zu Schalotten und Ingwer geben, leicht angehen lassen, Rohrzucker zugeben und karamellisieren. Saft einer Zitrone mit dem geschroteten Chili zugeben und abgedeckt 15-20 Minuten auf kleiner Flamme weich dünsten, mit etwas Meersalz aus der Mühle abschmecken. Die Hälfte vom Chutney zusammen mit dem Saft in einen Standmixer geben, fein pürieren, Püree und Quittenstücke wieder vermischen, Chutney kühl stellen.

Barbarie Entenbrust mit einem Klassiker der französischen Küche: Macaire Erdäpfel, hier mit Trüffelkaviar garniert

3.Für die Macaire Erdäpfel, Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden und in kochendem Salzwasser weich garen. Backofen auf 120 Grad vorheizen. Nach dem garen die Erdäpfel in ein Geschirr geben und im Backofen für 10-15 Minuten ausdampfen lassen. Zwischenzeitlich Schalotte schälen, fein würfelig schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen, Schalottenwürfel zugeben, glasig anschwitzen. Speckwürfel zugeben, Petersilie von den Stielen zupfen, ganz fein hacken, zum Speck zugeben, Pfanne vom Herd nehmen. Die Erdäpfel aus dem Ofen nehmen und mit einer Karoffelpresse durchlassen. Sofort 2 Eigelbe und das weiche Stück Butter zugeben, alles kräftig vermischen. Speck-Schalotten unterheben, mit Meersalz, Muskatnuss und Pfeffer aus der Mühle würzen und abschmecken. Aus der Masse eine gleichmässige ca. 6cm starke Rolle formen und diese in Alofolie einwickeln. die Rolle für etwa eine 1/2 Stunde kühl stellen. Nach dem Kühlen Alufolie entfernen, die Macaire in circa 1cm starke Scheiben schneiden und in Butterschmalz von beiden Seiten her goldbraun anbraten, im Ofen abgedeckt warm halten.

4.Entenbrust mit Küchenkrepp abtupfen, auf der Fleischseite Sehnen und Silberhaut mit einem scharfen Messer entfernen. Die Fettseite mit einem scharfen Messer gleichmässig einschneiden, beide Seiten mit Meersalz aus der Mühle würzen. Pfanne ohne Öl erhitzen, Entenbrust auf der Fettseite darin goldbraun anbraten. Entenbrust wenden, Rosmarin und Nelken zugeben, die Brust kurz auf der Fleischseite anbraten, sofort aus der Pfanne heben, mit Rosmarin, Nelken und etwas Entenfett in eine Form geben und im Ofen bei 120 grad für 20 Minuten garen. Entenbrüste aus dem Ofen nehmen, in Alufolie mit den Gewürzen einpacken und mindestens 5 Minuten ruhen lassen.

5.In der Zwischenzeit Rotkraut über ein Sieb abgießen und in gleichmässig geformte Stränge auf 4 vorgewärmte Teller mittig anrichten. Chutney aus dem Kühlschrank nehmen, anrichten, mit einem Tropfen Chilisauce garnieren. Die Macaire Erdäpfel aus dem Ofen nehmen, anrichten, mit Trüffelkaviar ausgarnieren. Entenbrüste aus der Alufolie nehmen, die Brüste jeweils an den Endseiten links und rechts anschneiden, dann die Entenbrüste halbieren, abtupfen und aufgestellt auf dem Rotkraut anrichten. Mit etwas Gewürzjus servieren.

Weinempfehlung: Blaufränkisch vom Lehm, 2017, Weingut Gesellmann, Burgenland

Barbarie Entenbrust, Quitten Chutney, Aceto balsamico Rotkraut, Macaire Erdäpfel, Trüffelkaviar

Rotkrautsalat mit Burrata und Nusskrokrokant

Weihnachten, das ist Glühwein, Kerzenschein, Lebkuchen, Geschenke, festlich geschmückte Tafeln, und nicht selten über alle Massen hinaus reichlich Essen. Weihnachtsessen muss aber nicht zwangsläufig immer nur deftig sein. Weihnachtliche Gaumenfreuden können auch erfrischend und gleichzeitig voller Aromatik und unterschiedlicher Texturen sein. Ich liebe Rotkraut. Und ich liebe auch Rotkraut zum Gansl oder zur Ente, mit Quitte oder Apfel, dazu luftige Knödel und eine leckere Portweinjus. Heute jedoch möchte ich Euch Rotkraut in Form von Salat präsentieren.

Rotkraut kommt meiner Meinung nach als Salat, besonders in roher Form, immer noch etwas zu kurz, wird nicht selten auf Salatbüffets gemieden, ganz gleich in welcher Form präsentiert. Das Rotkrautsalat in Rohkostform aber auch als Vorspeise durchaus seine Berechtigung in einer abwechslungsreichen, spannenden Küche haben kann, dass möchte ich mit diesem Beitrag heute gerne unter Beweis stellen. Bei. mir gibt es heute Rotkrausalat mit Orangen, Zimt, Nusskrokant, Garam Masala und cremig schmelzendem Burrata.

Rotkrautsalat mit Burrata und Nusskrokant

Zutaten für 4 Personen

  • 1 großer Rotkrautkopf
  • 2 unbehandelte Bio Orangen
  • 1 Zimtstange
  • Rohrzucker
  • Garam Masala
  • schwarzer Pfeffer frisch aus der Mühle
  • Meersalz frisch aus der Mühle
  • weißer Balsamico Essig
  • natives Olivenöl
  • etwas Wildkräutersalat
  • 4 ganze Burrata

Für den Nusskrokant

  • 75 g Rohrzucker
  • 1 TL Butter
  • 75 g gehackte Nüsse (z.B. Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse, Mandeln, Sonnenblumenkerne oder steirische Kürbiskerne
  • Packpapier

Für die Marinade weissen Balsamico mit Rohrzucker, Salz, Pfeffer, Zimtstange, Olivenöl und Garam Masala nach Gusto verrühren. Die Bio Orangen mit dem Spärschäler vorsichtig schälen, Schale in ganz, ganz feine Streifen (Julienne) schneiden und zur Marinade zugeben. Rotkraut halbieren, Vierteln und Strunk herausschneiden. In feine Streifen schneiden und zur Marinade zugeben. Immer wieder umrühren und für mindestens eine Stunde durchziehen lassen.

Die geschälten Bio Orangen nur vollständig mit einem scharfen Messer schälen. Aus den einzelnen Kammer der Orange vorsichtig möglichst grosse Filets herausschneiden und bereitstellen. Den Orangensaft hierbei zum Salat zugeben, Salat nochmal kräftig durchmischen.

Für den Krokant Butter in einer beschichteten Pfanne schmelzen, Rohrzucker zugeben, und solang verrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Die gehackten Nüsse und Kerne zugeben und gut verrühren. Nussmasse auf ein Backpapier geben und gleichmässig mit einem Kochlöffel oder einer Palette ausstreichen, solang die Masse noch warm ist, abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen kann der Krokant in gleich große Stücke gebrochen werden.

Zum Anrichten Kräutersalat unter den Rotkrautsalat mischen. Salat zu gleichen Teilen auf 4 bereitgestellte Teller mittig anrichten. Burrata in der Mitte platzieren, Nusskrokant anlegen, abgebrochene Korkantstücke und Orangenzesten über die Burrata streuen, mit den Orangenfilets garnieren.

Wenn die Gastro langsam wieder hochfährt…

Es ist das letzte Wochenende, bevor ich endlich wieder in der professionellen Hotellerie und Gastronomie hier in Österreich in der Tätigkeit als Küchenchef meinen Beruf ausüben darf. Wohl gemerkt „darf“, denn monatelang wurde uns Köchen von staatlicher Seite her ein offizielles Berufsverbot erteilt, mit wenigen Ausnahmen. Wobei die vorgezogene Öffnung der Gastro im Bundesland Vorarlberg, wohl als Probelauf für den restlichen Teil des Landes angedacht, die Aufsehen erregendste der letzten Monate war. Aber selbst hier blieb es jedem Betreiber selbst überlassen, ob er unter den ihm vergebenen Auflagen aufsperrt, oder aus Gründen der Unrentabilität seinen Betrieb weiterhin geschlossen hält.

Nun ist es endlich soweit. Wir dürfen wieder kochen, ganz offiziell. Zwar wird dieses kochen und Beherbergen weiterhin mit entsprechenden Auflagen einhergehen, aber dennoch ist es ein Licht am Ende des Tunnels. Und die Prognosen für einen guten Geschäftsgang sind nicht schlecht. Am kommenden Montag darf ich nach 6 Monaten privat kochen das erste Mal wieder meine Kochjacke anziehen, den Herd entzünden, Lieferanten und Kundenbetreuer empfangen, organisieren, produzieren und, was ganz wichtig ist, ab dem 19.Mai 2021 hier in Österreich auch Gäste empfangen.

Wir sind bereit….

Mit Blick in die Zukunft musste ich in den letzten Tagen auch des öfteren an die jüngste Vergangenheit denken. Selten habe ich in meinem Leben soviel „umsonst“ gearbeitet, Menüpläne entworfen, aus Gründen der Politik wieder verworfen oder ad acta gelegt, dennoch an Meetings und Telefonate voller Euphorie teilgenommen, wochenlang Medienberichte verfolgt, Verlautbarungen und Entscheidungen vernommen, Prognosen geglaubt, nur um dann wieder feststellen zu müssen, dass sich doch noch nichts ändert. Nicht selten kam es vor, dass ich von alledem was um mich herum geschah nichts mehr wissen wollte, mich von allen digitalen Helfern „entgiftete“ und nur noch dem Prinzip der Unterhaltung folgte, jegliche potentielle Belastungsquelle ausblendend.

Dann erreichte mich die Meldung, dass ich am Freitag, den 16.April 2021 um 9.45 Uhr meine 1.Impfung erhalten sollte. Zudem ließ unsere Regierung verlautbaren, dass bei gleichbleibendem oder zurückgehendem Infektionsgeschehen es zur Öffnung von Gastro, Hotellerie und Freizeiteinrichtungen am 19.Mai kommen werde. Irgendwie erschien mir diese Nachrichten wie ein Befreiungsschlag. Ja, ich gestehe, ich war einer derer, die sich monatelang an alle Vorschriften und Auflagen gehalten hatte. Einer, der brav seine FFP2 Maske aufsetzt, sich einen Einkaufswagen nahm unabhängig davon, ob er selbigen nur mit zwei Produkten bestückte oder mit einem Grundeinkauf befüllte, der sich an die Ausgangsbeschränkungen hielt und sich regelmässig testen ließ.

Nicht selten habe ich mich über die Unvernunft mancher Zeitgenossen, aus welchen politischen Lagern sie auch immer kamen, richtig geärgert. All die Corona Parties und Pandemie Leugner, Verschwörungstheoretiker und Besserwisser. Ich empfand euch wirklich nicht als Hilfe oder Bereicherung in dieser schweren Zeit, wohl eher als eine völlig unnötige Bremse zur Bekämpfung und Beseitigung dieses Ausnahmezustandes. Habt ihr euch nur ein einziges Mal Gedanken darüber gemacht, wie hoch unsere finanziellen Verluste auf Grund eures subversiven Handelns waren? Wieviele, wirklich gute Mitarbeiter der Gastronomie und Hotellerie aus wirtschaftlichen Gründen, den Rücken zugewandt und sich in anderen, geöffneten Bereichen der Wirtschaft eine neue Basis geschaffen haben? Und das wo die Gastronomie hier in unserem Land doch als die sicherste und beständigste Branche überhaupt gilt!

Schon bald darf ich so wieder für unsere Gäste kochen: Geschmorte Entenkeule, Rotkraut, Trüffel, Serviettenknödel

Ich bin nicht wirklich ein politischer Mensch, auch wenn ich das politische Geschehen um mich herum sehr stark verfolge. Politik und kochen hatten bis jetzt aus meinem Verständnis heraus keinen gemeinsamen Nenner. Dies hat sich nun aber grundlegend verändert. Und in diesem Bewusstsein werde ich künftig meinen Beruf ausüben. Corona hat uns und die ganze Welt verändert, ob wir es nun wahr haben wollen oder nicht. Und Corona ist auch kein „Geschäft“, auch wenn manch einer aus dieser Pandemie seinen ganz persönlichen finanziellen Vorteil versucht war herauszuziehen. Ob nun in der Beschaffung oder mangelhaften Produktion von Schutzmasken, unqualifizierten Testlaboren, dem Handel oder der Lebensmittelindustrie, für die ganz plötzlich das Thema Regional einer Lizenz zum Gelddrucken gleich kam.

Regional bedeutet für unsere Gastro eine echte Chance wettbewerbsfähig zu sein. Regional ist authentisch, einzigartig, und es ist einer der Hauptgründe, warum uns so viele Gäste aus aller Welt besuchen. Regional ist wie der Eiffelturm oder das Taj Mahal. Es gibt diese Dinge nur einmal an einem ganz bestimmten Ort dieser Welt. Und wenn man sie importiert, dann nur als Souvenir um sich an der Erinnerung zu erfreuen. Für mich ist dieser „Eiffelturm“ unsere Küche, kreativ und fachlich auf sehr hohem Niveau mit Produkten die, sicherlich nicht alle, aber mehrheitlich direkt aus der Region stammen. Dafür sind wird bekannt und berühmt in der ganzen Welt. Für die herausragende Qualität von Fleisch und Milch, deren Veredelung, für Wein, Edelbrände, Käse und Milchprodukte, und ganz wichtig, für die Umgebung aus der wir all diese Schätze schöpfen. Das ist die richtige Politik für einen Koch.

Echtes Homefood Cooking hat auch seine guten Seiten: Rösti Burger mit Lachs und Senfcreme

Werbung ist doof

Weihnachten ist vorbei. Für mich ganz persönlich war es in diesem Jahr eine wahrlich, ruhige und besinnliche Zeit. Nicht in einer Hotel- oder Restaurantküche, sondern ganz privat bei mir zuhause. Sicher, ich habe schon oft in meiner eigenen Küche gekocht, das mag sein. Doch meine private Küche ist anders. Sie ringt nicht nach Aufmerksamkeit, nach Lob oder Kritik. Sie ist leise und intim. Ich lasse mich in meiner individuellen, rein privaten Küche nicht von äusseren Einflüssen, von keiner Werbung leiten.

Wenn ich mich in meiner privaten Küche für ein Gericht, Produkt oder Lebensmittel entscheide, dann weil ich von dessen Qualität und Herkunft völlig überzeugt bin. Da bedarf es keiner haltlosen Versprechen, keiner Werbung. Erst dann entstehen Gerichte und Bilder von echtem Leben, einem Spaziergang barfuß im Regen gleich. Leben kann man nicht kaufen, es ist ein Geschenk an jeden von uns. Und so wie das Leben schenke ich euch meine Gerichte und Rezepte in dem stillen Wunsch, sie mögen euer Leben bereichern.

Penne Rigate mit Salsiccia Toskana, Cheddar und Tomaten-Pilzsauce

Zutaten für 4 Personen

  • 250g Penne von Fabbri
  • 10St Salsiccia Toskana
  • 100g gereifter Cheddar
  • 250g Champignons
  • 100g Speck, gewürfelt
  • 12 Scheiben Tiroler Hamburger Speck
  • 3 Zwiebeln
  • 100ml Weißwein
  • 400ml Geflügelbrühe
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 rote Paprika
  • 20St Kirchtomaten
  • 500g geschälte Tomaten
  • 1El brauner Zucker
  • 1El Sumach
  • 1Tl geräucherter Paprika
  • 1El Sambal Oelek
  • Thymian
  • Meersalz aus der Mühle
  • natives Olivenöl

1.Zwiebeln, rote Paprika und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Champignons kurz unter kaltem Wasser abwaschen, Stile entfernen. Pilze in dünne Scheiben schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln, Paprika und Knoblauch darin glasig anschwitzen, Pilze zugeben, mit anschwitzen. Geräucherter Paprika, Thymian, Sumach und Speckwürfel zugeben. Alles zusammen kurz angehen lassen, mit Weißwein ablöschen und mit Geflügelbrühe auffüllen und um die Hälfte einkochen. Geschälte Tomaten mit dem Saft zugeben und gut einkochen lassen. Mit Meersalz aus der Mühle und Sambal Oleg abschmecken. Zum Schluß Kirschtomaten waschen, quer halbieren und zur einreduzierten Sauce zugeben.

Richtig geschmackvolle Salsiccia Toskana… ein unvergleichlicher Genuss

2.Für die Penne Rigate ausreichend Wasser in einem Topf erhitzen, Meersalz zugeben und die Penne darin al dente kochen. Nach dem garen Pasta abgießen, unter kaltem Wasser abschrecken, und mit nativen Olivenöl aromatisieren.

3.Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Salsiccia mit der Messerspitze ein wenig einstechen. Würste in Öl von beiden Seiten her scharf anbraten, Hitze reduzieren und unter mehrfachen wenden langsam garen. Die Hamburger Speckscheiben zwischen zwei Backpapier legen und in der Mikrowelle auf voller Leistung für circa 1 1/2 – 2 Minuten knusprig rösten. Speck abtupfen und an der Luft fertigtrocknen. Die Penne zur heissen Sauce zugeben und einmal kräftig aufkochen, sofort anrichten. Gereifter Cheddar zum Schluss über das Gericht reiben.

Penne Rigate mit Salsiccia Toskana, gereiftem Cheddar und Tomaten-Pilzsauce…

Rahmsauerkraut, Selchschopf und hausgemachte Serviettenknödel

Ein winterlicher Spaziergang durch die frisch verschneite Landschaft. Temperaturen die auch Tagsüber kaum mehr die Null Grad Grenze überschreiten. Und zuhause hausgemachte Wohlfühlküche in liebevoller Gesellschaft, dann ist Weihnachten nicht mehr weit. Deftige, aber dennoch raffinierte Speisen wie mein Rahmsauerkraut mit Selchschopf, einem Balsam gleich für die Seele.

Rahmsauerkraut kenne ich schon seit meiner Ausbildung zum Koch. Damals stand die Mama meines Patron in der Küche, liess Weißkraut in feine Streifen durch die Maschine und setze im Tontopf ihr eigenes, frisches Sauerkraut an. Seitdem habe ich nie wieder Rahmsauerkraut aus Dosenkraut gekocht, sondern immer von frischem. Und Selchschopf mit Sauerkraut ist von jeher schon immer ein Klassiker der deftigen, regionalen Küche gewesen. Aber keine Bäuerin wäre jemals auf die Idee gekommen, ihr Sauerkraut in Rahm zu verkochen, war Rahm doch ein viel zu kostbares Gut in der einfachen, ländlichen Küche.

Rahmsauerkraut, Selchschopf und Serviettenknödel

Zutaten für 4 Personen

Für den Selchschopf

  • 800g Selchschopf (geräucherter Schweinehals)
  • 3 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 5 Wacholderbeeren
  • 10 schwarze Pfefferkörner
  • 1 halbierte Zwiebel
  • etwas Meersalz

Für das Rahmsauerkraut

  • 500g frisches Sauerkraut
  • 0,5Lt Schlagobers
  • 2 Lorbeerblätter
  • Meersalz aus der Mühle

Für die Serviettenknödel

  • 250g altbackene Semmel
  • 2 Vollei
  • 300ml Milch
  • 100g Butter
  • 1 Zwiebel
  • Petersilie
  • etwas Muskatnuss
  • Meersalz aus der Mühle

1.Für den Selchschopf ausreichend grossen Topf mit entsprechend Wasser auffüllen, einmal kräftig aufkochen, Gewürze und halbierte Zwiebel ungeschält so wie etwas Meersalz zugeben. Hitze reduzieren, Selchschopf einlegen und bei geschlossenem Deckel auf kleinster Flamme für circa 1,5 bis 2 Stunden weich und zart garen.

In Rahm gekochtes Sauerkraut… Balsam für die Seele an kalten Tagen

2.Frisches Sauerkraut unter fliessend kaltem Wasser gut abwaschen. Sauerkraut ist von Natur immer recht sauer. Für eine angenehme Säure sollte das Kraut vorher etwas abgewaschen werden. Schlagobers und Lorbeerblätter in einem Topf erhitzen, leicht salzen, Weisskraut etwas ausdrücken und zur Sahne geben, Hitze reduzieren und das Sauerkraut in Schlagobers bei geschlossenem Deckel weich garen. Zwischendurch immer wieder umrühren, eventuell etwas Flüssigkeit nachgeben und circa 1 Stunde auf kleinster Flamme köcheln.

3.Altbackene Semmel in kleine Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Zwiebel schälen, halbieren, in feine Würfel schneiden. Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel darin glasig anschwitzen. Milch einmal kurz aufkochen. Heisse Milch mit den Zwiebel über die Semmelwürfel geben, mit einem Löffel durchmischen, andrücken und ruhen lassen. Blattpetersilie waschen, Blätter von den Stielen zupfen. Stiele zum Selchschopf geben. Blattpetersilie grob hacken, zur Knödelmasse zugeben, 2 Eier aufschlagen und unter die Masse heben. Mit frisch gemahlener Muskatnuss und Meersalz würzen. Kochfeste Plastikfolie mit flüssiger Butter bestreichen und aus der Masse circa 5cm dicke Rollen formen und diese in der Folie straff einrollen. Danach in Alufolie fest einrollen, die Enden gut zudrehen und die Knödel in ausreichend, leicht gesalzenem Wasser für 35 bis 40 Minuten schwach köchelnd garen.

Feines Rahmsauerkraut, hausgemachter Serviettenknödel und Selchschopf

Waller, Foccacia und Sellerie und Apfel

Süßwasserfische erfreuen sich auf unseren Speisekarten immer größerer Beliebtheit. Forelle, Saibling, Felchen, Waller, all dies sind wichtige Vertreter dieser Gattung. Im Hinblick auf leer gefischte und mit Plastikmüll verseuchte Weltmeere sicher eine verantwortungsvolle Alternative um dem industriellen Wahnsinn Einhalt zu bieten. Die Kehrseite der Medaille jedoch ist ein erhöhter Bedarf von Süßwasserfischen, was wieder die Züchter nach industriellen Maßstäben auf den Plan ruft.

Der europäische Waller, Flußwels oder auch umgangssprachlich Donauwaller ist der größte in Flüssen vorkommende reine Süßwasserfische. Kulinarisch war sein weißes, zartes Fleisch schon immer ein absolutes Highlight für mich. Kein Alltagsfisch, eher für große Tage wie Weihnachten oder Silvester, denn nicht selten erzielt Wallerfilet Preise nahe der 30.- Euro Marke pro Kilogramm. Ich serviere euch diese Delikatesse heute mit einer fruchtigen Komponente und einer vielleicht nicht ganz alltäglichen Beilage, dem Foccacia.

Donauwaller mit zweierlei Sellerie, Apfel und Thymian-Foccacia

Zutaten für 4 Personen

  • 4St Wallerfilet à 160g
  • Butter
  • Öl
  • Meersalz aus der Mühle
  • 4Bd frischer Thymian

Für zweierlei Sellerie, Püree und Stangensellerie

  • 500g Sellerie
  • 500ml Schlagobers
  • etwas frisch geriebene Muskatnuss
  • Meersalz aus der Mühle
  • 1Bd Stangensellerie

Für die Foccacia

  • 400g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe oder 20g frische Hefe
  • 6El natives Olivenöl
  • 1Tl Thymian
  • Meersalz aus der Mühle
  • grobes Meersalz

Weiters benötigt ihr

  • 3 säuerliche Äpfel (z.B. Braeburn oder Boskopp)
  • Rohrzucker
  • Zitronensaft
  • Apfelsaft
  • Butter

1.Gesiebtes Mehl in eine Schüssel geben, Mulde in der Mitte formen, Trockenhefe in 200ml warmen Wasser auflösen und in das Mehl einrühren. 2 Esslöffel Oliven und Thymian zugeben und alles zusammen zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort für mindestens 1 Stunde gehen lassen. Backofen auf 230 Grad vorheizen, Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig noch einmal kräftig durchkneten und auf dem Backblech circa 1cm stark ausrollen. Mit einer Gabel von oben her ganzflächig einstechen, mit Olivenölen einpinseln. Mit Thymian und groben Meersalz bestreuen, noch einmal kurz gehen lassen und im Ofen für circa 20 Minuten backen. Warm servieren.

Thymian Foccacia frisch aus dem Ofen…

2.Für das Selleriepüree die Sellerieknolle unter fließend kaltem Wasser gut waschen, schälen und grob schneiden. Schlagobers in einem Topf erhitzen und den Sellerie darin weich garen. Mit Meersalz und etwas Muskatnuss würzen. Sellerie über ein Sieb abgießen, gut und recht trocken ausdrücken, Schlagobers aufheben. Weich gegarten Sellerie in einen Standmixer und pürieren. Sollte sich der Sellerie nicht pürieren lassen, etwas Schlagobers vorsichtig zugeben. Das Püree sollte hierbei keinesfalls zu flüssig werden.

3.Stangensellerie waschen, schälen und schräg in circa 1cm starke Scheiben schneiden. In gesalzenem Wasser bissfest blanchieren und in Eiswasser abschrecken. Einen Apfel waschen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in kleine Würfel schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen, Stangensellerie und Apfelstücke darin glasig anschwitzen, mit Meersalz aus der Mühle abschmecken.

4.Für die Apfelsauce zwei Äpfel waschen, viertel und in grobe Stücke schneiden. Die Apfelstücke unter Zugabe von etwas Rohrzucker, Zitronensaft und ein klein wenig Apfelsaft in einem Topf langsam erwärmen. Apfelstücke im eigenen Saft langsam ganz weich garen und im Standmixer ganz fein pürieren bis eine cremige Sauce entsteht. Mit einer kleinen Prise Meersalz abschmecken.

5.Wallerfilet unter fließend kaltem Wasser waschen, mit einem Küchenkrepp trocken tupfen. Von beiden Seiten her mit Meersalz würzen. Backofen auf 200 Grad Oberhitze vorheizen. Butter und Öl in einer Pfanne schmelzen, Thymianzweige zugeben und die Fischfilets darauf verteilen. Die Filets von unter her für 1 Minute Hitze ziehen lassen und im Backofen für circa 6 Minuten glasig garen. Sofort anrichten.

Filet vom Donauwaller, zweierlei Sellerie, Apfel und Foccacia

Kalbsherz, Curry, Joghurt und Palatschinken

Wohl wahr, nicht selten rümpf manch einer allein schon beim Gedanken an Innereien die Nase. Aber in Zeiten von „Nose To Tail“ erleben Lunge, Herz, Milz, Leber, in der Vergangenheit oft nur zu Futtermittel verarbeitete Rohstoffe, ein echtes Revival. Im Sinne von Nachhaltigkeit begrüße ich diesen Trend natürlich sehr, hoffe aber auch, das es nicht bei einer reinen Modeerscheinung bleibt. Erfahrene Köche eignen sich im Laufe ihres Berufslebens ein umfassendes Allgemeinwissen an, wissen um die Produkte und deren Verwendung und auch um spannende Kombinationsmöglichkeiten.

Der Grundgedanke zu diesem Gericht war ein österreichischer Klassiker, das Kalbsbeuscherl. Zugegeben, ausser dem Herz vom Kalb, dem kochen des selbigen und der weiteren Verwendung des Kochfonds ist von diesem Gedanken nicht mehr viel übrig geblieben. Aber genau das ist doch, was eben diese Produkte am Leben erhält, das man sie immer wieder in neuem Gewand erscheinen lässt. Und so prallen bei diesem Gericht zwei völlig unterschiedliche Kulturen genussvoll aufeinander, Herz und Palatschinken auf Curry und Joghurt.

Kalbsherz

Curry vom Kalbsherz in der Palatschinke mit Joghurt, Pilzen und Knoblauch

Zutaten für 4 Personen

  • 1Kg Kalbsherz
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 3 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • 10 schwarze Pfefferkörner

Für das Curry

  • 500ml Kalbsfond
  • 300g buntes Gemüse (Paprika, Sellerie, Lauchzwiebel, Karotte, etc.)
  • 100g frischer Ingwer
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2El rote Curry Paste
  • 1El Tomatenmark
  • Meersalz aus der Mühle
  • 2El Bio Apfelessig
  • 1/2 Tl Garam Masala

Für die Palatschinke

  • 400ml Milch
  • 100g Vollei
  • 40g Eidotter
  • 3g Meersalz
  • 175g Mehl
  • 40g flüssige Butter
  • 1Tl Curry Madrocas
  • 1Bd Schnittlauch

Weiters benötigt ihr

  • 250g braune Champignons
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Rosmarinzweig
  • 1Bd Blattpetersilie
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum anbraten und frittieren
  • Naturjoghurt 3,5%

1.Kalbsherz unter fließend kaltem Wasser gut abschwächen. Ausreichend Wasser in einem Topf aufkochen, Kalbsherz mit den Gewürzen und halbierten Zwiebeln zugeben, einmal aufkochen, Hitze reduzieren und auf kleinster Flamme für circa 2 1/2 bis 3 Stunden langsam köcheln lassen. Kein Salz dazugeben, da das Herz sonst trocken wird. Nach dem Garen überschüssiges Fett entfernen, das Herz in dünne Scheiben und dann in feine Streifen schneiden. im Kühlschrank abgedeckt bereit stellen. Den Kalbsfond durch ein Sieb passieren und bereit stellen.

Frische Palatschinken

2.Für die Palatschinke Mehl in eine Schüssel geben, Mulde in der Mitte formen. Vollei und Eidotter in die Mitte geben, Butter mit dem Curry Madrocas in der Mikrowelle erhitzen und schmelzen. Mit einem Schneebesen unter ständigem rühren die kalte Milch langsam in das Eigemisch laufen lassen, das Mehl einarbeiten, zu einem leicht flüssigen Teig verarbeiten. Schnittlauch waschen, trocken tupfen und in feine Ringe schneiden, mit der Curry Butter zusammen unter den Teig heben. Teig für mindestens 20 Minuten ruhen lassen. Butter in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Teig mit einem Schöpflöffel unter drehen der heißen Pfanne gleichmässig in der Pfanne laufen lassen. Von beiden Seiten her goldbraun garen und auf ein Gitter zum abkühlen geben.

Reichlich frisches Gemüse….

3.Gemüse, Knoblauch und Ingwer je nach Bedarf waschen, schälen und in Streifen oder Stücke scheiden. Öl in einer Pfanne erhitzen, alles zusammen darin anbraten. Rote Curry Paste zugeben, mit dem Gemüse zusammen leicht angehen lassen und mit dem Kalbsfond ablöschen. Zu einer cremigen Sauce einköcheln lassen, Apfelessig zugeben und mit Meersalz und Garam Masala abschmecken. Kalbsherz zugeben und warm halten.

4.Drei Knoblauchzehen schälen, in feine Scheiben schneiden. Reichlich Öl in einer Pfanne erhitzen, die Knoblauchscheiben darin goldbraun und knusprig backen. Aufpassen, das der Knoblauch nicht zu dunkel wird. Sonst schmeckt er bitter! Knoblauchscheiben aus dem Öl nehmen, auf ein Küchenkrepp abtropfen lassen. Braune Champignons waschen, vierteln und in der selben Pfanne unter Zugabe von etwas Knoblauchöl und Rosmarin scharf anbraten. Blattpetersilie waschen, trocken tupfen, grob schneiden, zu den Pilzen geben und mit Meersalz und Pfeffer würzen.

Flusskrebs, Tomate, Fenchel und Ziegenkäse

Es war einmal eine Zeit, da unsere Flüsse und Seen voll mit heimischen Edelkrebsen waren… Klingt wie ein Märchen, ist aber traurige Wahrheit. Mittlerweile sind unsere Flusskrebsbestände so stark durch Krebspest, naturfernen Gewässerbau und Schadstoffbelastung dezimiert, das der Flusskrebs in einigen Regionen bereits auf die rote Liste gesetzt wurde.

Der Edelkrebs gilt hier in Österreich als so bedeutend, das er 2019 zum „Fisch des Jahres“ gekürt wurde. Ein wunderbarer Anlass für mich dieses äusserst geschmackvolle Gustostückle hier mit Tomate, Fenchel und einem Ziegenkäse gebührend in Szene zu setzen. Ich wünsche euch viel Freude und gutes Gelingen mit meinem neuen Rezept.

Paradeisersuppe mit Ziegenfrischkäse Soufflé und Flusskrebsen

Zutaten für 4 Personen:

Für die Paradeisersuppe

  • 1Kg reife Tomaten, alternativ Pelati Tomaten, 2 Dosen
  • 1 Zwiebel
  • 50g Karotten
  • 1 Sellerie Stange
  • 1El Tomatenmark
  • 5g getrockneter Basilikum
  • 100ml Weißwein
  • etwas Wasser
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 100g frische Flusskrebseschwänze
  • natives Olivenöl

Für die Fenchelcreme

  • 1 Fenchel
  • 2 mehlige Erdäpfel
  • 1 Zwiebel
  • 1El Sauerrahm
  • 4cl Pernod
  • 250ml Gemüsebrühe
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl

Für das Ziegenkäsesoufflé

  • 4 Mini Paprika
  • 150g Ziegenfrischkäse
  • 250ml Milch
  • 150g Mehlbutter (Mehl und weiche Butter zu gleichen Teilen vermischen)
  • 1 Eiklar extra
  • 4 Eidotter
  • 4 Eiklar

1.Karotten und Stangensellerie waschen, schälen und klein schneiden. Tomaten Grün herausschneiden und die Tomaten in kleine Stücke schneiden. Zwiebel schälen halbieren und in kleine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel farblos angehen lassen. Sellerie, Karotten, Tomaten und Basilikum zugeben, mit einem Esslöffel Tomatenmark karamellisieren. Mit Weißwein und etwas Wasser ablöschen und auf kleiner Flamme langsam garen. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Alles zusammen in den Mixer geben, fein pürieren und durch ein Sieb passieren. Flußkrebsschwänze putzen und bereit stellen.

Aromatische Flusskrebse

2.Fenchel und Erdäpfel waschen, halbieren, viertel und klein schneiden. Zwiebel schälen, halbieren, in kleine Würfel schneiden. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Fenchel farblos darin anschwitzen. Erdäpfel zugeben und leicht angehen lassen. Mit Pernod ablöschen, aufkochen, Gemüsebrühe zugeben. Gemüse auf kleiner Flamme ganz weich garen, mit Salz und Pfeffer abschmecken, über ein Sieb abgießen und sehr gut ausdrücken. Das weich gegarte Gemüse muss so trocken wie möglich sein. Mit einem Stabiler pürieren und mit Sauerrahm nochmals abschmecken.

3.Minipaprika waschen, oben gerade den Deckel und ein wenig vom Boden abschneiden, Deckel bereit stellen. Paprika sollten unten angeschnitten werden. Sonst bleiben sie nicht in der Suppe stehen. Paprika im Ganzen von allen Kernen befreien. In gesalzenem Wasser Paprika mit den Deckeln kurz blanchieren, in Eiswasser abschrecken und auf Küchenkrepp gut trocknen.

4.Backofen auf 200Grad vorheizen. Milch in einem Topf erhitzen, Ziegenfrischkäse darin auflösen und mit kalter Mehlbutter abbinden. Vom Herd nehmen und in die noch warme Masse 1 Eiklar mit dem Schneebesen mit kräftigen Schlägen unterziehen. Eidotter nach und unter die Masse mit dem Schneebesen ziehen, mit Meersalz aus der Mühle abschmecken. Eiklar in der Küchenmaschine zu Schnee schlagen und vorsichtig unter die Masse heben. Die Käsemasse in die getrockneten Mini Paprika füllen und im Ofen für circa 15 Minuten backen. Ofentüre während des Backens nicht öffnen. Die Soufflés fallen sonst in sich zusammen.

Fruchtige Tomatensuppe mit Fenchelcreme, Ziegenkäsesoufflé und Flusskrebsen

Deftiger Bohnen Eintopf mit Rindfleisch… wenn es kälter wird…

Es wird kälter. Draußen herrscht Schmuddelwetter und der erste Wintereinbruch zieht von Norden heran mit beachtlich sinkender Schneefallgrenze bis in die Niederungen auf 800 Meter. Mein kulinarisches Gefühl sagt mir, es wird Zeit, Zeit für einen wohlig wärmenden, deftigen Eintopf. So ein Pot au feu, wie ihn die Franzosen bezeichnen, ist klassische, einfache Landküche. Kein Schnickschnack, kein Schischi, sondern einfach nur ehrlich, sättigend und gehaltvoll. Ich nenne das echte „Wohlfühlküche“.

Auch wenn der Winter mit großen Schritten unaufhaltsam naht, Bohnen haben gerade jetzt im Herbst Saison: Brechbohnen, Stangenbohnen, breite Bohnen, dicke Bohnen, was auch immer das Herz begehrt. Ich habe mich in meinem Eintopf für Stangen- und weiße Bohnen entschieden, mit geräuchertem Speck, Rindfleisch und einer ordentlichen Portion Bohnenkraut. Ob ihr den Franzosen gleich dieses Gericht in zwei Gängen, zum einen die Suppe, zum anderen getrennt das Rindfleisch mit Senf oder Vinaigrette, serviert, bleibt allein euren Vorlieben vorbehalten. Ich serviere diese Suppe als Eintopf, schneide das Fleisch vor dem Servieren in mundgerechte Stücke, und dazu ofenfrisches, hausgebackenes Baguette.

Deftiger Bohneneintopf mit Rindfleisch und Speck

  • 800 durchwachsene Rinderbrust
  • 400g weiße Bohnen, Dose
  • 400g grüne Stangenbohnen
  • 200g Karotten
  • 200g Erdäpfel, festkochend
  • 200g Sellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1El Bohnenkraut
  • 1 Bund Petersilie
  • etwas Liebstöckel
  • Schnittlauch
  • 200ml Weißwein
  • Meersalz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Butterschmalz

1.Rinderbrust unter fliessend kaltem Wasser gut abwaschen. Mit einem Küchenkrepp trocken tupfen. Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren, würfelig schneiden. Butterschmalz in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig anschwitzen, Mit Weißwein ablöschen, einmal kräftig aufkochen, Bohnenkraut und Lorbeerblätter zugeben. Die Rinderbrust einlegen und mit vollständig mit Wasser aufgefüllt bedecken. Einmal aufkochen, Hitze reduzieren und auf kleinster Flamme das Rindfleisch langsam garziehen.

Stilvoll und doch deftig: Bohnen Eintopf

2.Karotten, Sellerie, grüne Bohnen und Erdäpfel waschen. Bohnenenden abschneiden und in mundgerechte Stücke schneiden. Karotten, Sellerie und Erdäpfel schälen und würfelig schneiden. Die fertig gegarte Rinderbrust aus dem Topf nehmen und im vorgeheizten Backofen abgedeckt bei 80 Grad warm halten. Mit einem Schöpfer das auf der Fleischbrühe schwimmende Fett abschöpfen. Die Brühe aufkochen, mit Meersalz und Pfeffer würzen, Petersilienbund und fein gehackten Liebstöckel zugeben. Gemüse den Garstufen entsprechend nach und nach in der Brühe weich kochen. Als letztes die weißen Bohnen zugeben.

3.Petersilienbund entfernen, die Rinderbrust aus dem Ofen nehmen, überschüssiges Fett entfernen und in kleine, mundgerechte Stücke oder Streifen schneiden. Rindfleisch zur heißen Suppe geben und sofort servieren, mit fein geschnittenem Schnittlauch bestreuen. Ich genieße meinen Eintopf am liebsten mit frischem Brot. Das Rezept zu meinem hausgebackenem Baguette findet in meinem Blog an anderer Stelle.

Ofenfrisches, hausgebackenes Baguette zum deftigen Eintopf

Der gute Koch

Ein junger Mann, etwas blass und hager, klopfte einst an meine Küchentür. 15 Jahre jung, unerfahren aber mit dem absoluten Willen eine Ausbildung zum Koch zu durchlaufen. Er stellt sich vor, fast schüchtern, dennoch bestimmt. Er scheint neugierig, auch ein wenig gierig zu sein. Ich erkenne ein kleines Feuer in seinen Augen, nur leicht lodernd, wartend, auf den Moment, an dem es zu einem regelrechten Brand sich entzündet. Ich frage ihn, was er denn gerne mal werden würde. Ohne zu zögern, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, bricht es ungeniert aus ihm heraus: „Fernsehkoch“.

Ich bin jetzt 53 Jahre jung. Seit meiner Ausbildung trage ich in meiner Kochjacke weiße Kochknöpfe. Aber nur die wenigsten wissen heute noch um die Bedeutung dieser Farbe in der Küche. Heutzutage ist ein Koch eine Marke. Manch einer erscheint gar tätowiert von oben bis unten, mit Nasenring, enormen Tunnels in den Ohrläppchen, mit Blut überströmt und einem martialischen Gesichtsausdruck auf offiziellen Werbefotos. All diese Äusserlichkeiten erscheinen in unseren Zeiten wichtiger als ein guter Koch zu sein. Schließlich hat diese Marke ja noch viele kleine Helferlein, die all die kulinarische Arbeit erledigen. Und er hat Sponsoren. Sponsoren, die diese Marke kreieren und fördern. Diese Marke kauft sich seine Profiküche beim „richtigen“ Hersteller, bestellt seinen fangfrischen Fisch beim „richtigen“ Lieferanten und trinkt nur noch das „richtige“ Mineralwasser. Die positiven Bewertungen seiner kulinarischen Schaffenskraft kommen dann fast von ganz allein.

So scheint es denn auch nicht verwunderlich, das eine fachlich und geschmacklich ausgezeichnet zubereitete Gazpacho aus handverlesenen Bio Tomaten, Paprika und hervorragendem Olivenöl, ausgewogen in Geschmack und Konsistenz, niemanden mehr zu einem Zungenschnalzer verhilft. Aber wenn eine Marke eben genau diese Gazpacho mit einer roten Ameise kredenzt, dann jubiliert die gesamte Gastrowelt.

Ja, ein Koch ist ständig auf der Suche nach neuen Wegen wo er hin will. Und ein guter Koch hat Respekt vor den Lebensmitteln, welche er verarbeitet. Er denkt und fühlt sich, so unglaubwürdig dies auch immer klingen mag, in dieses Produkt hinein, versucht den bestmöglichen Geschmack herauszuholen ohne dessen Charakter zu verändern oder gar zu vernichten. Im Fernsehformat „The Taste“ auf Sat 1 wird vor laufender Kamera eine komplette bayrische Ente für 4 minimalistische Amuse Bouche Löffel in ihre Einzelteile zerlegt. Für den Zuschauer zweifelsohne ein bemerkenswertes Spektakel, für den guten Koch jedoch eine echte Herausforderung, muss er sich doch bereits vor Beginn seiner Tätigkeit ganz genau überlegen, wie sinnvoll er die Überreste des Geflügels verarbeiten wird.

Ach ja, da war ja noch der Lehrling vom Anfang. Er verbrachte nach erfolgreicher Beendigung seiner Ausbildung noch ein paar Jahre in meiner Küche und ging dann als stellvertretender Küchenchef in die „Blaue Gans“ in der Getreidegasse nach Salzburg. Dort tat er das, was er bei mir gelernt hatte: mit all seiner Leidenschaft gut kochen.

Kaffee, Chili, grüne Paprika und geröstete Leber

Wenn es etwas gibt, das ich mir in all den Jahren meiner kulinarischen Entwicklung bewahrt habe, dann ist es wohl die Neugier. Sicher, es sind zweifelsohne die Klassiker welche uns Köchen die Basis für gutes kochen bereiten. Aber das Streben nach neuen, manchmal etwas ungewöhnlichen Kompositionen, macht diesen Beruf erst zur wahren Leidenschaft. Nicht selten ergeben sich solche Entwicklungen aus purem Zufall. Vielleicht weil man gerade beim Verarbeiten von Paprika und Chili ist und noch ein kleiner Schluck von bereits erkaltetem Kaffee in der Tasse sich befindet. Und plötzlich macht es „Boom“.

Spätestens seit der zweiten Belagerung unserer wunderschönen Hauptstadt Wien durch die Türken besitzt Kaffee einen sehr hohen Stellenwert hier in Österreich. Zahlreiche Röstereien und noch viel mehr Kaffeehäuser bezeugen bis zum heutigen Tage ungebrochen diese Kultur. Somit liegt es nicht allzu fern mit Kaffee auch zu kochen. Die eigentliche Herausforderung aber liegt nicht bei Kaffee und Chili, sondern diese bereits erfolgreiche Kombination in Einklang mit grüner Paprika zu bringen. Grüne Paprika ist bitter. Und das macht sie nicht selten zu einem eher weniger begehrten Lebensmittel. Verbindet man diesen Geschmack aber nun mit Chili, Kaffee und ein wenig Säure durch Sumach und Crème fraîche, ergibt sich eine wahre Geschmacksexplosion!

Geröstete Leber mit Kaffee, Chili und grüner Paprika

Zutaten für 4 Personen

  • 600g frische Leber, evtl. Schweineleber wg. des kräftigeren Geschmacks
  • 3 grüne Paprika
  • 2 Zwiebeln
  • 1Tl Chili, getrocknet
  • 1Tl Sumach
  • 4cl Cognac
  • 250ml Schlagobers
  • 150g Crème fraîche
  • 150m Gemüsebrühe oder Kalbsfond
  • 2 Tassen Espresso, 100% Arabica
  • 2 Rosmarinzweige
  • Meersalz aus der Mühle
  • Sonnenblumenöl
  • etwas Butter
Die etwas andere Leber, mit Kaffee, Chili, grüne Paprika

1.Frische Leber zunächst mit einem Küchentuch gut trocken tupfen. Silberhaut und Sehnen vollständig entfernen, bereit stellen. Zwiebeln schälen, halbieren und in 2mm starke Streifen schneiden. Paprika waschen, halbieren und Kerngehäuse entfernen, ebenfalls in Streifen schneiden.

Frische Leber

2.Butter und Öl in einer Pfanne erhitzen. Leber darin ungewürzt scharf anbraten. Leber aus der Pfanne nehmen, leicht salzen und bereit stellen. Gleiche Pfanne wieder aufstellen, etwas Butter zugeben, Zwiebeln und Paprika darin anrösten. Mit Meersalz aus der Mühle und Chili würzen, mit Cognac und Espresso ablöschen, einmal kräftig aufkochen. Brühe und Schlagobers zugeben. Sauce auf cremige Konsistenz bei kleiner Flamme langsam einköcheln.

3.Crème fraîche in die reduzierte Sauce einrühren, mit Sumach abschmecken, eventuell mit etwas Meersalz nachwürzen. Leber und Rosmarin in die Sauce geben und darin fertig garen. Ich reiche zu meiner Leber mit Kaffee, Chili und grüner Paprika in Knoblauch und Olivenöl knusprig gebratenes Baguette.

Röstfrischer Kaffee, feurige Chili, grüne Paprika und geröstete Leber, wahrlich ein echter Zungenschnalzer!

Lamm aus Österreich, Ratatouille und Erdäpfelgratin

Es ist schon recht lange her, damals in Frejus an der Côte d’Azur, im Spätsommer in einem kleinen, verträumten Restaurant nahe des Markplatzes. Einmal in Frankreich zum Lamm eine richtige Ratatouille, aus Melanzani, Zwiebeln, Tomaten, Zucchini, Paprika, Knoblauch und frischem Thymian, das war mein Gedanke. Und wäre es ein kulinarisches Highlight gewesen, so würde mich diese schöne Erinnerung wohl genau so bis heute begeiten wie die negative Erfahrung an diesem Tag. Und so fand ich mich mit dem Gedanken ab, das eine Ratatouille in Frankreich wohl so schmecken muss: ölig, salzarm, fad.

Gereifter Aceto Balsamico und bestes Olivenöl

Das war lange bevor ich meine Leidenschaft für gutes Essen zum Beruf machte, eine Ausbildung zum Koch absolvierte und auf meinem Werdegang zahlreiche Variationen von Ratatouille entdecken durfte. Und heute? Heute koche ich meinen provinzialischen Gemüseeintopf mit exakt den Originalzutaten, aber mit einem kleinen Schuss bestem Balsamico Essig verfeinert. Durch diese eine, feine Zutat wirkt eine Ratatouille richtig erfrischend, wird sowohl heiß als auch kalt zum kulinarischen Erlebnis und harmoniert wunderbar mit Lammfleisch und Erdäpfelgratin. Im Arlberghaus in Zürs am Arlberg kaufen wir unser Lamm sowohl bei der Bio Metzgerei Juffinger als auch österreichisches Lammfleisch über Tauernlamm.

Österreicher Lammkarree mit Ratatouille und Erdäpfelgratin

Zutaten für 4 Personen

Für die Ratatouille

  • 1-2 Zucchini, je nach Größe
  • 1 Melanzani
  • 400 g Tomaten
  • 2 rote Zwiebeln
  • je 1 rote und gelbe Paprikaschote
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Stiele Thymian
  • natives Olivenöl
  • 2 EL Tomatenmark
  • 100–150 ml Gemüsebrühe
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Aceto Balsamico

Für das Erdäpfelgratin

  • 500 vorwiegend festkochende Erdäpfel
  • 250ml Schlagobers
  • Meersalz aus der Mühle
  • etwas frischer Muskatnuss, gerieben
  • 2Knoblauchzehen
  • 50 geriebener Hartkäse
  • Butter für die Auflaufform

1.Für das Gratin die Erdäpfel waschen, schälen und in 2mm starke Scheiben schneiden. Knoblauchzehen schälen, halbieren und ganz fein hacken. Schlagobers mit Meersalz, geriebener Muskatnuss und den gehackten Knoblauchzehen in einen Topf kräftig aufkochen. Erdäpfel zugeben und unter ständigem Rühren sechs Minuten leicht köcheln lassen. Alles in eine gebutterte Auflaufform schlichten, mit geriebenem Hartkäse bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad für circa 35-40 Minuten knusprig backen.

Bestes Lammfleisch aus der Region

2.Zucchini, Melanzani, Paprika und Tomaten waschen. Alles würfelig schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen, halbieren und ebenfalls würfelig schneiden. Reichlich Olivenöl in einem Topf erhitzen und zunächst Melanzani, Zwiebeln und Knoblauch darin anschwitzen. Paprikastücke zugeben, ebenfalls anschwitzen, zum Schluß die Zucchiniwürfel. Tomatenmark im Topf leicht karamellisieren und alles zusammen mit der Gemüsebrühe ablöschen. Mit Meersalz aus der Mühle, Pfeffer und Thymian würzen und eine halbe Stunde auf kleinster Flamme leicht köcheln lassen. Zum Schluß mit einem Schuß gereiftem Aceto Balsamico abschmecken.

Die Ratatouille auf kleinster Flamme leicht köcheln lassen

3.Lammkarree mit einem Küchenkrepp gut abtupfen, von überschüssigem Fett und Sehnen befreien, mit Meersalz würzen und frischem Thymian belegen. Knoblauchzehen halbieren, Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Lamm von beiden Seiten her jeweils circa 4 Minuten scharf anbraten. Halbierte Knoblauchzehen zugeben und bei 120 Grad im vorgeheizten Backofen circa 14 Minuten medium garen. Nach dem Garen Fleisch aus dem Ofen nehmen, in Alufolie einwickeln und mindestens 5 Minuten warm halten und ruhen lassen.

Österreichisches Lamm mit Ratatouille und Erdäpfelgratin

Spaghetti alla carbonara

Richtig gute Köche sind heutzutage in dem was sie dürfen, und dem was sie wirklich könnten, sehr eingeschränkt. Und Covid-19 hat die Situation nicht leichter gemacht. In manchen Küchen geht es zu wie in einem Genlabor, mit einer Mischung aus gesetzlich vorgeschriebenen Verordnungen, Angst vor der Eigenverantwortung und mangelndem Mut zum Produkt. Und so geraten immer mehr Gerichte in Vergessenheit, weil sie in der Originalzubereitung nicht mehr „zeitgemäss“ sind. Und als Resultat aus alledem beschwert man sich hinterher noch über die fachliche Qualifikation eines Koches. Spaghetti alla carbonara ist solch ein in Vergessenheit geratenes Gericht.

Ich erinner mich noch gut an den Tag, an dem ein junger Herr mein für ihn zubereitetes Wiener Schnitzel wieder in die Küche zurückgehen ließ: „Der Koch weiß ja garnichts! Der hat schon wieder Fisch auf mein Schnitzel gemacht!“ Tatsache war, das die damals von mir praktizierte klassische Garnitur für ein Wiener Schnitzel, bestehend aus Zitrone, Kapern und Sardelle, diesem jungen Herrn gänzlich unbekannt war. Und bei Spaghetti alla carbonara gehört in der feinen Küche nunmal ein Eigelb als Garnitur nicht in die Sauce, sondern auf die Spaghetti oben auf, damit der Gast sich dieses selber unter die Sauce mischen kann. Ich darf diese Zubereitung in der gewerblichen Gastronomie aus Hygienevorschriften leider nicht mehr praktizieren. Und so erfülle ich mir diesen einzigartigen Geschmack eben in meiner privaten Küche.

Spaghetti Carbonara

Zutaten für 4 Personen

  • 500g Spaghetti aus Hartweizen
  • 150g Guanciale oder Pancetta
  • 100g Pecorino romano oder Parmesan
  • 6 Eidotter (2 für die Sauce und 4 für die Garnitur)
  • natives Olivenöl
  • 3 Knoblauchzehen
  • Meersalz aus der Mühle oder Meersalzflocken
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Bund Schnittlauch

1.Die Hartweizenpasta in reichlich Salzwasser bißfest kochen und vor dem Abgießen eine Kelle Kochwasser beiseite stellen. Den Pancetta in dünne Streifen schneiden, Knoblauch schälen, halbieren, fein hacken. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Pancetta darin anschwitzen. Den gehackten Knoblauch zugeben, zwei Minuten weiterbraten und vom Feuer nehmen.

2.Die 2 Eidotter in einer Schüssel aufschlagen. Pecorino reiben, zugeben und alles mit dem Schneebesen gut verrühren. Den Schnittlauch waschen, trocken schütteln und in feine Ringe schneiden. Die Spaghetti abgießen und mit ca. 50 ml von dem heißem Kochwasser in den noch warmen Topf zurückgeben. Die Pancetta-Knoblauch-Mischung und Schnittlauch zügig unterheben. Dann die Käse-Eimasse darüber gießen und alles  schnell und gründlich durchmengen. Nicht mehr erhitzen. Kräftig mit frisch gemahlenem Pfeffer und gegebenenfalls noch etwas Meersalz aus der Mühle abschmecken. Spaghetti alla carbonara zu gleichen Teilen auf 4 Teller anrichten und mit je einem frischen Eidotter ausgarnieren, sofort servieren.

3.Zum Schluss noch ein kleiner Nachtrag: Die vor allem außerhalb Italiens häufig als „Spaghetti alla carbonara“ angebotenen Nudeln mit Kochschinken, Zwiebeln und Sahne entsprechen in Zutaten und Zubereitung nicht dem italienischen Original.

Serviervorschlag: Spaghetti alla carbonara mit frischem Eidotter

Königsberger Klopse

Aus meiner Reihe „Home Food Made In Austria“ stelle ich euch heute ein echt deutsches Nationalgericht vor, aber nicht ohne die berühmte österreichische Raffinesse. Kaum ein anderes, regionales Gerichte besitzt in Deutschland einen solch hohen Bekanntheitsgrad. Meine Mutter beherrschte die Zubereitung dieser Speise aus Faschiertem aus dem Stegreif. Gelernt hatte sie dies von meinem Vater. Und dieser hatte das Rezept von seiner Mutter, die Köchin war, überliefert bekommen. Und mein Vater war Preusse. Kein Ostpreusse, der eigentlichen Heimat dieses Gerichts, aber doch ein waschechter Preusse, geboren und aufgewachsen in Berlin. Und eine der Leibspeisen eines waschechten Berliners sind eben Königsberger Klopse.

Laut einer Umfrage des Forsa Instituts in Deutschland haben Königsberger Klopse mit 93 Prozent tatsächlich den größten Bekanntheitsgrad unter den regionalen Gerichten. Und so bekannt wie sie sind, so existieren auch genau so viele Rezepte von diesem Gericht. Zwei Zutaten aber dürfen meiner Meinung nach niemals bei der Zubereitung fehlen. Sardellenpaste oder Sardellenfilets, fein gehackt, in den Klopsen und Kapern sowie deren Saft in der Sauce. Ich verfeinere die Sauce gerne noch mit Crème fraîche und verwende Weißwein beim Saucenansatz. Als Beilage empfehle ich hausgemachte Nudeln, Butter-Erdäpfel oder einfach Reis, dazu ein grüner Salat in Rahmdressing mit Dill.

Königsberger Klopse

Zutaten für 4 Personen

  • 500g frisches Faschiertes gemischt
  • 2 Toastbrotscheiben
  • 200ml Milch
  • 1 Zwiebel
  • 2 El Panko Semmelbrösel
  • 2 Vollei
  • 1 El Sardellenpaste
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Milch

Weiters wird benötigt

  • 1 Lt kräftige Brühe, Gemüse oder Rind
  • 1 Zwiebel
  • 3 Piment Körner
  • 3 Lorbeerblätter
  • Pfeffer aus der Mühle

Für die Sauce

  • 60g Butter
  • 60g Mehl
  • 100ml trockenen Weißwein
  • 200ml Schlagobers
  • 150g Crème fraîche
  • 60g Kapern
  • Saft einer halben Zitrone

1.Zwiebel schälen, halbieren und in ganz feine Würfel schneiden. Toastbrot in Milch einweichen. Aus dem Faschierten, dem eingeweichtem Toastbrot, Milch, in einer Schüssel mit den zwei Eiern, Meersalz und Pfeffer aus der Mühle, Panko Semmelbrösel, Zwiebelwürfel und Sardellenpaste einen geschmeidigen Teig kneten. Aus der Teigmasse 12 gleichmässig große Klopse formen. 

2.Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Brühe in einem Topf aufkochen. Pimentkörner fein hacken und mit den Zwiebeln und Lorbeerblättern zur Brühe zugeben und auf kleiner Flamme ca. 10 Minuten weich köcheln. Mit Pfeffer und eventuell etwas salz noch einmal abschmecken. Hitze auf kleinste Flamme reduzieren und die Klopse in der Brühe für circa 20 Minuten gar ziehen lassen. Lorbeerblätter und die Klopse aus der Brühe herausnehmen, abgedeckt warm stellen.

3.Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze zerlassen. Mehl darin anschwitzen. Mit dem Weißwein unter ständigem Rühren ablöschen. Keine Farbe ziehen lassen, wie etwa beim Beuscherl. Die noch warme Brühe nach und nach immer wieder zur Sauce zugeben, leicht aufkochen lassen, bis wieder Bindung entsteht. Den Vorgang solang wiederholen, bis die gesamte Brühe in der Sauce verarbeitet ist. Die Kapern mit dem Saft und Schlagobers hinzugeben. Mit Zitronensaft, Crème fraîche, Meersalz und Pfeffer abschmecken.

Serviervorschlag: Königsberger Klopse mit Butter-Erdäpfeln und grünem Salat in Dill-Rahmdressing

Landhuhn mit Oliven, Tomaten, Pfefferoni und Sardellen

Ein Huhn ist für mich ein Lebensmittel, bei dem ich mehr als wählerisch bin. Wenn ich euch aber hier in meinem neuen Rezept unter der Reihe „Home Food Made In Austria“ die Gründe aufzählen würde, wodurch meine Entscheidung zum Kauf eine Huhns beeinflusst wird, hättet Ihr wohl keinen Hunger mehr auf mein Rezept. Aber gerade weil ich so wählerisch bin, verwende ich wohl auch bei der Zubereitung dieses für unsere Ernährung äusserst wichtigen Lieferanten an tierischem Eiweiß, Proteinen und Mineralstoffen so viel Liebe und geschmacksgebende Zutaten. Ein für mich wertvolles Huhn ist in natürlicher, artgerechter Umgebung aufgewachsen, hat einen kurzen Transportweg hinter sich und wurde nicht im Gentechniklabor „entwickelt“.

Man mag es kaum glauben, ein Huhn ist auf Grund seiner Beliebtheit aber auch politisch: massiv steigende Hühnerfleischpreise waren einer der Auslöser, die zur Revolution in Ägypten 2011 beitrugen. Die in Wirtschaft und Verwaltung weit verbreitete Korruption wurde von den Demonstranten unter anderem mit dem Schlachtruf kommentiert: „Sie essen Tauben und Hühner, während wir jeden Tag Bohnen essen.“ kommentiert. Aus Sorge, dass sich Vergleichbares im Iran ereignen würde, verbot im gleichen Zeitraum die iranische Exekutive dem nationalen TV-Sender, Bilder von Hühnerfleisch-essenden Personen auszustrahlen, nachdem in dem Land sich die Preise für Hühnerfleisch verdreifachten.

Landhuhn mit Oliven, Tomaten, Pfefferoni und Sardellen

Zutaten für 4 Personen

  • 1 ganzes Huhn oder Poularde, ca. 1,2 – 1,5Kg
  • 2 grüne Paprika
  • 1 Knoblauchknolle
  • 3 Knoblauchzehen
  • 5 eingelegte Pfefferoni
  • 0,2Lt Pfefferonisaft
  • 0,5Lt Geflügelbrühe
  • 1 Zitrone
  • 2 große Rosmarinzweige
  • 3 rote Zwiebeln
  • 50g Sardellenfilets
  • 100g schwarze Taggiasche Oliven
  • 60g getrocknete Tomaten
  • 3El Tomatenmark
  • 1Tl Chili getrocknet
  • 4 Stangen Frühlingszwiebel
  • Meersalz aus der Mühle
  • natives Olivenöl

Für den Rub

  • 4 EL Paprika edelsüß
  • 2 EL Meersalzflocken
  • 2 EL Rohrzucker
  • 2 EL Chilipulver
  • 2 EL Kreuzkümmel
  • 2 EL Knoblauchgranulat
  • 1 TL Senfpulver
  • 1 TL Tellicherry Pfeffer aus der Mühle
  • 1 TL Cayennepfeffer

1.Für den Rub alle Zutaten zunächst gut mit einander vermischen. Landhuhn mit einem scharfen Messer oder Sägemesser der Länge nach halbieren, gut mit Olivenöl einreiben. Knoblauchknolle halbieren, die Geflügelteile mit dem Rub kräftig würzen und zusammen mit Knoblauch und Rosmarin für mindestens 2 Stunden abgedeckt im Kühlschrank einziehen lassen.

2.Grüne Paprika halbieren, Kerne und Stil entfernen und in Würfel schneiden. Knoblauchzehen und rote Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Oliven, getrocknete Tomaten, Sardellenfilets und Pfefferoni in Streifen und Scheiben schneiden. Frühlingszwiebel unter fließend kaltem Wasser gründlich waschen, in Streifen schneiden und bereit stellen.

3.Natives Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die marinierten Hühnerteile mit Rosmarinzweige und Knoblauchknolle von allen Seiten her anbraten. Nach dem anbraten Knoblauch entfernen und getrocknete Tomaten, rote Zwiebeln, fein geschnittene Knoblauchzehen zugeben und kurz mit anbraten. Restliche Zutaten ohne Oliven zugeben, leicht angehen lassen. Tomatenmark einrühren, mit Pfefferoni-Saft und Geflügelbrühe ablöschen. Zitrone gründlich abwaschen, halbieren und zur Sauce zugeben. Sauce einmal kräftig aufkochen, Hitze auf kleinste Flamme reduzieren und die Hühnerteile für circa 1 1/2 Stunden in der weich Flüssigkeit garen.

4.Zum Schluss Taggiasche Oliven und Frühlingszwiebel zugeben, mit Meersalz aus der Mühle abschmecken und anrichten. Gemüse zusätzlich separat servieren. Dazu passt Paprika-Reis sehr gut, oder ofenfrisches Baguette. Das Rezept zum selbst gemachten Baguette veröffentliche ich hier in meinem Blog an anderer Stelle.

Serviervorschlag: Landhuhn mit Oliven, Tomaten, Pfefferoni und Sardellen

Vorarlberger Mozzarella vom Büffel, Mango, Zitrone und Vanille

Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank. Dieses paradiesische Nachtschattengewächs reift am besten an der freien Luft nach. Ich mag aber keine warmen Tomaten. Ich mag sie erfrischend, kühl, gleich dem Mozzarella, am liebsten Büffelmozzarella. Und meine Variante von Tomate und Mozzarella wird gerade im Sommer erst durch Kühlung zur wahren Erfrischung. Kombiniert mit Aromen von Zitrone und Vanille Balsamessig macht dieses Gericht geradezu süchtig.

Es ist wohl richtig, das es nicht möglich ist Mango regional einzukaufen, Büffelmozzarella hingegen schon. Wohl einen der Besten aus der Region bekommt ihr vom Heldernhof in Höchst in Vorarlberg. Und weil sich die ganzen Wiesenaromen wie Kräuter, Gräser oder Blüten auch im Geschmack der Milch dieser Büffel widerspiegeln, harmoniert Büffelmozzarella hervorragend mit fruchtigen Aromen. Es ist bestimmt annähernd 15 Jahre her, das ich diese Kombination das erste Mal ausprobierte. Heute möchte ich sie euch gerne vorstellen:

Büffelmozzarella mit Mango, Vanille und Zitronenöl

Zutaten für 4 Personen

Für das Schnittlauchöl

1.Gekühlten Schnittlauch unter kaltem, fliessendem Wasser gut waschen, abtrocknen und fein schneiden. In einen Standmixer geben und mit reichlich Olivenöl angießen, so dass der Schnittlauch sich mit dem Öl fein vermengt. Hierbei kurz und zügig arbeiten, da das Schnittlauchöl schnell bitter werden kann. Am besten etwas mehr Öl von Anfang an hinzugeben. Auch erwärmt sich das Öl bei zu langen mixen auf hoher Stufe schnell.

Saftig gereifte Mango

2.Büffelmozzarella aus der Lake nehmen und bereitstellen. Mango schälen, entlang des inneren Kernes in zwei Hälften schneiden, die Hälften quer in 2-3mm starke Scheiben portionieren. Tomaten waschen, Stil herausschneiden. Tomaten ebenfalls in gleichmässige Scheiben schneiden. Mango und Tomate nun auf 4 gekühlten Tellern abwechseln im Kreis anrichten. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Mit Zitronenöl und Vanille Balsamessig marinieren.

3.Büffelmozzarella ein wenig auseinander reißen und mittig platzieren. Ich habe es bereits in einem älteren Post schon einmal veröffentlicht: Büffelmozzarella wird gerissen, nicht geschnitten. Zum Schluss das grüne Schnittlauchöl als Farbtupfer über Mozzarella und Mango verteilen.

Zwei echte Gaumenschmeichler: Zitronenöl und Vanille Balsamessig

Rinderfaschiertes, Chorizo, Marille, Chili und Basilikumpesto

<p class="has-text-align-justify" value="<amp-fit-text layout="fixed-height" min-font-size="6" max-font-size="72" height="80"><strong>Buletten, Frikadellen, Fleischpflanzerl, Fleischlaibchen, Rinderfaschiertes, Patty… wie auch immer diese beliebte Leckerei in den verschiedensten Regionen dieser Welt genannt wird… knallen muss sie, richtig lecker muss sie sein, auf keinen Fall langweilig. Ich veröffentliche heute unter der Rubrik <a href="https://regional-ist-gut.com/2020/04/20/home-food-made-in-austria/">"Home Food Made In Austria" </a>meine Version von Fleischlaibchen…</strong>Buletten, Frikadellen, Fleischpflanzerl, Fleischlaibchen, Rinderfaschiertes, Patty… wie auch immer diese beliebte Leckerei in den verschiedensten Regionen dieser Welt genannt wird… knallen muss sie, richtig lecker muss sie sein, auf keinen Fall langweilig. Ich veröffentliche heute unter der Rubrik „Home Food Made In Austria“ meine Version von Fleischlaibchen…

Zu meinem Angebot folge diesem Link

Ich mag „Kleinigkeiten“, einfache Küche, aber das weiß bloß fast niemand… Nur, auch „Kleinigkeiten“ können einem einen regelrechten Geschmacksorgasmus und ausserordentliches Essvergnügen bereiten. Sie wecken positive Emotionen und der Geschmack liegt einem noch lange nach dem Essen auf der Zunge. So zumindest, wenn man alles richtig gemacht hat. Dieses Gericht hier ist so eine Kleinigkeit: Chorizo Rinderfaschiertes mit Tomatenchilisauce, Marillenragoût, geschmolzenen Zwiebeln, Basilikumpesto-Erdäpfelsalat… Ich wünsche euch viel Freude beim Nachkochen und genießen…

Für die Fleischlaibchen

  • 500g heimisches Rinderfaschiertes
  • 250g Chorizo
  • 1 Zwiebel
  • 1 Ei
  • 30g Panko Semmelbrösel
  • 30g Butter
  • gemahlener Kreuzkümmel
  • Knoblauchgranulat
  • Tellicherry Pfeffer aus der Mühle
  • Meersalz aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für die Tomaten-Chilisauce

  • 500g Pelati Tomaten, stückig
  • 1 Zwiebel
  • 50ml Weißwein
  • getrockneter Basilikum
  • 1Tl. getrocknete Chili
  • 3El. Tomatenmark
  • 100ml Gemüsebrühe
  • 100ml Orangensaft
  • 1El Zucker
  • Meersalz aus der Mühle
  • natives Olivenöl

Für die geschmolzenen Zwiebeln

  • 3 Zwiebeln
  • 50g Butter
  • 1-2El Ketjap Manis
  • Meersalz aus der Mühle

Für die Marillen

  • 300g frische Marillen
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Rosmarinzweig
  • 3El brauner Rohrzucker
  • natives Olivenöl
  • Prise Meersalz aus der Mühle

Für den Basilikumpesto-Erdäpfelsalat

  • 800g Erdäpfel, vorwiegend festkochend
  • 1Tl ganzer Kümmel
  • Meersalz
  • 3El Basilikumpesto
  • 500ml kräftige Gemüsebrühe
  • 1El Dijon Senf, scharf
  • Tellicherry Pfeffer aus der Mühle
  • Kräuteressig
  • 1 Zwiebel
  • Sonnenblumenöl

1.Zunächst die Erdäpfel in einem Topf mit reichlich kaltem Wasser, Kümmel und Meersalz kalt auf setzten und bei geschlossenem Deckel weich garen. Nach dem Garen die Erdäpfel abgießen und noch heiß schälen. Gemüsebrühe in einem Topf aufkochen, Zwiebel schälen, in feine Würfel schneiden, zur Brühe zugeben und ein kräftig aufkochen. Die Brühe vom Herd nehmen und mit Senf, Pfeffer und Essig kräftig abschmecken. Die geschälten noch warmen Erdäpfel in 2-3mm starke Scheiben schneiden und in die warme Marinade geben. Den Salat durchziehen lassen, falls nötig noch einmal abschmecken und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen Basilikumpesto und etwas Sonnenblumenöl unter den Erdäpfelsalat rühren.

2.Für die Tomatensauce Zwiebel schälen, in feine Würfel schneiden, Olivenöl in einem Topf erhitzen, und die Zwiebeln mit dem zerstossenen, getrockneten Chili und Basilikum darin angehen lassen, mit Weißwein ablöschen, Pelati Tomaten zugeben, und mit dem Stabmixer alles zusammen kalt fein pürieren. Die Tomatensauce aufkochen, mit Orangensaft und Gemüsebrühe auffüllen, Tomatenmark hinzugeben und auf kleiner Flamme langsam einkochen. Mit etwas Zucker und Meersalz aus der Mühle abschmecken.

3.Für die Fleischlaibchen die Chorizo von der Haut befreien und im Fleischwolf faschieren, mit dem Rinderfaschierten vermischen. Zwiebel schälen, halbieren, in feine Würfel schneiden, Butter in einer Pfanne zerlassen und die Zwiebeln darin angehen lassen, zur Fleischmasse zugeben. Ein ganzes Ei, Panko Semmelbrösel zugeben und mit Knoblauchgranulat, gemahlenem Kreuzkümmel, Meersalz und Tellicherry Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Alles gut vermengen und ca. 10 Fleischlaibchen mit befeuchteten Händen aus der Masse formen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Laibchen darin von beiden Seiten her scharf anbraten, Hitze reduzieren und auf kleinster Flamme garziehen lassen.

4.Für die geschmolzenen Zwiebeln die Zwiebeln schälen und in feine Scheiben schneiden, so das die Ringe zusammen bleiben. Butter in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebeln darin kräftig anbraten, mit Meersalz würzen, weich dünsten und mit Ketjap Manis abschmecken.

5.Für das Marillenragoût die frischen Marillen waschen, halbieren, Kerne entfernen und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebel und Knoblauch schälen, halbieren, fein würfelig schneiden. Olivenöl in einen Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin kurz angehen lassen, Rohrzucker zugeben, leicht karamellisieren und die gewürfelten Marillen in der Zwiebel-Zuchermasse weich garen. Nach dem Garen Rosmarinzweig unterheben und warm stellen.

Chroniken: Tagebuch einer Quarantäne, Teil 6

Geht es euch auch so, wie geht’s euch eigentlich? Ich habe mich nun nach einem recht geruhsamen Wochenende dazu entschieden, Fernseher und Radio erstmal in das einstweilige Corona-Koma zu versetzten, ich brauch mal ne Pause… aber da hatte ich wohl die Rechnung ohne Puls24 gemacht. Erreichbar bin ich ja eigentlich immer. Ich bin der, der alles über iMac, iPad und iPhone synchron laufen lässt. Ganz gleich ob Anruf, SMS, Skype, WhatsApp, Facebook, Facebook Messenger, Twitter oder Instagram, ich bin im SocialNetwork mehr als ausreichend eingebunden…

In Zeiten wie diesen hat dies aber auch seine Vorteile… man ist nie allein, und irgendwie ist es ja auch ziemlich „up to date“ derzeit, wenn man seine sozialen Kontakte nur noch online via Messenger oder Video pflegt. Auch der österreichische Nachrichtensender Puls24 hat diese Kontaktmöglichkeit am Dienstag, den 24.März 2020 genutzt, ist in Facebook auf meinen Blog aufmerksam geworden, und lud mich ein, in ihrem Sender live ein Interview mit mir zu machen.

Habt ihr irgendeine Vorstellung davon, was einem in diesem Moment durch den Kopf schiesst? Da kannst du noch so erwachsen mit beiden Beinen fest am Boden stehend mit allen Wassern gewaschen sein, LIVE, das ist eine ganz andere Nummer. Um 11.28 Uhr erreichte mich die Nachricht über meinen Blog in Facebook von Magdalena Punz, Redakteurin bei Puls24. Und ja, ich brauchte allen ernstes 20 Minuten über diese Anfrage erst einmal nachzudenken. Und natürlich hab ich auch Freunde, online versteht sich, um Rat gefragt. Ja, tut mir leid, ich bin keiner von diesen, die jede, aber auch wirklich jede Gelegenheit schamlos ausnutzen, nur um FAME zu werden. Ich hinterließ also Frau Punz meine Rufnummer, kaum abgeschickt, kam schon der Anruf.

Wir sprachen recht ausführlich, Frau Magdalena Punz verstand es wirklich recht gut Vertrauen aufzubauen. Fakt ist, um 17.00 Uhr ging das ganze live über den Sender. Ob’s gut war? Weiß ich nicht, bzw. kann ich nicht beurteilen:

Das Video in voller Länge gibt es hier zu sehen

Am nächsten Tag schickte mir Frau Punz noch wie zuvor versprochen den Link zur Sendung. Das Video war zwischenzeitlich vom Sender online gestellt. Ich kann euch versichern, es ist eine Erfahrung, die ich um keinen Preis missen möchte. Das Einzige, was mich ein wenig bedrückt, ist die Tatsache, das ausgerechnet solch widrige Umstände, wie sie derzeit auf Grund einer Weltpandemie herrschen, dazu führen, so etwas erleben zu dürfen.

Fortsetzung folgt…

Home Food Made In Austria

Chroniken: Tagebuch einer Quarantäne, Teil 5

So, meine lieben Leser, Follower, Freunde, Kollegen, Geschäftsfreunde, nun bin ich also definitiv in der Quarantäne angekommen. 24 Stunden brav zuhause bleiben, 14 Tage lang. Und das werde ich auch durchziehen, wegen mir, wegen meinen Mitmenschen, und natürlich auch weil es von staatlicher Seite her angeordnet wurde. Denn was sind 14 Tage gemessen an der ganzen Lebenszeit eines Menschen, wenn man durch dieses Verhalten Leben schützen, retten kann?!

Mittwoch, der 18.März 2020. Susi, mein Saugroboter saust seit heute morgen 09.00 Uhr fleissig durch mein Apartment. Manchmal muckt sie ein wenig, fängt sich aber wieder schnell ein und arbeitet sich unermüdlich durch die 70qm. Ich mutiere zum Hausmann. Aufstehen, Kaffee, Bett ordentlich richten, Morgentoilette, Wäsche waschen, Abwasch verräumen, Staub wischen, Wäsche trocknen. Bei einem Blogger muss immer alles ordentlich und im optischen Gleichgewicht sein, so denke ich. Und gleichzeitig bewundere ich viele meiner Freunde und Bekannten, die jetzt aus der Langeweile heraus irgendwelche Spaßvideos online stellen, in denen sie sich mal so zeigen, wie sie privat zuhause sind: T-Shirt, Shorts und Badeschlapfen, zum Beispiel.

Ich liebe Kaffee, besonders am Morgen, wenn der Duft frischen Kaffees die ganze Wohnung erfüllt. Es verschafft mir ein Gefühl, trotz der widrigen Umstände, von Wohlbefinden und Geborgenheit. Es gab mal eine nicht allzu weit zurückliegende Zeit, da hatte ich aus gesundheitlichen Gründen gänzlich auf diesen Genuss verzichtet. Und zu diesem Zeitpunkt hörte ich auch mit dem Rauchen auf. Mein Herz hatte laut medizinischen Untersuchungen noch eine Leistung von circa 25 Prozent. Ich hatte wohl, so hart wie ich manchmal mit mir selber umgehe, 2012 einen nicht bemerkten Herzinfarkt oder eine verschleppte Lungenentzündung. So genau liess sich das im Nachhinein nicht mehr recherchieren. Das ist nun auch schon wieder 4 Jahre her.

Und doch wird mir trotz Genesung sehr schnell bewusst, das ich auf Grund dieser Vorerkrankung zur einer Risikogruppe in Zeiten von Covid-19 zähle. Aber es geht mir gut, echt gut. Keine Beschwerden, kein Husten, keine Halsschmerzen, keine erhöhte Temperatur, kein Schnupfen, nur ein kleines bisschen zu wenig „Auslauf“. Vom oft zitierten „Lagerkoller“ jedoch bin ich wohl noch weit, weit entfernt.

Donnerstag, der 19.März 2020. Seit ich daheim bin, hab ich nicht ein einziges Mal meinen Wecker gestellt. Warum auch, spätestens um 08.00 Uhr bin ich wieder munter. Mein Handy erzählt mir jeden Morgen die gleichen Geschichten, Corona hier, Corona da. Ob Aktienindex, Statistiken oder Politiker, langsam mag ich dieses Wort nicht mehr hören oder lesen. Im Fernsehen sitzen sie jetzt bei Talkshows in 2m Mindestabstand oder machen Konferenzschaltungen. Manchmal denke ich „bloß gut, das ich daheim bin, mich alledem nicht gezwungen bin auszusetzen“.

Ich wurde schon des öfteren gefragt, was eigentlich kulinarisch gesehen mein persönlicher Geschmack wäre. Und gerade in diesen Zeiten erscheint mir mein Geschmack als der genau richtige. Ganz ehrlich, ich brauche privat weder Gänsestopfleber noch Trüffel, auch wenn ich gerne beruflich hin und wieder damit arbeite. Ich habe einen sehr simplen Geschmack: frisch. Einfache, möglichst regionale Produkte, weitestgehend auf Industrieware verzichten, fachgerecht und lecker zubereitet, mit ein wenig Charme auf dem Teller angerichtet. Das war’s. Und ich weiss, das auch frische Produkte durchaus 14 Tage bei entsprechender Lagerung ohne weiteres überleben können. Also mache ich mir um mein leibliches Wohl die geringsten Sorgen.

Freitag, der 20.März 2020. Seit heute bin ich offiziell beim AMS arbeitslos gemeldet. Und das in einer Branche, in der normalerweise händeringend nach qualifizierten Fachkräften gesucht wird. Manchmal frage ich mich, ob das was ich tue und zeige, vielleicht schon den einen oder anderen dazu inspiriert hat, den Beruf des Kochs zu ergreifen. Ich glaube, das wäre mein grösster Erfolg. Denn nichts brauchen wir in der Gastronomie mehr, als junge Menschen, die für diesen Beruf brennen. Ihr seht, auch ich lenke meinen Blick trotz all der widrigen Umstände derzeit, in Richtung Zukunft, lasse mir meinen Optimismus durch einen mikroskopisch kleinen Winzling nicht nehmen.

Fortsetzung folgt…

Weisse Trüffel: Luxus pur, mit konfiertem Steinbutt und zweierlei Sellerie

Er ist einer der teuersten Lebensmittel der Welt. Besonders zur Weihnachtszeit und Jahreswende klettern die Preise für ein Kilo weisse Wintertrüffel (Tuber magnatum) nicht selten auf 5000.- Euro. Ein Preis, den nur der wahre Gourmet auch bereit ist für dieses Luxusprodukt zu bezahlen. Das man in früheren Zeiten Trüffel mit Hilfe von Schweinen gesucht hat, liegt übrigens am Duftstoff Androstenon, einem Sexuallockstoff des Ebers.

Seit 1982 ist die Trüffelsuche mit Schweinen in Italien jedoch verboten und wird nur noch für Touristen nachgestellt. Heutzutage sucht man Trüffel mit speziell abgrichteten Hunden. Auch weil diese im Unterholz wesentlich beweglicher als Schweine sind und nicht so grosse Schäden beim Ausgraben der Trüffel anrichten oder gar die schmackhaften Pilze am liebsten selber verspeisen. Ich geniesse den Luxus, das mir dieses Kostbarkeit geliefert wird, und wünsche euch nun viel Freude und vor allem gutes Gelingen mit meinem neuen festlichen Rezept zur Weihnachtszeit.

Konfierter Steinbutt an zweierlei Sellerie und weissem Trüffel

Rezept für 4 Personen:

  • 500g Steinbutt Filet
  • 20g weisser Trüffel
  • frischer Thymian
  • 500g Butter
  • Meersalz aus der Mühle

Für das Selleriepüree

  • 400g Knollensellerie
  • 400ml Schlagobers
  • 100g Butter
  • frischer Thymian
  • Meersalz aus der Mühle
  • 4 Stangensellerie
  • etwas extra Butter
  • 4cl weisser Portwein
  • Trüffel zum garnieren

1.Steinbuttfilet unter fliessend kaltem Wasser gut wässern und mit Küchenkrepp abtrocknen. Butter in einem Topf auf 80 Grad erhitzen und schmelzen, mit frischem Thymian aromatisieren. Backofen auf 120 grad vorheizen. Steinbutt in vier gleich grosse Stücke portionieren, mit Meersalz würzen und in die Butter geben. Der Fisch sollte vollständig mit der flüssigen Butter bedeckt sein. Die Filetstücke im Backofen für circa 12-15 Minuten glasig konfieren.

2.Knollensellerie waschen, schälen und in walnussgrosse Stücke schneiden. Schlagobers in einem Topf erhitzen, mit Meersalz würzen und den Sellerie darin bei kleiner Hitze weich garen. Wird der Sellerie nur in Brühe oder gar Wasser gegart, wird er grau. Durch Schlagobers behält er seine natürlich helle, weissliche Farbe. Nachdem Garen Sellerie über ein Sieb abgiessen, Schlagobers noch aufheben. Sellerie in einen Standmixer geben und ganz fein pürieren, durch ein feines Sieb streichen. Ein klein wenig vom Püree mit Schlagobers und 2cl weissem Portwein angiessen, mit Meersalz abschmecken und mit dem Stabmixer zum Saucenschaum aufmixen. Den Rest vom Selleriepüree abschliessend mit Butter verfeinern, nochmals abschmecken.

3.Stangensellerie waschen und schälen. In 10cm lange Stücke schneiden, Stücke nochmals der Länge nach halbieren. Gesalzenes Wasser in einem Topf aufkochen und den Stangensellerie darin garen. Aus dem Topf nehmen und sofort in Eiswasser abschrecken. Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen, restlichen Portwein und frischen Thymian hinzugeben, Selleriestangen darin kurz anschwitzen, mit Meersalz würzen, sofort anrichten.

Himmel und Erd neu interpretiert: Apfel, Blutwurst, Erdäpfel Foccacia

Himmel und Erd neu interpretiert, mit rote Bete, Apfel, Blutwurst und Erdäpfel Foccacia

Immer wieder werden Gerichte wie Himmel und Erd gepflegt, neu entdeckt oder kreativ weiterentwickelt. Nicht ohne Grund zeichnete im Jahr 2015 der Guide Michelin die deutsche Gastronomie mit 282 Restaurants mit einem oder mehreren Sternen aus, den weltweit drittmeisten nach Japan und Frankreich. Ich habe in meinem heutigen Rezept „Himmel & Erde“ neu interpretiert und wünsche euch viel Freude beim kochen!

Die deutsche Küche ist weit bekannt für ihre Derbheit. Viel muss es sein, und deftig. Und die deutsche Küche ist reich an traditionellen Speisen und Spezialitäten. Das jedoch hat sie mit der österreichischen Küche gemeinsam. „Himmel und Erde“ ist solche eine traditionelle Spezialität. Regional angesiedelt ist diese Speise eher Mittel- bis Norddeutschland. Wichtigste Komponenten sind Erdäpfel für die Erde, und Äpfel für den Himmel. All diese Komponenten findet ihr in meinem Rezept wieder, und noch mehr…

Rote Rüben-Apfelsuppe mit Erdäpfel-Focaccia, Blut- und Leberwurst

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g rote Rüben, gekocht und geschält
  • 1 säuerlicher Äpfel
  • 3 Erdäpfel, mehlig kochend
  • 2 Zwiebeln
  • 0,2Lt. trockener Weißwein
  • 2Lt. Gemüsebrühe
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Lorbeerblätter
  • Kümmel
  • Öl
  • Meersalz aus der Mühle

Für das Erdäpfel-Foccacia:

  • 500g Erdäpfel, mehlig
  • 30g Mehl
  • 30g Parmesan
  • 30g Semmelbrösel
  • 1 Ei
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Schwarzkümmel
  • Thymian
  • natives Olivenöl

Für die Leberwurstfarce:

  • 200g Gutsleberwurst, im Naturdarm
  • 1 Eidotter
  • 50g Crème fraîche
  • etwas Thymian und Salz

Für das Topping:

  • 250g Blut- oder Schwarzwurst, im Naturdarm
  • 1 Apfel
  • Butter
  • 1 Thymianzweig

1.Zunächst Zwiebeln und Knoblauch schälen, vierteln und in kleine Stücke schneiden. Die Erdäpfel und Äpfel waschen und schälen. Bei den Äpfeln das Kerngehäuse entfernen und alles zusammen in kleine Stücke schneiden. Die roten Rüben würfelig schneiden. Öl in einem Topf erhitzen und Knoblauch mit den Zwiebeln farblos anschwitzen. Die Erdäpfel, Äpfel und rote Rüben zugeben und mit Weißwein ablöschen. Alles zusammen einmal kräftig aufkochen und die Gemüsebrühe mit den Gewürzen zugeben. Bei mittlerer Hitze alles weich kochen. Die Lorbeerblätter entfernen und die Suppe mit einem Standmixer fein pürieren und durch ein Haarsieb in einen Topf passieren.

2.Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Erdäpfel für das Focaccia waschen, in einem Topf mit reichlich Salzwasser ansetzen und weichgaren. Nach dem Kochen die Erdäpfel schälen und durch eine Erdäpfelpresse drücken. Die Erdäpfel abkühlen und mit den anderen Zutaten vermengen. Mit Meersalz und Pfeffer abschmecken und den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech austreichen. Im Anschluss den circa 1 cm stark ausgestrichenen Teig von oben her mit einer Gabel einstechen und das Ölivenöl mit einem Pinsel darauf verstreichen. Das Erdäpfelbrit für 30 – 35 Minuten goldbraun backen. Nach dem Backen das Brot ein wenig abkühlen lassen und in 3cm x 10cm lange Streifen schneiden und bereit stellen.

3.Für die Leberwurstfarce die Wurst aus der Haut lösen und in einen kleinen Mixer geben. Zur Leberwurst das Eigelb und 50g Creme fraîche hinzugeben und mit Thymian und etwas Salz abschmecken. Die Leberwurst ganz fein mixen, in einen Spritzbeutel mit kleiner Lochtülle geben und auf das Erdäpfel Focaccia spritzen. Im Backofen bei 230 Grad für circa 6 – 8 Minuten ausbacken.

4.Den Äpfel waschen, schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in feine, gleichmässige Würfel schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Apfelwürfel darin mit frischem, gezupften Thymian anbraten, mit Meersalz aus der Mühle abschmecken. Als Garnitur 3 Esslöffel Zucker in einer Pfanne schmelzen und karamellisieren. Das Karamell auf einer Silikonmatte oder Backpapier ganz dünn ausstreichen. Aus der noch warmen Zuckermasse kleine Rollen abdrehen.

„Himmel und Erd“ neu interpretiert…Erdäpfel, Blutwurst und Äpfel ©Michael Stricker

Gnocchi: eine typisch norditalienische Spezialität!

Hausgemachte Gnocchi, eine typisch norditalienische Spezialität, hier mit Gorgonzola, Kohlsprossen, Salbei und Speck…

Traut euch! Gnocchi selber machen ist wirklich kein Hexenwerk. Sicher, etwas Übung gehört schon dazu, aber es macht doch viel mehr Freude bei einem Abendessen im Freundeskreis vielleicht einmal gemeinsam Gnocchi abzudrehen um sie dann gleich danach frisch zubereitet zu genießen. Übrigens kann man Gnocchi auch aus Kürbis oder Polenta herstellen. Ich stelle euch heute die klassische Variante mit Erdäpfel in meinem Rezept vor.

Gnocchi aus Erdäpfel sind eine typisch norditalienische Spezialität. Während man in Mittelitalien den Weizen, aus dem man das Mehl für Pasta herstellt, praktisch aus dem eigenen Garten holte, waren im Norden Reis und Erdäpfel die Grundnahrungsmittel. Und Gnocchi selber machen ist nicht wirklich so schwierig wie manch einer denken mag. Und wer es lieber rein vegetarisch möchte, lässt einfach den Speck weg. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude beim Genießen.

Erdäpfel Gnocchi mit Gorgonzola, Kohlsprossen, Salbei und Speck

Zutaten für  4 Personen:

  • 500g mehlige Erdäpfel
  • 1 Vollei
  • 160g Mehl
  • 1 Prise Meersalz

Weiters benötigt ihr

  • 500g Kohlsprossen
  • 100g Hamburger Speck
  • 200g Gorgonzola
  • 250ml Obers
  • 1 Bund Salbei
  • 100g Butter
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • natives Olivenöl

1.Erdäpfel in der Schale in einem Topf mit kaltem Wasser bedecken und zum kochen bringen, etwas Meersalz hinzugeben, Hitze reduzieren und köcheln lassen bis die Erdäpfel ganz weich sind. Wichtig: die noch heissen Erdäpfel schälen und durch eine Kartoffelpresse drücken oder durch ein feinmaschiges Sieb streichen. Der Teig muss unbedingt warm produziert werden! In der Mitte eine Mulde formen und ein Ei, Prise Salz, und 3/4 vom Mehl hineingeben. Gründlich verkneten und das restliche Mehl nur dann zufügen, wenn es wirklich nötig ist. Der Teig sollte sich noch weich anfühlen, wird aber durch das Ei beim Garen fest.

2.Strunk an den Kohlsprossen mit einem Messer etwas abschneiden und kreuzförmig einschneiden. Dadurch dringt heisses Wasser in die Kohlsprossen ein und sie garen gleichmässig. In gesalzenem Wasser die Kohlsprossen garen, danach sofort in Eiswasser abschrecken und mit dem Messer in Hälften schneiden und bereit stellen.

3.Die Salbeiblätter von den Stilen zupfen, Butter in einem Topf erhitzen, Hamburger Speck in Streifen schneiden, zugeben und danach die Salbeiblätter darin kurz angehen lassen bis sich das volle Aroma entwickelt hat, beiseite stellen.

4.Obers in einem Topf erhitzen und den Gorgonzola in Stücken mit einem Schneebesen unter die Sahne rühren und auf eine cremige Konsistenz die Sauce reduzieren, abschmecken und die Hitze ausschalten.

5.Gesalzenes Wasser in einem Topf zum kochen bringen. Gnocchiteig auf der melierten Arbeitsfläche zu mehreren Strängen rollen einer Zigarre gleich. Die Hände dabei ebenfalls leicht melieren. Die Rollen in 1,5cm große Stücke schneiden. Jedes Stück auf die Zinken einer Gabel drücken, bis ein Linienmuster entsteht. Fertige Gnocchi auf der Arbeitsfläche in Mehl wenden.

6.Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Kohlsprossen darin kurz anbraten und mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Die Gnocchi in dem kochenden Wasser circa 1 Minute lang kochen. Danach sofort mit einer Schaumkell aus dem Wasser heben und anschließend in der Salbei-Speckbutter schwenken.

Gnocchi mit Kohlsprossen, Gorgonzola, Salbei und Speck ©Michael Stricker

Zur Weihnachtszeit gibt’s gebrannte Nüsse selbst gemacht!

Nun ist sie endlich da, diese stimmungsvolle Vorweihnachtszeit, mit all ihren Aromen und Düften nach Lebkuchen, Glühwein, Punsch und Zimt. Mit Erinnerungen an die eigene Kindheit, wenn man mit großen Augen die bunte Welt der Weihnachtsmärkte das erste Mal erkunden durfte, von Magenbrot, kandierten Äpfeln, gebrannten Nüssen ins verführerische Reich der Süßigkeit entführt. Einer dieser Leckereien möchte ich heute besondere Aufmerksamkeit schenken.

Gebrannte Nüsse werden im Original unter ständigem Rühren in einem offenen Kupferkessel durch Erhitzen und Zugabe von Zucker und Wasser „gebrannt“ und mit Vanille und Zimt verfeinert. Ob ihr nun Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse oder Cashewnüsse mal ausprobiert, das bleibt einzig und allein eurer Fantasie überlassen. Besser allerdings ist es, wenn ihr Nüsse mit Haut verwendet. Auch einen Kupferkessel braucht ihr nicht wirklich, eine gute Pfanne erfüllt den selben Zweck. Die einzigen Zutaten, die ihr benötigt, sind Wasser, Zucker, Zimt und Vanille, und natürlich Nüsse. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude mit meinen Rezept.

Gebrannte Nüsse

  • 60ml Wasser
  • 80g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker oder frische Vanilleschote
  • 1Tl Zimt oder Zimtstange
  • 200g Mandeln oder Haselnüsse mit Haut

1.Das Wasser in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen, Zucker, Vanillezucker oder das ausgekratzt Mark einer Vanilleschote und Zimt unterrühren. Auch bleibt es euch überlassen ob ihr eine Zimtstange verwendet oder gemahlenen Zimt. Ich habe schon beides ausprobiert, und mein Eindruck ist, das die Nüsse bei gemahlenem Zimt eine schönere Farbe annehmen. Die Mischung zum Kochen bringen, bis sich der Zucker verflüssigt hat. Sobald das Zuckerwasser sprudelnd köchelt, die Mandeln zugeben und gleichmäßig mit der Zuckermasse vermischen.

2.Damit die Mandeln nicht anbrennen, gleichmäßig und durchgehend rühren, bis der Zucker sich an den Nüssen absetzt. Die Hitze dann reduzieren und noch etwa eine Minute weiterrühren. Hierbei besonders aufpassen, denn es kann sehr schnell geschehen, das der Zucker auskristallisiert. Die Nüsse auf ein mit Backpapier oder Fleximatte ausgelegtes Backblech gleichmäßig zum abkühlen und trocknen verteilen.

Zu Weinachten ein „Musst Have“! Gebrannte Nüsse… ©Michael Stricker

Zürcher Geschnetzeltes: eine Köstlichkeit der regionalen Küche

Geschnetzeltes Kalbfleisch war bereits im 19. Jahrhundert im Alpenraum weit verbreitet. In Zürich wurde das Zürcher Geschnetzelte jedoch erstmalig 1947 in einem Kochbuch erwähnt. Welches Rezept ihr auch immer finden werdet, Kalbfleisch Weißwein, Rahm und Fleischsauce gelten bis zum heutigen Tage als gemeinsame Basis. 

Zürcher Geschnetzeltes, Züri-Geschnätzlets, oder auch ausserhalb der Schweiz als Züricher Geschnetzeltes bezeichnet, das ist typisch Zürcher Regionalküche. Über die Schreibweise kann man diskutieren, über die Zubereitung niemals. Denn diese ist selbst im Heimatland dieser Spezialität bis zum heutigen Tage in stetigem Wandel. Ich habe mein Rezept noch ein wenig mit einem Spritzer Zitronensaft, Crème fraîche und Estragon verfeinert.

Zürcher Geschnetzeltes mit Erdäpfel Plätzchen und Kohlrabi

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Schalotten
  • 250 g Champignons
  • 500g Kalbsschale
  • Butterschmalz
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 50g Crème fraîche
  • Estragon getrocknet
  • 125 ml trockener Weißwein
  • 200ml Kalbsfond
  • 200 g Obers
  • Saft einer 1/2 Zitrone

Für die Erdäpfel Plätzchen

  • 350g gekochte Erdäpfel, vorwiegend festkochend
  • 40g Crème fraîche
  • 40g Schlagobers
  • 3 Eidotter
  • 30g glattes Mehl, gesiebt
  • 20g Maizena (Maisstärke)
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • geriebene Muskatnuss
  • Butterschmalz

Für die Kohlrabi

  • 2 Stück Kohlrabi
  • Petersilie
  • Butter
  • Meersalz aus der Mühle

1.Für die Erdäpfel Plätzchen die noch warmen Erdäpfel durch eine Presse drücken und mit allen Zutaten vermengen, mit Meersalz und Muskatnuss abschmecken. Butterschmalz in einer beschichteten Pfanne erhitzen und mit einem Ringausstecher die Masse in gleich grosse Plätzchen formen und von beiden Seiten her goldgelb anbraten. Aus der Pfanne nehmen und in eine feuerfeste Form geben, bereit stellen.

2.Kalbsschale von Fett und allen Sehnen befreien, in Scheiben und dann in feine Streifen schneiden. Schalotten schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Champignons waschen und Stile entfernen. Kleine Champignons im Ganzen lassen, große in Scheiben schneiden. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, Kalbfleisch darin kurz und scharf anbraten, sofort herausnehmen und auf einem Teller bereit stellen. Schalottenwürfel und die Pfanne, kurz sautieren, Champignons und Estragon hinzugeben, mit Weißwein ablöschen. Kalbsfond hinzugeben und kräftig aufkochen. Obers zugeben und die Sauce auf die gewünschte Konsistenz einkochen. Mit Meersalz, Pfeffer, Zitronensaft und Crème fraîche abschmecken. Fleisch in der Sauce warm halten, aber nicht mehr aufkochen.

3.Backofen auf 160 Grad vorheizen. Die Erdäpfel Plätzchen in den vorgeheizten Backofen geben und für circa 8 Minuten backen. Währenddessen Kohlrabi waschen, schälen, halbieren und in breite Stifte schneiden. Gesalzenes Wasser aufkochen und die Kohlrabistifte darin garen, abgießen und in Eiswasser abschrecken.  Petersilie von den Stilen zupfen und ganz fein hacken. Butter in einer Pfanne zerlassen und die Kohlrabi darin kurz abschwenken, mit Meersalz abschmecken und Petersilie zugeben.

Zürcher Geschnetzeltes
Zürcher Kalbsrahmgeschnetzeltes, Kohlrabi und Erdäpfelplätzchen… ©Michael Stricker

Hamburger Speck: zur Weihnachtszeit mal ganz anders!

Es ist wirklich mal an der Zeit diesem, uns so alltäglichen Grundprodukt, einen höheren Stellenwert einzuräumen. Und da wir uns mit Riesenschritten unaufhaltsam Richtung Weihnachten zu bewegen,  habe ich mir in meinem heutigen Rezept ein paar Gedanken zu dieser besinnlichen Jahreszeit gemacht. Euch wünsche ich nun ganz viel Freude bei Zimt, Süßkartoffel, Haselnüssen und getrockneten Cranberrys.

Wusstet ihr, das Hamburger Speck eigentlich eine Süßware aus Zuckerschaum ist, die traditionell in den norddeutschen Landesfarben rot und weiß angeboten wird? Eigentlich wird der durchzogene Räucherspeck, welchen wir in unseren heimischen Urlaubsdestinationen im Saisonbetrieb tonnenweise beim Frühstück verarbeiten auch nur hier in Österreich als „Hamburger Speck“ bezeichnet“. 

In Panko gebackener Hamburger Speck, Zimt-Süßkartoffelpüree und Zitronencreme

Zutaten für 4 Personen:

  • 600g Hamburger Speck am Stück
  • 2 Eier
  • Mehl
  • Panko
  • Öl zum ausbacken

Für das Süßkartoffelpüree

  • 600g Süßkartoffel
  • gemahlener Zimt
  • 150g Butter
  • Meersalz aus der Mühle

Für die Zitronencreme

  • 200g Crème fraîche
  • Zitronenöl
  • kleine Prise Salz
  • etwas Zitronensaft

Für die Cranberry-Haselnüsse

  • 2 rote Zwiebeln
  • 5g schwarze Pfefferkörner
  • 5g weißer Pfeffer ganz
  • 5g grüne Pfefferkörner
  • 2g rosa Beeren (rosa Pfeffer)
  • 150g Haselnüsse ganz
  • 100g getrocknete Cranberrys
  • 1 Bund frische Minze
  • Meersalz aus der Mühle
  • Öl

1.Süßkartoffeln waschen, gesalzenes Wasser im Topf aufkochen. Süßkartoffeln ungeschält darin garen.  Nach circa 20 Minuten sollten die Süßkartoffeln ganz weich sein. Noch warm schälen und im Topf mit Butter und etwas gemahlenem Zimt stampfen und bereit stellen.

2.Crème fraîche mit Salz, Zitronensaft und Zitronenöl abschmecken und kühl stellen. Rote Zwiebeln schälen, halbieren und in Würfel schneiden. Ganze Haselnüsse im Mörser grob zerstossen. Alle Pfeffersorten mit einander vermischen und gleichfalls im Mörser grob zerstossen. Minzeblätter von den Stilen entfernen und in feine Streifen schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebelwürfel zugeben, leicht salzen und weich dünsten. Geschroteten Pfeffer, Haselnüsse und getrocknete Cranberrys zugeben. Minze zugeben und eventuell nochmal mit etwas Meersalz aus der Mühle abschmecken, warm halten.

3.Hamburger Speck in 4 circa 0,5cm starke Scheiben schneiden. Speckscheiben der Reihe nach durch Mehl, Vollei und Pankomehl ziehen. Reichlich Öl in einer Pfanne erhitzen und die panierten Speckscheiben nach und nach darin goldbraun ausbacken.

Hirsch Ragout: Cranberry oder Preiselbeere, das ist hier die Frage!

Hirsch Ragout: Cranberry oder Preiselbeere, das ist hier die Frage!

Die Cranberry ist nicht nur eine essentielle Zutat für den bekannten Cosmopolitan Cocktail, welcher Dank „Sex in the city“ ein weltweites Rival erleben durfte. Moosbeeren werden hierzulande auch auch sehr gern in Wildgerichten kombiniert, so wie zum Beispiel in meinem Hirsch Ragout mit Brioche Knödel.

Jedes Jahr am 4.Donnerstag im November feiern die USA ihr Thanksgiving. Traditionell werden dann wieder Truthahn, Kürbis und die herb säuerliche Cranberry zu diesem Anlass gereicht. In Nordwesteuropa ist diese Kulturpreiselbeere, Mossbeere oder auch Kranbeere, wie dieses Heidegewächs niederdeutsch bezeichnet wird,  weit verbreitetet. In Geschmack und Aussehen unterscheidet sie sich jedoch deutlich von der echten Preiselbeere. Ich habe mich in meinem neuen Rezept für die Cranberry entschieden und wünsche euch viel Freude beim kochen.

Hirschragout mit Cranberrys, Brioche Knödel und Apfelrotkraut

Zutaten für 4 Personen:

  • 800g Hirschfleisch, aus der Keule, zugeputzt
  • 2 rote Zwiebeln
  • 0,75Lt Blaufränkisch
  • 1 Rosmarinzweig
  • 1/2 Zimtstange
  • 5 Wacholderbeeren
  • 5 Nelken
  • 10 schwarze Pfefferkörner
  • 2 Pimentbeeren
  • 2 Lorbeerblätter
  • 100g Butter
  • Meersalz aus der Mühle
  • 1El Tomatenmark
  • etwas Mehl zum einstäuben
  • 20g Kochschokolade

Für das Rotkraut:

  • 600g Rotkraut
  • 1 rote Zwiebel
  • 0,25Lt Apfelsaft
  • 0,25Lt Rotwein
  • 1 säuerliche Äpfel
  • 1/4 Zimtstange
  • 2 Lorbeerblätter
  • Meersalz und Zucker

Für die Brioche Knödel:

  • 250g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 50g flüssige Butter
  • 1 Eidotter
  • 50g Zucker
  • 0,125ml warme Milch
  • Prise Salz
  • 3/4Lt Öl zum ausbacken der Knödel

Für die Cranbberry:

  • 200g Cranberry
  • 200g Zucker
  • 1 Spritzer Vanille Balsam Essig

1.Rotkraut halbieren, vierteln, Strunk herausschneiden und in feine Streifen schneiden. Apfel waschen, schälen, vierteln und Kerngehäuse entfernen. Apfel in grobe Würfel schneiden. Rotkraut und Apfel gut zuckern, Meersalz aus der Mühle hinzugeben, alles kräftig mit einander vermengen. Mit Rotwein und Apfelsaft auffüllen, Zimtstange hinzugeben und gut abgedeckt für 24 Stunden im Kühlschrank marinieren.

Hirsch Ragout mit herb säuerlichen Cranberrys ©Michael Stricker

2.Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Butter in einem Topf erhitzen, die Zwiebel darin angehen lassen. Das am Vortag marinierte Rotkraut zu den Zwiebeln hinzugeben, mit anschwitzen und mit der Flüssigkeit auffüllen. Lorbeerblätter hinzu geben und Rotkraut auf kleiner Flamme für circa 2 Stunden weich köcheln.

3.Zwei rote Zwiebeln schälen, halbieren, in feine Würfel schneiden. Hirschfleisch in Gulasch große Würfel schneiden. Butter im Topf erhitzen und Fleisch mit den Zwiebeln darin anrösten. Tomatenmark hinzugeben, leicht karamellisieren, mit Mehl einstäuben und durchmischen. Mit Rotwein ablöschen, Zimtstange, Rosmarin und Lorbeerblätter hinzugeben. Die restlichen, leicht angedrückten Gewürze in einem Tee-Ei hinzugeben und das Ragout auf kleiner Flamme für circa 2 bis 2 1/2 Stunden weich schmoren.

4.Für die Brioche Knödel Milch leicht erwärmen und mit der Hefe, Zucker und salz vermengen. Mehl in eine Schüssel geben, Eidotter hinzugeben und mit der Milch zusammen alles zu einem glatten Teig verkneten. Die Schüssel mit einem Tuch abgedeckt an einem warmen Platz für 20 Minuten gehen lassen. Öl in einem Topf erhitzen, den Hefeteig zu kleinen Knödel abdrehen und im Öl goldbraun ausbacken.

5.Hirschragout mit Meersalz abschmecken und mit der Kochschokolade legieren. Die Cranberrys mit dem Zucker in einer Pfanne unter ständigem Rühren auf kleiner Flamme erhitzen. Zucker löst das Pektin aus den Beeren heraus und bindet die Flüssigkeit. Die weich gegarten Moosbeeren zum Schluß mit einem kleinen Spritzer Vanille Balsam Essig abschmecken.

Hirsch Ragout mit Rotkraut, Brioche Knödel und Canberras

Gerste, ein echtes Superfood aus den Montafoner Alpen!

Im Montafon war Gerste besonders während der beiden Weltkriege eines der wichtigen Nahrungsmittel. Gerste wurde sogar bis auf 1.100 Meter Seehöhe angebaut. Alle Zutaten für eine nahrhafte Gerstensuppe ernteten die Bauern aus ihrem Garten und in der Selchkammer. Diese Tradition der Gerstensuppe wird bis zum heutigen Tage in Vorarlberg weitergeführt. Auch ich habe im Montafon diese Suppe erlernt, und vor allem schätzen gelernt.

Gerste ist, neben Weizen, vermutlich die älteste, uns bekannte Getreideart. Sie enthält eine Menge an Mineralstoffen und Vitaminen. Reich ist sie an Kalzium, Eisen, Kobalt, Zink, Phosphor und besitzt einen beachtenswerten Anteil an Kieselsäure. Somit zählt Gerste zweifelsohne zu den sogenannten Superfoods. Und neben gehaltvollen Suppen findet sie auch in der Herstellung von Bier und Whiskey reichlich Verwendung. Ich wünsche euch gutes Gelingen und viel Freude mit meinem neuen Rezept.

Montafoner Gerstensuppe mit Speck und Selchfleisch

Zutaten für 4 Personen:

  • 100g Bohnen rot, dies entspricht circa 1 Dose
  • 200 g Rollgerste (Graupen)
  • 50 g Hamburgerspeck (mit Schwarte)
  • 100g Selchfleisch
  • 2 Zwiebeln
  • 100g Sellerie (Knolle)
  • 100g Karotten
  • Wasser
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Bund Petersilie
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • geriebene Muskatnuss

1.Rote Bohnen am Tag zuvor in reichlich Wasser einweichen. Wer will, darf auch gerne eine Dose rote Bohnen verwenden. Diese sind in der Handhabe wesentlich einfacher. Rollgerste zwei Stunden in Wasser einweichen und danach gut abwaschen. Rollgerste ist bereits geschälte Gerste. Danach die Bohnen in ungesalzenem Wasser für 1 1/2 Stunden weich kochen. Ungesalzen, da sonst die Bohnen nicht weich werden.

2.Gerste, Speck und Selchfleisch im Ganzen dazu geben. Nach circa einer Stunde Garzeit das Selchfleisch und den Speck herausnehmen, abkühlen lassen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel, Sellerie und Karotten schälen, halbieren und in kleine Würfel schneiden. Zwiebeln, Karotten und Sellerie in den Topf geben und circa 20 Minuten köcheln lassen. Bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen, Knoblauch schälen, halbieren und ganz fein hacken. Knoblauch zur Suppe geben.

3.Würfelig geschnittener Speck und Selchfleisch zur Suppe geben und mit Meersalz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss gut abschmecken. Petersilie waschen, von den Stilen zupfen und fein hacken. Als Garnitur über die Suppe streuen.

Montafoner Gerstensuppe… Powerfood an kalten Tagen ©Michael Stricker

 

Guntram Fechtig, der Typ der es einfach macht!

Das Bild das du bekommst, ist mir beim Shooting egal!
So richtig scheiß egal!!!!!
Denn die Geschichte und die Erinnerung an das Shooting.
Oder so wie bei uns, unser Abend.
Das ist die Magie wo ein Bild genial macht.

Das Foto das du bekommst, ist mir beim Shooting egal!
So richtig scheiß egal!!!!!
Denn die Geschichte und die Erinnerung an das Shooting.
Oder so wie bei uns, unser Abend.
Das ist die Magie wo ein Bild genial macht.

Ich bin kein Fotograf!
Ich bin ein Magie in Pixel Stecker dödel 🥳

Diese Worte stammen nicht von mir. Das sagt Guntram Fechtig in all seiner Bescheidenheit über sich selber. Und doch weiß er ziemlich genau, das er gut ist in dem was er tut, richtig gut! Den Beweis für sein Können, sein Gefühl, seinen Blick für das Wesentliche liefert er täglich.

Irgendwie war’s ne spontane Idee von Guntram, aber irgendwie war er auch heiss darauf, das wir uns nach beinahe 1 jährigem regen Kontakt persönlich kennenlernen. Durch Zufall und Social Media wurden wir auf einander aufmerksam, und so entwickelte sich langsam aber beständig eine Freundschaft aus diesem Kontakt. Ich empfand die Beiträge mit seinen damaligen Hauptdarstellern, den Lego Figuren, einfach nur genial, zumal sie mich an meine eigene Kindheit erinnerten. Und heute war es denn soweit. Guntram wollte fotografieren, er hatte richtig „Bock“, um es mit seinen Worten zu sagen.

Guntram ist Autodidakt. Und ein ebensolcher Idealist wie ich. Idealisten machen das was sie tun, nicht weil sie müssen oder reich werden wollen, sondern weil sie das was sie machen, mit Leidenschaft tun, dafür brennen sie. Leider führt das auch des öfteren dazu, das man chronisch pleite ist, die Taschen leer sind. Und dann werden halt die Turnschuhe auch täglich nach Löchern überprüft. Erst dann kann man sich völlig sicher sein, das sie auch richtig „eingelaufen“ sind. Manch anderer würde dieses Verhalten mit sparsam umschreiben, Guntram nimmt’s mit Humor…

Bedingt durch meine berufliche Tätigkeit, hatte ich schon des öfteren Kontakt mit dem einen oder anderen Fotografen. Und mich nerven ehrlich gesagt diese Fotografen, die immer diese ganz tolle Ideen haben „Hey, mach doch mal dieses, mach doch mal jenes!“. Ein guter Fotograf fängt den Moment ein, der sich ihm bietet. Eigentlich ist er gar nicht da. Und das er da war, bemerkt man erst viel später beim Betrachten der fertigen Bilder. Dann fragt man sich „wann hat der Kerl denn das Bild gemacht??? Daran kann ich mich gar nicht erinnern“. Guntram stellt sich auf sein Gegenüber ein, er verändert nicht, er fordert nicht. Und er nimmt sich nur das, was du bereit bist freiwillig zu geben.

Guntram Fechtig
Guntram Fechtig ©Guntram Fechtig

Nur, Guntram nimmt nicht nur. Er gibt auch extrem viel. Sogar sein Privatleben ist kein großes Geheimnis für ihn. Die Basics lässt er den Interessierten in einer kleinen Geschichte über sich selber wissen:

Naja meine Geschichte.

Das wird ne ganz kurze Nummer.

Wurde irgendwann in den 80er produziert.

Bin so verrückt das 1 Kind nicht genug war, darum sind jetzt 4 kleine Monster bei uns.

Wohne irgendwo in dem schönen Kuhdorf Weiler.

Vor 13 Jahren hab ich meine große Liebe gefunden.

Ich rasiere mich nicht gerne wie man sieht.

Die Geschichte zu dem ganzen Foto Dingsbums. Da stehe ich noch total in den Kinderschuhen. Um so mehr freut es mich das du mit mir diese Geschichte neu schreibst.

Unsere Geschichte heute Abend war sich kennenlernen, und ein klein wenig kochen natürlich. Und Musik, richtig guter Musik. Manchmal denke ich, ohne gute Musik kann ich nicht wirklich gut kochen, finde nicht in meinem „Lauf“… Kennt ihr das Gefühl, du schaust irgendwann im Laufe des Abends auf die Uhr und denkst dir, Himmel, ist es wirklich schon so spät? Dann weißt du, das du einen richtig tollen Abend hattest, denn die Zeit ist nur so geflogen. Und nein, manchmal ist es wirklich nicht so wichtig, was es zu essen gibt, viel wichtiger ist, das gutes Essen Menschen zusammenführt. Essen ist Begleitung, Bereicherung, denn entscheidend ist, mit wem du dein Essen teilst. Guntram, es war mir eine Ehre und Freude heute Abend mein Essen mit dir teilen zu dürfen!

Stay tuned…   Wer mehr über Guntram Fechtig wissen will, klickt hier!

Guntram Fechtig
Impressionen ©Guntram Fechtig

Rumpsteak, ein ordentliches Stück Fleisch für echte Männer!

Ein ordentliches Stück Fleisch, das ist was für echte Männer. Und jedes Stück mit einem Gewicht unter 300g gilt in Kreisen von Köchen als Carpaccio. Aber ganz so streng wollen wir heute nicht sein. Schließlich soll es ja auch ein Genuss sein. Und für diesen Genuss habe ich euch einen Teil aus dem Roastbeef, auch Beiried genannt, ausgesucht: das Rumpsteak. 

Eigentlich ist es ein absoluter Klassiker, dieses Rumpsteak Strindberg. Zeit, sich mal ein paar Gedanken über diesen unverwechselbaren Geschmack zu machen. Im Original wird das Steak angebraten, mit Senf eingestrichen, mit fein geschnittenen Zwiebeln paniert und dann durch Ei gezogen. Ich stelle euch heute das Rumpsteak in meinem Rezept mit einer Senf-Zwiebelkruste gratiniert, Blattspinat und Krenpolenta vor.

Rumpsteak, Zwiebel-Senfkruste, Blattspinat und Krenpolenta

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Rumpsteak à 250g
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum anbraten

Für die Zwiebel-Senfkruste

  • 6 Zwiebeln
  • 2El Dijon Senf
  • 2 Eidotter
  • etwas Maizena

Für den Spinat

  • 500g Blattspinat oder Spinatsalat
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100ml Gemüsebrühe
  • Meersalz
  • Muskatnuss
  • etwas Butter

Für die Polenta

  • 250g Polenta
  • 500ml Wasser
  • Muskatnuss
  • 2Tl Kren aus dem Glas
  • Meersalz aus der Mühle
  • etwas weiche Butter für die Form

1.Zwiebeln schälen und in ganz feine Würfel schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel darin kurz farblos anschwitzen, mit Meersalz würzen und in etwas Wasser ganz weich dünsten. Zwiebeln über ein Sieb geben und kräftig ausdrücken. Die Zwiebeln müssen ganz trocken sein. Nochmal abschmecken, mit dem Stabiler fein pürieren, Senf und Eidotter untermischen. Falls unbedingt nötig etwas Maizena zur Bindung zugeben, bereit stellen.

Fleisch pur: das Rumpsteak

2.Wasser in einem Topf aufkochen, Polenta zugeben und auf kleiner Flamme weich kochen. Mit Meersalz, Kren und etwas Muskatnuss abschmecken. Polenta auf passendes, eingefettetes Geschirr circa 1cm hoch gleichmässig ausstreichen und kühl stellen. Die abgekühlte Polenta stürzen und in 4 gleichmassig geschnittene Schnitten schneiden. Kurz vor dem Anrichten die Polenta in einer beschichteten Pfanne mit etwa Olivenöl von beiden Seiten her kurz anbraten.

3.Backofen auf 220Grad Oberhitze vorheizen. Rumpsteak von beiden Seiten mit Meersalz würzen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Steak darin scharf anbraten. Steaks entnehmen und mit der Pfeffermühle würzen. Zwiebelmasse gleichmässig auf den Steaks verteilen und im Backofen bei Oberhitze für circa 6 Minuten gratinieren.

4.Blattspinat gründlich waschen und von den Stilen befreien. Spinatsalat ist eine gute Alternative, aber nicht so kräftig im Geschmack. Rote Zwiebel und Knoblauch schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden. Gemüsebrühe mit etwas Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin kurz dünsten, Spinat zugeben, weich dünsten und mit Meersalz und Muskatnuss abschmecken. Spinat aus der Gemüsebrühe nehmen und gut abtropfen lassen und in Form drücken.

Herrlich durchwachsenes Rumpsteak, Zwiebelkruste, Spinat und Krenpolenta

Über mich…

Geboren 1967 in Bülach, Kanton Zürich, Schweiz, als Kind deutscher Eltern, Mutter aus Essen und Vater aus Berlin, bin ich im württembergischen Allgäu, einer ländlich geprägten Region,  in Bad Wurzach um genau zu sein, wohl behütet aufgewachsen. Im jugendlichen Alter von 20 Jahren erfolgreich die Allgemeine Hochschulreife am Salvatorkolleg im Heimatort abgelegt, sollte es ein Jahr später hinaus in die große, weite Welt, nach Heidelberg, du feine, mit Freundin, Sack und wenig Pack gehen, Studium in Germanistik und Soziologie war angesagt.

Grund hierfür war meine erste Leidenschaft: Journalismus. Schon während dem Abitur arbeitete ich nebenbei für die regionale schwäbische Zeitung und dem damals angesagtesten Radiosender in der Region, Radio7. Ja, und die Freundin? Die hatte damals gerade in einem Kisslegger Landgasthof ihre Ausbildung zur Köchin erfolgreich beendet. Initialzündung? Weit gefehlt! Ich war bis dato immer der Gourmet. Einer derer, die lieber die Resultate erfolgreicher Küchenarbeit anderer, bei Tisch und Stuhl gemütlich im Restaurant oder Hotel degustieren. Halt ein verwöhnter Sohn aus gehobener Mittelstandsschicht. Aber, ich habe gelernt zu arbeiten, und das nicht erst in der Ausbildung zum Koch. Während des Studiums brachte ich nicht selten sieben Tage die Woche im „Güldenen Schaf “ zu Heidelberg, mitten auf der Hauptstraße, zu. Das ist die Fußgängerzone in Heidelberg, also die Touristenmeile. Wer es nicht glaubt kann sich gerne mal nach einer durchzechten Partynacht in der „Tangente“ oder dem „Cave 54“ morgens um 06.00 Uhr vor der Heiliggeistkirche von einer Horde mit Atemschutz bewaffneter Japaner über den Haufen rennen lassen. Genau so wird es geschehen…

Und ja, es war eine tolle Zeit! Und sie wurde immer besser… Initialzündung? JA! Aber nicht wie ihr jetzt denkt. Nein, ungelogen geschehen bei einer Vorlesung über linguistische Textanalyse im Palais Boisserrée, der Germanistischen Fakultät, in der angeblich schon Johann Wolfgang Goethe gelebt haben soll. Steht zumindest auf einer Gedenktafel am Haus. Die Gretchenfrage war: was machst du eigentlich hier??? Ich hatte es schlicht und ergreifend satt unaufhörlich mit theoretischem Wissen geschwängert zu werden, ich musste raus!

Regional ist gut

Also ab nach Hause, Freundin interviewt, wo man eine wirklich gute Ausbildung zum Koch in Region machen könne. Antwort: keine Ahnung. Aber setz dich doch mal mit Thomas in Verbindung. Thomas war Küchenmeister, gerade geworden, an der Hotelfachschule in Heidelberg. Und Thomas meinte, ruf da mal an. Gemeint war ein kleines Haus, mitten im Odenwald, ja, da sagen sich wirklich Fuchs und Hase Gute Nacht, am Ende einer Straße, wo es nicht mehr weiterging, 1 Stern im Guide Michelin, 16 Punkte im Gault Millau, dem damaligen Mekka aller Feinschmecker in der Region, dem Goldenen Pflug zu Eiterbach!. Ich tat genau das was Thomas mir empfohlen: angerufen, Samstags Vorstellungsgespräch, eine Woche später Sonntags Ausbildungsvertrag unterschrieben, Alter 28 Jahre. Und 2 1/2 Jahre später durfte ich mich nach deutschem Recht der IHK Rhein-Neckar „Koch“ nennen. Zwischendurch besorgte ich mir noch eine Aushilfsbeschäftigung für zwei Tage die Woche, um mir das Geld für die Ausbildung zu verdienen, im Weißen Bock in Heidelberg, bei Jürgen Merz. Kein Tag frei, kein Urlaub, 2 Jahre lang. Wenn ich im Weißen Bock bei Ans, dem damaligen Souschef anrief, um ihm meinen Urlaub mitzuteilen, damit ich etwas mehr dort arbeiten konnte, war die kurze aber sehr einprägsame Antwort: „ja, dann komsch“. Und ich: „Wie jetzt? Den ganzen Urlaub?“ Antwort: „Willsch oder willsch net?“ Nein, ich hatte keine Fragen mehr.

Und drei Monate nach Ausbildungsende war ich selber dann stellvertretender Küchenchef, In Viernheim, in einem 4****Sterne Businesshotel. Nichts besonderes, aber immerhin Souschef mit einem damaligen Gehalt von sage und schreibe 3000.- DM damals. Das war noch Geld….

Und im Mai 2000 erfolgte dann der Sprung nach Österreich, Salzburg. WOW! Tolle Stadt. Erste Position: Chef Tournant. Dann ging’s das erste Mal in die Berge, zum ersten Mal Saison, Winter, nach Schruns im Montafon, Vorarlberg. Das Niveau stieg wieder rasant an: Küchenchef Josef Krischan, 2 Hauben, 16 Punkte, und ich sein Souschef. Ein Gott am Herd! Nicht viele haben mir so imponiert und mich so geprägt wie er, Leidenschaft pur.

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Dann das erste Mal im Traumhotel in rosa (ich war insgesamt drei Mal dort)! Kennt ihr bestimmt: 5*****Liebes Rot-Flüh im Tannheimer Tal, Tirol. Erst Souschef, dann 1/2 Jahr später Küchenchef. Damals lebte noch Renate Huber, die Seniorchefin. „Genau so muss ein Dressing schmecken!“ war eines Ihrer Komplimente, welche ich nie vergessen habe. Ein gastronomischer Urgestein, gleich Ihrem Mann, den ich aber leider nicht mehr kennenlernen durfte. Als dieser Pionier des österreichischen Tourismus auf die Idee kam, auf 1200m Seehöhe einen Außenpool zu bauen, erklärten ihn die Einheimischen für endgültig verrückt. Und heute macht’s jeder. Ist wie mit Franz Keller. Den hat man auch für verrückt erklärt, als er in der 80er Jahren Weißwein nicht mehr wie allgemein üblich im Holzfass, sondern im Stahltank ausbaute. Und heute macht’s jeder, also so gut wie jeder.

Ab 2003 wurde ich dann „fast“ sesshaft. Wieder im Montafon, aber noch weiter oben, mitten in den Bergen, auf beinahe 1500m Seehöhe, in der „Heimspitze“ in Gargellen, 9 Jahre lang. Und da kamen dann die Auszeichnungen, Hauben, Kochlöffel, Bestecke. Alles in allem Platz 20 in Vorarlberg und Platz 93 von ganz Österreich. Danach wollte ich ruhiger werden. Aber bei meiner Vorgeschichte nahm mir das keiner mehr ab, die Anforderung und Ansprüche an mich blieben die selben, wie eh und je. Und dann, 2014 wurde ich tatsächlich sesshaft, in Tirol! Kochen tue ich heute noch am liebsten, wann immer es mich „reißt“, mal alleine, mal mit Freunden, aber immer mit meiner ganzen Liebe zum Kochen.

Regional ist gut

Diesen Blog nun habe ich mit ebenso viel Liebe und Herzblut aufgebaut und betreibe ihn seit beinah 4 Jahren. Sicherlich waren die Anfänge recht unbeholfen. Bilder und Videos wurden damals noch mit dem Handy aufgenommen. Aus heutiger Sicht eher nicht wirklich professionell. Aber ich habe mich auch dazu entschieden diese Zeugnisse meiner Entwicklung weiterhin auf diesem Blog zu belassen. Neben diesem Blog schreibe ich noch 5 mal die Woche Rezepte mit Bildern für ein Wiener Online Gastromagazin. Nein, es wird mir nicht fad. Und fad soll es euch auch nicht werden. Deshalb stelle ich euch gerne weiterhin meine Beiträge zur Verfügung in der Hoffnung euch eine kleine Freude damit zu bereiten!

Euer Michael Stricker

Gefrorene Luftschokolade: die etwas andere Schokolade!

Ich muss gestehen, auch ich habe schon mal mit Molekularküche ein wenig experimentiert. Und dabei ist es dann auch geblieben. Eigentlich kochen wir molekular schon seit Entdeckung des Feuers. Und manchmal kommen dabei recht interessante Ergebnisse zustande. Eisgekühlte Luftschokolade ist eines dieser bemerkenswerten Ergebnisse.

Ich liebe Luftschokolade. Schon als ich dieses Rezept das erste Mal ausprobiert habe, hat es mich nicht mehr losgelassen. Eine ISI Sprühflasche und 1 Sahnekapsel sorgen für die nötige Luftigkeit und durch das Einfrieren wird die Schokolade richtig schön knackig am Gaumen. Diese gefrorene Luftschokolade wird mit Sicherheit zu einem absoluten Highlight bei euren Gästen!

Gefrorene Luftschokolade

Zutaten für 4 Personen:

  • 250g Schlagobers
  • 50g Eidotter (von circa 2 – 3 Eiern Größe M)
  • 50g Zucker
  • 1/2 Blatt Gelatine
  • 75g weiße Schokolade oder weiße Kuvertüre

1.Zunächst die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Dann Schlagobers, Eidotter und Zucker in einer Schüssel mit gewölbtem Boden über einem heißen Wasserbad mit dem Schneebesen rühren, bis die Masse dick wird. In der Fachsprache spricht man hierbei von „zur Rose abziehen“. Die eingeweichte Gelatine in die warme Masse zugeben und darin auflösen.

Luftschokolade
Erfrischend knackige Luftschokolade

2.Die weiße Schokolade in Stücke brechen und ebenfalls in deiner Schüssel über dem Wasserbad schmelzen. Danach die geschmolzene Schokolade unter die Schlagobers-Eigelb-Masse heben und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

3.Die abgekühlte Masse eine ISI Flasche mit 0,5Lt. Inhalt füllen, gut verschließen, mit einer Patrone versehen und die Flasche kräftig schütteln. Die Flasche für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

4.Nach dem Abkühlen den Inhalt der ISI Flasche gleichmässig in 4 Kaffetassen sprühen. Die Schokolade lässt sich nach dem Einfrieren unter etwas fließend warmen Wasser wieder bequem aus der Tasse herauslösen. Die Tassen nun für mindestens 3 Stunden einfrieren.

5.Kurz vor dem Servieren die gefrorene Luftschokolade aus den Tassen herauslösen und mit einem Messer in Stücke zerstossen. Wenn man nicht gleich alle Stücke benötigt, kann man sie auch wieder problemlos einfrieren. So hat man ein perfekt vorbereitetes Dessert.

Luftschokolade
Weiße Schokolade und ISI Sahnekapseln, eine luftige Kombination

Die Forelle aus heimischen Gewässern!

Österreich ist reich an heimischen Süßwasserfischen. Und was gibt es schöneres für einen leidenschaftlichen Koch, als fangfrische Forelle direkt aus alpinen Quellgewässern. Und wenn schon österreichisch, warum dann nicht auch mal ein Forellenfilet mit typisch österreichischen Beilagen wie Wurzelgemüse, frisch gerissenem Kren und wunderbar luftigen, hausgemachten Grießnockerl?

Auch Fisch ist eine meiner großer Leidenschaften. Fisch ist irrsinnig vielfältig kombinierbar. Und so entstehen immer wieder neue, spannende Kreationen, die auf unseren heimischen Speisekarten niemals Langweile aufkommen lassen. Wer Angst vor Gräten hat, dem sei gesagt: je frischer der Fisch, umso schwerer lassen sich die Gräten herausziehen. Wir Köche sprechen dann davon, das der Fisch noch an seinen Gräten hängt. Und heute gibt es ganz frischen Fisch.

Forellenfilet auf Wurzelgemüse, frisch gerissenem Kren und Grießnockerl

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 Forellenfilets
  • frische Krenwurzel
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Mehl
  • Öl zum anbraten

Für das Wurzelgemüse

  • 100g Karotten
  • 100g Pastinake
  • 100g Sellerie
  • 100g Lauch
  • etwas Butter
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Muskatnuss

Für die Grießnockerl

  • 200g Grieß
  • 2 Vollei
  • 100g Butter
  • frisch gemahlene Muskatnuss
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Für die Krensauce

  • 1 Zwiebel
  • 100g Kren aus dem Glas
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1/8Lt Weißwein
  • 200ml Gemüsebrühe
  • 200ml Obers
  • Meersalz aus der Mühle
  • etwas Öl

1.Für die Grießnockerl zunächst die Butter mit der Küchenmaschine schaumig schlagen. Dann die Eier nach und nach hinzugeben. Zum Schluß den Grieß unterrühren. Mit Meersalz, Pfeffer und frisch gemahlener Muskatnuss abschmecken, 20 Minuten bei Zimmertemperatur quellen lassen. Mit 2 Kaffeelöffel gleichförmige Nockerl abdrehen und diese dann zwischenzeitlich kühlen.

2.Das Wurzelgemüse gründlich waschen. Pastinake, Sellerie und Karotten schälen. Den unteren Teil vom Lauch bis hin zum hellgrünen halbieren und unter fließend kaltem Wasser gut abwaschen. Aus dem gesamten Gemüse Streifen schneiden. Einen Topf mit gesalzenem Wasser aufstellen und das Gemüse darin kurz blanchieren. Es sollte alles noch einen leichten Biss haben. Danach über ein Sieb abgießen und gut mit kaltem Wasser abschrecken. Den Kren abwaschen und schälen. Das Gemüse mit der Krenwurzel bereit stellen.

3.DieZwiebel schälen, halbieren und in feinwürfelig schneiden. In einem Topf Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel darin farblos anschwitzen und mit Weißwein und Gemüsebrühe ablöschen. Lorbeerblatt und Kren aus dem Glas hnizugeben, aufkochen und die Sahne hinzugegen. Nochmals kräftig aufkochen und das Lorbeerblatt entfernen. Die Sauce mit Meersalz und Pfeffer abschmecken und mit dem Stabmixer pürieren und durch ein feines Haarsieb passieren.

4.In einem Topf gesalzenes Wasser erhitzen und die kalten Grießnockerl darin 2 Minuten kräftig kochen. Dann mit Eiswürfel die Temperatur des Kochwasser kräftig senken und die Grießnockerl bei mittlerer Hitze weitere 20 Minuten leicht köcheln lassen, bis sie richtig aufgegangen sind.

5.Zwischenzeitlich die Forellenfilets unter kaltem Wasser abwaschen und mit einer Grätenzange die Gräten entfernen. Die Filets beidseitig salzen und leicht pfeffern. In einer Pfanne Öl erhitzen. Die Hautseite der Filets mit dem Mehl leicht einstäuben. Die Fischfilets mit der Hautseite nach unten in der Pfanne bei mittlerer Hitze circa 5 Minuten braten. Die Fleischseite nur ganz kurz angebraten. Danach die Filets sofort aus der Pfanne nehmen.

6.In einer Pfanne die Butter mit etwas Gemüsebrühe erhitzen und das Wurzelgemüse darin kurz erhitzen und mit Meersalz, Muskatnuss und Pfeffer abschmecken. Zunächst das Gemüse mittig anrichten. Fischfilet darauf legen und den frisch gerissenen Kren auf dem Filet anrichten. Die Grießnockerl dazu geben und die Krensauce um den Fisch herumlaufen lassen.

Forelle
Fangfrische Forelle, Grießnockerl, Kren und Wurzelgemüse: ein echt heimisches Schmankerl!

 

Pute, Cesar Salad und Chili: Fastfood für Zuhause!

Fastfood steht hoch im Kurs! Schnell mal hin, schnell mal auswählen, kaufen, essen, gehen. Aber richtig gutes Fastfood ist heutzutage hausgemacht. Dafür braucht es zwar nicht stundenlange Vorbereitung, aber ein klein wenig Zeit sollte man sich für mein Rezept mit Pute, hausgemachter Chili Sauce und Cesar Salad schon nehmen.

Ich mag Rezepte, Rezepte mit Hintergrund und Vergangenheit. Denn nur wer die Klassik kennt, kann sich in der Gegenwart zurechtfinden und mit dem notwendigen Background weiter entwickeln. Beim Cesar Salad habe ich die Brotcroutons weggelassen, denn das Geflügel ist mit der Panko Panade schon knusprig genug.

Gebackene Pute mit Cesar Salad und Chili Sauce

Zutaten für 4 Personen:

  • 500g Putenbrust
  • 3 Eier
  • 150g Panko (gröbere Semmelbrösel aus dem Asia Shop)
  • 100g Mehl
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle, Öl zum Ausbacken
  • 2 Romana Salate

Für die Chili Sauce

  • 30g Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Kafir Limettenblätter
  • 20g frische Ingwerwurzel
  • 1-3 scharfe Chili-Schoten
  • 3El. süße Sojasauce oder Mirin
  • 3 El. salzige Sojasauce
  • 1 El. Zitronensaft
  • 100ml Gemüsebrühe
  • Meersalz aus der Mühle, etwas Sesamöl zum Anbraten

1. Die Putenbrust von allen Sehnen und Flachsen befreien und in 1cm starke Streifen schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen. Drei Schüssel bereitstellen, eine für die Panko Semmelbrösel, eine für das Mehl und die dritte für die 3 aufgeschlagenen Eier. Die gewürzten Putenstreifen nun der Reihe nach zuerst im Mehl wälzen, dann im Vollei und zum Schluß durch das Panko. Die so panierten Putenbruststreifen auf einem Teller bereitstellen.

2. Für das Dressing die Knoblauchzehen schälen, halbieren, das Bürzel in der Mitte der Zehe entfernen und mit dem Olivenöl zusammen im Mixer ganz fein pürieren. 3 Eigelb zusammen mit dem Senf und der Sardellenpaste in eine Schüssel geben, alles zusammen berühren. Nun mit einem Schneebesen unter ständigem Rühren das Knoblauchöl zu den Eiern dazugeben bis eine Mayonnaise entsteht. Zur Mayonnaise Obers und Zitronensaft hinzugeben und mit der Worcestershire Sauce, Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing sollte etwas dicklich sein und einen kräftigen Geschmack haben. Ich gebe gern dem Dressing schon von Anfang an geriebenen Parmesan hinzu. Einfach mal ausprobieren, ohne Parmesan, mit Parmesan.  Die einzelnen Blätter des Romana Salat herauslösen und waschen, abtropfen und bereitstellen.

3. Für die Chilisauce Schalotte, Ingwer und Knoblauch schälen, Bürzel wieder entfernen, die Chili-Schoten halbieren, entkernen und waschen und alles zusammen in ganz feine Würfel schneiden oder im Mörser zerstoßen. in einem Topf Sesamöl bei mittlerer Stärke erhitzen, das fein gewürfelte Gemüse darin leicht anschwitzen, mit süßer Sojasauce, Zitronensaft und Gemüsebrühe ablöschen, Kafir Limettenblätter hinzugeben und leicht köcheln lassen. Etwas Reismehl in kalter Gemüsebrühe auflösen und die Chilisauce damit auf die gewünschte Konsistenz abbinden, mit Salz abschmecken. Die Limettenblätter noch weiter in der Sauce ziehen, beim Anrichten dann entfernen. Zwischenzeitlich kalt stellen.

4. Zum Ausbacken der Putenbruststreifen ausreichend Öl in einem Topf erhitzen. Nicht alle Streifen auf einmal ausbacken, da sonst das heiße Öl im Topf zu schnell ansteigt und überlaufen kann. Ist das Öl bei mittlerer Hitze, sind die Streifen fertig wenn sie knusprig goldbraun sind. Danach die knusprigen Streifen auf Küchenkrepp vom überschüssigen Öl abtropfen lassen.

Gebackene Pute
Putenbrust gebacken mit hausgemachter Chili Sauce und Cesar Salad

5. Die Romana Salatblätter zu gleichen Teilen auf den Tellern verteilen, das Cesar Dressing darüber laufen lassen und Parmesan mit einem Trüffelhobel oder Sparschaler in Streifen über den Salat hobeln. Die Chilisauce in kleine Schälchen abfüllen, Putenbruststreifen anrichten. Wer möchte, kann noch Kirschtomaten kurz in das noch heiße Öl geben, bis die Haut anfängt aufzuplatzen. Sofort aus dem Öl herausnehmen, auf Küchenkrepp abtropfen, aus der Mühle salzen und als Garnitur zum Salat geben.

Gebackene Pute
Cesar Dressing

Muscheln und Tomate

Darf man Muscheln eigentlich nur in den Monaten essen, die auf „er“ enden? Manchmal muss ich schon ein wenig grinsen, wie lang sich solche Gerüchte halten. Ich esse Muscheln, wann immer ich Lust darauf habe. Und am liebsten sind sie mir mit Tomate und ofenfrischem Baguette.

Das Gerücht stammt noch aus einer Zeit, in der wir nicht über entsprechende, durchgängige Kühlung von der Produktionsstätte bis hin zum Bestimmungsort verfügten. Für den Verzehr von Muscheln ein nicht gerade gesunder Umstand. Heute jedoch können Muscheln jederzeit bedenkenlos konsumiert werden. Und damit Muscheln auch so richtig zum Genuss werden, stelle ich heute mein Lieblingsrezept vor. Ich empfehle euch jedoch hierfür 2 Tage einzuplanen. Am ersten Tag wird der Tomatenfond produziert, und am zweiten das Gemüse.

Muscheln aus dem Tomatenfond mit gebratenem Gemüse

Zutaten für 4 Personen:

  • 3Kg Muscheln
  • 4 Fenchel
  • 200g getrocknete Tomaten
  • 6 reife Tomaten
  • 400g Karotten, gelb und rot
  • 4 Beta Sweet Karotten
  • 4 Schalotten
  • 4 Knoblauchzehen
  • 400g Stangensellerie
  • 1/4Lt Weißwein
  • 4cl Pernod
  • 1,5 liter Wasser
  • 2g getrockneter Estragon
  • 3 Lorbeerblätter
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Tag 1:

1.Schalotten und Knoblauch schälen und in grobe Stücke schneiden. Stiele und Strunk vom Fenchel entfernen und mit Schalotten und Knoblauch mit etwas Olivenöl in einem Topf angehen lassen. Die Hälfte vom Stangensellerie waschen, schneiden und dazugeben. Tomaten waschen, in grobe Stücke schneiden, getrocknete Tomaten in Streifen. Die Tomaten zum Gemüse dazugeben, mit Estragon, Meersalz und Pfeffer würzen. Dann mit Pernod, Weißwein und Wasser ablöschen und kräftig aufkochen. Die Hitze reduzieren auf kleinster Stufe 3 Stunden langsam köcheln lassen. Zwischendurch immer wieder etwas Wasser nachfüllen. Danach Hitze ausschalten und den Fond im Topf über Nacht ziehen und abkühlen lassen.

Tag 2:

2.Den abgekühlten Fond durch ein feines Haarsieb passieren. Restliches Gemüse waschen, halbieren, und in lange Stücke schneiden. Den Paradeiserfond aufkochen und das ganze Gemüse im Fond garen. Gemüse herausnehmen und bereitstellen. Die Hitze vom Tomatenfond wieder auf die kleinste Stufe stellen und nur leicht ziehen lassen.

3.In einem Topf gesalzenes Wasser mit den Lorbeerblättern aufkochen und die Muscheln für 6 bis 8 Minuten darin kräftig kochen. Muscheln herausnehmen, gut abtropfen lassen und dann in dem Paradeiserfond aromatisieren und warm halten.

Gemüse
Gebratenes Gemüse

4.In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und das blanchierte Gemüse darin anbraten. Mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Dazu passt ofenfrisches Baguette oder wer es ganz klassisch mag, Pommes Frites.

Muscheln
Muscheln mit gebratenem Gemüse und ofenfrischem Baguette

 

Salsa roja, der bessere Ketchup!

Die zwei wohl bekanntesten Salsa Rezepte sind Salsa roja und Salsa verde. Salsa kommt aus dem spanischen heißt Sauce, roja ist rot und verde grün. Und in der mexikanischen Küche macht man diese Saucen aus Tomaten oder Kräutern. Meine Salsa jedoch ist spanisch, aus roter Paprika und gerösteten Mandeln. Und meine Salsa ist kein Ketchup!

Diese Salsa roja ist lecker, richtig lecker! Und sie lässt sich sehr gut vorbereiten. Sie ist wochenlang im Kühlschrank haltbar und passt hervorragend zu gegrilltem aber auch Ziegenkäse oder Meeresfrüchte. Und mit Sicherheit wird diese Salsa beim nächsten Grillabend die ungeschlagene Nummer 1!

Salsa roja

  • 8 rote Paprika
  • 6 Knoblauchzehen
  • 4 Rosmarinzweige
  • 150g Mandelblättchen
  • etwas Zucker und Meersalz

Für die Marinade

  • 1Lt Wasser
  • 1Lt weißer Balsamico Essig
  • 200g Zucker
  • 80g Salz

Für das Grillhuhn

  • 1 TL Kümmel, ganz
  • 1 TL Majoran, getrocknet
  • 2 EL Paprikapulver, edelsüß
  • 2 EL Meersalz, grob
  • 1/2 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 1/2 TL Muskat, frisch gerieben
  • natives Olivenöl

1.Zunächst die roten Paprika vierteln und von Kernen und den weißen Trennwänden vollständig befreien, in grobe Stücke schneiden, die geschälten  Knoblauchzehen halbieren. Alles zusammen in einem Topf bei mittlerer Hitze in Olivenöl angehen lassen, dazu frischer Rosmarin und mit Meersalz aus der Mühle und etwas Zuker würzen. Dann mit Wasser ablöschen und in der Flüssigkeit so lange dünsten, bis die Paprika ganz weich ist.

2.Für das Grillhuhn den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Alle Gewürze und Majoran zusammen in einen Mörser geben und fein mahlen. Das Grillhuhn mit Olivenöl gut einreiben und dann die Gewürzmischung einmassieren, in eine feuerfeste Form geben und für circa 1 1/2 Stunden im Backofen garen. Nach einer Stunde noch einmal mit Olivenöl beträufeln.

3.Für die Marinade das Wasser aufkochen, Zucker und Salz darin auflösen. Nachdem sich Zucker und Salz vollständig aufgelöst haben die Marinade im Kühlschrank abkühlen und nach dem erkalten den weißen Balsamico Essig dazugeben. Diese Grundmarinade hält sich wochenlang im Kühlschrank und kann auch zum marinieren von gebratenen Pilzen verwendet werden.

4.Die fertig gegarte Paprika über ein Sieb abgießen, gut ausdrücken und in die Marinade einlegen. Für mindestens 1 Stunde mariniert lassen und dann nochmals über einem Sieb gut ausdrücken.Ist die Paprika noch zu feucht, wird die Sauce zu flüssig.

Tip: Die Marinade kann wiederverwendet werden und ist eine tolles Dressing für knackige Salate. Also aufheben!

5.Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Öl leicht anrösten. Die Pfanne dabei immer wieder schwenken. Die gerösteten Mandelblättchen unterheben und alles zusammen pürieren. Wie fein ihr die Paprika püriert, bleibt euch überlassen. Ich streue gerne nach dem pürieren noch einmal zusätzlich ein paar Mandelblättchen, mit der Hand zerdrückt, in die Salsa. Das ergibt einen leichten, spannenden Cruncheffekt.

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Vegetarisch: weder Fleisch noch Fisch!

Vegetarisch: weder Fleisch noch Fisch! Von Klimawandel, Umweltschäden und Globalisierung…

Ich rede heute mal Klartext. Wir Männer haben echt ein Problem. Essen ohne Fleisch ist für uns kein Essen. Und wenn es mal kein Fleisch gibt, dann werden wir zum Mädchen. Vegetarisch ist halt kein Fleisch! Und weil das so ist, muss unsere bessere Lebenshälfte es schaffen mit dem ihr zur Verfügung gestellten Haushaltsgeld jeden Tag auf’s Neue ein Fleischgericht auf den Tisch zu zaubern. Kein Wunder, das bei stetig steigendem Fleischkonsum die Preise und vor allem die Qualität von Fleisch immer tiefer sinken. Und dann regen wir uns auch noch über Klimawandel, Umweltschäden und Globalisierung auf, obwohl genau all diese Probleme „hausgemacht“ sind?

Geschmorter Sellerie
Schmorbraten vom Sellerie

Wer mich kennt, der weiß, das ich mich in meinem Blog nicht selten vegetarischen Gerichten widme. Aber sicher nicht um es Vegetariern auch Recht zu machen. Für mich geht es viel mehr um die Attraktivität von fleisch- oder fischbefreiten Gerichten. Gutes Essen hat absolut nichts mit Fleisch und Fisch zu tun, sondern viel mehr mit Erfahrung, Fantasie, Kreativität und Wertschätzung. Und mit Sicherheit schätzen wir den Wert von Fleisch oder Fisch wieder wesentlich höher, wenn wir deren Konsum auf 2 bis 3 mal pro Woche reduzieren, dafür aber qualitativ hochwertige Produkte verwenden. Ich denke, es kommt auf einen Versuch an. Und genau aus diesem Grund koche und esse ich auch vegetarisch!

Rote Bete
Rote Bete aus der Salzkruste

Oh nein! Ich will keinesfalls hier mit erhobenem Zeigefinger daher kommen! Ich mache nur das was ich am besten kann: Kochen! Und zum Kochen gehört halt auch „a bissl Hirn“ dazu. Angefangen beim Einkauf, über die Verarbeitung bis hin zur Kreativität, alles braucht echte Überzeugung. Und nur wer aus Überzeugung handelt, kann auch Einfluß auf andere ausüben. Auf den Partner, die Freunde und nicht zuletzt die Industrie. Und wird erst einmal auf die Industrie Druck ausgeübt, trifft es diese sehr schnell dort, wo es am meisten weh tut: beim Geld. Dafür aber stärken wir unseren Nachbarn, der sich keine Sorgen mehr machen muss, an wen er zu Dumping Preisen seine Eier, sein Fleisch, sein Gemüse oder sein Getreide verkaufen muss, nur um zu überleben.

Gebackene Salatherzen
Gebackene Salatherzen mit Sauce Tartare

Es muss nicht unbedingt Bio sein. Aber konventionell und fair produziertes Gemüse, Obst oder Getreide wäre schon mal ein toller Fortschritt. Nur, beim Stichwort „fair“ engagieren uns wir uns lieber auf der südlichen Halbkugel unseres Planeten. Um Gottes Willen will ich dieses berechtigte Engagement in Entwicklungsländern mit Sicherheit nicht schlecht reden.  Jedes echtes, ehrliches Engagement, und sei es auch noch so gering, ist absolut notwenig. Aber dann bitte nicht in der Komfortzone verharren in dem Glauben, das bei uns ja eh alles gut läuft. Das wird ein Spaß, wenn wir eines Tages auf Grund unserer Bequemlichkeit künstlich produzieren Fleisch aus dem Genlabor in Sterne Restaurants serviert bekommen, und dann auch noch in einschlägigen Gourmetführern schwarz auf weiß nachlesen können, mit welcher Fantasie und Kreativität in diesen Tempeln des guten Geschmacks selbiges kredenzt wurde.

Gefüllte Zucchini
Gefüllte Zucchini mit Sura Kees

Genug der Zukunftsmusik und zurück zur Realität auf den Bauernmarkt, dem Metzger unseres Vertrauens und den Produkten „Ab Hof“, zurück zum urpsrüglichen Gedanken. Nein liebe Männerwelt, Gemüse ist nicht nur für Frauen da. Gemüse ist für uns alle da, genau so wie richtig gutes Fleisch. Vegetarisch zu essen ist nur ein weibliches Privileg, auch wenn ich nicht selten bei meiner beruflichen Tätigkeit den Eidruck gewinne, das fast ausschließlich Frauen meine vegetarischen Gerichte bevorzugen. Und gerne bin ich der, der mit seinen Gerichten und Rezepten euch die fantastischen und vielfältigen Möglichkeiten mit Gemüse aufzeigt. Denn wie so oft im Leben, macht die Abwechslung  den Unterschied. Ich wünsche euch allen weiterhin viel Spaß mit meinen vegetarischen Gerichten und verspreche euch dafür, das ich Fleisch und Fisch mit Sicherheit nicht vernachlässigen werde.

Professionell herzlich: Bettina Lenz

Bettina gibt keine Ruhe. Sie will alles ganz genau wissen, den Dingen auf den Grund gehen, Sie ist perfekt, und erwartet Perfektion. Und wenn Bettina sagt, es ist gut, erst dann ist es auch gut. Dann leuchten Ihre Augen, strahlen eines Kindes gleich, das soeben völlig überraschend einen gefühlt unendlich lang ersehnten Herzenswunsch erfüllt bekam. Einer Ihrer größten Wünsche ist gutes Essen.

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Wir treffen uns bei mir. Mit im Gepäck hat sie eine Vielzahl  ihrer hauseigenen Produkten. Die Reise geht einmal querbeet durch all ihre geschmacklichen Kreationen. Vom „einfachen“ Kräuteressig bis hin zum edelsten Birnen Balsam Essig, oder einem Anima Aurea Sherry Balsam Essig sowie sortenreinem Olivenöl aus Italien, welches sie alljährlich auf einer ihrer großen Italienreisen stets vor Ort direkt einkauft. Bettina macht Spaß! Ihre hohen Ansprüche an Qualität waren für mich immer ein treuer Begleiter an beinahe fast all meinen beruflichen Wirkungsstätten.

Und Bettina ist regional! Nicht in all ihren Grundprodukten, das wäre bei der Vielfalt auch nicht möglich, aber in der Produktion zu 100 Prozent! Bettina Lenz ist Vorarlbergerin, durch und durch: herzlich, fleißig, und ein absoluter Feinspitz eben. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann setzt sie es ihren Maßstäben entsprechend um. Dafür fährt sie auch ins tirolerische Ötztal, klettert auf Zirben, sammelt sich exakt das Grundprodukt zusammen, das sie für ihre Vision benötigt.

Garnele
Garnelen mit Passionsfrucht Mayonnaise

Ihre heutige Vision? Einen ganzen Tag lang mal so richtig Spaß beim Kochen haben, tolle Fotos machen, und lecker essen, mit mir und ihrem Sohn gemeinsam. Sie legt selber Hand an, rührt sich ihr Calamansi Dressing, ihre Passionsfrucht Mayonnaise zusammen, schält und kocht Spargel fachgerecht, brät Garnelen, löst Granatapfelkerne aus der Frucht, mit immer einem offenen Ohr für Ratschläge und Tips von Profi zu Profi für Kombinationsmöglichkeiten oder handwerkliche Produktionsweisen. Phasenweise erscheint sie selber überrascht welche Geschmacksexplosion ihre Öle und Essige in Verbindung mit verschiedenen Lebensmitteln auslösen können.

Bettina Lenz
Bettina Lenz

Gutes Essen macht glücklich! Aber selbst gemachtes Essen mit feinsten hauseigenen Produkten macht richtig glücklich! Frischer Spargelsalat mit Granatapfelkernen und Passionsfrucht Mayonnaise, Garnelensalat, oder ein Gorgonzola Risotto mit Bittersalaten, Walnüssen und gebratenen Birnen, gereifte Tomate mit Büffelmozarella. Letzteres nur mit ihrem Olivenöl, Salz, Pfeffer und frischem Basilikum aromatisiert, mehr braucht es nicht!

Wenn es nach mir gegangen wäre, wir hätten bis tief in die Nacht hinein gekocht und geschlemmt.  Und wer nun ein klein wenig Hunger bekommen hat oder einfach nur mal in den selben Geschmack kommen möchte, der kann sich über Bettina’s vielfältiges Angebot auf ihrer Homepage ausführlich vorab informieren. Ich für meinen Teil freue mich schon heute auf ein recht baldiges Wiedersehen mit dir, liebe Bettina! Bleib einfach so professionell und herzlich wie du bist!!!

Erdäpfelbisquit: luftig und lecker!

Eines der vielen tollen Rezepte in meiner Rezepte Sammlung...

Erdäpfelbisquit:

  • 30g weiche Butter
  • 2 Eier
  • 50g gekochte und geschälte Kartoffeln
  • 25g Sahne
  • 10ml Öl
  • 30g Dinkelmehl (Typ 630)
  • Meersalz aus der Mühle
  • frisch geriebene Muskatnuss

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die weiche Butter schaumig rühren. Die Eier trennen und die Eigelbe einzeln unterrühren. Die erkalteten Kartoffeln passieren und mit Sahne, Öl, Muskat und Salz unter die Ei-Buttermasse rühren.

Die Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und abwechselnd mit dem Mehl unter die Butter-Erdäpfelmasse heben. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Masse etwa 5mm dick gleichmäßig darauf verteilen, circa 10 Minuten backen, dann abkühlen lassen.

Bisquit zum Beispiel mit Spinat und Schafskäse füllen, zur Roulade drehen und auf einem Tomatenragôut anrichten.

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Anrichtevorschlag: Erdpfelbisquit mit Spinat, Kalbsfilet, Sauce Hollandaise und Tomberry Tomaten ©Michael Stricker

Gemüse Curry mit Basmatireis: so lecker kann vegetarisch sein!

Vegetarische Curry mit Mango und BasmatireisEs muss nicht immer Fleisch sein… nein, muss es nicht. Und um ehrlich zu sein, in letzter Zeit machen mich gehaltvolle, „g’schmackige“ Rezepte und Gerichte ohne Fleisch richtig an, spontan, ehrlich, offen… Yeah, that’s real cooking 🙂

Sicher werde ich in Zukunft auf Fleisch nicht verzichten, dafür esse viel zu gerne mal ein saftiges Steak oder herzhafte Schmorgerichte. Aber es muss wirklich nicht immer Fleisch sein, so viel steht fest.

Vegetarische Curry

  • 100g rote Paprika
  • 100g Pastinake
  • 100g Karotten
  • 100g Frühlingszwiebel
  • 100g Zuckerschoten
  • 100g grüne Bohnen
  • 1 Mango
  • 50g frischer Ingwer
  • 20g frische Gelbwurz (Curcuma)
  • 3 Kaffirlimetten Blätter
  • 2 frische Chili-Schoten, scharf
  • 3 rote Pfepperoni-Schoten, mild
  • 100g Shiitakepilz, frisch
  • 2 Knoblauchzehen
  • 300ml Kokosmilch
  • 500ml Gemüsebrühe
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Messerspitze Kreuzkümmel gemahlen
  • Thai-Basilikum oder frische Minze
  • 60g Basmati Reis

GelbwurzUm eines Vorweg zu nehmen: jeweils die Hälfte von jedem Gemüse mit Ausnahme vom Gelbwurz, auf die Seite legen und später als Einlage in der Currysauce garen. Das Gemüse waschen, gegebenenfalls schälen und den einen Teil in grobere Stücke schneiden. Den jeweils anderen Teil nach Lust und Laune in Streifen, Rauten oder Würfel schneiden. Die Chilischoten halbieren und die Kerne entfernen. Das grobe Gemüse in einer Pfanne OHNE Öl leicht angehen lassen. Geschälten Ingwer und Curcuma, Chilischoten, Knoblauchzehen dazu geben, ebenso die Hälfte der frischen Mango. Mit Koskosmilc20170602_155807160_iOSh und Gemüsebrühe ablöschen und das Gemüse weich köcheln. Dann alles zusammen in einen Mixer geben und fein pürieren. Die fertige Currysauce nun wieder zurück in den Topf und das übrige Gemüse darin weich köcheln lassen. 20170602_162412410_iOSKurz vor dem Anrichten die restliche Mango in grobe Stücke geschnitten dazu geben. Gegebenenfalls mit etwas Brühe wieder auffüllen. Mit Salz und Pfeffer frisch aus der Mühle abschmecken. Den Basmati Reis waschen und in doppelt soviel Wasser einmal aufkochen und dann auf ganz kleiner Flamme langsam garen. 20170602_174015500_iOS.jpgBeim Anrichten zuerst den Reis in eine Schüssel geben und mit einem Schöpfer in der Mitte eine Mulde formen. In dieser Mulde das Gemüse-Curry anrichten und mit frischen Thai-Basilikumblätternoder Minze reichlich ausgarnieren.

Guten Appetit!

Noch ein kleiner Tip: In Flaschen abgefüllt hält sich die Currysaucen Basis als kleiner Vorrat ca. 2 Wochen im Kühlschrank.

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